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Freitag, 3. September 2010
Nichtraucherschutz bei Jugendkirche und EURO 2008 PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Freitag, 20. Juni 2008
Das erste Spiel der Fussball EM 2008 wurde am 7. Juni angepfiffen. Bis zum grossen Finale am 29. Juni fiebern Fussball-Fans wieder gemeinsam im Stadion, in vielen Jugendkirchen beim Public Viewing oder im heimischen Wohnzimmer mit ihrer National-Elf mit. Wer mit dem Rauchen aufgehört hat, oder gerade dabei ist, dem kann es in dieser Zeit besonders schwer fallen, standhaft zu bleiben - gerade bei so nervenaufreibenden Spielen wie gestern Deutschland gegen Portugal. Und wir sind weiter - die Gefahr noch nicht gebannt. Wenn die Spannung knisternd in der Luft liegt, ausgelassene Stimmung herrscht und auch noch Alkohol ins Spiel kommt, sind gute Vorsätze schnell vergessen - auch jene, die noch nie geraucht haben, werden durch Gruppenzwang schnell ein paar Fluppen 'reinziehen. Nur dran gezogen, nicht inhaliert ...

Deshalb sollte jeder (werdende) Nichtraucher Vorsichtsmassnahmen ergreifen, um die heisse Fussball- Phase auch ohne Zigaretten in vollen Zügen geniessen zu können. Unterstützung zum Durchhalten bieten Nikotinersatz-Präparate wie Nikotin-Kaugummis, -Pflaster oder -Microtabs (weniger um die physische Stabilität dadurch zu erreichen als vielmehr des Placebo- Effekts willen) und psychische Krücken, wie Coaching-Programme, die auch über das Mobiltelefon jederzeit erreichbar sein sollten. Der Idealfall ist natürlich immer noch, dass man von guten Freunden umgeben ist, die einem über diese Hürde vor Ort hinweghelfen können.
 
In unzähligen Jugendkirchen ist Public-Viewing angesagt und da ist ein gewisser Schutz im Zeichen des Herrn fast schon garantiert, da nach der allgemeingültigen Auffassung in Kirchen generell nicht geraucht werden sollte. Verbraucherminister Horst Seehofer bestätigte das dahingehend, dass er dafür plädierte, in Innenräumen generell nicht zu rauchen, da er Tabakrauch als genauso gefährlich erachte, wie das 1993 in Deutschland verbotene Asbest. Es sei eine "Pflicht und Schuldigkeit", die Nichtraucher vor dem Mitrauchen zu schützen, parlierte er frohgemut in den blauen Dunst eines überfüllten Bierzeltes. Die bayerischen Wähler haben es ihm gedankt.
 
"Tabak ist das Gesundheitsrisiko Nummer eins", stellte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt in einer Bundestagsdebatte fest, und "was uns besonders erschrecken sollte, sind die Wirkungen auf Heranwachsende." Die Lebenserwartung jugendlicher Raucher kann im Vergleich zu Nichtrauchern um mehr als 20 Jahre kürzer ausfallen.

 
Passiv oder Nicht: Mitgehangen, mitgefangen!

Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) über Passivrauchen hat für Aufsehen gesorgt. Darin hatten die Heidelberger gewarnt, dass durch Passivrauchen bundesweit jedes Jahr mehr als 3'200 Nichtraucher, darunter 60 Säuglinge, stürben. Damit verursache das Passivrauchen mehr Todesfälle als illegale Drogen und Asbestbelastung zusammen.

Nach den Schätzungen des DKFZ sind in Deutschland jährlich mehr als 170'000 Kinder bereits im Mutterleib den Schadstoffen des Tabakrauchs ausgesetzt. Mehr als acht Millionen Heranwachsender unter 18 Jahren lebten in einem Haushalt mit mindestens einem Raucher, bestätigte Martina Pötschke-Langer vom DKFZ.
 
In jüngerem Alter nimmt der Körper die Schadstoffe einer US-Studie zufolge in deutlich grösserem Ausmass, bis zu fünfmal mehr Nikotin, auf, als bisher angenommen. Zudem gibt die Untzersuchung Hinweise darauf, dass der Rauch nicht nur die Atemwege schädigt, sondern auch das Herzkreislaufsystem.

Der Leiter der Karlsruher Fachstelle Sucht des Baden-Württembergischen Landesverbandes für Prävention und Rehabilitation, Andreas Wendlinger begrüsst  die neuen rechtlichen Grundlagen, die seit 1. August 2007 in Kraft getreten sind. Manche Politiker, wie der Ex-Ministerpräsident Baden Württembergs, Erwin Teufel, halten die Gesetze gerade im 'Ländle', das eine Vorreiterstelle in Sachen Nichtraucherschutz zusammen mit Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, inne hat, für zu strikt: "Mir geht diese radikale Einschränkung zu weit", sagte der 68jährige Nichtraucher der 'Bild'-Zeitung anlässlich des Rauchverbots in Kneipen, "und ich frage mich, was die nächste Station ist - denn es hört nämlich nicht auf mit den ganzen Verboten."

 
Schwer kontrollierbare Verführer

Die neu erlassenen Gesetze zum Nichtraucherschutz werden (frischgebackene) Nichtraucher im heissen EM-Sommer 2008 kaum schützen können: Gemeinsames Fussballschauen ist spätestens seit der letzten WM ein Massen-Event jenseits der Kneipen geworden, wie auch die zahlreichen WM-Events in den Jugendkirchen zeigten. Ob auf Leinwänden, in Biergärten oder im Stadion selbst - für Raucher gehören Zigaretten bei diesen Gelegenheiten dazu und laut geltender Gesetzeslage spricht auch nichts dagegen. Nicht so einfach für frischgebackene Nichtraucher:
Denn in der spannungsgeladenen Sommerluft kann der Zigarettenrauch plötzlich wieder das Rauchverlangen wecken, da das Gehirn diese Situationen fälschlicherweise noch immer mit alten Gewohnheiten verbindet. Zusätzlich macht Alkoholkonsum für die Verlockung empfänglicher. Und spätestens, wenn die letzten Spielminuten laufen, kann die Anspannung schnell dazu beitragen, dass der nichtrauchende Fussballfan unbewusst in die Schachtel des Sitznachbarn greift. 
 
Helfer in der "Fanmeile": Mittendrin statt nur dabei

Die Hauptstelle für Suchtfragen stellte anhand von Umfragen zudem fest, dass 30% der männlichen und 28% der weiblichen Raucher sich während der letzten 12 Monate mindestens einmal versucht hätten, sich das Rauchen abzugewöhnen, mit der Einsicht, dass die Gesundheitsschäden gravierend seien, ganz zu schweigen von den inzwischen enorm hohen Kosten des Rauchkonsums. Da lohnt es sich aus den unterschiedlichsten Gründen mit dem Rauchen aufzuhören; allerdings ist der Ausstieg ohne Hilfe schwer.

Die Entscheidung, mit dem Rauchen aufzuhören, sollte keinesfalls dazu führen, dass auf Geselligkeit und Spass verzichtet werden muss! Für eine unbeschwerte und vor allem rückfallfreie EM-Zeit steht Unterstützung bereit: Nikotinersatzpräparate können das körperliche Rauchverlangen deutlich mindern. Dabei halten Nikotinpflaster den Nikotinspiegel stabil, so dass das Verlangen nicht zu gross wird - dank Dr. Placebo und der Einbildungskraft des Glaubens.
 
Nikotinkaugummis können gut helfen, wenn Körper und Geist aus reiner Anspannung schlagartig nach Nikotin gieren. So fällt es leichter, auch im grössten Torjubel dem Rauchverlangen zu widerstehen! Zusätzlich kann ein jederzeit erreichbarer virtueller Coach dabei helfen, Rückfälle zu vermeiden. Kostenlose Rauchstopp-Programme sind nicht nur online, sondern auch per Mobiltelefon jederzeit erreichbar.
 
Sollte es im Fussballjubel doch einmal zu einem Ausrutscher kommen, so bieten die Programme in der Regel auch dann Aufmunterung und Motivation durch einen Rückrufservice, damit das Ziel 'Der Rauchausstieg' nicht aus den Augen gerät. Denn ein Eigentor muss nicht zwangsläufig zum Scheitern führen!
 
 

Bitte drucken Sie diesen Bestellschein aus, kreuzen die gewünschten Materialien an (nicht mehr als insgesamt  5 Poster und 20 Flyer oder 5 Broschüren) und senden ihn zusammen mit einem an Sie adressierten und frankierten (1,45 €), großen (für DIN-A4) Rückumschlag an:

Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e. V.
Stichwort: Nichtrauchermedien
Heilsbachstr. 30
53123 Bonn

Bestellungen ohne rückfrankierten Umschlag können nicht bearbeitet werden!

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