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JUGENDKIRCHE pierre sein FILMTIPp 12-09 |
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Geschrieben von pierre roh
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Dienstag, 1. Dezember 2009 |
Während sich Deutschland auf den Weihnachtsmärkten stressen läßt, in den Kirchen Besinnung übt, in den Warenhäusern durchgeschubst wird, geht in Hollywood wieder die merkantile Illusionsmaschinerie ihren gewohnten Gang: Zuckersüße Kitschphänomene bevölkern die Leinwand und die Helden lächeln auch noch, wenn sie eigentlich tiefster Verzweiflung anheim fallen sollten. Wer wird 2009 den ultimativen, den wahren Film zum Fest landen, ist eine rauschgold-nachtblaue Lichtergala, lässt keine Wünsche offen, ist ein Geschenk fürs Gemüt? Wo steckt nur der Glanz und das Leid, Action und Seele, das ganz große und unzermatschte Gefühl? Wird wohl wieder jeder für sich selbst entdecken müssen in den Filmspieltheatern dieser Welt, auf DVD oder im TV, bewaffnet mit Zuckerwatte und Träne.
Weihnachten, das Fest der Ruhe und Besinnlichkeit. Aber wer kann es schon mit Logik erfassen, warum sich am Weihnachtsfest meist Sentimentalität breit macht? Und können und wollen wir das immer? Auch wenn einer dem anderen seine Zuneigung zeigt, kann er kaum erklären, warum das so ist und was genau in ihm vorgeht. Also freuen wir uns und feiern das unerklärliche Geheimnis des Festes der Gefühle und der Liebe.
Jeder erlebt Weihnachten anders. Der eine als romantisches Fest, der andere sieht es ganz nüchtern und bringt es irgendwie über die Bühne, einige igeln sich zu Hause mit dem Fernsehprogramm ein, manche feiern eine Anti-Weihnachtsparty andere wiederum würden es lieber abschaffen und fliehen in wärmere Gefilde. Die einen mögen es traditionell, die anderen bekommen schon beim Anblick einer harmlosen Tanne cholerische Anfälle oder Schübe tiefster Depression. Beim Fest scheiden sich die Geister. Aus welchen Gründen auch immer, aus privaten oder geschäftlichen, aus ideellen oder materiellen, kaum einer bleibt unberührt. Menschen, die sonst das ganze Jahr keine Kirche von innen sehen, sagen: Wenn ich nicht am Heiligen Abend in der Christmette war, dann fehlt mir etwas. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Bindung an die christlichen Kirchen bei vielen zwar gelockert oder aufgelöst, jedoch planen 47 % einen Kirchgang an Weihnachten.
Weihnachten ist für die meisten Bundesbürger immer noch ein in den christlichen Ritualen verwurzeltes Freudenfest, fand das Institut für Demoskopie Allensbach heraus. Wenige feiern Weihnachten im althergebrachten heidnischen Sinn als Lichtfest, als Fest der Winter-Sonnenwende, die die Tage wieder länger werden lässt. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Bindung an die christlichen Kirchen bei vielen zwar gelockert oder aufgelöst. Trotzdem ist Weihnachten für die Meisten immer noch ein Fest der Liebe - zumindest reden sie sich das ein.
83 % fühlen sich über Weihnachten zu Hause am wohlsten und machen es sich dort richtig gemütlich. Zwar hört jeder Zweite gerne alte deutsche Weihnachtslieder am Heilig Abend, aber nur jeder Dritte singt im Zeitalter der perfekten Tonwiedergabe von Radio, Fernsehen, CD und DVD selbst. Perfektes Timing also, um sich mit einem guten Buch etwas zurück zu ziehen und in den Geschichten von Schnee, Kaminfeuer und Nächstenliebe zu schwelgen - das haben immerhin gut 42 % vor.
Aber auch im Film gibt es inzwischen gelungene Literaturverfilmungen, die den Humor und die Atmosphäre von Weihnachten ins Herz transportieren und die Seele anwärmen. Hier einige Buchverfilmungen für den Weihnachtsfan unter den Cineasten:
A Christmas Carol - Eine WeihnachtsgeschichteUSA 2009 - Regie: Robert Zemeckis - Drehbuch: R. Zemeckis - Buch: Charles Dickens  Christmas Carol ist eine der bekanntesten Erzählungen von Charles Dickens. Sie wurde im Dezember 1843 mit Illustrationen von John Leech erstmals veröffentlicht. Das Buch enthält stark sozialkritische Töne, mit denen Dickens die Missstände im England des 19. Jahrhunderts anprangern wollte. Die rührende Geschichte aus dem London des 19. Jahrhunderts wurde in einem Genre- Mix aus Trickfilm, Drama, Fantasy dem heutigen Zeitgeist angepasst. Als aufrüttelnder Appell an die Menschlichkeit hat sie nichts an Brisanz verloren. "Diese Geschichte ist gerade jetzt so wichtig. Es geht um die Unmoral von Habgier" so Jim Carrey, der maßgeblich an dieser Neuverfilmung beteiligt war. "Der Film drückt Dinge aus, über die Dickens auf eine Art und Weise geschrieben hat, die so noch nie jemand zuvor gesehen hat. Es ist eine fantastische Story. Auf jede Zeit anwendbar." London, Ende des 19. Jahrhunderts: Der alte Ebenezer Scrooge ist ein unverbesserlicher Geizhals. Auch Weihnachten ist für ihn nichts als ein Ärgernis. Da erscheint ihm am Heiligen Abend sein verstorbener Kompagnon Marley, der früher selbst ein eiskalter Geschäftsmann war und es nun bitter bereut. Er prophezeit Scrooge ein düsteres Ende für den Fall, dass er seinen Lebenswandel nicht grundlegend ändert. In dieser Nacht wird Scrooge von den Geistern der Weihnacht heimgesucht, die ihn mit der eigenen Herzlosigkeit konfrontieren und zur Umkehr auffordern, bevor es zu spät ist. Als herzzereißend und bewegend kann man " Eine Weihnachtsgeschichte (2009)" einschätzen. Die Hauptrollen in diesem tragischen Kino-Film haben Jim Carrey, Gary Oldman und Colin Firth inne. Gerade die Besetzung des griesgrämigen Ebenezer Scrooge ist mit der Wahl Carreys bestens gelungen (zudem wird der Grinch-Darsteller auch die drei Weihnachtsgeister verkörpern). Von Robert Zemeckis kommt das Skript des Films, der auch die Regie übernahm. Regisseur Robert Zemeckis hat bereits mit 'Der Polarexpress' sein Händchen für schöne Weihnachtserzählungen bewiesen. Außerdem wurde die von ihm angewandte Motion-Capture-Technik seit Beowulf noch um einiges verfeinert, ganz abgesehen von der stetig wachsenden Qualität von CGI-Animationen allgemein. Anhänger von Drama, Familienfilm und Fantasy werden bei diesem Kino-Film 120 Filmminuten Spass haben. Es handelt sich hier aber keinesfalls um die erste Filmbearbeitung des Stoffes. Bereits 1901 erfolgte eine Stummfilmfassung und es ist anzunehmen, daß auch die diesjährigen Adaptionen nicht die letzten sein dürften. Hier eine Auflistung einiger der cineastischen Aufarbeitungen: - 1901: Scrooge; oder Marley’s Ghost, die erste bekannte Verfilmung als britischer Kurzfilm.
- 1951: Eine Weihnachtsgeschichte (Scrooge), mit Alastair Sim als Ebenezer Scrooge. Bei unzähligen Verfilmungen des Dickens Klassiker fällt es schwer zu sagen, welche man als die Beste ansieht. Auf alle Fälle ist diese sicher eine der Bekanntesten.
- 1960 wurde der Stoff als deutsches Fernsehspiel Ein Weihnachtslied in Prosa oder Eine Geistergeschichte zum Christfest mit Carl Wery als Ebenezer Scrooge unter dem Regisseur Franz Josef Wild verfilmt.
- 1970: Ronald Neames Musical Scrooge mit Albert Finney, der für seine Darstellung den Golden Globe Award in der Kategorie Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical erhielt, in der Hauptrolle.
- 1983: Mickys Weihnachtserzählung (Mickey’s Christmas Carol), Zeichentrick
- 1984: Charles Dickens’ Weihnachtsgeschichte (A Christmas Carol), mit George C. Scott als Ebenezer Scrooge
- 1988: Die Geister, die ich rief (Scrooged), mit Bill Murray als Frank Cross (eine moderne Verkörperung des Ebenezer Scrooge)
- 1988: Blackadder’s Christmas Carol, eine Version, in der Rowan Atkinson in die Rolle des Ebenezer Blackadder schlüpft, der sich, im Gegensatz zu Originalgeschichte, durch den Besuch eines Geistes (Robbie Coltrane) von einem barmherzigen Menschenfreund zu einem hinterhältigen, selbstsüchtigen Egoisten wandelt.
- 1992: Die Muppets Weihnachtsgeschichte (The Muppet Christmas Carol), mit Michael Caine als Ebenezer Scrooge, fast alle anderen handelnden Personen werden von Muppets dargestellt (so Gonzo als Charles Dickens, Kermit der Frosch als Bob Crachit und Miss Piggy als Emily Crachit)
- 1994: Freds Weihnachtsshow (A Flintstones Christmas Carol)
- 1999: A Christmas Carol – Die Nacht vor Weihnachten (Originaltitel: A Christmas Carol/Alternativer deutscher Titel: A Christmas Carol – Die drei Weihnachtsgeister, mit Patrick Stewart in der Rolle des Ebenezer Scrooge
- 2003: Carol und die Weihnachtsgeister (A Carol Christmas), mit Tori Spelling, Gary Coleman und William Shatner.
- 2004: A Christmas Carol – The Musical, eine Musical-Fassung mit Kelsey Grammer.
- 2009: Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen -- (Ghosts of Girlfriends Past)
In diese Auflistung müsste auch noch der Filmklassiker ' Ist das Leben nicht schön?' (Originaltitel: It's a Wonderful Life) aus dem Jahre 1946 aufgeführt werden, obwohl dieser auf einer Erzählung von Philip Van Doren Stern basiert. Wer diesen Film jedoch gesehen hat, ist sich der Ähnlichkeit mit der Dickens Geschichte sicherlich bewußt. Trotz des kommerziellen Misserfolgs an den Kinokassen wird der Film von Kritikern als einer der besten Filme aller Zeiten angesehen und avancierte durch das Fernsehen zu dem Weihnachtsfilm überhaupt. Diese Tragikomödie hat eine zeitlose Daseinsberechtigung und berührt auch außerhalb der besinnlichen Weihnachtszeit, was allein schon das ständige Auftauchen des Films in diversen Film-Top 100 Listen beweist. Ist das Leben nicht schön? USA 1946 - Regie: Frank Capra - Drehbuch: F. Goodrich, A. Hackett, F. Capra nach P. Van Doren Stern  George Bailey (James Stewart) hatte große Ziele im Leben. Erreicht hat er davon kein einziges. Er wollte die Welt sehen, doch der Schlaganfall seines Vaters drängte ihn in die Geschäftsführerposition in der väterlichen Firma, die er so gerne hinter sich gelassen hätte. Als er nach einigen Jahren verheiratet und mit vier Kindern noch immer kein einziges seiner sich selbst gesetzten Ziele erreicht hat und ausgerechnet an Weihnachten 8.000 Dollar aus der Firmenkasse verloren gehen, möchte er seinem Leben ein Ende setzen. Bailey sieht keinen Ausweg mehr, wegen Veruntreuung droht nun Gefängnis. Der einflussreichste Mann in der Stadt, Mr. Potter (Lionel Barrymore), will ihm nicht helfen, sondern George vielmehr ans Messer liefern. Seine Familie und Freunde haben ihn aber nicht vergessen. Auf ihre Gebete hin, wird der Engel Clarence (Henry Travers), der sich seine Flügel erst noch verdienen muss, hinab gesandt. Rettungsengel Clarence soll nun versuchen, den finanziell ruinierten Familienvater umzustimmen. Dieser hat lediglich eine Stunde Zeit, sich der Sache anzunehmen. Regisseur Frank Capra stellte mit diesem Film einmal mehr seine Meisterschaft bei schwungvollen Komödien mit sozialkritischen Untertönen unter Beweis. Mit der sentimental-intelligenten Geschichte "Ist das Leben nicht schön?" knüpfte Capra noch einmal als Propagandist der unter Roosevelt als "New Deal" bekanntgewordenen Politik an, indem er Ausbeutung und Machtstreben anprangerte. Seine Attacken verpackte der Regisseur geschickt in unterhaltsame Filmgeschichten, in denen sich sentimentale Passagen mit bissiger Ironie genial mischen. Die Geschichte ist äußerst tiefgründig und voller Parabel über das Scheitern, Träume, Freundschaft und Ehre. Der Regisseur hält sich gerade zu detailverliebt an die Romanvorlage und unter dem melancholischen Spiel von James Stewart (mit Dackelblick) leidet und fühlt man mit. Die Verfilmung ist ein Werk der großen Gefühle mit leisen Untertönen, der großen Taten und der stillen Helden. Unverständlicherweise fiel der Film in den USA anfangs durch. Auch bei der Oscar-Verleihung im Jahr 1947 konnte der Film, trotz fünf Nominierungen, keinen der begehrten Trophäen erringen. Capra, der gerade eine eigene Produktionsgesellschaft gegründet hatte, verlor mehr als eine halbe Million Dollar. Im Jahr 1974 verfiel das Copyright, da sich keiner um die Rechte kümmerte. Seit diesem Zeitpunkt strahlten die Fernsehsender kostenlos den Film aus. Erst Anfang/Mitte der Siebzigerjahre erkannte man dadurch den Wert dieses Film als ideale Weihnachtsgeschichte, die von da an regelmäßig gezeigt wurde und wird. Im Jahr 1993 klagte Republic Pictures vor Gericht das Copyright ein und besitzt seitdem die Exklusivrechte. 2002 erschien die DVD des Films. Nicht nur zur WeihnachtszeitBRD 1969 - Regie: Vojtech Jasny - Drehbuch: Heinrich Böll - Buch: Heinrich Böll  Als Heinrich Böll nicht nur den Nobelpreis gewonnen, sondern Volker Schlöndorff auch seine "Katharina Blum" zu einem Kinoerfolg gemacht hatte, kamen Böll-Verfilmungen in Mode. Der Mann, dem 1975 "Ansichten eines Clowns" anvertraut wurde, hieß Vojtech Jasny, war in seiner tschechischen Heimat mit "Alle guten Landsleute" - einer kritischen Betrachtung der Bauern-Zwangskollektivierung - aufgefallen und nach der Erstickung des Prager Frühlings ins österreichische Exil gegangen. Jasny kehrte im Zuge der Havel-Revolution nach Prag zurück. Gestern konnte er seinen 84. Geburtstag feiern. Der gemeinsame Nenner seiner Arbeiten ist ihr Engagement für Toleranz und gegen Opportunismus. Einen Ruf im Westen schuf er sich vor allem mit Literaturverfilmungen: Bernhard ("Der Kulterer"), Kipphardt ("Das schizophrene Leben des Dichters Alexander März"), Kohout ("Die Einfälle der heiligen Klara") und Heinrich Bölls "Nicht nur zur Weihnachtszeit". Mit 'Nicht nur zur Weihnachtszeit" hat Heinrich Böll zum ersten Mal ein Originaldrehbuch für das Fernsehen geschrieben. Böll lässt es bei der Schilderung dieses permanenten Christfestes an skurrilen Einfällen nicht fehlen. Damit attackiert er die verkitschte, sinnentleerte und dem Äußerlichen verhaftete Weihnachtsfeier sowie die seelen- und geistlose Automatisierung und Schematisierung gesellschaftlicher Rituale. Die Satire "Nicht nur zur Weihnachtszeit" ist die Geschichte von Tante Milla, "die in der ganzen Familie von jeher wegen ihrer Vorliebe für die Ausschmückung des Weihnachtsbaumes bekannt" war, "eine harmlose, wenn auch spezielle Schwäche, die in unserem Vaterland ziemlich verbreitet ist." Nachdem Weihnachten 47 endlich wieder alles war wie vor dem Krieg, kann Tante Milla nicht mehr aufhören, Weihnachten zu feiern. Nicht nur, dass, solange der Weihnachtsbaum noch ansehnlich war, dieser im Kreise der gesamten Familie allabendlich im Kerzenglanz erstehen musste, nein als er, lange nach Dreikönig, um Lichtmess herum, abgetakelt werden sollte, versuchte die sonst so harmlos liebenswerte Tante Milla dies mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, zu verhindern. Sie schrie, sie hörte gar nicht mehr auf zu schreien. Und keiner wusste Rat, bis einer dahinter kam, dass die einzige Möglichkeit, sie zu beruhigen darin bestand, sie ihren Weihnachtsbaum schmücken zu lassen und mit ihr Weihnachten zu feiern. Die verkehrte dramatische Situation: Die alte schrullige Tante Milla geht als einzige in der Verwandtschaft unbeschädigt - abgesehen von ihrem Weihnachtsfimmel – aus der Dauerweihnacht hervor. Äußerlich gesund und munter aussehend, feiert sie immer und immer wieder ihre ganz spezielle Weihnacht. Jeden Abend zur Dämmerstunde berührte sie ihren Mann am Ärmel und sagte: " So wollen wir denn die Kinder zur Feier rufen, ich glaube, es ist Zeit." Über Monate und Jahre. Die meisten Familienmitglieder sind längst durch Schauspieler ersetzt, irgendwann geht auch das nicht mehr, man musste zum Mittel der lebensechten Wachspuppen greifen. Hauptattraktion des Weihnachtsschmucks war ein Glaszwergenspiel, das sich durch die aufsteigende Wärme der brennenden Kerzen leicht klingelnd bewegte und an der Spitze des Tannenbaumes "hing ein silbrig gekleideter rotwangiger Engel, der in bestimmten Abständen seine Lippen voneinander hob und ‚ Frieden’ flüsterte, 'Frieden’." Auch wenn der Film so angelegt ist, dass man zunächst vor allem amüsiert ist, ist die Wahrheit dahinter, wie sehr Heinrich Böll sich entsetzt zeigt über die Entleerung der weihnachtlichen Rituale, die kaum noch ahnen lassen, warum Weihnacht ist. Dagegen hat er angeschrieben. Kein Wunder, daß Bölls Fernsehspiel 'Nicht nur zur Weihnachtszeit' im Jahr 1969 im Advent 'technischen Schwierigkeiten' zum Opfer fiel und im Jahr 1970 verschämt nach dem Fest ausgestrahlt wurde. Den Herren vom ZDF hätte mehr Mut besser angestanden, schließlich ist mit unserem Festgebahren nicht alles in Butter, und Bölls Unterfangen, unsere Konsumweihnacht, auf Einsichten hoffend, bloßzustellen, durchaus angebracht". Little Lord Fauntleroy - Der kleine Lord Großbritannien 1980 - Regie: Jack Gold - Drehbuch: Blanche Hanalis - Buch: Frances Hodgson Burnett  Der Film ist die cineastische Umsetzung des gleichnamigen Romans von Frances Hodgson Burnett aus dem Jahr 1886 und hält sich überwiegend streng an die Romanvorlage. Eine Ausnahme bildet der Schluss: Der Roman endet mit dem 8. Geburtstag des kleinen Lord. Der Film endet (effektvoller) mit dem Weihnachtsfest und ist seit Jahren in Deutschland fester Bestandteil des weihnachtlichen Fernsehprogramms. Obwohl es bereits 1936 eine s/w-Verfilmung, wie auch 2000 eine Fernsehvariante mit Mario Adorf gab, ist die Verfilmung mit Alec Guinness wohl diejenige, die jeder kennt. Manchmal erinnert sie an die Jungenvariante von Aschenputtel, dazu noch grandiose Darsteller und viel Liebe bei der Ausstattung, was will man mehr. "Der kleine Lord" ist auf alle Fälle ein zeitloses Weihnachtsmärchen. In Amerika lebt der kleine Cedric Errol (Rick Schroder) mit seiner Mutter, der Witwe Mrs. Earl (Connie Booth), in bescheidenen Verhältnissen. Mit seinen hübschen blauen Augen, den blonden Locken und seinem guten Benehmen war Ceddie immer schon der Liebling seiner New Yorker Nachbarschaft, und unter seinen Freunden, dem Schuhputzer Dick und dem Heringshändler Mr. Hobbs, hoch angesehen. Doch als der englische Anwalt Mr. Havisham enthüllt, wer Cedric wirklich ist, scheint seine idyllische Kindheit mit einem Schlag zu enden. Seinen Großvater, den reichen Earl of Dorincourt (Alec Guinness) hat er bisher nicht zu Gesicht bekommen, da dieser seinen Sohn wegen der unstandesgemäßen Heirat enterbt hatte. Doch nun, in fortgeschrittenem Alter, will er seinen Erben kennenlernen und lädt Cedric nach England ein. Seine Mutter darf ihn zwar nach England begleiten, doch versucht der alte Lord Fauntleroy zunächst, die beiden zu entfremden und den Jungen nach den strengen Regeln der Tradition zu erziehen. Die Mutter wird kurzerhand ins Gästehaus abgeschoben, und der griesgrämige Greis führt seinem Enkel das mit harter Hand geführte Anwesen vor. Er soll lernen, die Besitztümer, die einmal ihm gehören werden, seinem adligen Rang entsprechend zu verwalten. Mit seiner liebenswerten Art gelingt es allmählich dem kleinen Cedric, das Herz des Misanthropen zu erweichen. Doch nicht einmal der hinterhältige Plan eines Hochstaplers, Cedric um sein Erbe zu bringen, kann verhindern, dass die Dorincourts am Ende eine glückliche Familie werden. Anders als bei der übermäßig rührseligen Romanvorlage, gelingt es der Drehbuchautorin Blanche Hanalis und Regisseur Jack Gold, die Geschichte über die wundersame Wandlung eines unausstehlichen Snobs in einen Wohltäter dank der unschuldigen Freundlichkeit eines kleinen Jungen ebenso fesselnd wie überzeugend zu erzählen. Nightmare before ChristmasUSA 1993 - Regie: Henry Selick - Drehbuch: Caroline Thompson, Michael McDowell - Buch: Tim Burton/Daphne Skinner  Lachen und Freude, das könnte auch synonym für "Nightmare Before Christmas" stehen. Das Lieblingsfest des Filmemachers Tim Burton war schon immer Halloween. Da ihm Weihnachten viel zu brav war, überlegte er wie er diesem Festtage ein wenig auf die Sprünge helfen könne. Diese Gedanken verarbeitete er zu einem gereimten Kinderbuch mit eigenen Illustrationen, das vom Halloween-Zeremonienmeister Jack Skellington erzählt, der ein furchtbares Chaos anrichtet. Als Burton Anfang der Achtziger Jahre in den Disney-Studios als Zeichner arbeitete, stieß diese Story zunächst auf absolute Ablehnung der damals nicht sehr experimentierfreudigen Firmenleitung. Stattdessen realisierte Burton dort die beiden Kurzfilme "Frankenweenie" und "Vincent". Doch nachdem Burton als Regisseur mit "Batman" einen gewaltigen Filmhit landete, wurde sein "Nightmare before Christmas"-Konzept für Disney plötzlich äußerst interessant. Da Burton jedoch mitten in den Dreharbeiten zu "Batman Returns" steckte, übernahm Henry Selick die tricktechnische Leitung des Films. Das von Burton nach seiner Vorlage produzierte Musicalmärchen nimmtt Horrorstreifen und süßliche Weihnachtsfilme gleichermaßen in die Mangel und ist als Puppen-Grusical über ein etwas anderes Weihnachtsfest ebenso schaurig und schön wie sein letzter Animations-Hit "Corpse Bride". Gedreht wurde der Film in der so genannten Stopp-Motion-Technik. Das heißt, die Hauptdarsteller sind Puppen und der Film besteht nur aus Einzelbildern. Die Puppen wurden dann für jede Szene ein bisschen bewegt und reiht man die Bilder aneinander, ergibt sich ein Film. Das tolle an "Nightmare" ist jedoch, dass man überhaupt nicht merkt, dass es sich um Puppen handelt. Die Figuren wirken lebendig und ihre Bewegungen sind fließend. Die deutschen Filmstimmen sind eine Klasse für sich. Jack Skellington, der Gruselkönig mit dem guten Herzen wird von Alexander Goebel gesungen und gesprochen. Berühmt wurde Goebel als Che in Evita und als "Das Phantom der Oper". Die gutherzige und verliebte Lumpenpuppe Sally spricht Nina Hagen und dem abgrundtief bösen Oogie Boogie leiht Ron Williams in herrlich dreckiger Art und Weise seine Stimme. Jedes Jahr das gleiche Theater! Jack Skellington und seine Monster bereiten den Menschen ein schaurig-schönes Halloweenfest. Jetzt hat der spindeldürre Melancholiker genug vom Leute-Schocken. Betrübt wandelt er durch den Wald, wo er die Pforte nach "Christmastown" entdeckt. Prompt entführt er Santa Claus - und übernimmt dessen Geschäfte. Doch Jacks Schlangen und Schrumpfköpfe versetzen die Kinder nur in Angst. Frohes Fest! Geister, Gespenster und gruselige Gestalten leben in Halloweentown und begehen mit Enthusiasmus ihren Feiertag. Initiator der großen Party ist Jack Skelington, der Kürbiskönig und Held von Halloweentown. Er wird von seinen Bewohnern verehrt. Doch hinter seinem knochigen Äußeren verbirgt sich ein trauriges, sanftmütiges Skelett. Er ist den alljährlichen Trott satt und macht seinem Unmut Luft. So macht er sich auf, über den Friedhof von Halloweentown hinaus in die dunkeln Wälder. Vor einem Baum mit Weihnachtsmotiv bleibt er stehen und wird durch ihn in das Weihnachtsland katapultiert. Dort sieht er etwas, was ihm bisher vollkommen unbekannt war: Freude, Wärme und Liebe. Völlig fasziniert eilt er nach Halloweentown zurück und will mit Hilfe der Bewohner ein noch schöneres und größeres Fest organisieren. Dass er dabei alles falsch machen wird, kann man sich ja fast denken, denn die Bewohner von Halloweentown haben natürlich nur Schabernack im Sinn. Selbst die Warnung der Lumpenpuppe Sally schlägt er aus. Der mit viel Liebe und Sorgfalt realisierte Film kann sich immer und immer wieder sehen lassen. Die schrägen aber liebenswerten Figuren gehören mittlerweile zum Disney-Fundus, in Japan erschien ein Manga dazu und 2006 kam eine 3-D-Version des Filmes in die Kinos. Kurzum: "Nightmare Before Christmas" sollte jeder einmal gesehen haben, nur dann wird Weihnachten richtig schön. Lasst euch einfach in diese Wunderwelt entführen. Freunde von Tim Burtons Hauskomponist Danny Elfman kommen bei der bisher leider nur in Übersee zu beziehenden Soundtrack-CD voll auf ihre Kosten. Diese ziert nicht nur ein 3-D-Wackelcover sondern es ist auch noch eine Bonus-CD enthalten. Neben fünf Demo-Versionen durch die Danny Elfman seine Filmmusik seinerzeit erstmals vorstellte, werden als besonders netter Gimmick zusätzlich noch fünf Cover-Versionen geboten. Marilyn Manson, Fiona Apple, Fall Out Boy, She Wants Revenge und Panic! At the Disco haben Stücke wie “Kidnap the Sandy Claws“ oder “Sally´s Song” eingespielt. Diese meist sehr nah am Original gehaltenen aber dennoch sehr frisch wirkenden Versionen sind ideal für jene, die den Original-Soundtrack schon in- und auswendig kennen. Die Musik zu “Nightmare before Christmas“ ist auf alle Fälle neben dem von Tom Waits intonierten Christmas-Song weiterhin eine ideale akustische Fluchtwelt inmitten allzu großer (vor-) weihnachtlicher Süßlichkeit. Eine WeihnachtUSA 1994 - Regie: Tony Bill - Drehbuch: Duane Poole - Buch: Truman Capote  Schriftsteller Truman Capote erzählt von dem sechsjährigen Buddy. Hepburn bietet sich hier eine Paraderolle und in Verbindung mit dem Darsteller von Buddy entstehen herrliche Szenen, die auf eine ganz eigene Art den Zauber von Weihnachten näher bringen. Capote schildert uns den kleinen Buddy als recht altklugen, aber eben auch lebensklugen Erzähler. Der Film ist mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu genießen; eine Erzählung über Schwäche, Güte und (wie könnte es anders sein) dem Wunder von Weihnachten. Der kleine Buddy wächst bei Verwandten auf dem Land in Alabama auf, bei einer ziemlich verrückten Familie von Onkeln, Tanten und seiner geliebten Kusine Sook. Seine Mutter lebt in New York, der Vater in New Orleans.. Seine Eltern haben sich schon vor langer Zeit getrennt. Dieses Jahr soll Buddy das Weihnachtsfest erstmalig bei seinem Vater in Louisiana verbringen, den er noch nie zuvor gesehen hat. Buddy fügt sich, widerstrebend, in die lange, mühsame Reise, weil er hofft, in New Orleans Schnee zu erleben. Weihnachten ist die Zeit der Wunder - nur nicht in New Orleans. Der sechsjährige Buddy, der bei lieben, schrulligen Verwandten in Alabama lebt, soll das Weihnachtsfest bei seinem Vater in der Stadt am Mississippi verbringen. Es regnet dort jedoch Bindfäden, mit dem ersehnten Schnee ist es nichts, und den Weihnachtsmann gibt es leider auch nicht. Das swingende New Orleans der 30er Jahre fasziniert den kleinen Jungen von der ersten Sekunde an. Er entdeckt die für ihn verwirrende Welt seines Vaters - einem Mann mit zwei Gesichtern: Nach außen erscheint er als reicher, souveräner Mann, innerlich ist er jedoch einsam, eine gescheiterte Existenz. Buddy kannte den Vater bisher nur aus Erzählungen und seinen Träumen. Diese Fiktion entpuppt sich dummerweise in der Realität als egoistischer, alkoholabhängiger Hochstapler, der älteren Damen charmierend das Geld aus der Tasche zieht. Buddy lernt in diesen Tagen beim Vater viel: über sich und Erwachsene, die sich Illusionen machen, über Leichtgläubigkeit, Naivität und die Schwierigkeiten, selbst gestaltete Trugbilder des Lebens hinter sich zu lassen. Auch, daß Weihnachten doch die Zeit der Wunder ist. Manchmal sehen sie nur anders aus, als man vorher gedacht hat. In Buddy erwächst der Wunsch, seine Eltern wieder zusammen zu bringen. Hier ist es nun gelungen mit der unvergleichlichen Katherine Hepburn in einem ihrer letzten Filme eine leise, aber charmante Verfilmung zu bieten. Ich kann wirklich sagen, daß Capotes Erzählung (Eine Weihnacht. dt. München 1984) ohne den typischen Schmalz auskommt und trotzdem einfach wunderschön ist. "Eine Weihnacht" ist wirklich ein Film für die ganze Familie. Die Darsteller sind durch die Bank weg hervorragend besetzt und obwohl man sich entschlossen hat, den Film in den 30er Jahren spielen zu lassen, wirkt er zeitlos und aktuell. Das Wunder von ManhattanUSA 1994 - Regie: Les Mayfield - Drehbuch: George Seaton, John Hughes - Buch: Valentine Davies  Bereits 1947 rührte das weihnachtliche "Wunder von Manhattan" weltweit die Herzen der Kinobesucher. Mit vollem Fug und Recht gilt der alte Streifen mit Maureen O'Hara, der jungen Natalie Wood und Edmund Gwenn als Kriss Kringle heute als Klassiker der Filmgeschichte. Umso bewundernswerter ist die Arbeit des eingespielten Teams aus Produzent John Hughes ("Kevin - Allein zu Haus", "101 Dalmatiner") und Regisseur Les Mayfield: Mühelos transportierten die beiden die rührige Weihnachtsgeschichte in die 90er Jahre. Das Wunder von Manhattan ist eine Weihnachtsgeschichte, die davon handelt, dass man nie die Hoffnung aufgeben soll. Kris Kringle kommt auf die Erde, um noch Menschen zu finden, die an den Weihnachtsmann, also an ihn, glauben. Es herrscht allerdings der Konsum vor und Weihnachten und der Weihnachtsmann stehen nicht mehr im Vordergrund, sondern Spielzeug und Umsatz. New York, kurz vor Weihnachten, alles bereitet sich auf das Fest vor, doch die Zukunft des traditionsreichen New Yorker Kaufhauses Cole erscheint düster: Die Angestellten des renommierten Kaufhauses Cole werden von gravierenden Existenzsorgen geplagt. Die Kunden bleiben aus, eine Billigkette will den Betrieb übernehmen, und zu allem Überfluss ist gerade der Kaufhaus-Weihnachtsmann besoffen von seinem Schlitten gekippt. Dorey Walker (Elizabeth Perkins), die attraktive Werbechefin des Hauses, muss sich etwas einfallen lassen. Da taucht ein weißbärtiger älterer Herr namens Kriss Kringle (Richard Attenborough) auf und übernimmt den Job als Santa Claus. Dass er behauptet, der echte Weihnachtsmann zu sein, stört nicht weiter, denn die Kinder lieben den gütigen alten Mann, und auch auf die Erwachsenen hat der warmherzige Kringle in der hektischen Vorweihnachtszeit eine äußerst wohltuende Wirkung - was die Konkurrenz gar nicht erfreut. Im Kaufhaus Cole klingeln wieder die Kassen. Die Konkurrenz des Hauses Cole will den erfolgreichen Weihnachtsmann loswerden und spinnt eine hinterhältige Intrige. So holen diese zum Gegenschlag an: Der Alte behauptet der Weihnachtsmann selbst zu sein, also wollen sie Kringle für unzurechnungsfähig macht - und zwingen ihn vor Gericht, um ein für allemal die Frage zu klären: Gibt es den Weihnachtsmann wirklich. Für alle Kinder, die ihn kennen, gibt es da überhaupt keinen Zweifel - wenn da nicht die realistischen Erwachsenen wären. Für die ist der gute Mr. Kringle einfach nur ein Verrückter. Aber wie kann man das beweisen? Für Kringle geht es um mehr, als nur in eine Anstalt eingewiesen zu werden. Für ihn geht es um die Kinder der ganzen Welt - denn was wäre Weihnachten ohne den Geschenkebringer? Und es geht ihm um die kleine Susan und deren Mutter: Denn gerade diese kleine Familie hätte ein Wunder bitter nötig! Dorey Walkers kleine Tochter Susan (Mara Wilson), ein 10-jähriges Mädchen, etwas altklug und für ein Kind viel zu vernünftig, das ohne den Glauben an den Weihnachtsmann, den Osterhasen, Feen, Märchen und dem Prinzen aufgezogen wurde, entdeckt nach und nach, dass Kris Kringle besondere Fähigkeiten hat. Sie erzählt ihm von ihrem Weihnachtswunsch und ist glücklich, denn Kriss Kringle hat der kleinen Scheidungswaise versprochen, ihren größten Weihnachtswunsch zu erfüllen: einen neuen Papa. Wer Richard Attenborough in dieser Rolle gesehen hat, wird in ihm nie wieder etwas anderes sehen als den Weihnachtsmann. Wenn er mit seinen blauen, strahlenden Augen vor Gericht steht und mit gütigem Lächeln und nachsichtigem Kopfschütteln dem Staatsanwalt wie einen kleinen Jungen vorführt, möchte man selbst noch mal Kind sein und an die Unschuld von Weihnachten glauben. Mara Wilson (auch zu sehen in Rauld Dahls' Mathilda) zählt als Tochter Susan zu den Entdeckungen des Films, da sie ihre Rolle teils altklug aber stets sympathisch spielt. Und auch von Elizabeth Perkins als Lauras Mutter und dem netten Anwalt von nebenan, Bryan Bedord (Dylan McDermott), geht eine Herzlichkeit aus, die einem gerade zu Weihnachten ganz warm ums Herz werden lässt. Der Grinch USA 2000 - Regie Ron Howard - Drehbuch: Jeffrey Price, Peter S. Seaman - Buch: Theodor Seuss Geisel Der Grinch ist der Film zum gleichnamigen amerikanischen Kinderbuch von Dr. Seuss. Das Buch gehört in den USA zur vorweihnachtlichen Standardliteratur, doch hierzulande ist es als Lektüre weitestgehend unbekannt geblieben. Aber spätestens nach dem Film und der großangelegten PR-Aktion wird der Grinch in Deutschland kein Unbekannter mehr sein und die USA hat wieder eines ihrer Kultobjekte erfolgreich exportiert. und wie fast alle Weihnachtsmärchen kommt auch dieses mit einer Moral daher: Seid lieber das ganze Jahr über nett zu einander, schämt euch des Geschenke-Overkills. Nur, wie bringt man das der Playstation-Generation bei? Howard hat die Fabel als farbenprächtiges Spektakel inszeniert, deren Ironie, ganz dem Geschmack der Massen untergeordnet, zuweilen im Kunstkitsch-Schneegestöber unterzugehen scheint. Also muss Jim Carrey, die humoristische Allzweckwaffe, dieses fromme Ansinnen transportieren. Er ist es, der aus dieser Glitzerfantasie ein Kinogeschenk macht und vermiest als Grinch dem in einer Schneeflocke beheimateten Ort Whoville das großkotzig geplante Fest. Wundern, dass er ihnen die Präsente klaut, dürfen sich die materialistischen Whos nicht - haben sie dem pelzigen Grünen doch von Gnomesbeinen an übel mitgespielt. Der Grinch, ein grünes Wesen mit einem Herzen aus Stein, wohnt in den Bergen hoch über dem idyllischen Städtchen Whoville. Übellaunig und verschlagen haßt er eine Sache ganz besonders: fröhliche Menschen, zum Beispiel solche, die sich auf Weihnachten freuen. Also faßt er einen besonders perfiden Plan - er will das Christfest einfach stehlen. Alles läuft glatt, bis der Grinch von der kleinen Cindy entdeckt wird. Das Mädchen kämpft um ihre heile Welt - und der Grinch muss sich plötzlich mit den eigenen Ängsten auseinander setzen. Tara: Nach einem echten Kinderbuchklassiker mit einem fast nicht erkennbarem Jim Carrey in der Hauptrolle. Die Verfilmung schafft es genau das zu Transportieren, was Dr.Seuss Bücher ausmachen: Gefühl, Komödie, Aberwitz. Leider geraten neben einem unheimlich starken Hauptdarsteller aber alle anderen Figuren und die liebevolle Ausstattung stark in den Hintergrund. Dies mag bei dem grandiosen Spiel des Grinch zwischen liebeswertem Monster, Nervensäge und Chaot zwar nur am Rande stören, doch bisweilen war mir der Film für eine Weihnachtsgeschichte einfach zu laut, zu schrill, zu hektisch. Manchmal hat man einfach den Eindruck, Ron Howard wollte zu viel des Guten. Trotzdem ist es zweifellos eine sehr gelungenen Verfilmung, die perfekt zur Aussage von Weihnachten paßt. Dennoch: Der Film, der uns vom Konsumrausch abhält, muss noch gedreht werden. Und mal ehrlich: Hollywood wird ihn sich schenken. Frohe Weihnachten!
Der Polarexpress
USA 2004 - Regie: Robert Zemeckis - Drehbuch: William Broyles jr., R. Zemeckis - Buch: Chris Van Allsburg
Zur Weihnachtszeit ist Der Polarexpress der perfekte Film für die ganze Familie. Die Magie von Weihnachten ist ein Geschenk, das viel wert ist, aber nichts kostet. Es ist eine Reise in eine Zeit voller Geheimnisse, in der man glauben durfte und nicht zweifeln musste. Dass es sich lohnt, sie anzutreten, ob man nun Kind ist oder es wieder sein will, erzählt Chris Van Allsburg im Weihnachtsmärchen "Der Polarexpress".
Der Streifen ist durchaus pädagogisch wertvoll und während sich die jungen Zuschauer an der begeisternden Geschichte erfreuen, dürften die Erwachsenen die fantastischen Computeranimationen bestaunen, die 2004 erneut Maßstäbe setzte. Nie wirkten CGI-Figuren lebendiger. Und die Szene, in der der Zug über den zugefrorenen See schliddert, stellte damals einen cineastischen Höhepunkt dar, der sowohl Jung wie Alt gleich begeisterte und eine Oscar-Nominierung einbrachte.
Am Weihnachtsabend legt sich die Dunkelheit über eine kleine verschneite Stadt. In einem der Häuser macht sich ein Junge gerade bettfertig, während er ernsthaft über die Existenz des Weihnachtsmanns zu grübeln beginnt. Gibt es den Weihnachtsmann? Zu seiner großen Überraschung hört er plötzlich statt des Klanges eines Rentierschlittens Geräusche eines Zuges, dem Polarexpress, der qualmend vor seiner Heimstatt zum Stehen kommt, und der Schaffner drängt den Jungen zum Einsteigen. Zu dessen Erstaunen sind alle Abteile mit Kindern in Schlafanzügen besetzt.
Mit einem Mal befindet sich der Junge inmitten einer fantastischen Reise zum Nordpol, bei der er nicht nur Santa Claus kennen lernt. Bis alle schließlich wieder zu Hause abgesetzt werden, erleben die Kids eine Reihe von Abenteuern, die Achterbahnfahrten, einen spannenden Wettlauf des auf einem gefroren See entgleisten Zuges gegen das einbrechende Eis, eine erschreckende Begegnung mit lebendigen Puppen, eine Riesenfeier auf dem Nordpolstadtplatz und die Bekanntschaft mit dem Weihnachtsmann in seinem Basislager höchstpersönlich umfassen.
Das ist eine Seite der Magie, die andere entfaltet sich in staunenden Kinderaugen, malerischen Winterlandschaften, wärmender Geborgenheit und in Tassen heißer Schokolade, die im Zug serviert werden. In ihnen und in dieser Welt verändern sich durch diese wundersame Erfahrung die Vorstellungen und Träume und man könnte sich in ihnen verlieren.
Ein wunderschöner Weihnachtsfilm, der mit viel Liebe zum Detail animiert wurde und nicht nur für die Kleinen durchwegs spannend ist. Das Traumduo Robert Zemeckis und Tom Hanks, das schon bei Forrest Gump und Verschollen zusammen arbeitete, produzierte den Film gemeinsam. Er basiert auf Chris Van Allsburgs gleichnamigem, weltweit erfolgreichem Kinderbuch - bei uns bekannt in der Übersetzung von Hansjörg Schertenleib.
Die Geschichte ist sehr phantasievoll und wurde dank sensationeller Computertechnik wunderbar umgesetzt. Das Zauberwort dabei ist "Performance Capture" bzw. "Motion Capture", welche bereits bei den Dreharbeiten zur Trilogie Der Herr der Ringe für die Rolle des Wesens Gollum verwendet wurde. Diese Technik war bereits bei Golum in Der Herr der Ringe zu sehen. Dabei werden die Bewegungen und die Mimik eines Menschen durch Sensoren direkt auf den Computer übertragen.
Somit ist es möglich, dass Tom Hanks in diesem Film fünf verschiedenen Charakteren seine Gesichtszüge leiht und anschließend einen Großteil davon auch noch synchronisierte. Leider ist es aber noch nicht möglich die Augen eines Schauspielers auf sein virtuelles Pendant zu übertragen. Somit müssen diese noch separat animiert werden, was zur Folge hat, dass die Blicke mancher Figuren ziemlich starr wirken. Das Verfahren wurde hier erstmals auf einen kompletten Film ausgedehnt.
Verrückte WeihnachtenUSA 2004 - Regie: Joe Roth - Drehbuch: - Chris Columbus - Buch: John Grisham  Über das Buch konnte man Tränen lachen. Demgegenüber wirkt der Film merkwürdig blass. Zwar hält er sich gerade zu detailverliebt an die literarische Vorlage, jedoch ist zu vermuten, daß man mit dem Klamauker Tim Allan einfach zu viel des Guten getan hat. Eigentlich sind das Ehepaar Luther (Tim Allen) und Nora (Jamie Lee Curtis) Krank ganz und gar dem Weihnachtsfieber verfallen - Geschenke, Lichter, Christbaum, inklusive 'Frosty', dem illuminierten Plastik-Schneemann auf dem Dachgiebel. Doch weil sie erstmals ohne das in Peru weilende Töchterchen Blair (Julie Gonzalo) feiern sollen, beschließen die beiden, Weihnachten dieses Jahr abzusagen. Das sonnige Poster der Karibik im Fenster eines Reisebüros bringt Luther zudem auf eine Idee: Wenn die Kranks die Feiertage eh' ohne ihren Nachwuchs verbringen müssen, könnten sie doch eigentlich in die Sonne fahren. Leichter gesagt als getan, denn die rigorosen Nachbarn, darunter die Cops Salino (Cheech Marin) und Treen (Jake Busey) sowie der ewig miesepetrige Walt (M. Emmet Walsh), sind nicht willens, die Kranks aus dem gewohnten Feiertagstrott ausscheren zu lassen. Und dann ändert auch noch das Töchterchen ihre Pläne. Kurz vor der Abreise bekommen die Kranks einen Anruf : Blair hat sich entschieden, die Feiertage nun doch zuhause zu verbringen. Jetzt haben Luther und Nora weniger als 24 Stunden Zeit, sich selbst und ihre Nachbarn, allen voran Vic Frohmeyer (Dan Aykrod), wieder in die richtige Weihnachtsstimmung zu versetzen Die Geschichte ist eine herrliche Persiflage auf das amerikanische Weihnachtsfest mit all seinen Traditionen und dem Kommerz, um am Schluß doch zu zeigen, daß Weihnachten eben einfach DAS FEST ist. Insofern ist sowohl mit dem Filmtitel, wie auch mit der Wahl des Hauptdarsteller schon ein wenig vorgegeben, daß man leider dem köstlichen Zynismus den Grisham über seine Landsleute ausschüttet nicht 100% Rechnung tragen will, sondern eher in Richtung Komödie geht. Doch das wird nicht konsequent durchgehalten, und so bleibt das Besondere des Buches bedauerlicherweise über weite Strecken hinweg verborgen. Wer das Buch nicht kennt, wird dennoch rückhaltlos begeistert sein, denn man mit dem Film einen schönen Abend verbringen und in Weihnachtsstimmung kommen. Eine gute Story und zwei so routinierte Darsteller wie Tim Allan und Jamie Lee Curtis tragen nicht nur die etwas unausgegorene Verfilmung, sondern geben ihr Charme und Witz. Terry Pratchett's Hogfather SchweinsgaloppGroßbritannien 2006 - Regie: Vadim Jean - Drehbuch: V. Jean - Buch: Terry Pratchett  Die humorvollen Scheibenwelt-Romane des englischen Schriftstellers Terry Pratchett haben eine riesige Fangemeinde. Seit 1983 hat er 31 Scheibenwelt-Romane veröffentlicht, sie wurden in 34 Sprachen übersetzt und bisher weltweit rund 45 Millionen Mal verkauft. Das ist Fantasy-Kult! Im Jahr 2006 wurde der Roman Schweinsgalopp 10 Jahre nach seinem Erscheinen von dem britischen TV Sender Sky One verfilmt. Terry Pratchett: "Das wahrscheinliche größte Problem beim Verfilmen der Scheibenwelt bin ich. Die Scheibenwelt hat mir eine große Menge Geld eingebracht und ich muss niemandem mehr etwas beweisen. Mit diesem Buch hat es geklappt, weil Vadim Jean (der Regisseur) und Rod Brown (der Produzent) mich aufgesucht haben. Sie waren sehr, sehr begeistert. Begeisterung ist eine recht wertlose Währungseinheit unter Filmemachern, weil alle immer begeistert tun. Jeder erzählt dir immer, wie er auf deine Bücher steht, du darfst nur niemals eine weiterführende Frage über Details im Buch stellen, denn sie haben keine Ahnung. Aber Vadim hat es verstanden, er war ungeheuer angetan - er sprang im Dreieck." Am 25. und 27. Dezember 2006 strahlte der zur British Sky Broadcasting Gesellschaft gehörende Fernsehsender Sky One eine zweiteilige TV-Adaption des Romans aus. Die aufwändige Verfilmung mit einem Budget von 6 Millionen Pfund wurde in den Three Mills Studios in London gedreht und war die erste Sky-Eigenproduktion, welche gänzlich in High Definition-Technik aufgenommen wurde. Als Darsteller konnten – neben etlichen Nachwuchsschauspielern – unter anderem Joss Ackland (Mustrum Ridcully) und David Jason (Albert) gewonnen werden. Die deutsch synchronisierte Version kam im Dezember 2007 in Deutschland auf DVD in den Handel, zeitgleich zur Ausstrahlung im deutschen Fernsehen am 25. Dezember. Der Schneevater, das Scheibenwelt-Pendant zum Weihnachtsmann, hat ein Problem: Irgendjemand will ihn tot sehen! Und ausgerechnet Herr Kaffeetrinken, ein besonders skrupelloses Mitglied der Assassinengilde, wird als Attentäter angeheuert. Jetzt sollte man meinen, dass das Ansinnen, eine anthropomorphe Personifizierung umzubringen, etwas seltsam ist, aber Kaffeetrinken, selber ein Mensch mit seltsamen Neigungen (seine Opfer an die Zimmerdecke zu nageln ist nur eine davon) wundert sich nicht darüber, sondern geht gleich mit einem perfiden Plan zu Werke. So kommt es, dass die Silvesternacht naht, und der Schneevater bedauerlicherweise nicht zur Verfügung steht. Aber irgendjemand muss die Geschenke austragen! Gut, dass eine weitere übernatürliche Gestalt der Scheibenwelt aushilft: Er muss sich zwar ein Kissen unter den Mantel stopfen, einen falschen Bart umhängen, und die Sense diesmal zu Hause lassen, aber schon bald findet Tod Gefallen an dem Job. Zur Abwechslung kann er die Guten mal belohnen und die Bösen bestrafen, anstatt sie alle unterschiedslos holen zu müssen. "Ich denke das Hauptthema von Schweinsgalopp ist, dass unsere Vorstellungen uns menschlich machen. Ist es gut, dass unsere Kinder an die Zahnfee glauben, den Schneevater glauben, oder sagen wir, den Weihnachtsmann? Ja, denn wenn wir eins sind, dann ist das fantasievoll", so Pratchett, und "Ich sage in dem Buch: Wir müssen unsere Fantasie trainieren mit den kleinen Lügen - der Zahnfee und dem Schneevater - damit wir später die großen Lügen glauben können, wie Gerechtigkeit und Wahrheit - und nur wenn wir die ernst nehmen, können wir sie wahrmachen. Ohne unsere Vorstellungskraft wären wir nur eine weitere Spezies von langweiligen Affen." undefined|undefined|undefined|undefined|undefined|undefined|undefined" vspace="undefined" hspace="undefined" class="mce_plugin_flash" />">.
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