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Freitag, 30. Juli 2010
Weltjugendtag in Ludwigshafen PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Mittwoch, 23. Juli 2008
 
 
Weniger Teilnehmer als erwartet wollten in Ludwigshafen den Internationalen Weltjugendtag feiern - aber wer kam, war dafür umso begeisterter. In der Chemiestadt ist in der Unterkirche von Herz Jesu die diözesanweit einzige Jugendkirche untergebracht. Sie lockt mittlerweile auch Gäste aus dem Kaiserslauterer Raum an, berichtet Susanne Poerschke, Geschäftsführerin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ, Speyer).

Hunderttausende von jungen Menschen feierten mit Papst Benedikt XVI. in Sydney den Abschlussgottesdienst des Weltjugendtags. Kleiner war die Gruppe derer, die ein bisschen von diesem Gefühl auch in Ludwigshafen miterleben wollten. Mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann feierten sie ihren eigenen Gottesdienst, in dessen Mittelpunkt die Aufforderung des Bischofs stand, Zeugen für die Kraft Gottes vor Ort zu sein, mit einer durchwachte Nacht und Übertragung der Vigilfeier und des Abschlussgottesdienstes aus Sydney.

In seiner Begrüssung verwies BDKJ-Vorsitzender Patrick Stöbener auf die Aussagen der 88 Jugendlichen aus der Diözese, die die Gemeinschaft und die Stimmung "down under" als "ganz toll" beschrieben und begeistert waren von den vielen guten Begegnungen. Auch wenn die Schar in Ludwigshafen ungleich kleiner war, kam die Idee, die hinter der Aktion der Jugendkirche stand, bei den Teilnehmenden an: Selbst eine kleine Gruppe kann die grosse Kraft Gottes spüren und mit ihrer Hilfe das Schlechte im eigenen Leben und Erleben überwinden.

Bischof Wiesemann animierte die Jugendlichen, ihren ganzen Willen einzusetzen, damit das Gute in ihrem Leben die Oberhand behält, und sich dabei auf die Kraft Gottes zu verlassen. Mit den rund 75 Jugendlichen beging er einen Gottesdienst, der sich mit dem Thema "Wachsen aus einem Senfkorn" beschäftigte. Als Sinnbild für neues Leben, das im Glauben entstehen kann, pflanzten die Teilnehmer im Anschluss einen Gingkobaum im Hof der Kirche Herz Jesu und feierten noch in den Räumen der Jugendkirche.

An den Gottesdienst schlossen sich auch noch ein gemeinsamer Abend und eine gemeinsame Nacht an. Nach einem Imbiss im Freien unterhielt die Gruppe "Of course" der Musikschule Frankenthal mit ruhiger, souliger Musik, im Bistro spielten oder unterhielten sich die Besucher der Jugendkirche, ehe um 23 Uhr die Live-Übertragung aus Sydney begann.

Auf einer grossen Leinwand konnten die jungen Christen die Vigilfeier in Australien sowie den anschliessenden Gottesdienst von Papst Benedikt XVI. mit Hunderttausenden miterleben. Bis etwa vier Uhr in der Nacht verfolgten die jungen Leute in Ludwigshafen das Geschehen, ehe sie in ihren Schlafsäcken einschliefen. Das Angebot der Übernachtung in Herz Jesu nahmen etwa 15 Jugendliche wahr, etwa 25 verfolgten am Fernseh-Bildschirm die Vigilfeier. "Es war eine schöne, stimmungsvolle Nacht", beschreibt BDKJ-Geschäftsführerin Susanne Poerschke das Erlebnis.


Das grosse Rahmenprogramm über das ganze Wochenende musste mangels Beteiligung zwar stark gekürzt werden. Da sich nur etwa 20 Teilnehmer für den gesamten Zeitraum angemeldet hatten, wurden beispielsweise die für Samstagnachmittag geplanten Workshops ersatzlos gestrichen. "Über die Gründe für diese relativ niedrige Teilnehmerzahl kann man nur spekulieren", sagte Poerschke. "Vielleicht hat es an der Ferienzeit gelegen, vielleicht war unsere Vorlaufzeit und Werbephase zu kurz."

Auch in anderen Diözesen seien Veranstaltungen "mangels Masse" abgesagt worden. Der Stimmung in dieser einen Nacht schadete das aber in keinsser Weise. Mit einem kurzen Morgenimpuls und einem gemeinsamen Frühstück zum Abschluss hatten die Besucher der Jugendkirche ihre eigenen persönlichen Erlebnisse und Begegnungen zum Weltjugendtag.

Generell sei die Diözese mit "ihrer" Jugendkirche zufrieden. Die Teilnehmerzahlen seien unterschiedlich - bei Jugendgottesdiensten nehmen zum Teil über 100 Besucher teil, bei den Europameisterschaftsveranstaltungen waren es 60 bis 30. Auch Firmgruppen fragen schon an, um die Räume zu nutzen. Nach den Sommerferien stehe die "Zwischenbewertung" der Jugendkirche bevor.
 
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