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Freitag, 3. September 2010
Jugendkirche sendet liebe Grüsse zum Valentinstag PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Freitag, 12. Februar 2010

In den letzten Jahren entdeckte (nicht nur) die katholische Kirche den 'Tag der Liebenden' wieder für sich, besitzt er doch inzwischen eine unübersehbare Breitenwirkung, und so bemüht sie sich, am Valentinstag Veranstaltungen anzubieten, die den christlichen Hintergrund in den Vordergrund rücken sollen. Auch mit ein Grund, sich die Frage zu stellen, "Wer war denn nun eigentlich dieser Valentin? Hat der denn da vielleicht gar was mit dem Münchner Valentin zu tun? Dem Karl mein ich! Und gibt's denn dann da auch einen Liesltag? Wenigstens einen Grantlersonntag mit Hut?"
 
Noch nicht - aber es gibt inzwischen unter anderem Valentinskonfekt, Valentinskarten, ein Parfum namens St. Valentin, doch die wichtigsten Geschenkartikel am Valentinstag sind nach wie vor Blumen. Während das Jahr über hauptsächlich Frauen Blumen kaufen, ist es am Valentinstag überwiegend männliche Kundschaft, die sich an Kakteen vorbei den Rosenkübeln nähert. Der Valentinstag lässt sich aus der Erfolgsbilanz des Einzelhandels kaum noch wegdenken, steigt doch der Umsatz an Blumen, Pralinen, Stofftieren und anderen Kleinigkeiten jährlich sprunghaft an - ach ja, "Diamonds are the Girls best Friends' . Begleitet werden die Gaben der Liebe mit vielfach gestelzt kitschigsten Peinlichkeiten in Gedichtform, die von einer willfährigen Industrie vorgestanzt angeboten werden.
 
Kaum ein Industriezweig, der den Feiertag noch nicht für sich entdeckt hätte - "Alles Liebe zum Valentinstag" allerorten. Plüschtiere mit verklärten Glasaugen und dämlichem Gesichtsausdruck, Blumengestecke oder das spezielle Valentinsdinner für Verliebte gibt es zu erstehen. Alles in zartem rosarot gehalten, versteht sich, und Schokolade in Herzverpackung, Pralinen, Süsswaren aller Art und nochmals Schokolade, diesmal in der rosaroten Brillenform.
 
Die Süsswarenindustrie blüht: Erst Nikolaus und Weihnachten, Faschingsparaden mit Bonbon-Kanonen, jetzt Valentinstag und bald ist ja auch Ostern. Was macht es schon, dass dieser vermaledeite Valentinstag ausgerechnet in die Fastenzeit fallen muss? Die Preise sind doch granatenmässig in die Höhe geschossen für diese Schokolade, das wird den Konsum schon bremsen, und die Hersteller tun anscheinend auch ein übriges dafür, dass das Fastengebot, wenn es denn schon am 14. herzallerliebst gebrochen werden muss, so richtig teuer wird: Führende Süsswarenhersteller in Deutschland stehen im Verdacht, die Fastenbrecher durch verbotene Preisabsprachen zu schröpfen.
 
Es gebe konkrete Hinweise, wonach die betroffenen Unternehmen sich über unangemessene Preiserhöhungen verständigt hätten, bestätigte die Sprecherin des Bundeskartellamts Silke Kaul. Ein Verfahren wurde wegen illegaler Preisabsprachen eingeleitet . Nach Angaben der betroffenen Firmen sind dies der Milka Herseller  'Kraft Food', Schokoriegelspezialist Mars, der u.a. Kitkat produzierende Nestlé-Konzern, das 'Küsschen' Ferrero, das Familienunternehmen Ritter und auch '... macht Kinder froh' Haribo.
 
Nach Brancheneinschätzungen lagen die Erhöhungen bei 10-12% und natürlich handelten die Firmen nach eigenen Angaben "komplett eigenständig". Den weiblichen Singles kann ich nur empfehlen, sich an den Trude Herr Klassiker zu halten: "Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann ..." - und alle anderen sollten der Fastentage gedenken und sich auf die Wurzeln des Valentisnstages besinnen.
 
Der steht ja gar nicht im Kalender
 
Nach der Reform des römischen Generalkalenders (1970) und der anschliessenden Reform des Regionalkalenders für das deutsche Sprachgebiet (1972) gibt es diesen Heiligen Valentin nicht mehr im Kalender. Davor wurde aber am 14. Februar eines heiligen Valentin gedacht, der einmal als römischer Priester, ein anderes Mal als Bischof von Terni oder als beides gleichzeitig bezeichnet wurde. Zwar wurde seit dem Altertum der heilige Valentin als Märtyrer in Rom und als Bischof in Terni verehrt. Die historische Beweisführung für die Existenz dieser Person ist aber auch äusserst komplex.

Die Kirche hatte in der Vergangenheit immer wieder die nicht ganz so einfache Aufgabe rigoros verwirklicht, all die heidnischen Feiertage und Anlässe, die tief im Volksglauben verwurzelt waren, in christliche Hüllen zu stecken - und was nun gar nicht passen wollte, wurde dennoch irgendwie passend gemacht. Dass wir Weihnachten einen Baum schmücken und Ostern ausgerechnet Eier verstecken, hat keinerlei christliche Ursprünge, war aber nicht auszutreiben und wurde deshalb halt übernommen und schon die Römer feierten den 14. Februar damit, dass sie alle weiblichen Familienangehörigen mit Blumen beglückten.

Die Tradition des in unserer Zeit zelebrierten Valentinstags wird zumeist auf die Sage des Bischofs Valentin von Terni zurückgeführt, der als christlicher Märtyrer starb. Mehrere Orte behaupten, die Gebeine als Reliquien zu verwahren; wie zum Beispiel St. Michael in Krumbach im Bistum Augsburg, Landkreis Günzburg. Auch in der Kirche Santa Maria in Cosmedin in Rom werden die angeblichen Reliquien ausgestellt. Daneben sehen sich noch Kiedrich im Rheingau, das Karmelkloster in Dublin, Irland, sowie die Pfarrei John-Duns-Scotus im schottischen Glasgow im Besitz von Valentinsreliquien.

In Juniège hat man die Pfarrkirche dem Heiligen geweiht, weil alle Ratten, die das Land verwüsteten, sich in die Fluten der Seine stürzten, als seine Reliquien hindurchgetragen wurden. Aber wer war er denn nun, der heilige Valentin, der dem Tag seinen Namen gab? Lisl Karlstadts Spezl sicherlich nicht.
 
Sage die Sage

Der heilige Valentin war im dritten Jahrhundert nach Christus angeblich Bischof in der nördlich von Rom gelegenen Stadt Interamna, dem heutigenTerni. Er soll bei Christen und auch bei Andersgläubigen in hohem Ansehen gestanden haben. Er hatte, laut einer nicht verbrieften Überlieferung, einige Verliebte christlich getraut, darunter Soldaten, die nach damaligem kaiserlichem Befehl unverheiratet bleiben mussten. Zudem soll er, der Sage nach, den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt.
 
Und dann soll Valentin einmal einem verliebten Paar zur Flucht und gegen den Willen der Eltern zur Ehe verholfen haben. Damit gilt er auch als der Stifter glücklicher Ehen trotz Hindernissen, wie es auch Bischof Nikolaus nachgesagt wurde. Wie so oft ähneln sich Teilbereiche von Heiligengeschichten auf ernüchternde Weise. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden.

Der Legende nach wollte ihn sogar Kaiser Claudius II. kennen lernen. Der verlangte von Valentin die Bekehrung zum römischen Glauben, die Valentin verweigerte, woraufhin er von einem kaiserlichen Berater in Gewahrsam genommen wurde. Gleich heilte er dessen blinde Tochter, woraufhin sich die ganze Familie feierlich dem Taufbecken näherte.

Daraufhin wurde er auf Befehl des Kaisers am 14. Februar 269 des Hochverrats angeklagt und seines Glaubens wegen enthauptet, und auch die von ihm getaufte Familie fand den Tod. Zur damaligen Zeit wurde der Todestag Valentins mit dem römischen Fest Lupercalia assoziiert, das auf den 15. Februar fiel. Es war der Feiertag der röm. Göttin Juno, der Frau des Jupiter und Schutzpatronin der Ehe. Junge Mädchen gingen an diesem hohen Festtag in den Juno-Tempel, um sich ein Liebesorakel für die richtige Partnerwahl zu holen.

Junge Männer aus dem einfachen Volk zogen an diesem Tag Lose, auf denen die Namen der noch ledigen Frauen standen. Dieser Volksbrauch galt vielen römischen Aristokraten als unmoralisch. Die so gelosten Pärchen gingen miteinander aus, schenkten sich einander und manche sollen sich so ineinander verliebt haben, dass eine spätere Heirat in vielen Fällen nicht ausgeschlossen war.

Römische Ehemänner schenkten ihren Frauen an diesem Tage allenfalls Blumen. So kam es, dass sich dieses ältere römische Brauchtum mit der Geschichte des christlichen Märtyrers mischte und in das spätere Brauchtum einsickerte. Bekannt ist allerdings, dass zeitgenössische kirchliche Versuche, dem Tag einen anderen Akzent zu geben, wenig erfolgreich waren: Statt den Namen eines Liebsten zu losen, kürten die jugendlichen Interessenten/Innen die Namen christlicher Heiliger, deren Leben und Tugenden sie sich zu Vorbild nehmen sollten, was dem Brauch unter den gläubigen Christen schnell den Garaus machte.

Generationen blühte die nette Geste des Blumenschenkens wieder auf. Vielleicht hatte man sich irgendwann in den Wirren der Geschichte an die Zeit erinnert, als im heidnischen Rom am 14. Februar das Fest des Hirtengottes Lupercus gefeiert wurde, als man dieses Brauchtum nun als christliches anzusehen gedachte - und Amor, der Liebesgott stand dabei Pate. Seit dem 15. Jahrhundert werden in England Valentinspaare gebildet, die sich kleine Geschenke oder Gedichte schicken.

In aller Stille, die rosarote Brille
 
In einigen Märtyrerberichten, die nach dem 6. Jahrhundert verfasst wurden, ist verzeichnet, dass Valentin ein römischer Priester gewesen sei, der unter Claudius Goticus (268-270) an einem 14. Februar hingerichtet wurde. Je später die Legenden tradiert wurden, die sich um Valentin rankten, desto farbiger wurden sie ausgemalt. Die "Legenda Aurea" berichtet im 13. Jahrhundert, der vor dem Kaiser des Hochverrates angeklagte Valentin sei zunächst einem Vertrauten des Kaisers in Obhut gegeben worden. Historisch stichhaltige Quellen lassen sich weder für Liebesbriefe finden, noch für verschenkte Blumen oder vollzogene Trauungen.

Jahrhunderte lang war Valentins Gedenktag im Heiligenkalender verzeichnet. Mit dem zweiten Vatikanischen Konzil ist er aus dem Kalender gestrichen worden (s.o.). Da haben sicherlich einige aufgeatmet: Im Mittelalter galt der Valentinstag vor allem als Unglückstag, denn an ihm sollte der Verräter Jesu, Judas Ischariot, geboren worden sein. Alles, was an diesem Tage geboren wurde, sollte kein Glück haben und früh sterben. Donnerte es an diesem Tag, starben angeblich viele Leute, vor allem die Reichen. Die Unglücksdrohung galt nicht nur für die Menschen allein.

Auch für das Vieh war der Valentinstag ein Unglückstag. Tiere, die an diesem Tag fallen, stehen nicht mehr auf. Kälber, die am 14. Februar geboren waren, wurden nicht zur Zucht eingesetzt. Bruthennen durfte man nicht auf die Eier setzen, die sonst faulten oder nur blinde, lahme und nicht lebensfähige Küken einbrachten. Im Schweizer Amden hat der Valentinstag sogar einer Dämonengestalt, dem "Väledi", den Namen gegeben.

Die Quellenlage für einen Heiligengedenktage am 14. Februar ist alles andere als sicher. Die im Spätmittelalter in Deutschland verwendete Tagesbezeichnung Vielliebchentag gibt den Sinn des Tages nicht nur trefflicher wieder als Valentinstag, sondern löst ihn auch von der historisch nicht gegebenen Verbindung zum heiligen Valentin von Terni. Im Laufe von Jahrhunderten haben sich Ereignisse und Vermutungen fast unentwirrbar miteinander verbunden. Die Volkstraditionen am Valentinstag sind jedoch bis heute ungebrochen, obwohl kaum noch jemand sich bewusst machen kann, wie dieses Brauchtum die Zeiten doch relativ unbeschadet überstehen konnte, wenn auch mit anderen Vorzeichen.
 
 
 Prosaischer Nachgeschmack
 
Ausgehend von England ist das Valentinsbrauchtum nach Amerika gekommen. Vom englischen "Tag der Liebenden" mutierte es zu einem "Tag der Freundschaft und der familiären Beziehungen", was den Aktionskreis - und natürlich die Absatzmöglichkeiten! erheblich erweiterte. Allein in den USA werden zu diesem Anlass mehr als eine Milliarde Grusskarten versandt.

Von England ausgehend heissen diese Botschaften der Liebe, die übrigens pikanterweise anonym versandt werden, "Valentine greetings". In Kontinentaleuropa kann der Valentinstag durchaus als Globalisierungsphänomen betrachtet werden. Er wird mit traditionellem Brauchtum vermischt, ähnlich dem in den neunziger Jahren populär gewordenen und über die USA aus Irland importierten Halloween.

Spätestens seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts spielt der Valentintag, ausgelöst durch die fortschreitende Amerikanisierung, in Deutschland eine wachsende Rolle. 1950 veranstaltete man in Nürnberg den ersten "Valentinsball". Der Valentinstag wurde offiziell eingeführt, auch wenn er nicht die Bedeutung vom "Muttertag", gleichfalls ein säkularer Brauchtag, bekommen hat. Forciert wurde er durch die einsetzende starke Werbung der Floristen und Schokoladenindustrie.

Die Verbindung mit Blumengeschenken könnte auf die Gattin des Dichters Samuel Pepys zurückgehen, die 1667 mit einem Blumenstrauss auf Pepys' Liebesbrief reagierte. Von da an wurde die Verbindung von Brief und Blumen in der noblen britischen Gesellschaft nachgeahmt.

Als gesichert gilt aber, dass die ungeheure Popularität des Datums im angelsächsischen Bereich auf ein Gedicht von Geoffrey Chaucer, "Parlament der Vögel“ (Parlement of Foul(e/y)s) zurückzuführen ist, das vermutlich aus Anlass einer Valentinsfeier am Hof Königs Richard II. 1383 fertig gestellt und erstmals öffentlich vorgetragen wurde.

In diesem Gedicht wird dargestellt, wie sich die Vögel zu eben diesem Feiertag um die Göttin Natur versammeln, damit ein jedes einen Partner finde. In westslawischen und ostdeutschen Gebieten fällt in die Zeit um den Valentinstag das Fest der so genannten Vogelhochzeit. Dazu gehört das Volkslied "Die Vogelhochzeit“ ("Ein Vogel wollte Hochzeit halten …“).

Der religiöse, in der kirchlichen Liturgie wurzelnde, aber dann wieder vergessene Ursprung des Feiertages besteht darin, dass am 14. Februar in den Kirchen die Ankunft Jesu als himmlischer Bräutigam zur Himmlischen Hochzeit gefeiert wurde (Juno lässt grüssen) und hat nichts mit der Sage um den als Märtyrer gestorbenen heiligen Valentin zu tun.
 
 Richtlinienkompetenz und so lebendig
 
Die Österreichische Bischofskonferenz hat im Februar 2005 versucht, den Valentinstag wieder sinnvoll in die Pastoral zu integrieren. Sie hat deshalb Leitlinien für Segensfeiern am Valentinstag herausgegeben und Ehepaare eingeladen, ihr Eheversprechen zu erneuern. Eine Orientierungshilfe für die Gestaltung von "Segensfeiern am Valentinstag" wurde dazu von der Familienkommission der Bischofskonferenz erarbeitet:

Gott liebt alle Menschen und möchte sie durch den Segen seiner Kirche diese Liebe erfahren lassen. Neben Gottesdiensten für Familien und der vielerorts üblichen Feier von Ehejubiläen bietet sich der Valentinstag für die Kirche als Chance an, der Sehnsucht vieler Paare nach Gottes Schutz und Segen entgegen zu kommen.

Wir empfehlen daher kirchliche Segensfeiern, in denen auf die jeweilige Situation der Paare eingegangen werden soll:

1. Ehepaare sollen eingeladen werden, ihr Eheversprechen zu erneuern; sie können durch den Segen Gottes eine Stärkung im Glauben und in der Liebe erbitten.

2. Brautpaare sollen zur gegenseitigen Hingabe im Empfang des Ehesakraments ermutigt werden.

3. Verlobte dürfen den Beistand Gottes in der Vorbereitung auf die Ehe erbitten; die Verlobung kann und soll durch solche Feiern kirchlich aufgewertet werden.

4. Wer nicht in einer sakramentalen Ehe oder in Vorbereitung darauf lebt, soll in Form eines sorgfältig formulierten Gebetes und durch eine Einzelsegnung gestärkt werden.

Hinweise für die liturgische Gestaltung:

1. Um eine offenere Gestaltung zu ermöglichen, empfehlen wir, die Segensfeiern nicht als Eucharistiefeier, sondern als Wortgottesdienst zu gestalten.

2. In der Einladung, Ankündigung und liturgischen Gestaltung soll zum Ausdruck kommen, dass alle partnerschaftliche Liebe auf die Ehe hingeordnet ist.

3. In der Predigt und in den Gebeten soll darauf hingewiesen werden, dass Gott die Quelle der Liebe und Treue ist.

4. Die Predigt soll insbesondere den Wert und die Bedeutung des Ehesakraments als Grundlage für das Gelingen einer dauerhaften Beziehung und für die Erfüllung der Aufgaben einer Familie hervorheben.

5. Um Missverständnisse zu vermeiden, soll auf den Unterschied zwischen der Segnung von Paaren und Einzelnen hingewiesen werden.

6. Die Segnung selbst sollte begleitet werden von einer Handauflegung als Zeichen des Wirkens des Heiligen Geistes.

7. Die Segensfeier kann zum Anlass genommen werden, die Paare verstärkt in die Ehe- und Familienpastoral einzubeziehen, z. B. als integraler Bestandteil der Ehevorbereitung.
[Deutsches, von der Pressestelle der österreichischen Bischofskonferenz veröffentlichtes Original] ZG05021708, 17.02.2005
 
Leuchtkraft der Liebe
 
Es ist ein schöner Brauch, jemanden zu sagen oder zu zeigen, wie gern man denjenigen hat. Da die Menschheit nun mal sehr verschieden ist, wird auch der Valentinstag in einigen Regionen verschieden gefeiert. Weltweit haben sich ganz eigene Traditionen herausgebildet.

In Finnland etwa wird der Valentinstag als "Freundschaftstag“ gefeiert, an dem man - meist anonym - denen, die man sympathisch findet, Karten schickt oder kleine Geschenke übermittelt. Dieser "Freundschaftstag“ ist gegenüber dem angelsächsischen oder kontinentaleuropäischen "Valentinstag“ deutlich enterotisiert.

In Grossbritanien werden kleine Geschenke oder Gedichte verschickt. Dieser Brauch wurde seit dem 15. Jahrhundert verbreitet und war anfänglich der oberen Gesellschaftsschicht vorbehalten. Der Brauch der Engländer kam nicht nur in England gut an, dieser wurde auch in Amerika als traditioneller Brauch weitergeführt. Hier haben aber manchmal nicht nur die menschlichen Partner etwas davon.
 
Es gibt eine ganze Menge von herzförmigen Fressnäpfen, pinkfarbenen Hundekörben oder Halsbändern mit Kussmund für den Liebling. Ausserdem gibt es dort eine Liebesbriefmarke für den 14. Februar. Diese ist versehen mit einem grossen roten Herz. Die Kehrseite der Medaille ist aber auch, dass Privatdetektive zu dieser Zeit Hochkonjunktur haben, um im Namen Eifersüchtiger die untreuen Partner auszuspioniern.

Der Valentinstag in China wird am 7. Juli nach dem Mondkalender gefeiert und heisst dort Qixi. Früher haben die Mädchen in China am Abend des Qixi-Festes selbstgebackene Kuchen und selbst genähte oder gewebte Sachen im Garten ausgestellt, damit die Weberin ihre Werke bewertet. Mädchen in China galten als besonders tugendhaft, wenn sie gut nähen und weben konnten.
 
Die Mädchen beteten am Qixi-Fest zur Weberin für Schönheit, Geschicklichkeit und Tugend, damit sie später eine glückliche Ehe führen können. Heutzutage geben sich die Liebenden kleine Geschenke. Besonders in den Grossstätdten hat sich der Valentinstag in der letzten Zeit aber auch zu einem echten Partytag etabliert -haufenweise strömen die Singles in Kneipen, Restaurants oder Kinos.

In Japan beschenken am 14. Februar Frauen ihre Ehemänner, männliche Kollegen und Chefs mit Schokolade. Dafür dürfen sie dann einen Monat später weisse Schokolade als Gegengeschenk erwarten. (Der 14. März heisst in Japan White Day, auch St. White's Day, und daher die weisse Schokolade.)
Die Frauen müssen sich nur etwas gedulden und erhalten dafür einen Monat später (14.03.) im Gegenzug von den Männern weisse Schokolade. Daher kommt der Name White Day.

Am 14. Februar hat in Italien der "Club di Giulietta" (Verein der Julia) in Verona einen Wettbewerb zu Ehren von Romeo&Julia ins Leben gerufen. Jedes Jahr schreiben tausende Menschen aus aller Welt Liebesbriefe an die Jury, wobei der schönste ausgewählt wird. Und hier die Adresse: "Giulietta-Verona-Italia"
Hier noch ein wenig prosaischer Hinweis:
Vorsicht vor unbekannten Liebesgrüssen am Valentinstag per E-Mail. Hier drin kann sich leider oft auch eine böse Überraschung verstecken - ein Computervirus - und wegküssen ist da nicht!

 

 
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