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Die Preise für Unterhaltungselektronik sinken. Für knapp 20.000 € kann bereits eine Grundausstattung aus Videokameras, Leinwänden und einem Video-Switcher erworben werden. Das eröffnet auch neue Möglichkeiten der Nutzung. So bemächtigen sich die aufkommenden Multimediagottesdienste der Jugendkirche mit einer rasanten Geschwindigkeit. Lightshows, Videoprojektionen, riesige Flachbildschirme, Licht- und Soundeffekte, gezielt eingesetzte 'Special Effects' und eine computergesteuerte Beleuchtungs- anlage machen Jugendgottesdienste zunehmend zu grellbunten Multimedia-Events.
Dieser Trend schwappt aus Amerika über den Teich. An der "National Broadcaster Association" (NAB), der grössten Media-Konferenz der Welt konnten sich bereits 2006 in Las Vegas besonders versierte Gemeindevertreter auf einer Sonderschau zu Kirchen-Technologien beraten lassen. Die Vorträge und Workshops reichten von "Frequenzstörungen und das Kirchen-Sound-System" bis hin zu "Gottesdienst-Software zum Ausbau der Multimedia-Präsentation". Worum geht es eigentlich? Das menschliche Auge nimmt etwa 10.000 Mal mehr Informationen auf als alle anderen Sinnesorgane zusammen. Eine naheliegende Idee also, dass man sich der Visualisierung bedient, um Inhalte besser vermitteln zu können. Gerade bei Jugendgottesdiensten betritt man in dieser Hinsicht mittlerweile neue Wege: Sie gehen  weit über das hinaus, was man unter einer Messe im Allgemeinen versteht. Der Medieneinsatz in der Gemeinde begegnet den heutigen Kommunikationsgewohnheiten. Ein Techniker von der NAB weiss, dass es "Tatsache ist, dass Multimedia es für die Leute einfacher macht, aufmerksam zu bleiben." Die Zielgruppe ist klar: junge Menschen, deren Denk-, Seh- und Hörgewohnheiten von Internet und MTV geprägt sind. Ein unterhaltsamer Rahmen, technisch auf der Höhe der Zeit, soll ihnen die Kirche und ihre Botschaft als ebenfalls wenig veraltet erscheinen lassen. Besucher dieser Gottesdienste erwarten ein Event mit modernen Ausdrucksmitteln: Lichttechnik, 'fetter' Sound aus der Konserve, dazu Live-Musik, Videoanimationen und Multimedia in Verbindung mit der Liturgie. Das klingt zwar ungewöhnlich, zumindest gewöhnungsbedürftig, ist jedoch ein Gottesdienst, der innovative Ideen zu einer zukunftsgerichteten Jugendarbeit bündelt und versucht, eine neue Sprache zu entwickeln, die auch jüngeren Menschen wieder einen Zugang zur Kirche verschaffen könnte Die wirkliche Herausforderung wird aber darin bestehen, von einem bunten Lärm- und Lichtgewitter weiterzuschreiten zu einem einfachen Anreden, Hören und Feiern. Der Prophet Elia vernahm Gottes Stimme weder im Feuer noch im Sturm, sondern in einem zarten Nebenton (1. Könige 19). |