Integration müsse "zu einem wachsenden Bereich der Zusammenarbeit zwischen Kirche und Sport" gemacht werden, heisst es im Vorwort der Broschüre mit dem Titel "Gemeinsam Gesellschaft gestalten". Die 56-seitige Broschüre gibt Ideen und Praxiserfahrungen, wie in Kirche und Sport Menschen mit Migrationsgeschichte integriert und unterstützt werden können. Good-practice-Beispiele sollen zur Nachahmung anregen. Die Herausgabe des neuen Ideenheftes unterstreiche, dass sich die Kirchen und der Sport ihrer Verantwortung aktiv stellten.
Darüber hinaus informiert die Publikation über die aktuelle Diskussion zum Thema "Integration" in Deutschland. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, und der Präsident des DOSB, Thomas Bach, rufen dazu auf, "diese Anstösse an vielen Orten aufzunehmen und Integration zu einem wachsenden Bereich der Zusammenarbeit zwischen Kirche und Sport zu machen".
"Fussball kann man auch zusammen spielen, wenn man nicht die gleiche Sprache spricht, schliesslich kennt jeder das Spiel." Die beiden 12jährigen Joel und Valerio, die aus Italien stammen, sind begeistert, dass beim Fussball die nationale Abstammung keine Rolle spielt. Der 13jährige Nico und der 11jährige Luca - auch beide italienischer Abstammung - entdecken allerdings noch eine weitere Möglichkeit: "In der Gruppe sollte deutsch gesprochen werden, damit sich alle verstehen!"
Allen vieren ist eines gemeinsam: Sie wollen nicht über die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund theoretisch reden, sondern miteinander spielen und das Runde ins Eckige kicken. Yannick, 15 Jahre und aus Deutschland stammend, sieht das genau so: "Ich habe viele ausländische Freunde!", wenn er dabei auch "Menschen mit Migrationshintergrund" nicht so "politically correct" bezeichnet.
"Zur Integration gibt es keine Alternative. Das erfordert von allen Seiten grosse Anstrengung," weiss der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber. Und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, ergänzt, "Kirche und Sport stehen als wichtige Institutionen, die Menschen zusammenführen können, besonders in der Verantwortung. "Wenn Integration gelingen soll, brauchen wir die Zusammenarbeit vieler Unterstützer als Fundament," erklärt Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der bei Kirche und Sport ähnliche Werte entdeckt und sie mit den Stichworten "Fair play, gegenseitiger Respekt und Toleranz" beschreibt.
Für die EKD betonte der Sportbeauftragte des Rates, Präsident i.R. Valentin Schmidt, die besondere Bedeutung der Zusammenarbeit von Kirche und Sport: "Dieses gemeinsame Ideenheft ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Kirchen und den Sport gemeinsame Werte und Ziele verbinden. Beide verstehen sich nicht als Vertreter von Partikular-Interessen, sondern gerade bei Fragen der Integration als Träger öffentlicher Interessen, die aktiv zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitragen."
Der Sportbeauftragte der katholischen Kirche in Deutschland, Pfarrer Hans-Gerd Schütt, konkretisiert: "Integration geschieht ganz konkret vor Ort in der Begegnung der Menschen. Trotz mancher Rückschläge und nicht zu bestreitenden Schwierigkeiten zeigt sich immer wieder, dass Kirche und Sport in der Gemeinde
und im Verein Räume anbieten können, in denen erste Schritte der Integration gegangen und eingeübt werden können."
Für den DOSB, der sich gemeinsam mit der Deutschen Sportjugend (dsj) und dem Programm "Integration durch Sport" an dem Projekt beteiligt, erklärte Generaldirektor Michael Vesper: "Sportvereine und Kirchengemeinden bauen in ihrer alltäglichen Arbeit Brücken und schaffen als Orte der Begegnung Verständnis für das Fremde. Die vorliegende Broschüre stellt eindrucksvoll unter Beweis, wie Sport und Kirchen die Menschen mit ihren unterschiedlichen Begabungen, Talenten und Fähigkeiten ansprechen, fördern und fordern."
Beispiele für gelungene Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte haben die Kirchen zusammen mit Vertretern aus dem Sport in der Broschüre ebenfalls zusammengetragen. So etwa das vom Eichenkreuzsport Nürnberg regelmässig veranstaltete "Fussballfest gegen Rassismus".
Beim letzten Mal haben zehn Teams aus der evangelischen Jugendarbeit mit der Jugendkirche Nürnberg, den Kirchengemeinden, einem türkischen Kulturverein, mit Flüchtlingen aus Sri Lanka und mit unbetreuten minderjährigen Flüchtlingen aus Afrika um den Turniersieg gespielt. Geschlossen wollen Spieler, Trainer und Organisatoren gegen "Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Alltag oder bei Sportveranstaltungen antreten", deshalb kicken sie nicht nur um Sieg und Platzierung, sondern unterschreiben auch eine Selbstverpflichtung: "Wir verpflichten uns, bei Sportveranstaltungen alle Menschen als unsere Partner zu
achten, die anderer Herkunft, Religion und Weltanschauung sind als wir, und akzeptieren sie so, wie wir akzeptiert werden wollen," heisst es darin.
Trotz mancher Rückschläge zeige sich, "dass Kirche und Sport in der Gemeinde und im Verein Räume anbieten können, in denen erste Schritte der Integration gegangen und eingeübt werden können", sagte der Sportbeauftragte der katholischen Kirche in Deutschland, Hans-Gerd Schütt. Für den Deutschen Olympischen Sportbund erklärte Generaldirektor Michael Vesper, Sportvereine und Kirchengemeinden bauten in ihrer Arbeit Brücken und schafften Orte der Begegnung.
Das Ideenheft "Gemeinsam Gesellschaft gestalten. Integration durch Kirche und Sport" kann heruntergeladen werden:
"Gemeinsam Geseellschaft gestalten - Integration durch Kirche und Sport"
oder ist kostenlos zu bestellen bei:
Kirchenamt der EKD, Versand, Herrenhäuser Strasse 12, 30419 Hannover, Telefon: 0511/2796-460, Email:
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