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Freitag, 3. September 2010
Jugendkirche am Ball 2: EURO 2008 PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Samstag, 7. Juni 2008
Sieg einer bestimmten Mannschaft, auf den friedlichen Verlauf der Spiele, auf tolle Stimmung in den beiden Austragungsländern - darauf hoffen wir ab heute abend, wenn die EURO 2008 beginnt. In verschiedenen Aktionen der in den Austragungsorten beheimateten Jugendkirchen sollen die Gedanken und Erwartungen Jugendlicher sichtbar gemacht werden. Wünsche, Hoffnungen, aber auch Ängste spielen in der christlichen Tradition eine Rolle.
 
So wollen Jugendkirchen an den Austragungsorten unterschiedliche Projekt realisieren, bei denen insbesondere die Jugend im Laufe der Fussballspiele auf die Existenz, die Aufgaben und die Angebote der Jugendkirchen aufmerksam gemacht werden sollen. ♥siehe auch: Jugendkirche am Ball 1♥

"We are the Champions my friend…" - Was aber, wenn nicht? Erinnern wir uns an die Fussball WM vor zwei Jahren, Deutschland bekam die Gelegenheit auf sympathische Weise der Welt zu zeigen und zu sagen: Wir sind (wieder) wer! Wir sind angenehme Gastgeber! Die Welt kann friedlich bei uns zu Gast sein und sich wohl fühlen! Es war aber auch die grosse Stunde eines ganz neuen Nationalstolzes, der sich deutlich sichtbar an den unzähligen Deutschlandfähnchen an Autos und Häusern bemerkbar machte, und der durchaus kritisch hinterfragbar ist.

Das ging so weit, dass die deutsche Mannschaft, immerhin (nur) auf Platz drei, in den Medien mehr als die Weltmeister Italien gefeiert wurden (Sieger der Herzen etc.). 2006 entstand, zumindest für drei Wochen, und nicht nur bei jungen Menschen, eine Art neue Kollektivseele, ein ungeahntes WIR - Gefühl, und es ging vielen, vielen dabei gut. Fussball als "Bal(l)sam für die Seelen"! Was wird 2008 sein? Wie gehen wir mit Siegen und Niederlagen um, auf dem Fussballfeld und in unserem eigenen Leben?

Jugendkirche Basel

"achtung.wunsch.los" - so heisst das Projekt eines Wunschkerzen-Lichtermeers auf dem Rhein, hinter dem die Jugendfachstellen katholisch Basel-Stadt und reformiert und katholisch Baselland stehen. Gestern, Freitag 6. Juni, und nochmals am Dienstag, 24. Juni, sind bzw. werden jeweils gegen 22:30 Uhr hunderte von Kerzenschiffchen (alle beschrieben mit persönlichen Wünschen) dem Rhein überlassen. Der Lichterteppich  wird bei der Wettseinbrücke eingewassert und an der Johanniterbrücke wieder herausgefischt.

In grosser Anzahl wurden dabei die Kerzenschiffchen-Bastelbögen schon im Vorfeld der Euro 08 verteilt und auch während der Euro 08 werden Kleingruppen aus Jugendlichen die Fans dazu begeistern, ihre Wünsche ebenfalls auf ein Schiffchen zu schreiben. Fussball ist so unberechenbar, dass der Umgang mit Wünschen, Enttäuschungen und Hoffnungen zum Alltag eines jeden Fussballfans gehört. Fussball lehrt mit grossen Emotionen umzugehen - genau wie im "echten Leben".
 
Der Glaube weiss das und vertraut auf eine unveränderliche Gewissheit: Gott ist da! Wenn wir unsere Wünsche Gott mitteilen, erhalten sie einen neuen Rahmen: Wir übernehmen selber Verantwortung dafür, dass sich unsere Wünsche erfüllen: Was kann ich selber dazu beitragen? Unser Lebensglück hängt nicht von uns allein und unseren Wünschen ab. Mit dieser Aktion wollen die Landeskirchen auf eine niederschwellige Art und Weise und ohne den Fussball zu problematisieren auf die Fussballfans zugehen, sie auch im Namen der Kirchen willkommen heissen und gleichzeitig einladen, bei einem eindrücklichen Ritual mitzuwirken.

Jugendkirche Zürich


Zwischen dem Central und dem Zürichhorn wird während der Fussball-Europameisterschaft eine imposante Festkulisse aufgebaut. Während dreier Wochen soll "Züri-Fäscht"-Atmosphäre herrschen. Hinzu kommt eine Reihe von kleineren Einzelprojekten, die von den Körperschaften ebenfalls unterstützt werden.

Die drei öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen im Kanton Zürich engagieren sich anlässlich der Euro 2008 mit dem Projekt "Kirche 08 - Räume öffnen", das verschiedene Angebote zusammenfasst. Sie wollen zu einer attraktiven und friedlichen Begegnung beitragen und die gastgebende Stadt Zürich bei der grossen Aufgabe unterstützen, teilen die Kirchen mit.

Die Behindertenseelsorge etwa unterstützt die Jugendkirche Zürich beim Versuch, Fussball-Fans in den Pfarreien (Gastfamilien) zu platzieren. Auch Menschen mit Behinderungen sollen so auf einfache Art und Weise die Spiele besuchen und dabei neuen Bekanntschaften schliessen können.

Die Katholische Jugendkirche Zürich stellt jungen Fans aus dem Ausland Hunderte von günstigen "Bed and Breakfast"-Plätzen bereit - unter dem Motto "Kirche 08 - Räume öffnen" nimmt sie als Gastgeberin und Vermittlerin aktiv an der Euro 08 teil. Als Geh-hin-Kirchen ist sie damit vor Ort für die vielen Menschen, welche während der Euro 08 in der Stadt Zürich sind. Egal, ob fussballinteressiert oder nicht, sämtliche Angebote der JuKi zielen auf alle Besucherinnen und Besucher der Stadt.

Für die Gesamtaktion haben die drei Landeskirchen maximal 600 000 Franken reserviert. Bis auf einen Sechstel wird alles vom katholischen und vom reformierten Stadtverband bezahlt. Das Projekt ist übrigens nicht nur ein lokales Beispiel für gelebte Ökumene, sondern steht auch in einem länderübergreifenden Kontext: Unter dem Motto "Kirche 08 - am Ball seit 2008 Jahren" spannen Schweizer und Österreicher Kirchen zusammen.

Jugendkirche Wien

Zu "kick 'n' pray" lädt die Wiener Jugendkirche ein. Junge Christen, Juden und Muslime veranstalten ein interreligiöses Begegnungsturnier. Jeder will ein Stück vom Euro-Kuchen, so auch die Kirche. "Christen am Ball" zeigt, dass Kirche und Fussball einander nicht ausschliessen und dass hier über alle Befindlichkeiten hinweg Ökumene und Länderübergreifende Toleranz stattfinden kann.

Reinhard Lopatka, Staatssekretär für Sport: "Man findet nicht Fussball, aber den Sport schon in der Bibel. Paulus hat in den Korintherbriefen schon daraufhin gewiesen, welchen Wert Sport - richtig betrieben - hat. Also, er war ein Visionär. Er hat zwar von Doping im heutigen Sinn noch nichts gewusst, aber er hat damals schon angesprochen, worum es im Sport geht. Dass man sich ordentlich vorbereitet, dass man fair kämpft und dass man versucht, Geist, Körper und Seele im Einklang zu behalten."

Ein buntes Rahmenprogramm hat in Wien bereits im Vorfeld der EM begonnen. Ein grosses Fussball-Nachwuchs-Turnier brachte einen ersten Vorgeschmack auf die Europameisterschaft. Die Ausstellung "Helden, Heilige, Himmelsstürmer" findet im Dommuseum statt und zeigt, wie nahe Fussball und Religion beieinander sind.
 
Bis 22. September werden an Hand von mehr als 140 Exponaten sowie zahlreichen Dokumenten und Videos sakrale Objekte wie Ikonen und Reliquiare den "Devotionalien" und Kultgegenständen aus der Welt des Fussballs gegenüber gestellt: Fan-Schals, Trikots und Fussballschuhe, sowie Teile eines Tornetzes und Rasenstücke aus berühmten Stadien sind ebenso zu sehen wie Zeugnisse der "Fussball-Götter" und ihrer "erlösenden" Tore.
 
Ein Jugendprojekt besonderer Art erwartet Besucher dann am 22. Juni - gemeinsam für ein Miteinander. Nina Sevelder, Katholische Jugend Wien - Bildungsteam: "Am 22. Juni spielen wir Streetsoccer und zwar interreligiös - mit der muslimischen Jugend, der evangelischen Jugend und der katholischen Jugend gemeinsam. Männer und Frauen, 15 bis 24, sind herzlich dazu eingeladen. Das wird im 5. Bezirk in und um die Jugendkirche stattfinden."
 
Ausserdem wird das Viertel-Finalspiel der Europameisterschaft auf eine Videowall in den Pfarrsaal der Jugendkirche übertragen. Sein Kommen angesagt hat auch der Fussballpfarrer Christoph Pelczar. Im Gepäck wird er Sportdressen mit Originalautogrammen von EM-Spielern haben, die unter den teilnehmenden Jugendlichen verlost werden.

Nähere Informationen:
Die Katholische Jugend Wien organisiert in Zusammenarbeit mit der Muslimischen Jugend Wien und der Evangelischen Jugend Wien am Sonntag, 22. Juni 2008 ein interreligiöses Streetsoccer-Turnier. Durch das gemeinsame Sportln, Beten und Feiern - kurz: Erleben sollen Jugendliche die Möglichkeit, Vorurteile ab- und Brücken aufzubauen.
Ablauf:
11.00 Eintreffen & Auslosung der Teams
(interkonfessionell, getrennt nach Geschlecht)
11.30 Begrüssung + 1. Gebetsimpuls
ab 12.00 TURNIER
19.00 Finale
19.30 Promikick
19.45 2. Gebetsimpuls
20.00 Siegerehrung
ab 20.30 FEST
20.45 Übertragung des 4tel-Finales (Videowall im Pfarrsaal)
ANMELDUNG ab sofort möglich!
Bitte per E-Mail an: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
 
Jugendkirche Innsbruck   

Die Jugendkirche Innsbruck soll Jugendlichen Raum für Ausdruck, Erleben und Weitergabe ihrer eigenen Spiritualitäten geben. Die Jugendlichen sollen sich diesen Raum selbst aneignen und gestalten. Die Jugendkirche bleibt Pfarrkirche, ist gleichzeitig Lebensraum, Freiraum und Experimentierraum, Bühne und Zufluchtsort, Impulsgeber, Heimat und spirituelles Zentrum. In der Jugendkirche werden die Jugendlichen angeblich ernst genommen und von Gott und Klerus erwartet. Für die Euro 2008 sind meines Wissens keine besonderen Events von der JuKi in Aussicht gestellt. Man muss davon ausgehen, dass in Innsbruck die katholischen Jugendlichen kein gesteigertes Bedürfnis nach Fussball besitzen.

Initiative "kickoff" auch bei der EM

Zusätzlich wird es ähnlich wie bei der WM auch bei der EM in Österreich und der Schweiz eine evangelikale Initiative "kickoff 2008" (www.kickoff2008.org) geben, die ebenfalls Fussballübertragungen mit christlichen Angeboten verbindet. Sie wird von den Evangelischen Allianzen in den Alpenländern unterstützt. Auch in Deutschland laden kickoff-Initativen zu Fussball und Glauben ein.

Ein Street-Soccer-Turnier in der Basler Fanmeile, zwei Fussball-Gottesdienste in UBS-Arenen oder ein Panini-Museum mitten in der Fanzone von Bern: Das sind nur drei von über hundert Aktionen während der Euro08, welche die christliche Initiative "Kickoff2008" auf Ihrem Event-Portal www.publicview.org aufgeschaltet hat. Veranstalter sind Landeskirchen, Freikirchen und christliche Organisationen.

Bei der WM vor zwei Jahren kamen bis zu zwei Millionen Zuschauer zu den 1.200 Treffs. Die Initiative wurde von über 60 christlichen Organisationen, Kirchen und freien Werken getragen. Public Viewing ist vor allem bei den bis zu 30jährigen beliebt: Fast jeder Zweite von ihnen (44%) verfolgt die Spiele gern auf Fanmeilen, besagt eine Forsa-Umfrage, die gerade durchgeführt wurde. Mit Megapartys wollen viele Städte das Sommermärchen der WM 2006 wieder aufleben lassen.
 
Und anscheinend nicht nur dort, und immer eins mehr: Die deutsche Nationalmannschaft bleibt für den Sportwettanbieter 'bwin' erster Anwärter auf den Titel. Am  heutigen Tag bot 'bwin' für einen deutschen Endspielsieg eine Quote on 4,75:1, gefolgt von Spanien 6,75:1 und Italien 7:1. Krasser Aussenseiter bleibt Gastgeber Österreich: Für einen Euro gibt es im Siegesfall 81 Eus.
 
Das soll übrigens lediglich die Grundstimmung der Fussballfans darstellen. Am Ende gewinnt, für Denkende nicht überraschend, immer die Bank - sprich das Wetbüro! Kurz: WER WETTEN ABSCHLIESST VERARSCHT SICH SELBST! Dann doch lieber eine Spende für einen guten Zweck.
 
 
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