| JUGENDKIRCHE pierre sein FILMTIPp 12-07 |
| Geschrieben von pierre roh | |
| Freitag, 14. Dezember 2007 | |
![]() Es begab sich aber zu der Zeit (DVD - USA 2006) "Es begab sich aber ..." erzählt eine der wohl bekanntesten Geschichten der Menschheit, die Geschichte von Jesu Geburt, die Weihnachtsgeschichte. Sie berichtet von Grausamkeit und Unterdrückung, von Trauer und Leid, aber auch von Glück, Liebe und Hoffnung - Hoffnung auf ein ewiges Leben, denn die Geburt des Messias steht kurz bevor, der Heiland der für die Sünden seines Volkes einstehen und es erretten soll.Es ist auch die Geschichte der jungen heranwachsenden Maria (Keisha Castle-Hughes), die gegen ihren Willen mit einem fremden Mann verheiratet werden soll, ein Mann den sie nicht liebt - so wie es zur damaligen Zeit üblich war. Ihre Verunsicherung wird noch zusätzlich verstärkt, als ihr der Erzengel Gabriel (Alexander Siddig) erscheint und verkündet, dass sie Gottes Kind empfangen wird. Wie fühlt sich wohl eine junge Frau, der solch eine Bürde auferlegt wird? Sie ist verängstigt und zieht sich zurück, denn niemand wird ihr Glauben schenken. Sie findet Trost bei Elisabeth (Shohreh Aghdashioo), einer ihr nahe stehenden Verwandten, die ihr "Schicksal" teilt. Diese gibt ihr Mut, Kraft und Liebe für die Aufgaben, die Maria bevorstehen. Doch wie fühlen sich wohl ihre Familie und ihr Ehemann, wenn sie von der Wahrheit erfahren? Sie glauben ihr nicht sondern nehmen eher an, dass sie mit einem andern Mann zusammen war. Joseph (Oscar Isaak) ist gerade dabei, sich von ihr abzuwenden, als auch ihm im Traum der Erzengel erscheint und Marias Geschichte bestätigt. So bekennt sich Joseph zu seiner Frau und verteidigt sie allen Umständen zum Trotz - er hält fortan seine schützende Hand über sie und hält alles Unheil von ihr fern. Joseph ist bereit sich für seine Maria aufzuopfern, der grösste Liebesbeweis den es gibt. Am Ende dieser Reise soll aber das schönste und zugleich denkwürdigste Ereignis stehen, dass die Menschheit bis dahin erlebte - die Geburt des Messias, Jesus Christus - empfangen durch den heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria. In einem kleinen Stall in Bethlehem kommt der König der Könige zur Welt. Terry Pratchett's Hogfather Schweinsgalopp (DVD - 2006) Die humorvollen Scheibenwelt-Romane des englischen Schriftstellers Terry Pratchett haben eine riesige Fangemeinde. Seit 1983 hat er 31 Scheibenwelt-Romane veröffentlicht, sie wurden in 34 Sprachen übersetzt und bisher weltweit rund 45 Millionen Mal verkauft. Das ist Fantasy-Kult! Im Jahr 2006 wurde der Roman Schweinsgalopp 10 Jahre nach seinem Erscheinen von dem britischen TV Sender Sky One verfilmt. EuroVideo bringt diese mehrfach ausgezeichnete (z.B. mit dem BAFTA TV Award 2007) Verfilmung nun erstmals in Deutschland in einer Box mit zwei DVDs (Film und Extras)heraus. Der Film erscheint im Gegensatz zur TV-Ausstrahlung ungekürzt! Ab dem 20. Dezember im Handel. Der Schneevater, das Scheibenwelt-Pendant zum Weihnachtsmann, hat ein Problem: Irgendjemand will ihn tot sehen! Und ausgerechnet Herr Kaffeetrinken, ein besonders skrupelloses Mitglied der Assassinengilde, wird als Attentäter angeheuert. Jetzt sollte man meinen, dass das Ansinnen, eine anthropomorphe Personifizierung umzubringen, etwas seltsam ist, aber Kaffeetrinken, selber ein Mensch mit seltsamen Neigungen (seine Opfer an die Zimmerdecke zu nageln ist nur eine davon) wundert sich nicht darüber, sondern geht gleich mit einem perfiden Plan zu Werke... So kommt es, dass die Silvesternacht naht, und der Schneevater bedauerlicherweise nicht zur Verfügung steht. Aber irgendjemand muss die Geschenke austragen! Gut, dass eine weitere übernatürliche Gestalt der Scheibenwelt aushilft: Er muss sich zwar ein Kissen unter den Mantel stopfen, einen falschen Bart umhängen, und die Sense diesmal zu Hause lassen, aber schon bald findet Tod Gefallen an dem Job. Zur Abwechslung kann er die Guten mal belohnen und die Bösen bestrafen, anstatt sie alle unterschiedslos holen zu müssen. Tim Burton's Animationsfilm 'Night before Christmas' aus dem Jahre 1993 lässt grüssen. Der goldene Kompass (USA 2007) In einer der unseren ähnelnden Welt lebt das Mädchen Lyra (Dakota Blue Richards). Sie wächst elternlos in einem College in Oxford auf, ständig begleitet von ihrem Dämon: Eine Art zweites Ich, das ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Als ihr Onkel Lord Asriel (Daniel Craig) sie besucht, lauscht sie heimlich seinem Vortrag über geheimnisvollen Staub und eine Phantom-Stadt im hohen Norden das Polarkreises. Mit der Forscherin Mrs. Coulter (Nicole Kidman) reist Lyra dorthin.Mit Philip Pullmans gefeierter "Dark Materials"-Trilogie hat New Line einen würdigen Nachfolger zu "Herr der Ringe" gefunden. Der erste Teil des aufwändigen, intelligenten und durchaus düsteren Fantasy-Abenteuers führt in eine magische Parallelwelt voller Geheimnisse und Gefahren. Im Jahr 2001 begründete Peter Jacksons Herr der Ringe - Die Gefährten eine neue Tradition. Kurz vor Weihnachten startete ein hochbudgetierter und von einer gigantischen Medienkampagne flankierter Fantasy-Film in den Kinos, was zu einem Ereignis der Superlative auswuchs - sowohl qualitativ als auch an der Kinokasse. Dieses Konzept wiederholte Warner mit den beiden Fortsetzungen und versammelte insgesamt 33 Millionen Besucher vor den deutschen Leinwänden. Nachdem dieser Fantasy-Premiumplatz ein Jahr verwaist blieb, schickte Buena Vista 2005 Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia ins Rennen und sorgte für durchwachsene Kritiken. 2006 scheiterte Fox‘ Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter kläglich. Warner will anno 2007 an die Herr der Ringe - Trilogie anknüpfen und bringt mit Chris Weitz‘ "Der Goldene Kompass" zwar einen besseren Film als "Narnia" und "Eragon" auf die Leinwand, kann aber letztlich nicht auf lange Distanz überzeugen oder gar in die Sphären von "Herr der Ringe" vorstossen. Bee Movie - Das Honigkomplott (USA 2007) Barry B. Benson lebt in einem geschäftigen Bienenstock im Central Park von New York. Der Alltag des Bienenstaats ist bis ins kleinste Detail perfekt koordiniert und reguliert. Als es für Barry gilt, sich seinen Job auf Lebenszeit auszusuchen, beschiesst er den erdrückenden Konventionen davonzufliegen und begleitet die elitären Pollen-Jocks auf einer ihrer Blütenstaub-Missionen im Park. Unterwegs macht der unerfahrene Grünstachel die fast fatale Bekanntschaft mit einem Tennisball und später mit der liebenswürdigen Floristin Vanessa, die ihm mitfühlend sein Leben rettet. Die Biene Barry (gesprochen von Bastian Pastewka) freundet sich mit Blumenhändlerin Vanessa (Mirjam Weichselbraun) an. Als er jedoch in den Supermarkt-Regalen Honig entdeckt, ist Barry schockiert, wie die Menschen ihn und seine Artgenossen ausbeuten. Er beschliesst, die Menschen für die Ausbeutung seiner Spezies zu verklagen. Der daraus resultierende, irrsinnig witzige Prozess bringt u. a. Ray Liotta wegen einer Honigwerbung in Bedrängnis und Sting kommt wegen seines Namens (dt. Stachel) auf die Anklagebank. Als US-FernsehIkone Jerry Seinfeld bei einem Essen mit Spielberg der Gesprächsstoff ausging, witzelte er, dass er gerne mal einen Film über Bienen drehen würde. Titel: "Bee Movie" - eine Anspielung auf billig produzierte Hollywood-Streifen. Am nächsten Tag gab Spielbergs Produktionspartner Jeffrey Katzenberg grünes Licht für den Film. Leider hatte Seinfeld noch überhaupt keine Idee für das Drehbuch. Das perfekte Rezept für ein Desaster - vor allem da Seinfeld seit dem Ende seiner Serie vor zehn Jahren nichts mehr geschrieben hat. Aber dennoch ist ihm ein überaus charmanter und amüsanter Film gelungen. Mit viel Liebe zum Detail kreieren die Computerkünstler von PDI ("Shrek") eine vermenschlicht-industrialisierte Bienenwelt - und verstecken im Hintergrund etliche Gags, so dass sich Zweimalgucken lohnt. Der CGI-Spass für die ganze Familie aus dem Hause Universal kann mit liebenswert animierten Figuren, einem allgemein gelungenen Technikstandard, viel turbulentem Wortwitz und rasanten Action-Sequenzen überzeugen und steht damit in der Tradition von "Das grosse Krabbeln" und "Antz". Nur schade, dass einige der Wortspiele in der Synchronisation verloren gehen. Mr. Magoriums Wunderladen (USA 2007) Molly Mahoney (Natalie Portman) galt einst als musikalisches Wunderkind. Doch da sie die richtigen Töne nicht mehr finden kann, komponiert sie keine Lieder mehr, sondern arbeitet als Managerin im Spielzeuggeschäft "Mr. Magoriums Wunderladen", zu dessen charmant-chaotischem Besitzer Edward Magorium (Dustin Hoffman) sie ein freundschaftliches Verhältnis pflegt.Der exzentrische Edward Magorium (Dustin Hoffman) zählt nunmehr 243 Lenze und denkt darüber nach, sein magisches Spielwarengeschäft "Magoriums Wunderladen" einem geeigneten Nachfolger zu überlassen. Denn der Laden ist der seltsamste, fantastischste und unglaublichste in der ganzen Welt. Die junge Molly (Natalie Portman) soll fortan die Leitung samt Buchhalter Henry (Jason Bateman) übernehmen. Doch je näher Mr. Magoriums Abreise rückt, umso mehr verändert sich der Zauberladen. Der einst so bunte und quirlige Ort wird immer grauer und dunkler. Bald liegt es an Molly und dem schüchternen Buchhalter Henry (Jason Bateman), den Spielzeugladen zu retten und dabei die Magie und den Glauben an sich selbst zu entdecken. "Schräger als Fiktion"-Autor Zach Helm liefert mit diesem fantasievollen Märchen sein magisches Regiedebüt ab, das sich darüber hinaus auf eine hochkarätige Besetzung verlassen kann: MR. MAGORIUMS WUNDERLADEN ist ein fantasievolles Märchen für die ganze Familie mit hochkarätigen Darstellern wie Natalie Portman ("Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith", "Hautnah", "Garden State"), dem zweifachen Oscar-Gewinner Dustin Hoffman ("Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders", "Outbreak - Lautlose Killer", "Hook") und Jason Bateman ("Trennung mit Hindernissen") in den Hauptrollen. "Mr. Magoriums Wunderladen" - so die Übersetzung des Originaltitels "Mr. Magorium’s Wonder Emporium" - bringt den gesamten Film eigentlich sehr treffend auf den Punkt. Denn im namensgebenden Spielzeuggeschäft passiert so allerlei wunderhaftes: Spielzeug erwacht zum Leben oder erscheint aus dem Nichts, im Keller haust ein leicht grimmiger und wortkarger Buchmacher (was hier durchaus wörtlich zu nehmen ist), und durch einen Drehschalter an der Wand lässt sich bestimmen, was sich hinter der nächsten Türe befinden soll. Obendrein führt der Wunderladen selbst ein Eigenleben und lässt es seinen Besitzer spüren, wenn er schlechte Laune hat. Dass Mr. Magoriums Mitbewohner ein Zebra ist, erscheint da noch relativ normal. Kurzum: Ein kunterbuntes Kinderparadies, in dem es nichts gibt, das es nicht gibt. Und da all dies technisch auf hohem Niveau umgesetzt wurde, werden nicht nur die Jüngeren im Kino bei dem ganzen Treiben ihre helle Freude haben. Kirchliche Preisträger beim Filmfestival Mannheim-Heidelberg Positive Zeichen in einer Welt der Konflikte setzen die Preisträger, die die Ökumenische Jury beim 56. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg ausgezeichnet hat. Die fünfköpfige Jury, die von den kirchlichen Filmorganisationen INTERFILM und SIGNIS berufen wird, vergab ihren Hauptpreis an den dänischen Film Uden for kærligheden (Die Muslimin und der Jude) von Daniel Espinoso.Der Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der nach dem Tod seiner Frau mit seinem fünfjährigen Sohn bei seinem Eltern am Rand von Kopenhagen lebt. Sein grösstes Ziel ist es, nach Amerika zu gehen. Eines Tages lernt er eine pakistanische Muslimin kennen, die einen kleinen Laden betreibt. Um sich Geld für die Amerikareise zu verdienen, hilft er im Laden. Daraus entwickelt sich eine zarte Liebesbeziehung, aber auch ein Konflikt, der sich zuspitzt als die "Jewish Defence League" den Laden der jungen Frau überfällt. Die Jury würdigte mit ihrer Auszeichnung "die anrührende Geschichte einer Beziehung, die das Unmögliche möglich macht. In einer Liebesgeschichte zwischen einem Juden und einer Muslimin thematisiert Daniel Espinosa den nie enden wollenden Konflikt zweier verfeindeter Kulturen. Mit einer feinfühligen Bildsprache und ausdrucksstarkem Schauspiel zeigt der Film beispielhaft, wie Feindschaft überwunden werden kann: durch die Bereitschaft zum gegenseitigen Verstehen und Mitfühlen, durch Vertrauen, Mut und Liebe." (Text der Jurybegründung) Eine Lobende Erwähnung erhielt der italienische Wettbewerbsbeitrag Cover Boy ... (L'ultima revoluzione) von Carmine Amoroso. Die Geschichte eines jungen Rumänen, der als Kind erleben musste, wie sein Vater im Kampf gegen das Ceaucescu-Regime getötet worden ist, sucht mit einem Freund in Italien sein Glück, gerät in die von rein kapitalistischen Werten geprägte Welt der Werbung und kommt zur Besinnung, als er sich eines Tages als nackter Cover Boy auf dem Plakat eines Jeans-Herstellers wiederfindet, das den Begriff "Revolution" für die kommerzielle Kampagne ummünzt. In ihrer Begründung schreibt die Jury: "Die Reise eines jungen rumänischen Migranten nach Italien ist eine Odyssee durch Widrigkeiten, ungesicherte Menschenrechte und neue kapitalistische Werte. Zugleich ist sie die Entdeckung wahrer Freundschaft und der Möglichkeit, seine Würde zu behalten. Die Sicht des Films auf diese Realitäten ist vielschichtig, sensibel und formal überzeugend." Mitglieder der Jury waren: David Fonjallaz (Schweiz), Dirk von Jutrczenka (Deutschland), Manfred Koch (Deutschland), Lothar Strüber (Vorsitzender, Deutschland), Gianna Urizio (Italien). Siehe auch: www.SCHAUPLATZ JUGENDKIRCHE |