 Jugendliche sind längst keine klar umrissene sozialstrukturelle Gruppe mehr. Entsprechende Definitionen, die das Alter, das Verhalten, die Interessen zum Maßstab nehmen, greifen heute in der Regel zu kurz. Jugend ist mehr denn je in die Gesellschaft eingebettet, weshalb sie nicht getrennt von dieser sowie deren Themen und Problemen betrachtet werden darf. Der Leverkusener Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) lädt deshalb vor allem wahlberechtigte junge Leute zu einer Polit-Show in die Jugendkirche Leverkusen (JuLe) ein.
Joachim Hofmann-Göttig, der Ergebnisse der Jugend- und Wahlforschung analysierte, stellte fest: "Noch nie waren sich die Generationen politisch so nahe." Junge Menschen seien allerdings idealistischer und deshalb fordernder und weniger nachsichtig. Das wiederuum prädestiniert sie dazu, in der Gesellschaft mehr Verantwortung zu übernehmen - nicht zuletzt mit Blick auf die jüngsten politischen Affären: Glaubwürdigkeit ist für junge Menschen ein Wert an sich. Uwe Sander bezeichnete das 20. Jahrhundert als "Jahrhundert der Jugend". Die Jugend habe sich als Lebensphase so durchgesetzt, dass sie zum biografischen Muster für alle Heranwachsenden wurde. Zugleich sei Jugendlichkeit als Lebenshaltung Maßstab für eine attraktives Erwachsenenleben geworden. Der Autor verweist darüber hinaus auf ein Missverhältnis zwischen weitreichenden Autonomieerfahrungen Jugendlicher einerseits und ihrer gesellschaftlichen und politischen Unselbständigkeit andererseits. Die Folge sei, dass sich die junge Generation - über eine immer längere Zeit weitgehend von Verantwortung befreit - immer weniger für gesellschaftliche Belange interessiere. Die 12. Shell Jugendstudie "Jugend 97" hatte diese Erkenntnis auf die Formel gebracht: "Die gesellschaftliche Krise hat die Jugend erreicht." Ein eher optimistisches Fazit zieht dagegen die 13. Shell Jugendstudie "Jugend 2000": "Zuversicht ohne Illusionen: 'Die Jugend ist schon in der Zukunft angekommen'." Jugendliche formulieren laut Shellstudie ihre Kritikpunkte sehr deutlich. Da ist dann die Rede von fehlendem Vertrauen in die Politiker, die nur zu ihrem Selbstzweck oder als Lobbyisten agieren. Sie gingen die drängendsten Themen nicht wirklich an (Arbeitslosigkeit) und bräuchten ohnehin viel zu lange, um Dinge in Gang zu setzen.  Sie fühlen sich nicht ernst genommen und werfen den Politikern vor, sie seien jugendverdrossen und interessierten sich nicht für die Belange junger Menschen. Das Bild, das hier von Politikern gezeichnet wird, lässt sich nicht wegreden. Es sollte zunächst einmal akzeptiert werden, ohne überhebliche Erklärungsversuche zu starten. Die Frage, die sich hier stellt, ist vielmehr, wie es kommt, dass ein solches Bild überhaupt besteht und wo Ansätze zu machen sind, dem entgegenzuwirken. Die Kritikpunkte im Einzelnen abzuarbeiten könnte ein Ansatz sein. Der Leverkusener Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) lädt auch deshalb vor allem junge Leute zu einer Polit-Show am Sonntag, 16. August, um 18:00 Uhr in die Jugendkirche gegenüber des Opladener Marktplatzes ein, um ihr einen unverstellten Blick auf "die da oben" zu gewähren. Voraussetzung wäre allerdings, dass sich die Anwesenden an die Grundsatzforderung der Jugendlichen nach Ehrlichkeit orientieren. Und das kurz vor der Wahl? Am Ende werden natürlich die Politiker ihre Antworten finden müssen, wie sie das über sie bei Jugendlichen bestehende NegativBild korrigieren wollen. Augenwischerei wird da nicht ausreichen. Die Politiker sollen sich in Diskussionen und Spielen gegenüber den Jugendlichen behaupten. Zunächst soll es um die Stadtfinanzen, danach um Kinderarmut, ECE-Center und Bahn-Stadt Opladen gehen. Der Jugend-Bund möchte mit der Show zeigen, dass Politik nicht langweilig ist. Er möchte junge Leute motivieren, von ihrem Grundrecht, nämlich wählen gehen zu dürfen, auch Gebrauch zu machen. Mit dabei sind Oberbürgermeister Ernst Küchler, die OB-Kandidaten Reinhard Buchorn (CDU), Alfred Mertgen (UWG / OWG) sowie die Spitzenkandidatinnen von Bündnis 90 / Die Grünen und FDP: Roswitha Arnold und Monika Ballin-Meyer-Ahrens. Kontakt: Jugendkirche Leverkusen, Kölner Str. 42, 51379 Leverkusen, Telefon 02171 - 404960,
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