Wer gemütlich an einem Pfeifchen zieht, schadet damit seiner Gesundheit und gefährdet überdies auch die aller Umstehenden. Gleichzeitig aber schafft er Qualmwolke für Qualmwolke eine Atmosphäre des Wohlfühlens. So gesehen dürfte es wohl kaum einen behaglicheren Wettbewerb gegeben haben als das "12. Internationale Dreiländerrauchen" am 28. März 2009 in Pforzheim, bei dem 'Pater Gregor' für seinen 'Dan-Pipe-Club Wriezen' einen stattlichen 20. Platz erringen konnte, obwohl er sich für einen Gelegenheitsraucher hält.
Der bei einer Marienwallfahrtsstätte lebende Pater, dem Kloster Bickesheim in Durmersheim, das von den Redemptoristen (lateinisch für "Heilige Erlöser") betrieben wird, die sich mit Herz und Seele vor allem dem Missionieren verschrieben haben und dem er seit gut 20 Jahren angehört, konnte sich ausgerechnet nicht mit dem Gedanken jugendlichen Missionseifers, der sich in jugendkirchlichen Aktivitäten kanalisiert, anfreunden - bremste ihn sogar entgegen den Wünschen und Bitten einer Mehrheit der Gemeindemitglieder eher aus, als ihn befruchtend zu begleiten.
"Er hat es nicht immer leicht, ich hoffe, seine Rose hat nicht zu viele Dornen", war von der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Anita Rinderle der Katholischen Pfarrgemeinde Sankt Bernhard bereits zum Jahreswechsel 2008/2009 mit einer gewissen Voraussicht zu vernehmen. Ob er bei einer 'GelegenheitsPipe' während seines Urlaubs entspannt zu neuen Erkenntnissen gelangte, ist nicht hinreichend bekannt.

Die wenigen Dornen scheinen aber wohl doch zu sehr gepeinigt zu haben, denn nun informierte 'Pater Gregor' aus der Ferne per SMS Mitglieder des Pfarrgemeinderats darüber, dass er sich entschlossen habe, seine bisherige Tätigkeit nicht weiter auszuüben, wie Rinderle bestätigte: "Die Nachricht hat mich während Pater Mazurs Urlaub erreicht. Ich wünsche ihm, dass er in eine Gemeinde kommt, in der er sich wohler fühlt als bei uns."
Auf die Gründe von Mazurs Weggang wollte sie nicht näher eingehen. "Es war seine Entscheidung", so Rinderle. Man habe sich in der Vergangenheit immer wieder zusammengerauft und versucht nach vorne zu sehen, und "deshalb hat mich dieser Entschluss des Pfarrers jetzt auch überrascht".
Der polnische Pater aus Lubawka (Liebau) in Niederschlesien konnte sich anscheinend nicht grundlegend mit den badischen Gegebenheiten anfreunden. Eher dem katholischen Konservatismus verhaftet, sah er sich z.B. anfänglich ausserstande, der Projektierung einer geplanten Jugendkirche in Durmersheim/Würmersheim positiv gegenüber zu stehen, stoppte gar bereits geplante Aktivitäten.
Sogar die nach langem Ringen 'erkämpften' Jugendgottesdienste (JuGodis) in der Herz-Jesu-Kirche durften nicht als Jugendkirche deklariert werden: Es konnten zunächst nur monatliche JuGodis im Bereich "Jugend und Kirche" einvernehmlich durchgeführt werden.

Welche Sinnfälligkeit dahinter stand, blieb vielen Badenern verschlossen. Nach und nach wurde ihm allerdings das Prinzip Jugendkirche deutlich und er signalisierte für das kommende Jahr hinreichende Zugeständnisse, die eine jugendkirchliche Arbeit gewährleistet hätten.
Nun verlässt Mazur also die Seelsorgeeinheit in Richtung Bistum Berlin, in dem auch der 'Dan-Pipe-Club Wriezen' beheimatet ist, "aufgrund unüberwindbarer Differenzen mit den Pfarrgemeinderäten St. Bernhard und St. Dionys", wie der Seelsorger erklärt. Anders als mit Durmersheim habe er mit "Au am Rhein nur gute Erfahrungen gemacht".
Aber auch in Durmersheim habe es sehr viele Gemeindemitglieder gegeben, die ihn nach Kräften unterstützt hätten - deshalb falle ihm der Abschied nicht leicht. Verabschiedet wird Pater Mazur am 23. August von seiner Pfarrgemeinde und dem Kloster bei einem Sonntagsgottesdienst um 10:30 Uhr in der "Wallfahrtskirche Maria Bickesheim" an der B 36 zwischen Karlsruhe und Rastatt in der Gemeinde Durmersheim.