Die Band von nebenanFrankreich/Israel 2007 Jedes Jahr wieder machen viele berichtende Journalisten im Rahmen der Oscar-Verleihung den immer gleichen Fehler: Statt vom "Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film" zu sprechen, wird dieser lapidar "Auslands-Oscar" genannt. Und wirklich macht dieser kleine Unterschied nur selten etwas aus. Im Fall von Eran Kolirins Komödie "Die Band von nebenan" bedeutet er jedoch alles.
Von israelischer Seite als diesjähriger Oscar-Beitrag eingereicht, wurde er von der preisverleihenden Academy of Motion Picture Arts and Sciences zurückgewiesen. Im Film strandet eine ägyptische Polizeikapelle im israelischen Nirgendwo - und in welcher Sprache kommunizieren Ägypter und Israelis wohl? Englisch! Laut den Oscar-Statuten müssen für eine Nominierung in der fraglichen Kategorie mehr als 50 Prozent der Dialoge in nicht-englischer Sprache sein. Im Fall von "Die Band von nebenan" dürfte der Anteil wohl darunter liegen.
Einst, vor nicht allzu langer Zeit, landete eine kleine ägyptische Polizeikapelle in Israel. Sie waren gekommen, um bei der Eröffnung eines arabischen Kulturzentrums aufzuspielen. Doch Bürokratie, Pech oder einfach nur dumme Zufälle liessen sie bereits am Flughafen stranden.
Deshalb beschliesst der starrköpfige Anführer Tawfiq (Sasson Gabai), auf Hilfe zu verzichten und sich stattdessen lieber selbst durchzuschlagen, um sich schliesslich in einem gottverlassenen Nest mitten in der israelischen Wüste wiederzufinden. m Zielort, einer kleinen Ansammlung von gleichförmigen Betonklötzen mitten in der Wüste, wird schnell klar, dass eine undeutliche Aussprache die Truppe nach Bet Hatikva statt nach Petah Tikva geführt hat.
Eine verlorene Kapelle an einem verlorenen Ort ... und da es in dem trostlosen Städtchen auch kein Hotel gibt, muss die schüchterne Truppe private Quartiere für die Nacht finden. Da kein Bus mehr fährt, bringt die freundliche Bistro-Besitzerin Dina (Ronit Elkabetz) die Musikanten für eine Nacht bei Freunden und Bekannten unter.
Während der zurückhaltende Witwer Tawfiy und die forsche Dina sich vorsichtig näher kommen, gibt der junge Frauenschwarm Khaled (Saleh Bakri) einem schüchternen israelischen Jungen Nachhilfe in Sachen Flirten. Auch die anderen Bandmitglieder erleben ihre kleinen Abenteuer mit den Einheimischen. Ganz unvorhergesehen kommen sich Ägypten und Israel durch dieses dumme Missgeschick sehr nah.
Der Film kreist um die kleinen Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Menschen aus zwei Ländern, die seit langer Zeit eine Nachbarschaft des "kalten Friedens" miteinander pflegen. Eran Kolirin hat für seine Betrachtung dieses Kulturenkonflikts keine dramatische Geschichte gewählt, sondern schildert fast schon beiläufig kleine Ereignisse aus einem absurden Alltag.
Am stärksten ist "Die Band von nebenan" immer dann, wenn er einen lakonisch-präzisen Blick auf die durch und durch absurden Aspekte der völkerverständigenden Konzertreise wirft: In Reih und Glied marschieren die Bandmitglieder in ihren babyblauen Uniformen durch die Wüste, stets peinlich genau auf die Wahrung von Würde und Respekt bedacht, während die vorbeikommenden Autofahrer über den lustig anzuschauenden Umzug spotten.
Kolirin geht es jedoch nie um eine kritische Anklage, sondern um die Propagierung des Miteinander. Im Verlauf des Films offenbaren sich immer mehr Gemeinsamkeiten zwischen den auf den ersten Blick so grundverschiedenen Kulturen. Doch trotz dieser kurzen Momente der Hoffnung schafft es keiner der Charaktere, dauerhaft aus der Einsamkeit und seiner Isolation auszubrechen.
"Viele Filme wurden gemacht, um der wichtigen Frage nachzugehen, warum es keinen Frieden gibt. Mein Eindruck ist, dass es sehr viel weniger Filme darüber gibt, warum wir Frieden eigentlich so dringend brauchen", gibt Regisseur Eran Kolirin zu bedenken. "Die Band von nebenan" ist eine versöhnlich-melancholische Komödie, deren Stärke trotz eines ägyptischen Polizeiorchesters eher in den leisen Tönen liegt.
Märzmelodie Deutschland 2008 Freunde der französischen Liebeskomödie, der tragikomischen Verwirrungen und Filmen wie "Das Leben ist ein Chanson" werden an "Märzmelodie" ihre wahre Freude haben - und dann ist der Film auch noch aus Deutschland! Es wird gesungen in diesem Film, es wird geliebt und gelitten - und trotzdem erwartet die Zuschauer kein Kitsch in dieser deutschen Liebeskomödie von Martin Walz.
Lieder können Gefühle beizeiten schöner ausdrücken als das schnöde gesprochene Wort. Nicht zuletzt deswegen gibt es sowohl das Musical-Genre als auch zahllose Filme, in denen Figuren selbst einen Song intonieren, um ihre Seelenlage widerzuspiegeln. Manche Filmemacher trieben dies noch weiter auf die Spitze: In Woody Allens bezauberndem "Alle sagen: I love you" verfielen Stars wie Julia Roberts und Drew Barrymore im Liebestaumel in spontanen Gesang. Baz Luhrman zitierte sich in "Moulin Rouge" kongenial durch den Kanon der Pop- und Rock-Geschichte und gab Klassikern wie "Roxanne", "Heroes" und "Diamonds are a girls best friend" eine völlig neue Seite. Alain Resnais wiederum streute 1997 in "Das Leben ist ein Chanson" immer wieder kurze Stellen aus alten französischen Schlagern in die Dialoge ein, die von den Figuren dann lippensynchron mitgesungen wurden und ihre Gefühlslage einfingen.
Genau dasselbe macht nun Martin Walz in "Märzmelodie". Es geht um drei Paare bzw. solche, die es werden wollen, um Scheitern und Neubeginn, um Frustration und Bindungsangst und natürlich immer wieder um die Liebe. Grundschullehrerin Anna ist mit den Nerven am Ende, denn sie hasst ihre Arbeit. Schauspieler Thilo hat schon lange nicht mehr auf der Bühne oder vor einer Kamera gestanden und jobbt im Callcenter. Doch als die beiden sich begegnen, ist vom Job-Frust keine Rede - wie das eben so ist beim ersten Rendezvous. Um die beiden herum kriselt es: in der Ehe junger Eltern und Thilos Exfreundin verliebt sich in seinen besten Freund. Chaos pur. Trotzdem schaffen Anna und Thilo es irgendwie, sich in einander zu verlieben. Doch damit ist die Geschichte noch lange nicht am Ende. Und dann beginnen die vom Liebesleid gebeutelten Hauptfiguren auch noch zu singen ... Ein Musical im engen Sinne ist "Märzmelodie" aber nicht, geträllert wird trotzdem: Die Originalsongs von deutschsprachigen Sängern wie Nena, Udo Lindenberg, Willy Fritsch oder Gitte Haenning werden den Akteuren so in den Mund gelegt, als seien sie Teil des Dialogs - natürlich Playback. Sie fügen sich nahtlos in das Gespräch, als würden sie gerade entstehen. Eine amüsante Idee! Beste GegendDeutschland 2007 Mit seinem Debüt-Erfolg "Wer früher stirbt, ist länger tot" hat der bayerische Filmemacher Marcus H. Rosenmüller den Nerv des Publikums getroffen, und jetzt zeigt er in "Beste Gegend", wie es den beiden bayrischen Freundinnen Kati und Jo geht, nachdem die "Beste Zeit" scheinbar vorbei ist. Es ist der zweite Teil der lebensnahen und einfühlsamen Neo-Heimatfilm-Trilogie. Glorreiche Zeiten warten auf Kati (Anna Maria Sturm) und Jo (Rosalie Thomass). Es ist Sommer in Tandern, das Getreide steht hoch, nur noch eine Abiturprüfung, dann kann das Leben richtig losgehen, sie können die Freiheit schon riechen… Seit ihrer Kindheit sind Kati und Jo allerbeste Freundinnen, jetzt ist diese Zeit endgültig vorbei, das spüren beide, als sie auf dem Dach von Jos Auto auf ihrem Daumiller Berg hocken und über die Hügel und Felder schauen, die sie so in- und auswendig kennen. Und was kommt jetzt? "Afrika ist super", meint Kati. "A Weltreise - geil! Wann fahren wir?" Jo ist begeistert, Kati schlägt ein: Hand drauf, sobald sie die Zeugnisse in der Tasche haben, wollen die Freundinnen losfahren. . Das Abifest traditionell am Gündinger Loch-Weiher findet statt. Und wer ist nach zwei Jahren pünktlich zum Feiern zurück in Tandern? Lugge (Stefan Murr), der heimliche Schwarm von Kati, vielleicht sogar ihre grosse, bisher unerfüllte Liebe. In dieser Nacht ist alles drin: Das Lagerfeuer prasselt, die Funken stieben. Alle Freunde sind beisammen, die Band spielt und als Toni (Volker Bruch) von der Bühne herunter Jo eine Liebeserklärung macht, ist Kati auf dem Weg zu Lugge. Was die beiden reden, hören sie selbst nicht so genau, aber Katis Blick sagt alles: Sie ist verliebt, aber auch unsicher, sie weiss nicht recht und traut sich doch: Der erste Kuss - die Nacht funkelt. Am nächsten Morgen fragt Jo skeptisch: "Fahren wir noch?" - "Logisch." Die Welt wartet, aber schon kurz hinterm Brenner ist die Reise erst mal zu Ende. Das Auto streikt und der nächste Tag wirft alle Pläne um: Katis Opa liegt im Krankenhaus, keine Frage, die beiden müssen umkehren. Was wird aus der Weltreise? Während Jo ganz genau weiss, was sie will, nämlich fort von Tandern, wo an jedem Grashalm die Erinnerungen hängen wie Tautropfen und hinter keiner Biegung mehr eine Überraschung wartet, ist Kati völlig durcheinander. Will sie wirklich fort von daheim, oder war die geplante Reise eigentlich nur Jos Traum, den Kati mitgeträumt hat, weil sie doch immer alles geteilt haben? Tandern war ihr gemeinsames Paradies, jetzt steht die Freundschaft der beiden Mädchen vor ihrer grössten Probe. Sie müssen endgültig erwachsen werden und sich auf die Suche nach ihrem Platz im Leben machen. Denn die "Beste Zeit" in der "besten Gegend" ist vorbei, das spüren beide. Glück lässt sich nicht ewig wiederholen und ihre Freundschaft müssen sie neu erfinden, ob sie nun gemeinsam auf Weltreise gehen oder nicht. Mit ihren Autos fahren sie durchs Gras, jede in die in eine andere Richtung. Die Reifenspuren sehen aus wie die zwei Hälften eines Herzens... UnderdogUSA 2007 "Ausser Gefahr- UNDERDOG ist da!"- unter diesem Motto war UNDERDOG in den 60er Jahren Fernsehheld des gleichnamigen Zeichentrick-Cartoons, der nun als Vorlage für den neuesten Abenteuer-Coup aus dem Hause Disney dient.
Nach einem unvorhergesehenen Unfall im Labor des gewieften Wissenschaftlers Dr. Simon Barsinister (PETER DINKLAGE) verfügt Beagle Shoeshine über mysteriöse Kräfte und die Fähigkeit, zu sprechen! Ausstaffiert mit einem Superhelden-Cape beschützt er fortan an unter dem Namen UNDERDOG die Einwohner von Capitol City.
Aber eigentlich will er bloss bei der Pudeldame Polly Purebred (in der deutschen Fassung gesprochen von Barbara Schöneberger) Eindruck schinden. Doch als der finstere Barsinister einen besonders miesen Plan ausheckt, muss der kluge Hund all seinen Mut und seine Raffinesse zusammennehmen, wenn er Polly und die Einwohner von Capitol City vor einer Katastrophe bewahren will... MondkalbDeutschland 2008 Sylke Enders, geboren 1965 in der Stadt Brandenburg, mogelte ein bisschen bei ihrem Alter, um ab 1996 noch ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin absolvieren zu können. Zuvor hatte sie von 1983 bis 1987 Soziologie an der Humboldt Universität Berlin und von 1989 bis 1994 Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der HdK Berlin studiert.
Nach vier Kurzfilmen hatte sie ihr Kinodebüt mit "Kroko" (2003; Bundesfilmpreis in Silber), einem Film über Gewaltbereitschaft bei Mädchen, gefolgt vom dffbAbschlussfilm "Hab' mich lieb" (2004) über eine unspektakuläre Gruppe junger Menschen in Berlin und "Schlitten auf schwarzem Schnee" (2005). Bei den Hofer Filmtagen 2007 hatte ihre neue rund eine Million Euro teure Produktion "Mondkalb" Premiere.
Sylke Enders: "In den 'Mondkalb'-Figuren stecken ganz viele Anteile, die auch in den Bürgern vorhanden sind. Es ist natürlich bequem, wenn man diese Anteile von sich abspaltet, denn wer will schon zweifeln oder sich aufgeben und ständig gegen Depressionen ankämpfen. Das ist nicht nur ein Problem der Filmfiguren, sondern ein Grundproblem der Menschen."
Nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis zieht Alex (Juliane Köhler) in die neuen Bundesländer und will in dem Ort, aus dem ihre Grossmutter stammt, ein neues Leben beginnen. Doch die Frau stösst in ihrer Umgebung auf Ablehnung - bis sie auf den zwölfjährigen Tom (Leonard Carow) und seinen redseligen Vater Piet (Axel Prahl) trifft und ihr Leben noch einmal überdenkt.
Piet, der als Fahrschullehrer arbeitet und Vögel liebt, und sein Sohn Tom lassen sich einfach nicht abwimmeln. Sie feiern gemeinsam Geburtstag und retten kleine Ferkel. Und sie zwingen Alex, Stellung zu beziehen. Sie wagt sich aus ihrem Schneckenhaus und stellt erneut fest, wie dünn das Eis und wie zerbrechlich das Glück ist.
Vor allem ist es die Geschichte von zwei Menschen mit unterschiedlichen Lebensauffassungen, deren Liebe aufeinander prallt. Aber auch andere Themen, wie Gewalt, Kindererziehung oder auch der Konflikt zwischen Wessis und Ossis werden angesprochen. Die HerbstzeitlosenDVD - Schweiz 2006 Mit DIE HERBSTZEITLOSEN will die Regisseurin Bettina Oberli eine positive Perspektive aufzeigen: "Nachdem ich die Figuren und die Geschichte entworfen und eine erste Drehbuchfassung geschrieben hatte, zogen wir auf die Initiative von Lilian Räber (SF, Redaktion Fernsehfilm) Sabine Pochhammer als Co-Autorin bei. Als Deutsche half sie uns, den universellen Charakter der Geschichte und Themen herauszuarbeiten. Dank ihrer Sicht von Aussen soll der Film nicht nur den Emmentalern, sondern einem breiten Publikum zugänglich sein."
Der Film erzählt auf komödiantische Weise von Lebensfreude und Wiederaufblühen und davon, für sich selbst eine neue Wahl zu treffen und sich die Freiheit zu gönnen, die Konventionen zu hinterfragen.
Eigentlich ist im Schweizer Emmental die Welt noch in Ordnung. Jeder kennt jeden, alles geht seinen Gang, Veränderungen sind nicht erwünscht, an Regeln wird nicht gerüttelt. Ausgerechnet in diesem Hort an Tradition bringen vier rüstige Damen die Ordnung ins Wanken. Die 80jährige Martha möchte am liebsten sterben, um beim geliebten Mann zu sein. Doch Gevatter Tod lässt sich nicht blicken, also heisst es aufstehen und weiterleben. Als der örtliche Männerchor ihr eine alte Fahne zum Reparieren gibt, fährt die gelernte Schneiderin mit ihren Freundinnen ins ferne Bern, um Stoff zu kaufen.
Und da entdeckt sie plötzlich Seide, Samt und feine Spitzen und erinnert sich an ihren Jugendtraum - eine eigene Dessous-Boutique auf den Champs-Elysées. Nur die quicke Lisi, einst nach Amerika ausgewandert, unterstützt sie von Anfang an in ihren Plänen. Martha näht eifrig nachts an Corsagen und heissen Höschen, gemeinsam räumt das Duo den miefigen Tante-Emma-Laden aus und hängt schicke Underwear ins Schaufenster, bringt die Ortschaft Trub auf Trab. Entsetzen bei den bodenständigen Mannsbildern, allen voran Marthas Sohn und Dorfpfarrer, der den Raum lieber für seine Bibelgruppe hätte als für Büstenhalter. Der Haussegen hängt schief und in einem Wutanfall entsorgt der gar nicht so heilige Mann das sündige Zeug im Altkleider-Container. Das bringt das Fass zum Überlaufen.
"Dass Martha ausgerechnet eine Dessous-Boutique eröffnet und dadurch anrüchige Gedanken auslöst, ist ein Bild für das Wiederaufblühen und einen neu entdeckten Sinn für das Schöne. Der eigentliche Skandal für Leute wie Marthas Sohn oder den Bauern Fritz besteht aber darin, dass die alte Frau etwas in den Augen der Gemeinschaft Nutzloses tut - und die anderen Alten damit ansteckt.
Sie wollen sich ebenfalls nicht mehr so verhalten wie man es von ihnen erwartet, sondern sich amüsieren, Lebensfreude, Sinnlichkeit empfinden. Fritz hat Angst vor Veränderung und Unübersichtlichkeit und sieht es als seine Aufgabe an, dafür zu sorgen, dass alles so bleibt, wie es ist. Gegen diese Rückständigkeit begehren die alten Damen auf ! und beweisen, dass es im hohen Alter noch möglich ist, freier und fortschrittlicher als die eigenen Kinder zu sein."
Diese charmante und mit Witz unterhaltende Komödie aus der Schweiz punktet mit vier Hauptdarstellerinnen unter Führung von Stephanie Glaser, die eine zeitgemässe Botschaft fröhlich verkünden - es ist nie zu spät, sein Wünsche in die Wirklichkeit umzusetzen, auch wenn es (jedenfalls im Film) etwas dauert, bis die Silver-Generation sich sammelt und zum Angriff bläst. Bettina Oberli liess sich von ihrer Grossmutter inspirieren, "ein energievolles Urgestein" und sie nimmt ihre Protagonistinnen ernst, zeigt locker auf, dass Lebenslust keine Frage von Alter, sondern von innerer Bereitschaft ist. Diese Rebellinnen im rustikalen Rock lassen sich nicht mehr abschieben und herumkommandieren, pfeifen auf den guten Ruf, machen gar noch den Führerschein.
Ob sie nun wie Witwe Martha endlich ihren eigenen Weg gehen oder wie die anderen Freundinnen sich von der Bevormundung im Altersheim befreien oder vom autoritären Gatten und geldgierigen Sohn oder schon immer mit der Moral auf Kriegsfuss standen. Der Trubel in Trub zeigt eine positive Perspektive samt Frühlingsgefühlen bei einer aus dem Damenkränzchen. "The wind of change" bläst in den letzten Winkel und beweist, dass das Leben auch mit 80 Jahren noch lange nicht vorbei ist. Im Gegenteil, für manche fängt es da erst an. Diese "Best Ager" sind jedenfalls nicht zu (s)toppen. Weitere Film-Tip(p)s findet ihr hier: Film-Tip(p) August 2007
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