Ein möglicher Standort stehe für die Jugendkirche noch nicht fest; in Frage käme ein Kirchengebäude, das aufgrund zurückgehender Gemeindemitgliederzahlen nicht mehr ausgelastet sei, somit nicht mehr gebraucht würde. Die Jugendkirche mit Angeboten wie speziellen Gottesdiensten, Musik oder Hausaufgabenhilfe solle daran etwas ändern. In Bremen gibt es der
Landesjugendpastorin Ruth Fenko zufolge knapp 31.000 evangelisch getaufte Jugendliche im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Etwa 7.000 von ihnen besuchten Veranstaltungen der Kirche.

"Von haupt- und ehrenamtlich in der Jugendarbeit Tätigen wird seit etwas mehr als einem Jahr über ein Projekt Jugendkirche nachgedacht. In fast allen Großstädten gibt es mittlerweile Jugendkirchen, die sich mit Gottesdienst und anderen Veranstaltungen dem Lebensstil und Lebensgefühl von Jugendlichen verpflichtet wissen und gemeinsam mit Jugendlichen eine jugendgemässe Spiritualität entwickeln und pflegen. Die Gemeinden in diesen Grossstädten verstehen diese Jugendkirche als eine notwendige und sinnvolle Ergänzung guter evangelischer Jugendarbeit und nicht etwa als Konkurrenz zu ihrer Jugendarbeit vor Ort", so Fenko.
Eine Arbeitsgruppe hat bereits ein Konzept erdacht: Demnach solle sich die Jugendkirche vor allem an eher kirchenferne junge Menschen wenden. Neben spirituellen Angeboten würden dort Seelsorge und Berufsorientierung angeboten, wie auch Konzerte, Ausstellungen und Theater.

Ruth Fenko hierzu: "Ein kirchenpädagogisches Programm macht kirchenferne Jugendliche mit dem Sakralraum vertraut, Taizé-Gruppen treffen sich, Schulklassen können ihren Religionsunterricht projektorientiert in der Jugendkirche veranstalten. Eine Suppenküche für Strassenkinder wäre dort ebenso gut aufgehoben wie Berufsberatung im RAZ-Bus, EhrenamtlichenSchulungen und Kirchenerkundungen mit allen Sinnen, Gospelchor und Kirchenbands proben dort ....
Immer gilt: Die Jugendkirche ist ein spiritueller Ort. Sie achtet darauf, dass der erste Zugang für die jugendlichen Gäste niedrigschwellig ist, z.B. mit einem offenen Café. Sie bietet vielfältige Formen für Gottesdienst und Meditation, Ritual und Musik, für Abend- und Nachtgebete, für Liturgische Feier und Osternacht, aber auch für Bildung und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Die Jugendkirche setzt darauf, dass junge Menschen an der Gestaltung mitwirken, räumlich und programmatisch. Ich finde dies ein interessantes Konzept auch für Bremen, eine Chance, evangelische Jugendarbeit in einer Grossstadt um ein spannendes und kreatives Element zu bereichern."