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Freitag, 30. Juli 2010
JUGENDKIRCHE pierre sein FILMTIPp 10-09 PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Donnerstag, 1. Oktober 2009
JUGENDKIRCHE FILMTIPp Oktober 2009
 
Die Zahl der Kinobesucher in Deutschland ist in den ersten sechs Monaten erneut gestiegen: Mit 65,0 Millionen Besuchern waren von Anfang Januar bis Ende Juni vier Millionen Menschen mehr im Kino (6,5%) als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Noch stärker wuchs der Umsatz: Mit 422,1 Mio. Euro setzten die Kinos 13,4 Prozent mehr um als im ersten Halbjahr 2008 (372,4 Mio.) und erreichten das beste Halbjahresergebnis seit 2002. Auch der deutsche Film konnte seine starke Marktstellung mit 16,3 Millionen Besuchern behaupten.
 

 
In Deutschland produzierte und koproduzierte Filme erzielten mit 16,3 Millionen Besuchern im ersten Halbjahr einen Marktanteil von 25,4 Prozent – nach dem Rekordergebnis im Vorjahr (33,9%) ist dies der zweithöchste Wert seit Beginn der Auswertungen der Filmförderungsanstalt (FFA). Im März dieses Jahres erreichte der deutsche Marktanteil mit 44,1 Prozent das zweitbeste Monatsergebnis, das nur einmal, im Oktober 2006 mit Sönke Wortmanns WM-Dokumentation EIN SOMMERMÄRCHEN, höher lag.

Entscheidend für den Spitzenwert waren → DER VORLESER und MÄNNERSACHE aber auch die Kinderfilme HEXE LILLI, PRINZESSIN LILLIFEE, → DIE DREI ??? und WILLI UND DIE WUNDER DIESER WELT. Unter den besucherstärksten Filmen des ersten Halbjahres 2009 waren mit DER VORLESER (2,1 Mio. Besucher), MÄNNERSACHE (1,8 Mio.), → OPERATION WALKÜRE (1,3 Mio.) und HEXE LILLI (1,2 Mio.) auch wieder vier deutsche Besuchermillionäre, die allesamt mit FFA- oder DFFF-Mitteln gefördert worden waren. Erfolgreichster Film war → ILLUMINATI mit 4,2 Mio. Besuchern.

"Die durchweg erfreulichen Halbjahresergebnisse stehen auch für eine erfolgreiche Förderpolitik von FFA und DFFF und lassen gleich zwei wichtige Rückschlüsse zu", betont FFA-Vorstand Peter Dinges: Zum einen "das Wiedererstarken US-amerikanischer Produktionen in Verbindung mit einem stabilen deutschen Marktanteil auf hohem Niveau und zum anderen, dass das Kino eine der wenigen Wachstumsbranchen in Zeiten der Finanzkrise geblieben ist". Dieser positive Trend habe sich dank → ICE AGE 3 und → HARRY POTTER trotz Ferienzeit und Hochsommer auch in den letzten beiden Monaten fortgesetzt – allein im Juli lösten rund 50 Prozent mehr Menschen im Kino eine Karte als im selben Monat des Vorjahres.

"Angesichts der viel versprechenden Filmstarts bis zum Jahresende ist es keine Hellseherei, auch mit Blick auf das Gesamtjahr optimistisch zu sein", ergänzt der FFA-Vorstand. Zu den Kinopremieren im zweiten Halbjahr zählen Michael "Bully" Herbigs → WICKY UND DIE STARKEN MÄNNER, Sönke Wortmanns → DIE PÄPSTIN, → OBEN, die neueste Animation aus dem Hause Disney, GANGS mit Jimi Blue Ochsenknecht und seinem Bruder Wilson Gonzalez, AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA, der hoch gelobte 3D-Science Fiction-Thriller von TITANIC-Regisseur James Cameron und nicht zuletzt Michael Jackson's THIS IS IT sowie die Komödie ZWEIOHRKÜKEN, Til Schweigers Sequel zu KEINOHRHASEN.

CARRIERS

USA 2009 - Kinostart Deutschland: 01.10.2009
Regie: David Pastor, Àlex Pastor - Drehbuch: David Pastor, Àlex Pastor

Angesichts der für den Herbst erwarteten Schweinegrippe -Welle befürchtet der Gesundheitsexperte im Europarat und Mediziner Peter Liese "eine erhebliche Anzahl von Todesfällen in der EU". Liese verweist damit auf eine Einschätzung des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC), nach der sich im Herbst und Winter bis zu 30 Prozent der EU-Bevölkerung infizieren könnten.

Liese erklärte in Brüssel: "In der Regel verlaufe die auch als Neue Grippe bezeichnete Schweinegrippe (H1N1)sehr mild." Bei einer Zunahme der Krankheitsfälle sei dennoch auch ein Anstieg der Todesfälle zu befürchten. Die ECDC-Direktorin Zsuzsanna Jakab hatte die im Herbst und Winter möglicherweise anstehende hohe Zahl an Grippe-Infektionen vor dem Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments genannt, zugleich aber betont, es handele sich um ein Worst-Case-Szenario.

Um ein Worst-Case-Szenario handelt es sich bei dem neuen Film katalanische Brüderpaars Àlex und David Pastor mit Sicherheit. Darin bahnt sich die Vogelgrippe (H5N1) unbeirrt ihren Weg durch die Zivilisationen. Die Seuche rafft in Rekordzeit alles menschliche Leben auf der Erde dahin. Niemand scheint vor einer Infizierung mit dem tödlichen Virus sicher zu sein. Die alte Weltordnung ist praktisch aufgehoben. Mit psychologischen Elementen gehen sie der Frage nach: Wie verhält sich der Mensch im Angesicht einer tödlichen Gefahr? Die Auswirkungen des Kontrasts von gruppendynamischem Zusammenhalt und egoistischem Selbsterhaltungstrieb steht dabei im Vordergrund.

Karge Landschaften, verbarrikadierte Häuser, menschenleere Highways - und auf ihnen unterwegs ein einziges Auto, vollgeladen mit Kanistern und Dosen, auf den Sitzen zwei Brüder, die, an eine Erinnerung geklammert, dem Schrecken den Rücken kehren wollen. Brian (Chris Pine, "Star Trek") und Danny (Lou Taylor Pucci, "Horsemen") haben nicht nur ihre Eltern, sondern fast alle ihre Landsgenossen an ein Virus verloren, das hochgradig ansteckend und deshalb auf der ganzen Welt ausgebrochen ist.

Wer einmal erkrankt, stirbt innerhalb von Tagen; ein Heilmittel oder einen Impfstoff gibt es nicht. Mit dabei sind Brians Freundin Bobby (Piper Perabo, "The Cave") und Dannys Schulkameradin Kate (Emily VanCamp) und zu viert haben sie feste Regeln, deren Einhaltung ihnen das Überleben sichern soll. Doch isoliert von der Gesellschaft wird den Hilfesuchenden schnell klar, dass ihr grösster Feind nicht das Virus ist, sondern sie selbst. Sie müssen jetzt schwerwiegende Entscheidungen treffen.

Der Ausbruch der Schweinegrippe in Amerika und ihre nahezu weltweite Verbreitung, sowie der Lungenpest in Westchina im Jahre 2009 zeigen, dass auch im 21. Jahrhundert angekommen die moderne Welt ganz ohne extraterrestrischen Einfluss erschüttert werden kann.  Laut Weltgesundheitsorganisation infizierten sich seit Dezember 2003 nachweislich 436 Menschen mit der Vogelgrippe - 262 erlagen der Krankheit. Einen passenderen Zeitpunkt für den offiziellen Kinostart von "Carriers" kann es also kaum geben, auch wenn dieser Termin schon Wochen vor Ausbruch der neuen Pandemien feststand.

GANGS

Deutschland 2009 - Kinostart Deutschland: 01.10.2009
Regie: Rainer Matsutani - Drehbuch: Peer Klehmet, Sebastian Wehlings

Mitreissend und bewegend erzählt GANGS vom Erwachsenwerden in der Grossstadt. Im Rausch jugendlicher Gefühle gerät eine Welt ins Wanken und fordert grosse Entscheidungen um Freundschaft, Familienbande und nicht zuletzt die Liebe. Das Genre ist noch etwas neu für Jimi Blue ("Richtig geprügelt habe ich mich eigentlich noch nie. Aber wenn es dazu kommt, kann man es nicht ändern.") und Wilson Gonzalez Ochsenknecht.

In GANGS begeistern sie mit einem spannungsgeladenen und gleichzeitig romantischen Kinoabenteuer. Mit Emilia Schüle und Jannis Niewöhner ("Sommer") spielen zwei weitere höchst erfolgreiche Jungschauspieler. Die Produktion des Films übernahm 'SamFilm', Ewa Karlström und Andreas Ulmke-Smeaton, in enger Zusammenarbeit mit Buena Vista International (Walt Disney - Germany): Produktionsdauer nur 40 Drehtage.

Regisseur Rainer Matsutani ("666 - Trau keinem, mit dem Du schläfst!") versucht mit diesem Film das authentische Portrait einer Clique darzustellen. Nach "Die wilden Kerle 1-5" und "Sommer" setzt damit eines der erfolgreichsten Teams im Jugendfilmbereich seine Zusammenarbeit fort und zeichnet das spannende und bewegende Portrait einer jungen Generation zwischen Poesie und harter Wirklichkeit, denn dort, wo die Grossstadt am gefährlichsten ist, befindet sich das Revier der Rox. Sie leben in den Tag hinein und sind mit ihren Enduros in der Stadt unterwegs.

Immer mit dabei ist Flo (Jimi Blue Ochsenknecht - "Die wilden Kerle 1-5", "Sommer"), der jüngere Bruder des coolen Anführers Chris (Wilson Gonzalez Ochsenknecht - "Die wilden Kerle 1-4", "Freche Mädchen"), der im Gefängnis sitzt. Beide haben sich versprochen, immer füreinander da zu sein.

Doch Flos Welt gerät durcheinander, als Sofie (Emilia Schüle - "Freche Mädchen") in sein Leben tritt. Sie ist das genaue Gegenteil von ihm: weltgewandt, belesen, aus reichem Elternhaus und dabei, eine erfolgreiche Ballett-Tänzerin zu werden. Beide sind sofort voneinander fasziniert und stürzen sich Hals über Kopf in die Liebe - gegen alle Bedenken von aussen.

Als Chris aus dem Gefängnis entlassen wird, überschlagen sich die Ereignisse: Um seine Schulden beim brutalen Bandenführer Rico, dem Kopf der rivalisierenden Killaz, zurückzuzahlen, planen die Rox einen Überfall. Doch der Raub geht schief und in seiner Not erzwingt Chris von Flo eine unlösbare Entscheidung: Flo soll Sofies Eltern bestehlen.

"Gangs" wurde gefördert durch das 'Medienboard Berlin-Brandenburg', die 'Filmförderungsanstalt Berlin' (FFA), den 'FilmFernsehFonds Bayern' (FFF) sowie den 'Deutschen Filmförderfonds' (DFFF).

Das Geheimnis des Regenbogensteins

USA/Vereinigte Arabische Emirate 2009 - Kinostart Deutschland: 01.10.2009
Regie: Robert Rodriguez - Drehbuch: Robert Rodriguez

Der Aztekenstein oder Regenbogenstein, wie er auch genannt wird, wurde 2004 in mehreren geologischen Zeitschriften unter dem Handelsnamen "Regenbogen Calsilica" als im Bergbau gewonnenes 'neu entdecktes Mineral' beschrieben. Er entpuppte sich jedoch als ein hauptsächlich aus Calcit besehendes Kunstprodukt.

Die Farben entstehen durch Beimengungen von Hämatit, Coelestin und den künstlichen Farbpigmenten Kupfer-Phtalocyanin PB15 (blau) und dem Mono-Azo-Pigment PY1 (gelb) mit Kunstharz zusammengehalten. Einige Geologen haben sogar Zertifikate für die Echtheit des sogenannten Regenbogensteins ausgestellt und sind somit auf den Schwindel hereingefallen.

Als Schwindel entpuppt sich der nach dem Stein benannte Film ganz und gar nicht: Schnell, wendig, einfallsreich und das, obwohl die Handlung ziemlich bekannte Gewässer durchfährt, erzählt sie Regisseur, Drehbuchautor, Filmkomponist und Filmproduzent Robert Rodriguez mit einer bissigen Serie von Sketchen, die Frische und Spontaneität erzeugen. Rodriguez ist für seine kuriosen, zuweilen auch äusserst brutalen Filme bekannt. Doch widmet er sich immer wieder auch den jüngeren Fans, so mit den 'Spy Kids‘-Filmen oder 'Adventures of Shark Boy and Lava Girl‘. Zu seinen bekanntesten Filmen dürften El Mariachi, From Dusk Till Dawn, Spy Kids, Sin City, Planet Terror und Die Abenteuer von Shark Boy und Lava Girl in 3-D zählen.

Das Drehbuch zu 'Das Geheimnis des Regenbogensteins' stammt von Rodriguez selbst, der gemeinsam mit Elizabeth Avellan unter dem Banner seiner Troublemaker Studios in Austin, Texas produzierte.  Auch die Kameraarbeit, den Schnitt und die visuellen Effekte übernahm Rodriguez in Personalunion.

Der elfjährige Toe Thompson ist ein leichtes Ziel für die Rowdys in der kleinen Stadt Black Falls, in der alle Häuser gleich aussehen und jeder für Black Box, dem Hersteller des ultimativen All-in-One-Kommunikationsgeräts, arbeitet, so auch Toes Eltern - er ist aus keinem Haushalt mehr wegzudenken.

Doch dann stürmt es plötzlich, und ein geheimnisvoller Regenbogenstein fällt vom Himmel: Wer ihn in der Hand hält, bekommt seine Wünsche erfüllt. Toe hielt seine Nachbarn immer schon für verrückt, aber jetzt drehen sie wirklich durch.

Der Regenbogenstein hinterlässt im Ort seine Spuren, wechselt von Kind zu Kind, von Vätern zu Müttern, und alle ihre Wünsche werden wahr. Schon nach kurzer Zeit wird die Stadt von winzigen Aliens und gigantischen Nasenpopeln heimgesucht - ein total ausgeflipptes Chaos nimmt seinen Lauf.

DIE NOOBS KLEIN ABER GEMEIN

USA, Kanada 2009 - Kinostart Deutschland: 08.10.2009
Regie: John Schultz - Drehbuch: Mark Burton, Adam F. Goldberg - Buch: Mark Burton

Regisseur John Schultz hat diesen Film mit einigem Charme und Witz ausgestattet, allerdings erscheinen die Situationen  oft sehr entschärft um anscheinend ja nicht Anstoss an der familienorientierten Unterhaltungsindustrie zu nehmen. Schade eigentlich, denn mit etwas mehr Wagemut und Frechheit, wäre dieser Film durchaus auch für Altersgruppen der pubertierenden Art kurzweilige Unterhaltung.

Überzeugt, dass seine Familie mal wieder ein wenig Zeit miteinander verbringen sollte, packt Stuart Pearson (Kevin Nealon) kurzerhand seine Frau Nina (Gillian Vigman) sowie die Kinder Hannah (Ashley Boettcher), Tom (Carter Jenkins) und Bethany (Ashley Tisdale) ins Auto und fährt zu deren Feriendomizil in Maine. Mit von der Partie sind Onkel Nate (Andy Richter), dessen Kinder Jake (Austin Robert Butler), die Zwillinge Lee (Regan Young) und Art (Henri Young) sowie Nana Rose (Doris Roberts).

Von der gewohnten High-Tech-Großstadt Chicago, geht es direkt in eine Villa am See, wo anstelle von Technik, Angelruten auf die Familie warten. Um die befürchtete Langeweile von Bethany dort zu versüssen, taucht auch ihr Freund Ricky Dillman (Robert Hoffman) in der Villa auf. Aber von wegen Langeweile.

Schon sehr bald wird den Kindern klar, dass sie nicht die einzigen Bewohner des alten Hauses sind, als sie auf vier Noobs, die sich auf dem Dachboden tummeln, treffen: Der freundliche Spark, Chef Skip und das streitende Paar Spike und Razor.

Sie sind kleine ausserirdische Wesen, welche vom Planeten Noobia zur Erde gereist sind, um die Weltherrschaft an sich zu reissen. Während die Erwachsenen wieder einmal nichts peilen, basteln sich die Kids fantasiereiche Waffen. Mit Helm und selbstgebauter Kartoffelkanone stellen sie sich den Eindringlingen, um das Ferienhaus gegen die Invasion der Noobs zu verteidigen - und ganz nebenbei auch noch die Welt zu retten.

Diese moderne Version der Gremlins löst sich schnell zu einem zauberhaft sauberen Märchenfilm auf. Die Charaktere der Stumoen, der Grufties und selbst der animierten Aliens bleiben oberflächlich und lassen keine Tiefe erkennen.

SONIC MIRROR

Deutschland, Schweiz, Finnland 2008 - Kinostart Deutschland: 15.10.2009
Regie: Mika Kaurismäki - Drehbuch: Uwe Dresch, Marco Forster, Mika Kaurismäki

Mika Kaurismäkis neuer Film Sonic Mirror taucht auf überraschende Art in die Welt des Rhythmus ein - auf einer aussergewöhnlichen Reise deckt er die magische Beziehung zwischen Leben und Rhythmus auf: Sonic Mirror nimmt den Zuschauer mit auf eine ganz persönliche Reise durch Billy Cobhams Welt der Musik.

Von einem Auftritt mit der finnischen "Espoo Big Band" und dem Trompeter Randy Brecker geht es zunächst zu Cobhams familiären Wurzeln nach New York. Er trifft dort seine Eltern, bevor er in eine brasilianische Favela nach Bahia aufbricht, um dort bei den Kids einer samba-reggae Truppe seine afrikanischen Ursprünge wiederzufinden: William C. Jr. ´Billy´ Cobham wurde am 16. Mai 1944 in Panama geboren und zog 1947 zusammen mit seinen Eltern nach New York City.

Sein Bühnendebut gab er im Alter von acht Jahren an der Seite seines Vaters, einem renommierten Pianisten. Billy besuchte die angesehene New Yorker High School of Music and Art, wo er Musiktheorie und Schlagzeugtechnik erlernte und Seminare bei Thelonious Monk und Stan Getz belegte und überschritt auch die Genregrenzen, zum Beispiel in der Zusammenarbeit mit The Grateful Dead oder Peter Gabriel, mit dem zusammen er 1988 u.a. den Soundtrack zu Martin Scorseses Film THE LAST TEMPTATION OF CHRIST einspielte. Seit 1992/93 spielt und lehrt er im Auftrag der UNICEF in Brasilien, wo er ein Musikprojekt für Strassenkinder unterstützt.

Der Trip erreicht seinen Höhepunkt, wenn Billy Cobham in seiner Wahlheimat Schweiz mit Autisten musiziert und dabei eine tiefgreifende, stark berührende Kommunikation entsteht, die der menschlichen Sprache weit überlegen ist. Im Filmkontext selber wird ein Ausdrucksmittel erwähnt, die gestützte Kommunikation, welche dem autistischen Menschen eine erweiterte Ausdrucksmöglichkeit bietet und individuell sein Kommunikationsspektrum erweitern hilft.

Gelingt es über verschiedene methodische Ansätze das individuelle Potential des Einzelnen zu aktivieren, so nehmen die aggressiven Verhaltensweisen deutlich ab. In der Folge eines solchen Ansatzes zeigt sich eine deutlich ausgeprägte Selbstkompetenz und damit aufbauend eine entsprechende Handlungskompetenz, die bis in den sozialen Kontext hinein wirkt.

In der Musik gibt es die Möglichkeit aus sich heraus zu treten zu können, einem Resonanzbogen vergleichbar, zwischen dem was ich bin, was ich aushalten muss und dem was noch nicht anwesend ist, was kommt, das erst aufgebaut werden muss. Dieses Spannungsfeld auszubalancieren ist nicht einfach und braucht nonverbale Ausdrucksmittel die über die rein sprachliche Verständigung hinausgehen.

Die Musik lotet dabei den seelischen Gestaltungsraum aus und versucht durch rhythmisierende Elemente, klangliche Improvisationen und interaktives Singen den Menschen als Resonanzkörper zu stimulieren. Diesen Resonanzkörper zu bilden sehen wir als Mittelpunkt einer gemeinsamen Arbeit autistischer und nicht autistischer Menschen, um einander besser zu verstehen zu können!

Cobhams Reise führt über die Musik geradewegs zu den Wurzeln persönlicher und kultureller Identität: Das ist für Cobham der untrennbare Zusammenhang von Musik und Tanz, von Musik und Bewusstsein, von Rhythmus und Leben. Musik ist Emotion. Musik ist Kommunikation. Musik ist Identität. Musik als die wahre universelle Sprache um Hoffnung, Liebe, Ambition und Freude auszudrücken. Sonic Mirror ist vibrierend, voller Mitgefühl, authentisch und hypnotisierend vom allerersten bis zum letzten Bild.

In dem Film spricht der zutiefst menschenfreundliche Musiker über, mit und durch Musik, doch die Hauptrolle spielt die Musik selbst. Sie ist es, die Zusammenhalt schafft; sie gibt den Menschen Kraft und Perspektive; sie verleiht dem Anspruch auf soziale Gerechtigkeit und Bildung einen Ausdruck und dient in einem emotionalen Finale autistischen Menschen als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel. SONIC MIRROR ist ein mitreissendes und hoch aktuelles Plädoyer für sinnliche, kulturelle Bildung und für den aktiven Umgang mit Musik überhaupt. Die Musik spiegelt die Menschlichkeit unterschiedlicher Kulturen wider und erweitert die Sinne für die Macht der Klänge.

Billy Cobhams enge Zusammenarbeit mit dem finnischen Regisseur Mika Kaurismäki begann vor vier Jahren. Brasileirhino, der 2005 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin uraufgeführt wurde, führte die beiden zusammen: In dieser Zeit begegnete Mika erstmals persönlich dem Schlagzeuger und Komponisten Billy Cobham, dessen Musik er bereits als Teenager schätzte, als er, Mika, selbst noch Schlagzeug spielte. Seither hat Mika fünf Musikfilme gedreht, die Billy Cobham als Protagonisten im Kontext unterschiedlicher musikalischer und sozialer Situationen zeigen.

HANGTIME KEIN LEICHTES SPIEL

BRD 2009 - Kinostart Deutschland: 15.10.2009
Regie: Wolfgang Groos - Drehbuch: Heinrich Hadding, Christian Zübert

In dem von Sönke Wortmann produzierten Coming-of-Age-Drama nutzt Regiedebütant Wolfgang Groos, der bereits fürs Fernsehen inszeniert hat (u.a. "Freunde für immer" und "Rennschwein Rudi Rüssel") und als Regieassistent u.a. bei Sönke Wortmann, Dominik Graf, Hans-Christian Schmid und Dennis Gansel eine beachtliche Filmographie vorlegt, Basketball als Metapher für die Selbstfindungsreise eines jungen Mannes.

Eigentlich ist das Sub-Genre Sportfilm, das meist als Komödie, zuweilen auch als Drama daher kommt, eine amerikanische Domäne. Doch weil bei uns Baseball, Football oder Eishockey längst nicht so beliebt sind wie in den Staaten, tun sich derartige Werke hierzulande recht schwer.

Es gibt aber auch Deutsche, die mit "sportlichen" Themen verdammt viel Erfolg haben können, wie Sönke Wortmann. Erst sorgte er 2004 mit "Das Wunder von Bern" für einen Kassenknüller, dann setzte er zwei Jahre später mit der WM-Doku "Deutschland. Ein Sommermärchen" noch einen drauf.

Nach zwei Mal Fussball folgt nun mit "Hangtime" Basketball. Allerdings fungiert Wortmann "nur" als Produzent und hat die Regie seinem einstigen Assistenten Wolfgang Groos überlassen. Der inszeniert nach einem Drehbuch von Christian Zübert ("Lammbock"), einem weiteren Wortmann-Schüler, sein Kinodebüt als Coming-of-Age-Drama:

Vinz (Max Kidd, den die gestrenge Filmfest-München-Jury des diesjährigen Förderpreises zum besten Darsteller kürte) macht gerade sein Abitur und ist das grösste Talent der Basketballmannschaft von Phoenix Hagen, die kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga stehen. Sein sein zwölf Jahre älterer Bruder Georg (Misel Maticevic - "Effi Briest", "Das Gelübde") kann sich für Vinz Leben nichts Besseres vorstellen, scheiterte doch vor zehn Jahren nach dem tragischen Tod der Eltern seine eigene Basketballkarriere an den privaten Belastungen.

Jetzt soll Vinz nachholen, was Georg damals verwehrt blieb. Aber will Vinz das überhaupt? Die beiden Brüder müssen lernen, sich voneinander zu lösen, um ihren eigenen Weg zu finden - jeder für sich. Und was es heisst, ganz alleine schwierige Entscheidungen zu treffen, stellt Vinz am Ende unter Beweis: beim entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Doch der hat ganz andere Pläne.

Schon seit Monaten bewirbt er sich heimlich um ein Stipendium in den USA, obwohl ihm die Vorstellung, seine beiden alten Freunde Samy (Ralph Kretschmar) und Ali (Max Fröhlich) zurückzulassen, schwer fällt. Als Vinz sich in Kathi (Mirjam Weichselbraun) verliebt, ist er sich seiner eigenen Pläne erst recht nicht mehr sicher. Beim finalen Spiel um den Aufstieg in die 1. Bundesliga entscheidet sich nicht nur die Zukunft von Phoenix Hagen: Vinz stellt an diesem Tag unter Beweis, was es heisst, alleine schwere Entscheidungen zu treffen und seinen eigenen Weg zu gehen.

Den Bruderzwist unterfüttert Groos mit einer detailgenauen Schilderung der Stadt Hagen, dem "Manhattan des Ruhrgebiets". Das bedeutet: triste Wohnsilos, in denen hauptsächlich Russen, Fabrikarbeiter und Hartz-IV-Empfänger vor sich hinvegetieren, gespickt mit deiner von Rap dominierten Musikauswahl, Kein Wunder, dass Georg und Vinz diesem Dasein entfliehen wollen.

Doch während der Ältere von Alba Berlin und den Frankfurt Skyliners fantasiert, träumt der Jüngere von einem US-Sportstipendium, knüpft zarte Bande mit der kessen Kathi und hängt ansonsten mit seinen Kumpels ab. Am Ende aber bleibt die gute, alte Basketball-Weisheit, die auch sinnbildlich für unser Leben stehen könnte, in Erinnernung: "Es gibt keinen leichten Weg zum Korb."

Mit Veit Stübner ("Die Fälscher") als Vinz Basketball-Trainer gibt es in diesem Film eine ganze Reihe von neuen Talenten zu entdecken - allen voran Newcomer Max Kidd als Vinz sowie Ralph Kretschmar und Max Fröhlich als seine Sandkastenfreunde Samy und Ali. Ausserdem ist die beliebte Moderatorin und vielversprechende Jung-Darstellerin Ex-Bravo-Girl Mirjam Weichselbraun in ihrem Kinodebüt zu sehen. Für die mitreissenden, rasant geschnittenen Basketballsequenzen des Films hat Groos neben den professionellen Darstellern auch Spieler der Bundesliga-Mannschaft Phoenix Hagen vor die Kamera geholt und actionreich in Szene gesetzt.

Michael Jackson's THIS IS IT

USA 2009 - Kinostart Deutschland: 28.10.2009
Regie: Kenny Ortega - Drehbuch: Kenny Ortega

Sony Pictures Entertainment und Sony Music Entertainment gaben heute bekannt, dass Michael Jackson THIS IS IT weltweit exklusiv für eine auf zwei Wochen begrenzte Laufzeit ins Kino kommt. Das Studio hat den Kinostart des Films zudem um zwei Tage vorgezogen: auf Mittwoch, den 28. Oktober. Angesichts der erwarteten grossen Nachfrage, wird der Ticketvorverkauf für die zweiwöchige Spielzeit in den meisten Städten bereits am Sonntag, den 27. September beginnen.

Die Aufnahmen sind unbearbeitet, emotional, bewegend und mitreissend. Sie fangen sein Zusammenspiel mit den anderen Machern von THIS IS IT ein, die er persönlich für dieses einmalige Projekt um sich versammelt hat. Der Film entstand mit voller Unterstützung des Estate of Michael Jackson und zeigt einen vollendeten Performer bei der Arbeit, wie er Sänger, Tänzer, Bandmitglieder, Choreographen, Special-Effect-Leute und unzählige andere kreative Teammitglieder führt und anleitet, während sie alle dieses historische Konzert auf die Beine stellen.

Ortega, der auch der Regisseur und kreative Partner von → Michael Jackson bei der THIS IS IT Konzertserie war, kommentierte die Ankündigung: "Dieser Film ist ein Geschenk an Michaels Fans. Als wir damit begannen, das Material für den Film zusammenzustellen, wurde uns bewusst, dass wir etwas Aussergewöhnliches, Einzigartiges und sehr Besonderes eingefangen hatten. Es ist ein sehr privater, exklusiver Einblick in die Welt eines kreativen Genies. Zum allerersten Mal werden die Fans Michael sehen können, wie sie ihn noch nie zuvor gesehen haben - dieser grossartige Künstler bei der Arbeit.

Michael Jackson THIS IS IT wird allen Jackson-Fans und Musikliebhabern rund um die Welt einen seltenen Blick hinter die Kulissen bieten, als der Künstler die ausverkaufte Konzertserie, die im Sommer in der Londoner O2 Arena hätte stattfinden sollen, entwickelt, kreiert und geprobt hat. Der Film umfasst die Monate von April bis Juni 2009 und setzt sich aus mehr als hundert Stunden Behind-the-Scenes-Material zusammen, das Jackson bei den Proben von einer Reihe seiner Songs für die Show zeigt. Die Zuschauer werden einen privilegierten und privaten Blick auf den Sänger, Tänzer, Filmemacher, Architekten und das Genie Jackson erhalten, wie er seine letzte Show kreiert und perfektioniert.

Ich habe noch nie mit einem Partner zusammengearbeitet, der ein kreativerer, innovativerer oder bahnbrechenderer Entertainer war als Michael Jackson", sagte Randy Phillips, President & CEO von AEG LIVE und Produzent von Michael Jackson THIS IS IT. “Während die Konzerte die besten Shows der Musikgeschichte geworden wären, wird unser Film für alle Fans von Michael ein historischer Moment sein. Sie können mit eigenen Augen sehen, was für ein Genie er war und welche Kreativität, welches Talent und welche Vorstellungskraft die gesamte Besetzung voller Hingabe eingebracht hat, um 'das beste Konzert, das nie stattfand' zu erschaffen."

THIS IS IT mag in die Geschichte eingehen, als das grossartigste Konzert, das niemand eine Chance hatte zu sehen, aber mit diesem Film bekommen wir ein seltenes Portrait von Michael, wie er sich auf seinen letzten Vorhang vorbereitet und auf das, von dem ich glaube, dass es sein Meisterwerk geworden wäre.

DAS GROSSE RENNEN EIN ABGEFAHRENES ABENTEUER


BRD, Irland 2009 - Kinostart Deutschland: 29.10.2009
Regie: Andre F. Nebe - Drehbuch: Rowan O'Neill

Ein amerikanischer Seifenhersteller hatte Anfang des 20. Jahrhunderts die clevere Idee, die Transportboxen seiner wohlriechenden Pflegeprodukte mit dem Bauplan eines Autos zu bedrucken. Mit etwas handwerklichem Geschick und hinzumontierten Rädern konnten die Kinder sodann in ihrem selbstgebauten Gefährt die Hänge herabrasen. Der einprägsame Name "Seifenkiste" war geboren - engl.: Soap box, ab 1973 auch Minicar genannt - und trotz des medialen Überangebots erfreuen sich die Flitzer auch noch siebzig Jahre später grosser Beliebtheit.

So werden alleine in Deutschland jährlich an die fünfzig Rennen veranstaltet. Dass sich der Sport seit dem ersten deutschen Rennen in Oberursel im Jahre 1904 gewandelt hat, ist logisch. Frei nach dem Motto "Höher, schneller, weiter" werden die Gefährte immer mehr auf die individuellen Fahrer abgestimmt und aus windschnittigen Fieberglaskonstruktionen montiert - die Fahrzeuge erreichen auf den Rennstrecken eine Geschwindigkeit von bis zu 50 km/h.

Dass ein finanzieller Grossaufwand für den Erfolg letztlich nicht notwendig ist, beweist die kleine Heldin in André F. Nebes Kinderfilm "Das grosse Rennen". Mit Witz und Verstand fährt sie direkt von der Rennpiste in das Herz der Zuschauer. Die irisch-deutsche Koproduktion um eine kleine Seifenkisten-Fanatikerin ist mehr melancholisches Familien-Drama als flottes Jugendabenteuer.

"Sie hat Benzin im Blut": Die auf einem maroden Bauernhof im irischen Hinterland lebende Mary (Niamh McGirr) liebt alles, was Räder hat und möglichst schnell fahren kann. Begeistert investiert der sommersprossige Rotschopf jede freie Minute in ihre selbstgebaute Seifenkiste und  hegt den Traum, später einmal eine erfolgreiche Rennwagenkonstrukteurin zu werden. "Ingenieur ist kein Beruf für ein Mädchen", sagt der gestrenge Vater (die irische Ikone Colm Meaney) zwar, doch insgeheim ist er mächtig stolz auf seine Tochter, hat er doch selbst als kleiner Junge diesem Hobby gefrönt, was er ihr zunächst aber verschweigt.

Als in ihrem Heimatdorf ein echtes Seifenkistenrennen - inklusive Preisgeld und Pokal - ausgerufen wird, bekommt sie die Chance zu zeigen, was in ihr steckt. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Gerade die reichen Jungs aus der Schule, die Mary und ihren besten Freund Tom hänseln wann immer es geht, gehen mit teurem Material und Edel-Karts an den Start. Wie soll sie mit ihrer selbstgezimmerten Kiste gegen den neureichen Schulrowdy Michael (Eoin McAndrew) und dessen Hightech-Gefährt ankommen?

Als Mary die Hoffnung schon fast aufgeben muss, erfährt sie von einem legendären Seifenkisten-Baumeister. Und es zeigt sich: Alle haben die pfiffige Mary unterschätzt, denn wenn es etwas gibt, das die Elfjährige über alles liebt, ist es die Geschwindigkeit.

Auch wenn ein Trainings-Unfall von Mary (wohl aus Kostengründen) im Off stattfindet und die Actionsequenzen nicht unbedingt dem aktuellen Standard (auch nicht dem europäischen) entsprechen, hat "Das grosse Rennen" seine aufregendsten und komischsten Momente immer dann, wenn es um die selbstgebauten Vehikel geht.

DIE PÄPSTIN

BRD 2009 - Kinostart Deutschland: 29.10.2009
Regie: Sönke Wortmann - Drehbuch: Heinrich Hadding, Sönke Wortmann - Buch: Donna Woolfolk Cross

Die Verfilmung des gleichnamigen Millionenbestsellers "Pope Joan" von Donna Woolfolk  ist das Kino-Highlight im Herbst 2009. Papst Johanna wird es in zwei Versionen geben: Eine für das Kino und eine längere für die TV-Ausstrahlung. Als der designierte Regisseur Volker Schlönndorff es wagte diese Vorgehensweise mit dem Verweis darauf, dass es etwas anderes sei, ob man einen Film für die Mattscheibe oder die Kinoleinwand drehe, zu kritisieren, wurde er kurzerhand vor die Tür gesetzt.

Doch fast wie in einem Sommermärchen fand sich schnell Ersatz in Gestalt von Sönke Wortmann ("Deutschland. Ein Sommermärchen", "Das Wunder von Bern"). Er erzählt nun die sagenumwitterte und spannende Geschichte einer einzigartigen Frau, die im düsteren Mittelalter mutig gegen alle Widerstände kämpft. Die Dreharbeiten fanden ab August 2008 in Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Marokko statt.

War Papst Johannes VIII. eine Frau? Versucht die katholische Kirche zu verdunkeln, dass einer ihrer höchsten Würdenträger weiblich war? Bis heute sind die Aussagen um die Person, die im Jahre 853 n. Chr. zum Kirchenoberhaupt gewählt wurde, höchst widersprüchlich. Eine offizielle Papstchronik weist an entscheidender Stelle Namensmanipulationen auf. Der Beweis für eine gross angelegte Vertuschung?

Im neunten Jahrhundert, einer der dunkelsten Epochen des Mittelalters, hat es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Frau gegeben, die es dank ihrer Intelligenz, Auffassungsgabe und Gelehrsamkeit bis auf den Heiligen Stuhl des Papstes gebracht hat - in Männerkleidern. Das kaum fassbare Leben dieser Johanna von Ingelheim, die als Johannes Anglicus nach Rom ging und zum Papst gewählt wurde, wird hier historisch korrekt und zugleich äusserst lebendig geschildert.

Europa im neunten Jahrhundert ... Johanna (Johanna Wokalek, u.a. "Der Baader Meinhof Komplex", "Barfuss") kommt 814 in Ingelheim bei Mainz auf die Welt. Ihr Vater ist der strenggläubige Pfarrer des Dorfes, ein Mann, der fanatisch gegen jeden Aberglauben zu Felde zieht und auch nicht davor zurückschreckt, die Hebamme des Ortes als Hexe zu verfolgen. Frauen gelten in dieser Zeit als minderwertige Geschöpfe, denn ihre "natürlichen Körpersäfte sind kalt und feucht und von daher für eine nennenswerte Hirntätigkeit ungeeignet". Es ist ihnen vorherbestimmt, ein häusliches Leben als Leibeigene ihres Mannes zu führen.

Johannas Vater empfindet es deshalb als Strafe Gottes, dass seine Frau nach zwei Söhnen eine Tochter zur Welt bringt, und verachtet sie vom Tag ihrer Geburt an. Gegen den Willen des Vaters lernt sie heimlich Lesen und Schreiben. Doch Johannas aussergewöhnliches Talent bleibt nicht unentdeckt. Als einziges Mädchen darf sie die Domschule in Dorstadt besuchen und wird in die Obhut des Ritters Gerold (David Wenham, u.a. "Herr der Ringe", "Van Helsing", "Australia", "300") gegeben, in den sie sich unsterblich verliebt.

Bei einem grausigen Überfall der Normannen werden in Gerolds Abwesenheit alle Menschen des Ortes getötet, nur Johanna überlebt - und da sie begriffen hat, dass sie als Mädchen in dieser Welt nichts gilt, nutzt sie das blutige Gemetzel, um ihre Identität zu ändern: Als Mönch geht sie ins Kloster Fulda, wo sie fortan alles über Heilkräuter und Medizin lernt und zum angesehenen Medicus des Klosters wird und wird zum Priester geweiht. Als sie an der Pest erkrankt und daher um ihre Tarnung fürchtet, flieht sie aus Fulda und pilgert nach ihrer Genesung nach Rom, wo sie Gerold wiedergegnet.

In Rom erwirbt sie den Ruf eines Wunderheilers und wird aufgrund ihrer Fähigkeiten zum Leibarzt von Papst Sergius (John Goodman, u.a. ("Evan Allmächtig", "The Big Lebowski") ernannt. Immer weiter steigt Johanna in der kirchlichen Hierarchie auf, immer grösser wird die Gefahr der Entdeckung und immer stärker spürt sie, dass sie sich entscheiden muss: Will sie ihr Herz Gott schenken oder einem Mann? Doch ihr bleibt keine Wahl.

Als Papst Sergius (John Goodman) stirbt, wird Johanna zu seinem Nachfolger als Papst Johannes Anglicus gewählt. Ihre Gefühle für Gerold sind jedoch stärker als ihre Angst, durchschaut zu werden - Johannas Feinde, darunter Anatole Taubman ("Ein Quantum Trost") als Johannas Gegenspieler, aber warten nur auf eine Gelegenheit, um sie vom Thron zu stürzen.

Ihre Existenz war ein Geheimnis, ihr Name wurde aus den Geschichtsbüchern getilgt. Dennoch wurde das Leben der Johanna, die als Papst Johannes Anglicus im 9. Jahrhundert die katholische Kirche lenkte, zur Legende. Den Weltbestseller von Donna Woolfolk Cross bringt Sönke Wortmann  als packendes Historienepos auf die Leinwand. In einer längst vergangenen Epoche tritt eine Frau furchtlos gegen Bigotterie und ein religiöses Patriarchat an, gelenkt durch ihren Glauben, versucht durch ihre Liebe.

GAFFA - 5. Internationales Filmfestival für junge Leute

Themen, die betreffen und berühren. Storys, in denen man sich wieder findet. Junge DarstellerInnen, die lebensnahe und überzeugend agieren. Als einziges Filmfestival Österreichs wendet sich GAFFA mit seinem Programm exklusiv an ein jugendliches Publikum.

Insgesamt 13 Filme aus Australien, Brasilien, Deutschland, England, Finnland, Kanada, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz – davon sind 10 Produktionen als österreichische Erstaufführung zu sehen. RegisseurInnen & SchauspielerInnen werden als Gäste erwartet!

Sechs Wettbewerbsfilme stellen sich einer Jugendjury, die den "Besten Film", die "Beste Schauspielerin" und den "Besten Schauspieler" mit der GAFFA Schneekugel kürt. Und alle GAFFA 09 BesucherInnen bestimmen den Publikumspreis.

Unter dem Titel Panorama stehen weitere herausragende Filme aus den Jahren 2007 und 2008 auf dem Programm. Speziell für SchülerInnen-Gruppen werden ausgesuchte Filme an den Vormittagen gezeigt.

Bei GAFFA sind zudem junge FilmjournalistInnen an forderster Front mit dabei: 18 junge Leute zwischen 16 und 20 Jahren schreiben zu den Filmen Kritiken, führen Interviews mit RegisseurInnen & SchauspielerInnen und verfassen Reportagen über den Event. Betreut werden sie dabei von der Berliner Filmjournalistin Julia Kaiser, die auch den Vorbereitungs-Workshop leiten wird.

→ Das Programm-Heft als pdf

Filmfestival Münster 2009

Das Filmfestival Münster 2009 wird vom 7.-11. Oktober nach dem erfolgreichen Umzug ins Cineplex 2007 wieder an dieser Spielstätte präsentiert. Als Antwort auf übersteigertes Sicherheitsdenken im Angesicht der Krise und die Befürchtung der Filmbranche vor einem Einbruch des globalen Marktes, geht die dreizehnte Ausgabe seit 1981 in Münster mit dem thematischen Wettbewerbsmotto ?Risiko? in die Offensive.

Aus über 500 Einreichungen hat die neunköpfige Sichtungskommission, die neue Festivalleiterin Nicky Schulte und ihr Cineasten-Team, nach spannenden und auch kontroversen Diskussionen die besten 48 Filmschätze ausgewählt. In sieben Wettbewerbsblöcken à 90 Minuten, übrigens mit einem Augenzwinkern unter bilderreichen Titeln zusammen gefasst, wie Das Herz ist ein einsamer Jäger oder Was vom Tage übrig blieb zeigt das Festival seine vielfarbige Palette der Neuentdeckungen.

Zu grossen Teilen stammen die Filme aus Deutschland und zu kleineren Teilen aus Österreich und der Schweiz. Allesamt bieten einen interessanten und engagierten Querschnitt durch die Genres Spielfilm, Dokumentation, Animation, Musikvideo und Experimentalfilm. Wie immer werden das Publikum und die Fachjury über die preisverdächtigen Werke der jungen Filmer entscheiden.

Gleich drei Preise stehen in Aussicht: der Große Preis der Filmwerkstatt, dotiert mit 5.000 € und gestiftet von Grimm & Partner Unternehmens- und Wirtschaftsberatung, der WDR-Förderpreis des Landesstudios Münster in Höhe von 2.500 € und der Publikumspreis, gestiftet von den Münsterschen Filmtheater-Betrieben, dotiert mit 1.000 €.

Die Preisgelder sind für die Unterstützung des weiteren Schaffens der jungen Talente sehr gut angelegt, wie sich am Beispiel von Nikias Chryssos zeigt. Der Gewinner des Großen Preises der Filmwerkstatt 2007 für den Film Hochhaus ist in diesem Jahr mit seinem neuen Spielfilm Der Grossvater wieder dabei. Seine Protagonisten sind Stars wie Matthias Habich und Pit Bukowski. Der Schauspieler Fabian Busch war 2005 Mitglied der Kurzfilmjury und kommt jetzt mit seinem ersten eigenen Kurzfilm Edgar zum Festival.

Bei diesem arrivierten, besonders für junge Filmkunst hochklassigen Filmfestival eingeladen zu werden, hat noch einige Andere, die bereits früher mit einem Film in Münster vertreten waren, motiviert. Michael Spengler, 2007 mit der absurden Komödie Der Lüster im Wettbewerb, schickt in diesem Jahr mit seiner Arbeit Bis dahin, Komplizen, ein Musikvideo mit dem Musiker und Erlebnismillionär Roger Trash ins Rennen. Der Conny ihr Pony, ein wunderbarer Collagenfilm von Robert Pohle und Martin Hentze von der Hochschule für Kunst und Design in Halle, hat seit 2008 schon sieben Preise auf anderen Festivals abgeräumt.

Bekannte Schauspielergesichter, die die jungen Filmemacher für ihre kurzen Werke gewinnen konnten, sind z.B. Erol Sander, Anneke Kim Sarnau, Sandra Hüller und viele mehr. Supriyo Sen aus Indien präsentiert seinen 10minütigen Kurzfilm Wagah, der auf der Berlinale 2009 im internationalen Kurzfilmwettbewerb den Berlin Today Award gewonnen hat. Wagah spielt an der Grenze zwischen Indien und Pakistan und ist ein überzeugendes Manifest gegen eine Wand, die Menschen trennt.

Die Zuschauer haben die Chance, mit den Filmemachern, die ihre Kurzfilme auf dem Filmfestival Münster persönlich vorstellen, ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen Das Filmfestival Münster plädiert mit seinem Programm der Kurzfilmperlen für das Abenteuer des Sehens und Entdeckens und setzt damit erfrischende und ermutigende Akzente für junge Filmkultur überhaupt. Und nicht zu vergessen, das Publikum ist bei diesem Festival gefragt und besonders nah dran. Votiert wird bis zum Festivalsamstag, an dem die Auswahl der beliebtesten Filme zu sehen sein wird, die Preise werden zum krönenden Abschluss am Sonntag, den 11. Oktober verliehen.

→ Infos zum Programm als PDF 


 
Jedes Jahr in der letzten Woche im Oktober wird in der Hofer Altstadt der rote Teppich ausgerollt. Die Internationalen Hofer Filmtage machen die Stadt zum Zentrum der Filmwelt. Die entspannte Atmosphäre und das Renommee der Internationalen Hofer Filmtage hat von Jahr zu Jahr mehr Filmemacher aus Deutschland und der Welt fasziniert. Das Festival ist ständig und organisch gewachsen. In fünf Tagen werden in acht Kinos rund 130 Vorstellungen angeboten.

"Hof" ist die Abkürzung für "Home of films" hat Wim Wenders gesagt. Wegen der Internationalen Hofer Filmtage, die seit 1967 hier stattfinden. Der Neue Deutsche Film hat hier seine Heimat und alle Trends im deutschen Kino finden hier ihren Niederschlag. Filmemacher wie Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog oder Wim Wenders zeigten auf den Internationalen Hofer Filmtagen ihre Frühwerke. Alljährlich verwandelt sich die bayrische Stadt Hof in ein Mekka der Cineasten Filmschaffenden: Ein Muss für Filmfans ist das wichtigste Filmfestival Deutschlands neben der Berlinale.

Hier werden deutsche Produktionen uraufgeführt und Arbeiten aus dem Ausland in Deutschland vorgestellt. Nicht selten zeigten viele spätere Preisträger und Oscargewinner hier ihre Filme zum ersten Mal. Neue Filmtrends und Filmnachwuchs sind hier zu finden. Das Festival gilt in Fachkreisen nach Berlin als das zweitwichtigste in Deutschland.


Gegründet wurde es von den drei Mitgliedern der Hofer "New Jazz Group" Uwe Brandner, Heinz Badewitz und Werner Weinelt. Aufgrund der Schwierigkeit, ein Kino für ihre Filme in München zu finden, wurde 1967 kurzerhand das "Erste Hofer Kurzfilmfestival" ins Leben gerufen. Ein Jahr später wurden dann die "Zweiten Hofer Filmtage" veranstaltet. Das Festival wurde von Jahr zu Jahr bekannter und ist inzwischen ein Muss für die Filmwelt.

Anders als bei anderen Filmfestivals wird auf Glamour verzichtet. Der Film und das Filmemachen stehen hier im Vordergrund. "Hof ist herrlich unglamourös. Hof ist intim. Hof ist für den deutschen Film unersetzlich", sagte Regisseurin Caroline Link über das Festival. Und laut Regisseur Wim Wenders ist Hof die Abkürzung für "home of films". Sie wurde schon als Slogan für die Internationalen Hofer Filmtage geprägt.



So wie das Festival selbst, ist das abschliessende Fussballturnier zwischen FC Filmwelt und FC Hofer Filmtage zur Tradition geworden. Dabei wird die Mannschaft der Filmwelt, bestehend aus Schauspielern, Produzenten und Regisseuren von Heinz Badewitz persönlich zusammengestellt. Sie kämpfen gegen die Hofer Mannschaft aus Mitarbeitern und Fans der Hofer Filmtage.  


  • Kontakt
43. Internationale Hofer Filmtage


Altstadt 8
95028 Hof


Tel: +49 92 81 8 54 40

Fax +49 89 1236 868


eMail: info(at)hofer-filmtage.de


Web: http://www.hofer-filmtage.de


 
  

 
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