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Freitag, 3. September 2010
Jugendkirche und Alkohol: Hicks ONE PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Samstag, 10. März 2007
alk_baby.jpg
 
Neuere Repräsentativumfragen haben ergeben, dass  Jugendliche, die sich in Jugendkirchen engagieren, weit weniger zu übermässigem Alkoholkonsum neigen, als in dieser Altersgruppe üblich.
Dessen ungeachtet: Fast alle Menschen auf dieser Erde, seien es Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Ältere, haben Erfahrungen mit Suchtstoffen und Rauschmitteln oder auch  mit Suchtverhaltensweisen. Rund 95 % der 18-59-Jährigen trinken Alkohol und rund
ein Drittel dieser Altersgruppe raucht, fast die Hälfte hat innerhalb des letzten Jahres ein Medikament mit Suchtpotenzial eingenommen und 5 - 6 % der 18-59-Jährigen haben illegale Drogen zumindest einmal genossen, was immer auch das bedeuten mag.
 

Jugendliche werden frühzeitig an den Geschmack von Alkohol gewöhnt: In vielen Süssigkeiten und Lebensmitteln, die sogar ausdrücklich für diese Altersgruppe angepriesen werden, ist Alkohol enthalten. So wird frühzeitig Alkohol antrainiert, denn normalerweise wirkt dessen Geschmack erst einmal 'nur eklig'.
Hoch die 'Flaschen'
Für Jugendliche erscheint Alkohol aber auch als der erste Schritt in die Erwachsenenwelt. Die 'Grossen' machen es den Kids vor: Alkohol gehört zum Erwachsensein! Meistens darf zur Konfirmation das erste Mal 'richtig' getrunken werden. Wolfgang Rometsch, Leiter der Koordinationsstelle Sucht im Landesjugendamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe: "Hierzulande haben junge Menschen zwischen zwölf und 25 Jahren ihren ersten Rausch mit durchschnittlich 15,5 Jahren. 39 Prozent von ihnen hatten in den letzten zwölf Monaten einmal oder mehrmals einen Rausch. Mehr als ein Drittel dieser Altersgruppe haben in den letzten 30 Tagen mindestens einmal fünf oder mehr Gläser Alkohol bei einer Gelegenheit getrunken. Immerhin fünf Prozent von ihnen geben "binge drinking", also das Kampftrinken, mit sechs Mal oder häufiger im Monat an. Mit diesen Daten liegen junge deutsche Trinker unter den Industrienationen in einer Spitzenposition."

 

Wenn Jugendliche mit Alkohol in Berührung kommen, reagieren sie anders als Erwachsene:

  1.   * Das jugendliche Nervensystem reagiert empfindlicher als das eines Erwachsenen - bereits ab 0,5 Promille Alkohol im Blut kann ein Jugendlicher u.U. bewusstlos werden. Bei Alkoholvergiftung muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

  2.   * Je geringer das Gewicht des Jugendlichen ist, umso mehr bewirkt die aufgenommene Alkoholmenge einen höheren Blutalkoholgehalt im Körper - bereits kleine Mengen Alkohol können tödlich sein!

  3.   * Beim Schulkind liegt die Gefahrenzone gar bei ca. 3 Gramm Alkohol je Kilogramm Körpergewicht, während beim Erwachsenen erst doppelt so viel zum Tode führt.

  4.   * Bei Jugendlichen fehlt in einem gewissen Alter das sonst so typische rauschhafte Anfangsstadium - er kann schlagartig vom wachen Zustand in tiefe Betäubung fallen!

  5.   * Alkohol beeinträchtigt die seelisch-geistige und körperliche Entwicklung der Jugendlichen.

Viel zu lange hat die Gesellschaft, darunter auch wir Christen, den zunehmenden Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen toleriert oder einfach ignoriert. "Einmal besoffen zu sein hat noch niemandem geschadet“ - "Jugendliche müssen ihre Grenzen ausprobieren." - "Wir haben das früher auch gemacht." Klar ist auch: "Auf einem Bein kann man nicht stehen."

Aufgrund dieser Einschätzung findet sich Jugendalkoholismus auch so gut wie gar nicht in einer Statistik wieder. Der stellvertretende Geschäftsführer der Deutsche
Hauptstelle für Suchtfragen e.V., Dr. Raphael Gaßmann, macht klar, dass es sich letztendlich um ein gesellschafftliches Problem handelt: „Wir sollten nicht immer mit dem Finger auf Jugendliche zeigen. Suchtmittelkonsum ist in allen Altersstufen ein ernsthaftes Problem."

Viele Menschen haben Erfahrungen mit Suchtstoffen und süchtigen Verhaltensweisen und eine grosse Zahl bekommt Probleme, entweder vorübergehend in bestimmten Lebenslagen oder Entwicklungsstufen, von Konsumbeginn an oder erst im hohen Alter.

"Jugendliche mit Störungen des Sozialverhaltens sind besonders suchtgefährdet", so der Diplom-Psychologe Dr. phil. Manfred Laucht: "Jugendliche, die vermehrt im Konflikt mit anderen, wie Eltern und Lehrern, sind, beginnen früher mit dem Alkohol. Sie fangen neun Monate früher an zu trinken und sie trinken bei einer Gelegenheit mehr; sie sind für das 'Rauschtrinken' stärker gefährdet." Ein gutes Sozialgefüge hingegen schützt Jugendliche bis zu einem gewissen Grad vor Alkoholsucht. Somit kann auch die Jugendkirche präventiv wirken.

 


 

 

FORTSETZUNG FOLGT!

(www.Hicks TWO) 

 


 
 

Aktionswoche im Juni 2007: Schülerparlamente diskutieren über Alkohol

Ab und zu mal ein bisschen Alkohol trinken ist ja o.k. Doch Alkohol beeinträchtigt den Organismus von Kindern und Jugendlichen viel stärker als bei einem Erwachsenen, weil die Entwicklung der Organe noch nicht abgeschlossen ist. Und je eher Du beginnst, regelmässig und viel zu trinken, desto höher ist die Gefahr, dass Du später einmal alkoholkrank wirst. Einmal abgesehen davon, dass ein rotes Gesicht, Lallen, Kotzen und Black-outs ziemlich uncool sind.

„Alkohol – Verantwortung setzt die Grenze“ – so lautet das Motto der bundesweiten Aktionswoche vom 14. bis 18. Juni 2007, die von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V. veranstaltet wird, in enger Abstimmung mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und vielen weiteren Partnern. Neben Ärzten, Apothekern, Kirchen, Kaufhäusern, Betrieben und Sportvereinen sind auch Jugendliche eingeladen, sich aktiv zu beteiligen: In allen Städten sollen Parlamentssitzungen in den Sälen der Rathäuser zum Thema „Alkohol“ stattfinden. Nur: Anstelle der Abgeordneten debattiert Ihr unter realen Bedingungen, vorher geschult durch einen Verwaltungsjuristen und durch einen Experten aus dem Suchtbereich. Was Ihr am Ende beschlossen habt, wird an die realen Parlamente und an das Bundesministerium für Gesundheit weitergereicht. Wenn Ihr Lust dazu habt: Wendet Euch an Eure Lehrer!

Interessierte Schulen, Lehrer oder Schüler sollten sich so bald wie möglich eintragen unter: www.suchtwoche.de. Ausführliches Material und Anregungen zur Durchführung der Jugend- und Schülerparlamente sind unter dem Link „Ideen & Kontakte“zu finden. Auch andere Ideen, wie Ihr Euch an der Aktionswoche beteiligen könntet, sind willkommen.
 
Mitmachen?

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Habt Ihr noch Fragen?

Aktionsbüro:
Sonja Brandt-Michael
Crellestr. 21
10827 Berlin
Tel. 030/81828346
Fax 030/81828350
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