 Der Hase ist das Tier der Liebesgöttin Aphrodite: Seiner ausgedehnten Liebeswerbung wegen galt der Hase früher als Symbol der Sinnlichkeit. Er ist, wie das Ei, ein Zeichen für die Arterhaltung. Auch wegen seiner starken Vermehrung sehen manche in ihm ein Symbol für das Leben. In Byzanz war der Hase ein Symbol für Christus, den Auferstandenen. Der Hase hat keine Augenlider, er 'schläft“ also nie - wie Christus, der niemals entschläft. Auch das Datum des Osterfestes hat einen Bezug zum Hasen: der Hase gilt als Mondtier und Ostern wird am ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes begangen. Nicht gerade erhellend sind auch die Vorgänge um die vermeintliche germanische Frühlingsgöttin Ostara und ihr Fest. Ostara beruht auf einem Missverständnis des englischen Kirchenvaters Beda Venerabilis, der aus Zeit- und Festbezeichnungen allerlei nichtexistierende heidnische Gottheiten gefolgert hat. Von Bedas spekulativen Gottheiten sind die meisten heute zu Recht vergessen, bloss Ostara erhielt höhere Weihen, weil der deutsche Sprachforscher Jacob Grimm die Theorie zur Erklärung der Etymologie des Wortes Ostern übernahm. Von da gelangte Ostara in manche germanistischen Werke und in das Standartrepertoire von Kreuzworträtseln. Es gibt aber keinerlei wie auch immer geartete Hinweise darauf, dass je eine Göttin Ostara verehrt worden wäre, kein Bild, kein Mythos, keine Inschrift, kein Zitat bei römischen Schriftstellern, nichts. Für die Erklärung des Wortes Ostern sind seither bessere Vorschläge gemacht worden, z.B. von einem germanischen Wort für "benetzen, taufen". Der Osterhase wird auch mit der Dreieinigkeit Gottes in Verbindung gebracht. Es gibt ein mittelalterliches Bild, das drei Hasen zeigt, die so mit den Ohren verbunden sind, dass sie ein Dreieck bilden. Überkonfessionelle Verbreitung fand der Osterhase nicht durch  ökumenisches Denken oder Nationalbewusstsein. Drei Phänomene haben die Ausbreitung des Osterhasen beflügelt: die Süsswarenindustrie, Kinderbücher und Postkarten. Im 19. Jahrhundert, als gerade entdeckt worden war, dass sich aus bestimmten Rüben Zucker gewinnen liess, bot die Entdeckung des Osterhasen der Süsswarenindustrie eine neue Absatzmöglichkeit. Hasen in jeder Form, immer aber als Süssigkeit, schufen ein jahreszeitlich bedingtes Produkt, das erst bloss ein neues Kinderschenkfest ausstattete, später aber auch die Erwachsenen mit einbezog. In Kinderbüchern begannen 'vermenschlichte' Hasenfamilien literarisch, gezeichnet oder gemalt, ein Hasenleben zu führen, das ganzjährig von keinem anderen Interesse getrieben schien, als die Produktion von besonders schönen Ostereiern für besonders liebe Kinder voranzutreiben. Die Postkarten, die man sich zu Ostern schrieb, die 'Ostergrüsse', verbreiteten nicht nur den (kitschig) dargestellten Osterhasen, sie belegen auch den besonderen Charakter dieses Festes: Ein säkulares Fest in bürgerlich-familiärer Heimeligkeit, aus dem man Fremde distanziert und kühl möglichst räumlich distanziert grüsste. Während sich unter den Katholiken die Tradition des gefärbten Ostereis und seine liturgische Einbindung, die Eierweihe, über Jahrhunderte erhielt, gerieten diese Bräuche in die evangelische Kritik: Die Heidelberger Dissertation des Arztes Johannes Richier 'De ovis paschalibus / von Ostereiern' aus dem Jahr 1682 kritisiert die Ostereier ('ova paschalia') als Irrtümer aus alter Zeit. Sein Anliegen ist aber primär ein medizinisches. Er äussert sich über die häufigen Erkrankungen nach dem reichlichen Genuss von 'Haseneiern' und berichtet von verschiedenen Fällen, in denen der übermässige Genuss hartgekochter Ostereier bei Jung und Alt schwere Magen- und Darmstörungen hervorrief: Ein Franziskaner büsste auf Ostern an den von ihm gesammelten Ostereiern das Leben ein. Ein anderer hatte 'zur österlichen Zeit ein rothes Ey gantz wollen hineinschlucken, es ist aber das Ey zu gross und sein Halss zu klein gewesen, dass er alsobald daran ersticket'. Und in diesem Zusammenhang kommt der Arzt auch auf den Osterhasen zu sprechen. Er schreibt u.a.: 'Man macht dabei einfältigen Leuten und kleinen Kindern weis, dass der Osterhase diese Eier ausbrüte und sie im Garten verstecke'. Unterschwellig werden die Ostereier als solche, die im 17. Jahrhundert eine blosse katholische Erscheinung zu sein schienen, kritisiert. Von katholischer Seite wurden sie als Symbol des auferstandenen Christus verstanden, die - gefärbt und gesegnet - als segenspendend galten; sie waren letztlich auch ein Ergebnis der katholischen Fastenordnung, die den Eiergenuss in der Fastenzeit verbot. Auf evangelischer Seite waren die Ostereier dagegen Ausdruck einer falschen Werkgerechtigkeit. Aus reformatorischer Sicht wurde man vor Gott nicht durch verdienstliche Werke, und sei es auch das Fasten, sondern allein wegen seines Glaubens ('sola fide') gerecht. Populär liess sich das in die sprachliche Formel giessen: 'Eier machen keine Ostern'.  Die evangelische Ablehnung der katholischen Ostereier hat die Einführung von - jetzt allerdings säkularen - Ostereiern bei evangelischen Christen nicht verhindern können. Und eben diese säkularen Ostereier brachten die Einführung des Osterhasen mit sich. Seit dem 18. Jahrhundert lassen sich einerseits vermehrt evangelische Schriften gegen die 'Auswüchse des Osterglaubens' belegen, die katholisches Osterbrauchtum zu verunglimpfen suchten, wogegen parallel dazu das städtische evangelische Bürgertum den Nährboden für die sich anbahnende evangelische Ostereierakzeptanz bildete: Das Bürgertum schuf um 1800 nicht nur eine romantisch-rührselige Familienwelt, sondern in ihr eine eigene vermeintliche Kinderwelt, eine Mischung aus Gutwilligkeit und Pathos, Sentimentalität und Naivität. Zu diesem Zeitpunkt waren die Ostereier in städtischen gutbürgerlichen Familien bereits akzeptiert, allerdings nicht als religiöses Symbol oder kultisches Attribut, sondern als Teil einer familiären und zugleich säkularen österlichen Festinszenierung, als Kindergeschenkeparty sozusagen. Typisch für diese säkularen Ostereier war, dass sie von den Kindern gesucht werden mussten. Eine solche Ostereiersuche ist für 1783 (interessanterweise für Gründonnerstag!) aus dem Hause Goethes in Weimar belegt. Nicht ohne Grund, denn die Ostereiersuche und damit dann auch der Osterhase tauchen ausnahmslos in evangelischen Gegenden und bei evangelischen Autoren auf. Gerne  wird bei Erklärungsversuchen auf die Fruchtbarkeit der Hasen oder ihr Verhalten während der vorösterlichen Paarungszeit verwiesen: Hasen verharren still auf einer Stelle (die dann Ort der Eierablage sein könnte), um dann plötzlich davon zu hoppeln. Der - meist wohl bloss ironische - Verweis auf den Hasenkot als 'Ostereier' hat für sich, dass der Hasenkot tatsächlich eiförmig bis rund und oft beieinander liegend wie in einem Nest zu finden ist. Allerdings hätte man solche Geschichten nie Landkindern erzählen können. Der Osterhase ist, und darin ist er 'Adebar', dem Storch, der vermeintlich die Kinder bringt, ähnlich, eine städtische Erfindung.
Wenn der Osterhase auch erst um 1800 seinen Siegeszug beginnt, ist er dennoch älter. Die Heidelberger Dissertation Richiers von 1682 berichtet: 'In Oberdeutschland, in unserer Pfalzgrafschaft, im Elsass und in benachbarten Gegenden sowie in Westfalen werden die Eier [= Ostereier] ,Haseneier’ genannt, nach der Fabel, die man den Naiveren und den Kindern einprägt, dass der Osterhase solche Eier lege und in den Gärten im Grase, in den Obststräuchern usw. verstecke, damit sie von den Knaben um so eifriger gesucht würden, zum Lachen und zur Freude der Älteren.' Eine denkbare Begründung für die Bezeichnung 'Haseneier' scheint zumindest in katholischen Gegenden nicht der Osterhase gewesen zu sein, sondern ein bestimmtes Motiv der Bemalung der Ostereier. Für die Zeit um 1760 berichtet der Goethe-Maler Heinrich Wilhelm Tischbein aus dem protestantischen Nordhessen, dass für Ostern die Eier mit Figuren in Gelb, Rot und Blau gezeichnet wurden. "Auf einem standen drei  Hasen mit drei Ohren, und jeder Hase hatte doch seine gehörigen zwei Ohren." Beschrieben wird hier das Motiv des 'Dreihasenbildes' - heute findet sich das bekannteste Beispiel im Kreuzgang des Paderborner Doms. Das Dreihasenbild, das drei Hasen in Kreisform so abbildet, dass ihre beiden Ohren jeweils einem der benachbarten Hasen mit zu gehören scheinen, verdeutlicht die Dreifaltigkeit, die Einheit in der Dreiheit. Wenn solche Hasenbilder zunächst auf katholischen Ostereiern später auch auf evangelischen Ostereiern auftauchten, nährten sie - bei Fortfall der katholischen Brauchtradition - den naiven Umkehrschluss, dass die abgebildeten Hasen auch die Eier brächten. Bemerkenswert ist beim Osterhasen und seinem Ostereierverstecken, dass die Geschenkfigur 'Osterhase' genauso auftritt, wie es durch die Nikolauslegende der Geschenkfigur des heiligen Nikolaus vorgegeben war und von dort schon auf das 'Christkind' und den säkularen 'Weihnachtsmann' übertragen wurde: Heimlich und unerkannt wurde geschenkt. Auch bei den Ostereiern traf man nie den Osterhasen an, eventuell hatte man gerade noch etwas davonhuschen gesehen. Erhebungen aus der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg belegen, dass der Osterhase auf dem Land noch weitgehend unbekannt war. 1932 war dies bereit anders. Der Osterhase war flächendeckend bekannt und hatte auch die Konfessionsgrenzen überschritten. In  manchen traditionsorientierten katholischen Familien wird er aber immer noch als eine Art untergeschobener Kretin betrachtet, den man nicht bestellt hat und mit dem man eigentlich nichts anfangen kann. Er ist eher eine unvermeidliche nicht hinterfragbare Dekoration, ein 'Brauch ohne Glauben'. In kindgemässer Holprigkeit belegt ein Spruch zum Osterhasen aus der Moselgegend die Distanz zu der evangelisch-städtisch-bürgerlichen Kunst- und Geschenkfigur: 'Die Mutter färbt die Eier, der Vater legt sie ins Gras. Dann meinen die dummen Kinder, das wär’ der Osterhas.' Wenn der Osterhase heute in Deutschland allgemein bekannt ist, so ist das nicht immer so gewesen. In Tirol spricht man von der Ostereier legenden 'Osterhenne'. In Oberbayern, Österreich, Thüringen und Schleswig-Holstein war es der Hahn, in Hannover der Fuchs, an der holländischen Grenze der Ostervogel oder Kranich, bei Pierre der Ostergeier. In Thüringen heisst es, der Storch sei es gewesen. In manchen Gegenden der Schweiz bringt der Kuckuck die Ostereier. In Oberbayern wurde auch vereinzelt das Osterlamm als Eierbringer bezeichnet. In den Vogesen wie auch in Kärnten sagt man: Wenn die Glocken am Gründonnerstag verstummen, sie seien nach Rom geflogen, um die Ostereier zu holen. Wenn sie am Karsamstag zurückkehren, werfen sie die Eier beim Vorüberfliegen ins Gras, wo die Kinder sie suchen dürfen. In Italien kennt man einen Osterhasen lediglich aus den Erzählungen der Touristen und heimkehrender Gastarbeiter und Jehovas Zeugen lehnen Feiertage wie Ostern sowie das Symbol des  Kreuzes gleich als heidnisch ab. Oster-JuGodis in Jugendkirchen:  Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat für 2009 das Kaninchen vorgeschlagen. Diesem Vorschlag ist die Jury des Bundesverbandes gefolgt und somit das Kaninchen zum Versuchstier des Jahres 2009 ernannt. "Unser Ziel ist, das Kaninchen und die Tierversuche an ihm durch die Ernennung zum Versuchstier des Jahres aus der Anonymität des Labors zu holen, den Blick darauf zu lenken und dazu beizutragen, diese Versuche abzuschaffen." Kurz vor Ostern will der Verband die Experimente an den "Osterhasen" öffentlich machen und fordert, ein seit Jahren existentes tierversuchsfreies Ersatzverfahren endlich einzusetzen.  Kaninchen sind vor allem bei Kindern als Heimtiere beliebt. Vielen Menschen ist jedoch nicht bewusst, dass die Langohren oft in Tierversuchen eingesetzt werden: Das Kaninchen ist das sprichwörtliche "Versuchstier". Es wird u. a. in der Grundlagenforschung, für Medikamententests und zur Testung von Chemikalien eingesetzt. Zu trauriger Berühmtheit ist der Draize-Test gelangt, der an den Augen der Kaninchen durchgeführt wird und seit Jahrzehnten die Leiden der "Versuchstiere" symbolisiert. Jedes Jahr leiden und sterben laut Bundeslandwirtschaftsministerium über 100.000 Kaninchen im Labor. Damit ist das Kaninchen nach Mäusen und Ratten das am häufigsten im Tierversuch eingesetzte Säugetier. "Tierversuche sind ethisch und medizinisch fragwürdig und müssen so schnell wie möglich durch tierversuchsfreie Methoden ersetzt werden", so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes. "Besonders empörend ist, dass für den so genannten Pyrogentest am Kaninchen ein Ersatzverfahren mit menschlichem Blut vorhanden ist, aber wegen der noch nicht erfolgten behördlichen Anerkennung immer noch Kaninchen in diesem Test leiden müssen." Der Test soll die fieberauslösende Wirkung z. B. von Medikamenten ermitteln. Er sei jedoch nicht aussagekräftig, da Kaninchen häufig unempfindlicher als Menschen reagieren. Die behördliche Anerkennung des Tests mit menschlichem Blut müsse baldmöglichst erfolgen, die Benennung des Kaninchens als Versuchstier des Jahres 2009 solle dazu beitragen. Demo in Tübingen Samstag, den 18. April 2009 Im Rahmen einer aktuellen Kampagne veranstalten die Ärzte gegen Tierversuche in Zusammenarbeit mit AntiSpe Tübingen, Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg und animal 2000 zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche eine Demo mit Kundgebung und Infoständen auf dem Marktplatz Tübingen. Vorläufiges Programm: 11.00-17.00 Infostände auf dem Marktplatz 12.00-14.00 Demozug durch die Innenstadt ab 14.00 Kundgebung
Redner (alphabetisch): Dr. Corina Gericke, Ärzte gegen Tierversuche e.V. Michael Hartl, www.ethik-portal.de Andreas Item, AGSTG, Schweiz Herbert Lawo, 1. Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg e.V. Dr. Bernhard Rambeck, Vorstandsmitglied Ärzte gegen Tierversuche e.V. Renate Rastätter, Abgeordnete im Landtag von Baden-Württemberg, Bündnis 90/Die Grünen
Künstlerisches Rahmenprogramm: Fidl Kunterbunt mit Akustikgitarre und kritischen Texten Theaterstück von AntiSpe Tübingen
Für das leibliche Wohl: Imbissstand »Kichererbse« mit veganen Gerichten Uday Shanker Prasad mit veganen indischen Gerichten Menschen für Tierrechte Saarland und VegClimateAlliance mit veganen Kleinigkeiten
Infostände (alphabetisch): AGSTG, Schweiz animal 2000 AntiSpe Tübingen Arbeitskreis »Ehrfurcht vor dem Leben« Ärzte gegen Tierversuche e.V. Die Tierfreunde (mit Infomobil) Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V. Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V. Tierrechtsinitiative Rhein-Main Tierrechtsinitiative Stuttgart Tierversuchsgegner Saar e.V. Tierversuchsgegner München e.V. VegClimateAlliance
After-Party Die AntiSpe Tübingen lädt direkt nach der Demo zur After-Party in der Hegelstrasse 7 ein. Mit Verpflegung durch die "Bevölkerungsküche", Musikveranstaltung ab 20 h
Parkmöglichkeit in Tübingen / Umweltplakette http://www.swtue.de/parkhaeuser.html -Parkhaus König (1€ pro Stunde) Herrenberger Str. 2, Ecke Rümelin-/ Frondsbergstraße -Parkhaus Stadtgraben (1,20€ pro Stunde) Am Stadtgraben 13
In Tübingen braucht man eine Umweltplakette (Kosten: 5 Euro). Diese ist am jeweiligen Wohnort beim TÜV, bei der Dekra oder beim Landratsamt erhältlich. Autos, für die keine Umweltplakette erhältlich ist, brauchen eine Ausnahmegenehmigung zu 37 Euro. Nähere Infos hier Helfen Sie mit, für die Veranstaltung zu werben: Demo-Poster als PDF Demo-Flugblatt als PDF
Banner für Deine Homepage: Hinweis Ärzte gegen Tierversuche e.V. ist unabhängig, konfessionell ungebunden und politisch neutral. Die Teilnahme von religiös orientierten Gruppierungen wie dem Universellen Leben (UL) sowie ihm anhängenden Organisationen an unserer Veranstaltung ist nicht erwünscht. Transparente, Plakate und das Verteilen von Flugblättern derselbigen sind untersagt.
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