LUX – hinter diesen drei Buchstaben verbirgt sich die erst Jugendkirche Bayerns, die am ersten Adventswochenende die Türen zu ihrem neuen Domizil in Nürnberg öffnete. Mit einem klaren Bekenntnis zu jugendgemäßen Formen des Gottesdienstes und der bayernweit ersten 'richtigen' evangelischen Jugendkirche "LUX" hat der evangelische Landesbischof

Johannes Friedrich mit zahlreichen Gästen in der Sankt-Lukas-Kirche dem neuen Projekt seinen Segen gegeben.
Die JuKi habe sich gegen so manche Widerstände behaupten müssen, sagt Friedrich in seiner Predigt. Und Menschen, die an der Kirche in ihrer früheren Form hingen und sich mit dem neuen Konzept nur schwer anfreunden können, "standen oder stehen zum Teil immer noch" dem Projekt "LUX" sehr skeptisch gegenüber. "Während die Jugendkirche für viele einen Aufbruch bedeutet, so ist für manch anderen das Gebäude nun keine richtige Kirche mehr", meint das Kirchenoberhaupt.
Es sei jedoch sehr wichtig, konkret für Jugendliche in dieser Zeit passende Angebote auch im Bereich Gottesdienst zu haben. "Für mich ist das keine Anbiederung, es entspricht vielmehr dem Auftrag, den Jesus Christus uns gegeben hat: Die frohe Botschaft zu den Menschen zu bringen in Formen und in einer Sprache, die verstanden wird", sagt Friedrich. LUX – Licht – kündigt etwas Großes an.
Immer wieder durch tosenden Applaus und Standing-Ovations unterbrochen konnte man die Freude des Bischofs spüren und die Begeisterung der Jugendlichen kannte keine Grenzen während dieses Gottesdienstes, der in der Kernaussage gipfelte: "Es werde Licht!" Die Botschaft vom Licht, das Jesus in diese Welt gebracht hat, ist heute noch dieselbe wie vor über 2000 Jahren, doch sie müsse den Menschen in einer Weise nahegebracht werden, wie sie es am Besten verstehen.

Der Bischof baute dabei Brücken zum Alltag der Menschen: "Ohne Licht kann nichts wachsen, ohne Licht werden wir Menschen depressiv, unglücklich oder sind – wie es so schön heißt, auch manchmal vollkommen down. Ohne Licht verlieren wir die Orientierung und kommen vom Weg ab. Mit Licht dagegen sehen wir, wo es lang geht. Licht weckt viel positive Emotionen. Es erhellt, wärmt und schenkt Geborgenheit."
Der 10-Uhr-Gottesdienst am Sonntagmorgen habe wenig Chancen, Jugendliche anzuziehen, da seien neue Verkündigungs- und Gemeindeformen wie etwa die Nürnberger Jugendkirche nötig. "Wir brauchen zielgruppenspezifische Gottesdienste und Veranstaltungen in unserer Kirche und unseren Gemeinden", betont der

Landesbischof. "Für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 27 Jahren ist das bei der neuen Jungen Kirche Nürnberg verwirklicht."
Wenn sich junge Menschen verstanden, aufgenommen und akzeptiert fühlen, gelinge es auch, sie erfolgreich einzuladen. Das Angebot scheine "kräftig wahrgenommen und angenommen zu werden". Man könne sich nur freuen, wenn man die ersten Einschätzungen und Beurteilungen der Jugendlichen lese. Die Gefühle seien ein ganz wesentlicher Aspekt der JuKi LUX, bekräftigte Dekanatsjugendpfarrer Thomas Kaffenberger während dieser Tage immer wieder, un d fügt an: "Unser Glaube hat einen solchen Glanz und eine solche Stärke, dass ich mir wünsche, dass die jungen Menschen ihn hier für sich entdecken."
"Echt cool hier. So schön habe ich es mir nicht vorgestellt", meinte die 17-Jährige Marissa aus Nürnberg. Mit Freunden hatte sie sich aus einer benachbarten Kirchengemeinde auf den Weg gemacht, um sich ein Bild von LUX zu machen, und alle waren rückhaltlos begeistert. "Jeder kann kommen und gehen, wie es ihm gefällt. Mittlerweile zählen wir schon 80 Jugendliche, die sich regelmäßig in den Teams engagieren, ganz unabhängig von ihrem religiösen oder sozialen Hintergrund", so Tobias 'Tobi' Fritsche.

Im feierlichen Eröffnungs-Gottesdienst kommt die ausgefeilte Technik vielfältig zum Einsatz, die in Sankt Lukas eingebaut wurde. Es gibt viel Live-Musik, eine aufwendige Licht-Show mit psychedelischen Elementen, Tanz und Theater. Vertreter aus Politik und Kirche würdigen "LUX" als wegweisend.
Dagegen äußern einzelne Gemeindemitglieder vor der JuKi-Eröffnungr in Sankt Lukas Bedenken. "Bei uns gab es früher ein Jugendcafé, Blues-Gottesdienste oder einen Advents-Basar. Das ist alles weg", äußerte sich eine ältere Dame geknickt, und "wenn das so weitergeht, sind wir bald total plattgemacht." Dem widersprach sofort und mit gewaltigem Engagement eine Nachbarin der jetzigen Jugendkirche:
"Ich bin froh, wenn hier überhaupt mal wieder was läuft. Auf den für über 700 Gläubigen vorgesehenen Kirchenbänken drängten sich doch zu Spitzenzeiten nicht mal 100 Leute. Und dass eine Modernisierung fällig war, wussten doch alle. Im Winter hat man sich hier doch den A... abgefroren. Wenn ich die begeisterten Jugendlichen sehe, freue ich mich, dass das Leben in unsere Kirche zurückkehrt. Wenn ich doch bloss jünger wär' ... !"
Mit einem furiosen Finale endete der dreitägige Eröffnungsmarathon. Dabei erstrahlte die große Bühne noch einmal im Lichterwirbel: Herr Kaffenberger rief stellvertretend für alle helfenden Hände einige der tatkräftigen Unterstützer auf die Bühne.
Die ursprüngliche Idee, die Namen aller Beteiligten mit moderner Beamertechnik in grossen Lettern an die Kirchenwände zu projizieren, musste er fallen lassen, als er feststellen konnte, dass es weit über 300 Namen geworden wären - zumindest hörte er bei dreihundert auf zu zählen. Trotzdem war die Bühne restlos gefüllt, als der letzte Aufgerufene diese betrat, bevor die "Paten des Projekts" an die Mikrofone traten.
Sie sprachen von Widerständen und Hürden und betonten immer wieder den Mut der Jugendkirchen-Befürworter und -Unterstützer - deren Hilfe es auch weiterhin bedürfe, um in der Kirche neue Ideen zu etablieren - auch, um die verbleibende Summe von 700'000 Euro zu erwirtschaften. Einen Beitrag soll dabei zukünftig das Café leisten, das als eigenständige Gesellschaft firmiert und auf dieser Basis später Praktika anbieten wird.

Zum Abschluss banden sich elf Schüler der 3. Berufsschule blaue Schürzen um und servierten Sekt, Orangensaft, sauren Sprudel und kleine Häppchen, während der Kirchenraum dank der flux aufgebauten Stehtische zum Verweilen, vor allem zum angeregten Plaudern und Chillen, einlud. Im Namen des Herrn, selbstverständlich, denn der chillt laut Twitter-Bibel ja auch.
Kontakt:
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LUX – JuKi Nürnberg www.LUX-jungekirche.de
Leipziger Platz 8
90491 Nürnberg
Tel.: 0911 – 5 61 55 27 |
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