Mit einem Gottesdienst wurde am 10. November im Ulmer Münster die 28. Ökumenische FriedensDekade eröffnet. Die Ökumenische FriedensDekade wird traditionell in den zehn Tagen vor dem
Buss- und Bettag durchgeführt. Vom 11.-21. November beteiligten sich bundesweit Hunderte von Friedensgruppen, Jugendkirchen und Gemeinden mit Aktionen und Events für Gleichbehandlung und Frieden.
Die Verantwortlichen erwarteten aufgrund des guten Absatzes der diesjährigen Arbeitsmaterialien, dass im ganzen Bundesgebiet wohl über 2.000 Gottesdienste, Veranstaltungen und Gebete für den Frieden stattfänden. Der neutestamentarische Text aus dem Philipperbrief (2, 3-4) gab den biblischen Bezugsrahmen zum Motto vor: "Nichts geschehe aus Streitsucht oder eitler Ruhmsucht, vielmehr achte in Demut jeder den andern höher als sich selbst. Jeder sei nicht nur auf das Eigene bedacht, sondern auch auf das der Anderen."

Mit diesem Thema wollte das Gesprächsforum Ökumenische FriedensDekade an die Gefahr von Ausgrenzung und Desintegration in der gegenwärtigen Gesellschaft erinnern. Der "Aktionskreis - Gegen Gewalt" der ACK-MV hatte sich aus aktuellem Anlass dafür entschieden, in der FriedensDekade 2007 besonders auf die Heranwachsenden in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen.
Natürlich gibt es in Geboten, Grundgesetz, und an anderen Stellen schon die entscheidenden normativen Grundlagen. Aber welche Werte im eigenen Umfeld eine Rolle spielen sollen, das muss Ergebnis eines Dialogs der Beteiligten sein; gerade Werteerziehung kann nicht einfach verordnet werden.
Das Verständnis für andere wird so für Jugendliche zur Zielvorgabe, weg von Überheblichkeit und Egoismus. Weg von dem Bestreben, immer im Mittelpunkt stehen zu wollen, Gegenstan allgemeiner Bewunderung sein zu wollen - die Versuchung ist allgegenwärtig. Denn nicht, dass die Menschen Fehler und Irrtümer begehen, ist die grosse Schuld der Menschen. Die grosse Schuld der Menschen ist in der Regel, dass sie in jedem Augenblick umkehren könnten und es nicht tun.
Wie in jedem Jahr findet der ökumenische

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Bittgottesdienst für den Frieden in der Welt" zum Abschluss der FriedensDekade am Mittwoch, dem Buss- und Bettag statt. Die Tradition des Buss- und Bettages kommt im Leben eines Jugendlichen allerdings so gut wie nicht mehr vor - wohl aber die Sache. Aber Umkehr ist möglich. Und das Recht ein anderer, eine andere zu werden, gehört zu "der unantastbaren Menschenwürde, die mir von Gott gegeben ist", bekräftigt die Theologin Dorothee Sölle.

Die Sehnsucht nach bereinigten Lebensverhältnissen unter Jugendlichen ist gross, warum sonst glaubt weit mehr als die Hälfte der Mitglieder einer Jugendkirche, nach ihren Zukunftsaussichten befragt, "Ich bekomme immer wieder eine Chance." Und die ist ein grosser Teil der Jugend bereit auch anderen zu gewähren.
Das Motto der FriedensDekade will auf die Möglichkeit eines Entkommens aus zerstörerischen, bedrohlichen Strukturen und/oder aus Teufelskreisen hinweisen. Einen neuen Weg zu wagen benötigt Mut und Kraft. Um diese beten die Christinnen und Christen - auch deshalb werden während der FriedensDekade tägliche Abendandachten begangen. Sie ist zu einem Aktionsteil in der "Dekade zur Überwindung von Gewalt", die der Ökumenische Rat der Kirchen für die Jahre 2001 - 2010 ausgerufen hat, geworden.
Getragen wird die Ökumenische FriedensDekade von der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) in Bonn und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Frankfurt. Im Gesprächsforum der FriedensDekade wirken neben der AGDF und der ACK u.a. die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF), die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (aej), der Evangelische Entwicklungsdienst (EED), Pro Asyl und die katholische Organisation Pax Christi Deutschland mit.

