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Jugendkirche-Team wünscht Frohe Weihnacht |
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Geschrieben von pierre roh
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Donnerstag, 24. Dezember 2009 |

Zu Weihnachten werden sie wieder voll sein, Deutschlands Kirchen. Auch viele Menschen, die den Rest des Jahres mit Religion nichts am Hut haben, zelebrieren an Heiligabend die Tradition, einen Gottesdienst zu besuchen. Doch können die gut besuchten Weihnachtsveranstaltungen nicht darüber hinwegtäuschen, dass den großen Kirchen die jungen Mitglieder weglaufen. Aber wohin laufen gerade die Jugendlichen eigentlich? Nicht eben wenige haben sich jungen, freien Gemeinden angeschlossen, in denen weniger die Tradition als vielmehr das Event kultiviert wird. Sie nennen sich z.B. "Lux", "eli.ja", sind Jugendkirchen, die eine jugendgemäße Verkündigung betreiben oder christliche Events organisieren. Sie feiern u.U. auch schon mal Gottesdienste in Kinosälen oder Fabrikhallen und bringen damit den Glauben dahin, wo die Berührungsängste der Jugend nicht zu stark zum Tragen kommen. Und danach diskutieren sie die Predigt, klopfen sie ab auf ihre Bedeutung im Kontext der heutigen Zeit sowie ihre Glaubwürdigkeit. "Wenn sich die Einstellungen von Jugendlichen zur Institution Kirche geändert hat, heißt das keinesfalls, dass Religion für junge Leute in Deutschland keine Rolle mehr spielt", sagt etwa der Soziologe Waldemar Vogelgesang von der Universität Trier, der seit zwei Jahrzehnten die Bedeutung der Religion für Jugendliche in Jugendstudien untersucht. Nicht in Alltagsgesprächen und traditionellen Kirchen wird Religion diskutiert und gelebt, sondern in neuen religiösen Szenen und innovativen Jugendgemeinschaften. Seit einigen Jahren schon prägt Zielgruppenarbeit die Seelsorge in den großen christlichen Volkskirchen. Es gibt Krabbelgottesdienste, die Kulturkirche, "Kids-Treffs" für Kinder oder Familiengottesdienste. Insgesamt soll so eine "Sparten-Kirche" als Ergänzung des traditionellen Angebots entstehen. Das Konzept "Jugendkirche" verfolgt einen anderen Ansatz, indem es diese Angebote miteinander vernetzen möchte ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren. Die Mitarbeiterteams sitzen bundesweit an den Tischen und entwickeln Gottesdienst-Angebote sowie ein Gottesdienst-Profil mit einer Sprache, die der Jugend "etwas sagt", für sie verständliche ist. In den Predigten werden Themen besprochen, die sie etwas angehen und die Gemeinden fördern jugendkulturelle Ausdfrucksformen. Im Gottesdienst werden Jazz, klassische Musik und Lieder von Songwritern gespielt. Trotz der Unterschiedlichkeit in der Zielgruppe eint sich in den JuKis ein Personenkreis, der mit dem "neuen Gottesdienst-Format" Junge Christen ansprechen kann, die eine Alternative zu traditionellen Gottesdiensten suchen. Die Weichen für das neue Angebot sind vielfach gestellt: Die Gottesdienstzeiten wurden verändert, die Kirchenmusik um Rock und Pop erweitert, mancherorts komplett ersetzt – auch durch eine eigene Jugendband. "Wie auf dem Arbeitsmarkt, wo man nicht mehr einfach den Beruf des Vaters übernimmt, sondern seine eigenen Entscheidungen fällen muss, hat jeder auch in religiöser Hinsicht die Möglichkeit und Verantwortung sein Leben zu gestalten", sagt der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Andreas Hepp von der Universität Bremen. "Individualisierung der Religion" nennt sich das. "Auch als Kind einer katholischen Familie können Sie den Buddhismus für sich entdecken oder Sie landen womöglich bei der Wellness-Bewegung, die für Sie irgendwelche religiösen Dimensionen hat". Doch auch in den Jugendkirchen eint Weihnachten die ganze Christenschar, wenn auch mit anderen Ausdrucksformen, so doch mit den gleichen Inhalten.
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