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Friedensstiftertraining für die Jugendkirche |
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Geschrieben von pierre roh
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Samstag, 12. April 2008 |
 Das evangelische Amt für Kinder- und Jugendarbeit hat ein neues Projekt entwickelt: Das Friedensstiftertraining. Immer mehr zeigt es sich, dass Jugendliche lernen müssen, wie man sich in Konfliktsituationen sinnvoll verhält und vor allem nicht gewalttätig wird. Auch in den Jugendkirchen kommt es immer wieder zu Konfliktlösungen, die in der Gewalt ihre Zuflucht suchen. Wie damit umgehen? Sowohl als Verantwortlicher als auch als Betroffener kommt man sich da sehr schnell hilflos und überfordert vor. Dafür ist dieses Trainigsprogramm bestens geeignet, um Abhilfe zu schaffen - und heute vor 375 Jahren wurde der Inquisitionsprozess gegen Galileo Galilei in Rom eröffnet.
Anfang des Jahres war der erste Versuch über die Bühne gegangen: 29 Konfis der Karlsruher Kirchengemeinde Neureut-Nord trafen sich in Waldmichelbach im Odenwald um Friedensstifter bzw. Friedensstifterin zu werden. Zu Beginn des Trainings erstmal skeptische Gesichter: Die Jugendlichen fragten sich, ob man den gewaltfreien Umgang mit Konflikten überhaupt lernen kann. Doch schon die erste Übung sorgte für einen Aha-Effekt: "Wieso soll es Gewalt sein, wenn ein Arzt einen Blinddarm operiert?" Es wurde untereinander heftig diskutiert. Grenzen respektieren
 Dann ein abrupter Wechsel: Das Elefantenspiel. Bei diesem Spiel ging es zur Sache - es wurde gezogen, was das Zeug hält, geschrieen und gestöhnt. Nach der längeren geistig anstrengenden Phase war nun die Möglichkeit zum Austoben gegeben. Doch was hat das Elefantenspiel mit Gewalt zu tun? Bei diesem Spiel geht es natürlich auch um Spass, aber vor allem geht es darum, an die Grenzen zu stossen, sie aber auch zu respektieren. Der zweite Tag widmete sich der Lebenswelt der Jugendlichen, dort wo sie in Probleme geraten. Die Schule ist für die meisten Jugendlichen der Ort mit dem grössten Konfliktpotential: Ärger mit den Lehrern und Auseinandersetzungen mit den Mitschülern. Viele Streitereien werden durch Beleidigungen ausgelöst: "Wenn Du so die Beleidigungen hörst, dann baut sich richtig Stress auf!", so einer der Konfis. Deshalb konzentrierten sich die folgenden Übungen auf die Frage: "Wie kann ich Beleidigungen oder verbale Angriffe zurückweisen ohne die Situation noch mehr eskalieren zu lassen?" In weiteren Übungen ging es darum die eigene Bedürfnisse zu formulieren ohne das Gegenüber anzugreifen. Die meisten Jugendlichen gaben an, dass sie Neues gelernt haben. Sie schätzten auch besonders, dass ihre Bedürfnisse in das Training miteinbezogen wurden. Zum Abschluss erhielten die Jugendlichen einen auf sie persönlich ausgestellten Friedenspass. Dieser Pass soll sie daran erinnern, dass Konflikte ohne Gewalt gelöst werden können. Hintergrundinfos: Wer Lust hat ein solches Training in seiner Jugendkirche anzubieten, wendet sich an das Projektbüro "Jugendliche werden Friedensstifter" bei der Arbeitsstelle Frieden. Wollen Sie selbst Jugendliche trainieren? Dann lassen sie sich zum Trainer qualifizieren. |