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Freitag, 30. Juli 2010
JUGENDKIRCHE pierre sein FILMTIPp 03-08 PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Donnerstag, 13. März 2008

Die Welle

Verfilmung von Morton Rhues Jugendbuchklassiker: Deutschland. Heute. Der Gymnasiallehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel) startet während einer Projektwoche zum Thema "Staatsformen - Autokratie" einen Versuch, um den Schülern die Entstehung einer Diktatur greifbar zu machen. Ein pädagogisches Experiment mit verheerenden Folgen.

Statt Sport und Politik gibt es Diktatur "reloaded". Was zunächst harmlos mit Begriffen wie Disziplin und Gemeinschaft beginnt, entwickelt sich binnen weniger Tage zu einer richtigen Bewegung. Der Name: DIE WELLE. Bereits am dritten Tag beginnen Schüler, Andersdenkende auszuschliessen und zu drangsalieren.  Als die Situation bei einem Wasserballturnier schliesslich eskaliert, beschliesst der Lehrer, das Experiment abzubrechen. Zu spät. DIE WELLE ist längst ausser Kontrolle geraten...

Morton Rhues DIE WELLE ist seit über 20 Jahren DER Jugendbuch- und Schullektürenklassiker. Ein Roman, aber keinesfalls pure Fiktion: Der an der Filmproduktion involvierte Geschichtslehrer Ron Jones unternahm das Experiment 1967 an der Cubberley Highschool im kalifornischen Palo Alto.

Ron Jones initiierte in seinem Geschichtsunterricht die Bewegung Third Wave, bei der Schüler Rollen und Aufgaben zugeteilt bekamen, Verhaltensregeln aufgestellt wurden und sich die Gruppenmitglieder gegen alle Aussenstehenden verschworen. Jones brach das Experiment nach fünf Tagen ab, als sich die Bewegung verselbständigte und die Schüler mit Gewalt gegen Andersdenkende vorgingen.

Die Leichtigkeit, mit der sich die Schüler manipulieren liessen, gipfelte in einem direkten Vergleich mit Jugendorganisationen im Dritten Reich. 1984 erschien der von Morton Rhue verfasste Klassiker Die Welle, in der die Ereignisse aus Kalifornien beschrieben werden. Mittlerweile gehört auch das Buch zum Pflicht-Repertoire deutscher Schüler.

Regisseur Dennis Gansel, der schon mit NAPOLA einen Blick ins (damals vergangene) deutsche Schulsystem warf, erzählt die wahre Geschichte im Heute. Dem prominent besetzten Lehrer-Ensemble (grossartig verkörpert von Jürgen Vogel, Christiane Paul und Maren Kroymann) stehen aufstrebende deutsche Nach- wuchsdarsteller gegenüber:

Frederick Lau als zentraler Dreh- und Angelpunkt des Projektes, der wie schon in Der Freischwimmer den erschreckend normal wirkenden Psychopaten spielt; Max Riemelt als muskelbepackter Mädchenschwarm aus armem Hause; Jennifer Ulrich als erfrischender Spross antiautoritäter Eltern; oder Maximilian Mauff, der als geschniegelter Unternehmersohn erneut seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellt.

Dem Film ist zu wünschen, dass er von möglichst vielen Jugendlichen gesehen und vor allem verstanden wird. Denn eines kann "Die Welle" glaubhaft vermitteln: Der Nährboden für Diktaturen ist, auch 63 Jahre nach Kriegsende, noch immer vorhanden.
Menschen-Träume-Taten

Auf der Suche nach einem zukunftsorientierten Gesellschaftsentwurf stiess Filmemacher Andi Stiglmayr in der Altmark - 150km westlich von Berlin - auf die vor 10 Jahren gegründete genossenschaftliche Modellsiedlung "Sieben Linden" in Sachsen-Anhalt - "im ersten neu gegründeten Dorf Deutschlands"; einem Ökodorf, das aus den Träumen seiner Bewohner entsteht, ein Ort der Kreativität und des Lernens, "an dem die Sehnsucht einzelner Menschen zu praktikablen, nachhaltigen Lösungen für ein gelungenes Lebensmodell wachsen." Kurz: "Einer Gemeinschaft von Gemeinschaften",

43 Frauen, 35 Männer und 33 Kinder haben sich den Traum vom selbstbestimmten Leben erfüllt, haben sich zu unterschiedlichen Nachbarschaften zusammengefunden und versuchen dort die verschiedenen Bereiche des Lebens - wie Arbeit, Freizeit, Kommunikation, Heilung, Bildung, Ökonomie, Ökologie und Kultur - miteinander zu verbinden. Ihr Gesellschaftsentwurf basiert auf genossenschaftlichem Eigentum, Mitbestimmungsrecht, Gemeinschaftskultur und Selbstversorgung.

Einfühlsam aber nicht beschönigend erzählt der Film anhand des Alltags und der Gedanken zweier Mitgründer des Dorfes von den Herausforderungen des Gemeinschaftslebens mit seinen persönlichen, ethischen und ökologischen Ansprüchen, sowie von Zwiespälten, Erfolgen, Verirrungen und den täglichen Begegnungen von Menschen, die einen anderen Weg gehen als den üblichen.

Nach dem bundesweit erfolgreichen Kinofilm "Der bayerische Rebell" über den eigenwilligen Liedermacher Hans Söllner stellt Stiglmayr nun ein Projekt vor, in dem genossenschaftliches Eigentum, Konsensmodell, Selbstverwaltung und -versorgung, Gemeinschaftskultur, biologische Landwirtschaft, ökologisches Bauen, alternative Energien, Bildungs- und Friedensarbeit im Vordergrund stehen.

"Weltweit entstehen immer mehr solcher Initiativen, sei es als neue Siedlungen, durch Veränderung bestehender Dörfer oder in Städten. Die Menschen können das selbst in die Hand nehmen und brauchen nicht auf 'die da oben' zu warten. Genau das ist für das spannende daran", behauptet Stiglmayr, der nicht nur Regie führte und das Drehbuch schrieb, sondern auch für Produktion, Kamera und Schnitt sowie Mischung verantwortlich zeichnete.

Nachdem er keine finanzielle Unterstützung bekam, "nein, mit diesem Thema wollen wir uns nicht beschäftigen", stellte er den Film innerhalb von vier Jahren auf eigene Rechnung selbst fertig, die sich dann auf stattliche 250'ooo Euro belief. "Ich werde auch weiterhin Filme über solche Themen machen. Ich möchte unabhängig bleiben und dennoch von meiner Arbeit leben können", so Stiglmayr. "Nur wenn wenn wir nicht andere aussuchen lassen, was uns erzählt wird, kann sich wirklich etwas ändern."
Inzwischen konnte er den 'Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland' als Partner gewinnen. Auch das nächste Projekt sei bereits in der Vorbereitungsphase, erzählt Stidlmayr: "Es wird ein Film über die Wirkung des Fernsehens auf die Zuschauer."
Juno
Die meisten Mädchen auf der Dancing Elk High kümmern sich eher um ihre Homepages oder den täglichen Shopping-Ausflug, aber Juno lebt nach eigenen Regeln. Ein typisch langweiliger Nachmittag endet sehr aufregend, als Juno beschliesst, mit dem charmanten, unaufdringlichen Bleeker (Michael Cera) zu schlafen.

Und plötzlich steht die 16-jährige Juno (Ellen Page) vor einer grossen Herausforderung: Sie ist ungewollt schwanger - und das beim ersten Mal. Mit Hilfe ihrer besten Freundin Leah (Olivia Thirlby) sucht sie für ihr Ungeborenes die perfekten Eltern: Das Vorstadt-Pärchen Mark (Jason Bateman) und Vanessa (Jennifer Garner), die seit Jahren ein Kind adoptieren wollen. 

Die Eltern (herrlich normal und doch so anders: J.K. Simmons und Allison Janney). Als Juno Mum und Dad um den Tisch versammelt, hoffen die Beiden noch auf "harmlose" Gründe, wie Drogensucht oder Schulverweis. Andere Umstände und die auch noch vom schüchternen, unauffälligen Bleeker (erfrischend und vor allem ein 16-Jähriger, der aussieht wie ein 16-Jähriger) verursacht, sorgen dagegen für heftige Irritation.

Nach dem ersten Schock, dass Juno sich mit dem ach so "männlichen" Bleeker eingelassen hat, halten die beiden zu ihrer Tochter. Vater Mac unterstützt sie bei den Nachforschungen über das auserwählte Paar, während Stiefmutter Bren Juno auf die Vorurteile gegenüber minderjährigen Schwangeren vorbereitet. Erfrischend unkompliziert stellen sich Mum und Dad hinter ihre Tochter.

Mit Gewitztheit und Intelligenz geht sie ihre Probleme an und zeigt ein Durchsetzungsvermögen, das ihr nur wenige zugetraut hätten. Die Schlagfertigkeit ist Junos Markenzeichen. Sie gibt sich betont cool und über den Dingen stehend, während sie neugierig das Leben ausprobiert.

Das Kind austragen hat nur einen Haken. Es bedeutet, einen dicken Bauch bekommen und sich sichtbar als "sexuell aktiv" und schwanger zu outen. Vom Herbst über den Winter bis zum Frühjahr spiegeln Junos äussere Veränderungen ihr inneres Wachstum wider, und während Junos Geburtstermin näher und näher rückt, zeigen sich erste Risse im idyllischen Leben von Mark und Vanessa.

Die Lorings eröffnen eine zweite Erzählebene. Während Juno ihre Verletzlichkeit unter einer cool-lässigen Schale verbirgt, tritt bei Vanessa und Mark der Schmerz ihrer angeknacksten Beziehung offen zu Tage. Ihre Ehe ist angezählt. Vanessas Babywunsch kollidiert mit Marks Angst vor der Verantwortung. So schnell hatte er nicht mit einem Adoptivkind gerechnet und Junos erfrischende Art weckt Mark aus seiner Lethargie.

Das gemeinsame Interesse für Musik lässt die Beiden näher rücken. Auch hier, wie schon bei Junos Eltern, verzichtet die Story auf eine mögliche spektakuläre, wenn auch abgegriffene Wendung, eine Liebesbeziehung zwischen Juno und Mark, zugunsten der Integrität der Charaktere. Ein Quäntchen Flirterei, eine kleine Andeutung von Eifersucht bei Vanessa spielen zwar mit der Idee, aber lassen sie wie ein Windhauch vorbei wehen.

Selbst Vanessa, wird in ihrem übersteigerten Kinderwunsch ernst genommen. Jennifer Garner spielt sie bravourös - in einer Mischung aus nervöser Überspanntheit, wenn sie sich zum Beispiel um Junos Gesundheit sorgt und menschlicher Wärme, wenn sie ausgelassen mit den Kindern ihrer Freundinnen herumtollt. In diesem Sinne bildet das Ende des Films einen versöhnlichen Abschluss.

Jason Reitman, der talentierte Spross des grossen Filmemachers Ivan Reitman, legt mit Juno einen entzückenden "Zweitling" vor. Bereits vor zwei Jahren in Thank You For Smoking bewies er grosses Talent für frechen, satirischen Humor. Mit Juno demonstriert Reitman eindrucksvoll die ganze Gefühlspalette einer Heranwachsenden in einem warmherzigen Jugenddrama. Er gliedert seinen Film analog der vier Jahreszeiten - parallel zu Junos Schwangerschaft. Nach neun Monaten und der Geburt des Babys endet auch der Film und damit ein gelungener herzerwärmender Familienspass mit garantiertem Lachmuskeltraining.

Die Basis lieferte ihm die Autorin Diabolo Cody, die für das Drehbuch mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Bekannt wurde sie mit ihren 2004 veröffentlichten Memoiren Candy Girl: A Year in the Life of an Unlikely Stripper. Das Drehbuch für Juno schrieb sie während ihrer regulären Jobs als Tabledancer, Telefonsexvermittlerin und Schadensachverständige in Minneapolis. Ihren Arbeitspausen sei dank, denn sonst hätte das Kinojahr auf diese Charmeoffensive verzichten müssen.

U2 3D
"U2 3D", der erste digitale 3D-Film mit Live-Konzertaufnahmen, startet ab 13. März 2008 endlich auch in den Kinos in Deutschland und Österreich. Zu sehen sein wird das 3D-Spektakel in ausgewählten IMAXTM-Kinos sowie bundesweit in digitalen Kinos und den Cinemagnum Kinos.

"U2 3D" ist ein einzigartiges und neuartiges Kino-Erlebnis, das die Zuschauer mitten in ein energiegeladenes Stadionkonzert der populärsten Band der Welt versetzt und dabei echtes Live-Gefühl vermittelt. Die Produktion verbindet innovative digitale 3D-Aufnahmen und 5.1 Surround Sound mit dem faszinierenden Erlebnis eines U2-Konzertes - aufgenommen in Südamerika während der "Vertigo" Tour - und schafft auf diese Weise eine noch nie dagewesene Form eines Konzertmitschnittes.

"U2 3D" ist nicht nur eine mitreissende Collage von Live-Aufnahmen, sondern lotet auch die Möglichkeiten der digitalen 3D und Surround Sound Technik aus, um eine fast übernatürliche Nähe zu den Musikern herzustellen. Die Zuschauer können ganz in die genialen Klangwelten von U2 eintauchen oder über die Köpfe des Publikums hinweg auf einer Welle ausgestreckter Arme reiten - dabei hat man das Gefühl. immer mitten drin zu sein, anstatt das Geschehen von aussen zu betrachten.

Das Gefühl der Nähe zum Publikum ist fast unheimlich, so als ob Bono von der Leinwand gestiegen wäre, um einen Augenblick mit uns zu verbringen. Regie führten Catherine Owens, die seit nunmehr 15 Jahren die Bildregie für U2 übernimmt, sowie Mark Pellington, Regisseur des U2- Videos "One". Noch nie wurde für eine einzige Produktion eine solche Menge an 3D-Kameratechnik enigesetzt.

Das Produktionsteam begleitete U2s "Vertigo" Tour 2006 durch Südamerika und zeichnete dabei mitreissende Stadion-Konzerte in Städten in vier verschiedenen Ländern auf - darunter Mexico City, Sao Paulo, Santiago de Chile und Buenos Aires. Insgesamt wurden mehr als 100 Stunden Material für das Projekt aufgenommen und viele der grössten Hits von U2 eingefangen.

Darunter bahnbrechende U2-Songs wie "Pride (In the Name of Love)", "New Year’s Day", "Sunday Bloody Sunday", "Miss Sarajevo", "Where the Streets Have No Name", "With or Without You", "Bullet the Blue Sky", "The Fly" und "One". Aber auch neuere Tracks wie "Beautiful Day", "Love and Peace or Else", "Vertigo", "Sometimes You Can’t Make It On Your Own" und "Yahweh."

"U2 3D" ist nicht nur eine mitreissende Collage von Live-Aufnahmen, sondern lotet auch die Möglichkeiten der digitalen 3D und Surround Sound Technik aus, um eine fast übernatürliche Nähe zu den Musikern herzustellen. Die Zuschauer können ganz in die genialen Klangwelten von U2 eintauchen oder über die Köpfe des Publikums hinweg auf einer Welle ausgestreckter Arme reiten - dabei sind sie immer mitten drin, anstatt das Geschehen von aussen zu betrachten.

Das Gefühl der Nähe zum Publikum ist fast unheimlich, so als ob Bono von der Leinwand gestiegen wäre, um einen Augenblick mit U2 3D. Regie führten Catherine Owens, die seit nunmehr 15 Jahren die Bildregie für U2 übernimmt, sowie Mark Pellington, Regisseur des U2- Videos "One". Noch nie wurde für eine einzige Produktion eine solche Menge an 3D-Kameratechnik enigesetzt.  Dank der aufwändigen Technik, die bei der Produktion zum Einsatz kam, sind Bono, The Edge, Adam Clayton und Larry Mullen ihren Fans zum Greifen nah. Die Sprachfloskel "ins Konzert gehen" ist bei diesem Konzertfilm tatsächlich nahezu wörtlich zu nehmen.

Jugend ohne Jugend

Kein Geringerer als der mehrfache Oscar®-Preisträger und Meisterregisseur Francis Ford Coppola ("Der Pate") inszenierte dieses bildgewaltige und nuancenreiche romantische Drama.
In den Hauptrollen spielen Tim Roth ("Unbesiegbar", "Rob Roy"), Alexandra Maria Lara ("Der Untergang") und Bruno Ganz ("Der Untergang", "Der Manchurian Kandidat"). Nach zehn Jahren Regiepause präsentiert er einen neuen Film - einen, der völlig anders ist als seine anderen Filme und der das Filmemachen selbst auf radikal neue Weise interpretiert.

"Jugend ohne Jugend", mit kleinem Budget in Rumänien gedreht, basiert auf einer Erzählung des rumänischen Religionshistorikers Mircea Eliade und nimmt eine ernstzunehmende Erkundung von Bewusstsein und Zeit in einen internationalen Thriller mit Liebesgeschichte auf.
In einer gemächliche Meditation über Sprache, Evolution, ewiges Leben, graue Perücken, Liebe, Tod, das Gesetz von der Erhaltung der Masse, Reinkarnation und noch einiges mehr, reiht Jugend ohne Jugend kryptische Handlungselemente und teilweise auch ebensolche Bilder aneinander.

Der alternde Linguistikprofessor Dominic Matei (TIM ROTH), von der Sorge geplagt, sein Lebenswerk nicht mehr vollenden zu können, erlangt auf wundersame Weise seine Jugend wieder zurück, nachdem er einen Blitzschlag überlebt hat.

Als Matei das Krankenhaus verlässt, hat er das Äussere eines 40jährigen. Die körperliche Verjüngung und offenkundige Unsterblichkeit geht einher mit einem gleichsam hoch entwickelten Geist, was das Interesse einiger Nazi-Wissenschaftler weckt und ihn ins Exil treibt.

Auf der Flucht verbündet er sich mit seiner verflossenen Geliebten Laura (ALEXANDRA MARIA LARA) und setzt seine Forschung nach den Ursprüngen der menschlichen Sprache fort. Als seine Arbeit jedoch Lauras Gesundheit bedroht, ist Dominic gezwungen, sich zwischen seinem Lebenswerk und der grossen Liebe seines Lebens zu entscheiden...

Coppola/Murchs Filmepos erzählt die Geschichte des alternden Matei in alltäglichen Szenen, die durch Framing und Beleuchtung, durch exzellente Schauspielkunst (insbesondere von Tim Roth), durch die virtuose Verbindung komplexer Aufnahmen und Sequenzen und nicht zuletzt durch Instrumentation und Ton auf eine höhere Ebene gehoben werden.

Wendy Doniger, Professorin für Religionswissenschaften an der Universität Chicago und eine Kindheitsfreundin von Coppola, machte ihn mit den Arbeiten von Eliade bekannt.  "Ich dachte plötzlich: 'Das ist der Stoff für einen Film. Ich sage es keinem und fange einfach damit an'", erinnert sich Coppola. "Ich war 66 Jahre alt und frustriert. Seit acht Jahren hatte ich keinen Film mehr gemacht. Meine Unternehmen liefen gut, aber meine Kreativität blieb auf der Strecke."

Mit seinem neuen Projekt kehrte Coppola auch zu selbstfinanzierten, persönlichen und günstigen Filmen zurück. Die Dreharbeiten begannen im Oktober 2005 und dauerten 85 Tage. "Ich fand schon immer, dass man bei der Arbeit an einem Film, dessen Themen einen interessieren, allein schon dadurch lernt, dass man den Film macht", erzählt Coppola. "Ich las die Geschichte und wusste, dass ich bei der Umsetzung des Themas als Film lernen würde, wie sich Zeit und Traum filmisch ausdrücken lassen. Einen Film zu drehen, das ist, als ob man eine Frage stellt. Der fertige Film ist dann die Antwort auf diese Frage."

Damit seine Antwort möglichst präzise ausfiel, verpflichtete Coppola für Schnitt und Tonabmischung den dreimaligen Oscar-Gewinner Walter Murch, mit dem er schon häufiger zusammengearbeitet hatte. "Ich frage ihn eigentlich immer", sagt Coppola. "Walter besitzt eine grosse Gabe: Er ist ein durch und durch dimensionaler Filmemacher, der alle Facetten beherrscht - er ist Autor, Regisseur und ein sehr kreativer Mensch, der Möglichkeiten sieht, eine Geschichte besser, effizienter oder ungewöhnlicher zu erzählen."

Besonderer Wert wurde darauf gelegt, die starke Handlung und die Stimmungselemente hervorzuheben, die Coppola anfänglich für die Geschichte begeisterten. Eine wichtige Aufgabe bestand dabei darin, auszuprobieren, wie viele metaphysische Sprünge man dem Publikum zumuten konnte, ohne seine Aufmerksamkeit zu verlieren - und diese Möglichkeit ist nicht ganz ausgeschlossen, erfordert dieser Film doch auf weite Strecken die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Zuschauers. Bringt man diese auf, lohnt sich diese reise allemal.

 
 
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