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Freitag, 30. Juli 2010
Jugendkirche und Weltjugendtage 'all over the world' PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Sonntag, 20. Juli 2008
 
jugendkirche all over the worldZehntausende junger Pilger aus aller Welt hatten die Eröffnung des katholischen Weltjugendtages in Sydney angemessen gefeiert. Die sechstägige Veranstaltung wurde mit einem herzhaften australischen "G'Day" ("Guten Tag") und einem Grusswort von Papst Benedikt XVI. eröffnet: "Junger Freund, Gott und sein Volk erwarten viel von dir, weil du in dir das Geschenk des höchsten Vaters trägst: Den Geist von Jesus!" Papst Benedikt ist während dieser Reise auch auf den Geschmack moderner Kommunikationsmittel gekommen. Um Hunderttausende Teilnehmer des Weltjugendtages direkt zu erreichen, schickte er eine SMS - als 'BXVI': "Der Heilige Geist hat uns Apostel gegeben und gibt dir die Kraft, klar auszurufen, dass Christus auferstanden ist! BXVI.“ - und schon sind sie wieder, kaum da, vorbei, vorüber, die Weltjugendtage.
 
Die Strassen Sydneys füllten sich, U-Bahnen - die Tubes (Röhren) - wurden regelrecht zu Tuben: man wurde erst rein-, dann wieder rausgequetscht, und die Sprechchöre von "Benedetto" bis "Viva la Papa" erklangen immer lauter. Im Pressezentrum wieseln immer noch Journalisten umher und drängen sich vor den Infoständen. Die Katechesen sind zu Ende, so dass jetzt alle auf das Thema "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, und ihr werdet meine Zeugen sein" (Apg 1,8) eingestimmt sind.
 
"Die Bilder, die Eindrücke, die Worte, die man vielleicht hier oder da aufgenommen hat, die Begegnungen sind so tief greifend, zu Herzen gehend und bewegend, dass sie von innen her bleiben werden", stellte der deutsche Jugendbischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) am Rande des Weltjugendtages in Sydney fest.

Das Gesicht des Papstes ist das Gesicht des Weltjugendtages. Dieser Satz hatte schon unter Papst Johannes Paul II., der die Weltjugendtage ins Leben rief, seine Gültigkeit. Benedikt XVI. setzt diese Tradition fort. Der Limburger Bischof, Franz-Peter Tebartz-van Elst, sagte es mir im Interview ganz recht: "Der Papst gibt der Botschaft des Weltjugendtags ein Gesicht."
 
Die Zeitungen, die in den vergangenen Tagen die Jugendlichen auf der Titelseite hatten, zeigen heute zum Abschluss des WJT den Papst - die Fernsehsender, egal ab BBC World News oder Sky News, zeigen den Papst, sein Lachen, sein Winken, sein Beten - überall und immer wieder. Woher kommt nur diese Dynamik - dieses "Weltjugendtagsfieber", das Sydney erfasst hatte?
 
In einer Ansprache sagte Benedikt XVI auf Deutsch: "Liebe Freunde, die ihr mich in meiner Muttersprache versteht, von Herzen grüsse ich euch alle. Erweist euch überall als freudige Zeugen der frohmachenden Botschaft Jesu! Sprecht mutig von eurem Glauben, auch wenn ihr zuweilen auf Widerspruch stosst und das Kreuz der Ablehnung erfahrt. Der Herr, der für uns ein grösseres Kreuz getragen hat, wird euch beistehen. Gott schenke euch eine gute, gesegnete Zeit hier in Australien." 
 
Der Papst ist da. Diese Antwort kling platt und abgehoben. Sie lässt vermuten, dass der Heilige Geist vorher abwesend war und dass er nur für den Papst reserviert ist - doch der Heilige Geist war auch schon vorher greifbar - er ist der Aufmerksamkeit der Jugendlichen in den Jugendkirchen, den Katechesen, bei der Anbetung, bei der Beichte, in den vielen Gottesdiensten keinesfalls entgangen. Dennoch beginnt mit dem Papst eine eigene Dynamik, eine ganz eigene - nur dem Weltjugendtag gegebene - Verbindung, die schon der heilige Augustinus in die Worte fasste: "Für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ."

JUGENDKIRCHE BEIM WJT
 
Benedetto-Rufe, die Nacht unter freiem Himmel auf dem Marienfeld, neue Freunde aus aller Welt: Viele deutsche Jugendliche denken gern an den Weltjugendtag 2005 in Köln zurück. Mitte Juli war es wieder so weit; das nächste Jugendtreffen mit Papst Benedikt XVI. stand vor der Tür.
 
Australien erwartete über 125.000 Gäste aus aller Welt. Allein rund 6.000 junge Katholiken aus Deutschland waren zum Weltjugendtag nach Australien gereist, darunter ein nicht unerheblicher Teil aus den Jugendkirchen des Landes.  Die grösste Gruppe stellte aber mit 600 Jugendlichen das Gastgeberbistum von 2005, die Erzdiözese Köln. Doch was machten jene, die nicht die Kosten, 17'000 Kilometer und 30 Stunden Flug auf sich nehmen konnten?
 
Den hier gebliebenen jungen Gläubigen boten fast alle deutschen JuKis bunte Programme an, die das WJT-Feeling in die heimischen Gefilde transponieren sollten. So wurde der Papst vielerorts per Public Viewing zugeschaltet, wobei die Vigilfeier gestern Abend sicherlich einen Höhepunkt darstellte.
 
Und dann gab es noch die Möglichkeit, das grösste Weltjugendtagscamp beim Gastgeber von 2005, das Erzbistum Köln zu besuchen: Das Zeltlager in Odenthal-Altenberg bot Platz für 2.000 Leute, und auch hier traf man wieder zahlreiche Vertreter der verschiedenen katholischen Jugendkirchen, die sich nicht selten zu einem regen Erfahrungsaustausch zusammenfanden - also warum in die Ferne schweifen?

"Australien ist zu teuer, Altenberg ist eine tolle Alternative", findet Anne aus Rösrath, die noch immer vom WJT 2005 schwärmte: "Christen aus der ganzen Welt haben in Köln zusammen gebetet und gefeiert. Die Stimmung war superfriedlich und schön." Christian Linker (33), Kölner Diözesanvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) brachte es auf den Punkt: "Ich bin nicht traurig, dass ich nicht nach Australien fliege. Wir haben im Unterschied zu 2005 die Möglichkeit, ohne strenge Auflagen zu feiern - die Internationalität und das Weltumspannende."

Er ist einer von denen, die statt Sydney Altenberg gewählt haben. Hier organisierten Erzbistum und BDKJ ein Camp für Daheimgebliebene - denn die Reisekosten von 1.700 Euro konnte längst nicht jeder zahlen. Leiter der Zeltstadt, Diözesankurat der Pfadfinder Johannes Meissner, im Vorfeld: "Wir können und wollen in Altenberg nicht den grossen WJT wiederholen. Aber wir wollen Jugendlichen, die nicht nach Australien können, einen fröhlichen Rahmen bieten, in dem sie in grosser Gemeinschaft teilnehmen können." Die Höhepunkte von Sydney konnten in Altenberg über Public Viewing hautnah miterlebt werden.
 
Wie in Australien wurde z.B. auch in Altenberg die Nacht vom 19. auf den 20. Juli zum Tage gemacht . Zunächst eine Zusammenfassung der Vigil aus Sydney auf Grossbildleinwand, dann parallel zu
Australien Schlussgottesdienst: "Die feiern in praller Mittagssonne in Sydney, wir mitten in der Nacht in Altenberg", freute sich Linker. Aus einem der im Camp abgehaltenen Workshops war ein Chor hervorgegangen, der die Feier begleitete und "der ganzen Gruppe einheizte", so Camp-Chef Meissner.
 
Am Samstag, 19.7., wurde auch in der Jugendkirche Ludwigshafen der Höhepunkt des WJT eingeläutet, ab 9.30 Uhr bei der "Glaubenkiste live" über "Gott und die Welt" geredet. Um 13 Uhr begann dann die Übertragung der Vigilfeier aus Sydney, anschliessend wurden Workshops angeboten. Ab 18 Uhr dann die Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann mit anschliessender Livemusik, und wer bis 1 Uhr wach blieb, hatte die Chance, die Liveübertragung des Abschlussgottesdienstes mitzuerleben - was bis auf wenige Ausnahmen alle gerne in Anspruch nahmen.
 
Damit ist mit dem grössten Gottesdienst in der Geschichte Australiens in Sydney der katholische Weltjugendtag zu Ende gegangen. Vor rund 500.000 Menschen rief Papst Benedikt XVI. am Sonntagmorgen (Ortszeit) zu einer Erneuerung von Gesellschaft und Kirche auf. Er warnte vor neuen "geistigen Wüsten", die sich überall ausbreiteten. Stattdessen forderte er eine "neue Ära", in der Egoismus, Habgier und Oberflächlichkeit durch Solidarität, Respekt und Hoffnung ersetzt werden sollten. Dazu brauche es eine innere Erneuerung der Christen durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Während des Gottesdienstes spendete das Kirchenoberhaupt 24 jungen Katholiken aus allen Kontinenten das Sakrament der Firmung. An der Messe nahmen laut Veranstalterangaben insgesamt 420 Bischöfe und 26 Kardinäle teil. Benedikt XVI. zelebrierte die Eucharistie mit dem gastgebenden Erzbischof Kardinal George Pell, Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone und Kardinal Stanislaw Rylko als dem Präsidenten des Päpstlichen Laienrates. Weiter konzelebrierten der maronitische Patriarch Nasrallah Sfeir, der australische Episkopats-Vorsitzende Erzbischof Philip Wilson und Weltjugendtags-Koordinator Weihbischof Anthony Fisher.

Zu dem fünftägigen Treffen waren auf Einladung des Papstes katholische Jugendliche aus 170 Nationen nach Australien gekommen. Beim Weltjugendtag in Sydney sind nach Überzeugung des Vatikans die unterschiedlichen Persönlichkeiten von Papst Benedikt XVI. und Papst Johannes Paul II. zum Ausdruck gekommen. Während Benedikts Vorgänger spontan gewesen sei und mit den jungen Leuten gescherzt habe, sei Benedikt zurückhaltender. Das sagte Vatikansprecher Lombardi nach der Abschlussmesse. Sydney war der zweite Weltjugendtag, an dem Papst Benedikt teilnahm. Wenige Monate nach seiner Wahl 2005 fand das Glaubensfest in Köln statt.

Benedikt XVI verabschiedet sich am Montagmorgen (Ortszeit) aus Sydney. Nach 20-stündigem Flug und technischem Zwischenstopp in Darwin im Norden Australiens wird er gegen 23.00 Uhr in Rom-Ciampino zurückerwartet. Von dort fährt er zurück in die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo.

Bis etwa vier Uhr in der Nacht verfolgten die Jugendlichen in der JuKi Ludwigshafen das Geschehen, ehe sie in ihren Schlafsäcken einschliefen. Das grosse Rahmenprogramm über das ganze Wochenende musste mangels Beteiligung zwar stark gekürzt werden, der Stimmung in dieser einen Nacht schadete das aber nicht. "Es war eine schöne, stimmungsvolle Nacht", beschreibt BDKJ-Geschäftsführerin das Erlebnis.
 
Momentan räkeln sich die meisten noch in ihrem Schlafsack und auf ihrer Isomatte in der Ludwigshafener Jugendkirche so richtig 'down under', bevor das Programm mit einem Morgengebet und anschliessendem Frühstück ausklingt. Also dann: Bis zum nächsten Weltjugendtag im Jahr 2011 in der spanischen Hauptstadt Madrid.
 
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