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Donnerstag, 9. September 2010
Auferstanden aus Ruinen: Die Jugendkirche CRUX PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Freitag, 26. Juni 2009
Jugendkirvhe CRUXAbgesackt ist der Kirchturm von St. Johann Baptist vor fünf Jahren bei den Arbeiten für die Nord-Süd-Stadtbahn. Damals entschied man sich klar gegen einen Abbruch. Nun wird der "schiefe Turm Kölns" wieder eröffnet. Die Kirche St. Johann Baptist ist zwar noch nicht ganz fertig - aber am  28. Juni wird um 18:00 Uhr die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts mit der Wiedereröffnung der Kirche und Weihe des Altares gefeiert! Alle sind willkommen! Durch den Umbau entsteht ein neuer Raum, der für die Zwecke der Jugendseelsorge genutzt werden wird. Anlässlich der Eröffnung der CRUX-JugendKirche am Sonntag treffen sich Sänger und Sängerinnen am Samstag um 13 Uhr im CRUX-Saal zu einem Chor-Workshop für alle, die bei der Wiedereröffnungsmesse mitmachen wollen. Leiten wird diesen Chor Thomas Quast von "Ruhama".
 
Fast fünf Jahre ist es her, dass der Kirchturm von St. Johann Baptist durch Arbeiten für die Nord-Süd-Stadtbahn in Schieflage geriet: In der Nacht zum 29. September 2004 neigte sich der Kirchturm von St. Johann Baptist um 77 Zentimeter. Als der "Schiefe Turm von Köln" ist er in diesen Tagen in die Geschichte eingegangen. Abbruch oder Aufbruch? Diese Frage wurde damals ernsthaft diskutiert - und Pfarrgemeinde und Erzbistum entschieden sich klar für die zweite Variante.

Seitdem ist auf der alten Pfarrinsel von Zint Jan und in der Kirche St. Johann Baptist viel passiert. Mit grossem Engagement haben viele Menschen dafür gesorgt, dass die zur Pfarrgemeinde St. Severin gehörende Kirche an der Severinsbrücke trotz mancher Hindernisse wieder geöffnet werden kann. Sie wird zukünftig von der Stadtjugendseelsorge in Köln im Rahmen des neu entstehenden Jugendpastoralen Zentrums CRUX als ein Ort für junge Menschen eine neue Aufgabe erhalten.

Altarraum (Modell)"Wir wollen erreichen, dass sich die einzelnen Verbände, die sonst eher innerhalb ihrer Gruppen bleiben, gegenseitig kennenlernen. Ausserdem möchten wir unser neues jugendpastorales Zentrum, das Crux, vorstellen," sagt BDKJ-Stadtvorsitzender Michael Jansen anlässlich eines Jugendfestes auf dem Crux-Gelände. "Nach dem Weltjugendtag war klar, dass wir einen eigenen Ort für die katholischen Jugendlichen in Köln brauchen", erklärt Pfarrer Dominik Meiering, Stadtjugendseelsorger und Präses des BDJK Stadtverbands.

"Momentan sind wir fleissig am Bauen. Wir wollen aber auch schon während der Bauphase den Jugendlichen die Möglichkeit geben, den Ort zu erleben und die Möglichkeiten nutzen, die sich durch die Baustellensituation ergeben: Eine Kletteraktion an dem Kirchturm hätten wir sicher nicht gemacht, wenn die Kirche fertig renoviert wäre."

Die Innenraum der 948 erstmals urkundlich erwähnten Kirche hat sich in der langen Bauzeit erheblich verändert. Architekt Karl Band baute in den 60er Jahren die moderne Kirche um die Überreste des mittelalterlichen Gotteshauses. Und jetzt trennt eine Trennwand den hellen, freundlichen Gottesdienstraum vom Turmbereich, wo bis Ende des Jahres ein Begegnungszentrum mit Café sowie Gruppen- und Seminarrräumen entstehen sollen; der eigentliche Kirchenraum wurde dadurch deutlich kleiner, dafür entsteht in einem 2. Bauabschnitt bis zum Jahresende ein neuer Raum, der zusammen mit dem Kirchturm für Zwecke der Jugendseelsorge genutzt wird.

In der Kirche wurde der Altar mitsamt seinem raumgreifenden Podest entfernt; die Bildhauerin Ingrid Bussenius, die auch Tabernakel und Ambo fertigte, schuf einen schlichten, aber massiven neuen Altar aus Ruhrsandstein, der "in der aufsteigenden Architektur den Raum zentrieren soll": Der Kirchenraum wirkt schlicht, klar gegliedert, aufgeräumt; der früher durch Stufen abgesetzte grosse Altarbereich wurde eingeebnet und der Boden mit Alta-Quarzit belegt, Altar (heller Ruhrsandstein), Ambo und Tabernakel (geschliffenes Neusilber) durch Bildhauerin Ingrid Bussenius neu geschaffen.

Der gesamte Kirchenschatz samt gotischem Antoninaschrein wird jetzt, durch ein Gitter abgetrennt, offen in der Chorapsis präsentiert. Die Konzeption dafür wie auch für die Einbringung der historischen Ausstattung stammt von Dr. Martin Seidler von der Denkmalpflege des Erzbistums. Johannes Quirl, Pfarrer der Kirchengemeinde St. Severin, mit der Johann Baptist 2000 fusionierte, ist bewusst, dass die neue Funktion die früheren Gemeindemitglieder jetzt zum Teil "heimatlos" macht.

"Wir haben fünf Kirchen in unserer Gemeinde; die können wir nicht mehr alle mit Leben füllen." Marianne Klöppel vom Kirchenvorstand pflichtete ihm bei: "Man kann sich auch verzetteln." Das Unglück von 2004, so der Pfarrer, habe andererseits das Gefühl der Zusammengehörigkeit in der grossen Gemeinde gestärkt. Die Umsetzung hat fast fünf Jahre gedauert - auch, weil der Architekt plötzlich gestorben war. Die Gesamtkosten betragen schätzungsweise 750 000 Euro; wie viel die KVB-Versicherung für die Bauschäden bezahlen wird, ist noch nicht entschieden.

Stadtjugendseelsorger Dr. Dominik Meiering wies darauf hin, dass die ursprüngliche Idee des Architekten Karl Band vom "Raum im Raum" jetzt wieder aufgenommen wurde. "Die Kirche hat neuen Charme und neue Ordnung." Das im Entstehen begriffene Zentrum werde das "Flaggschiff der Jugendpastoral im Erzbistum". Auf das "neue" Gotteshaus freut sich Virginia Albert vom Jugendbegegnungsort "Crux": "Wir waren bisher zu Gast in der Elendskirche. Jetzt sind wir selbst Gastgeber." 

Die Kirchengemeinde St. Severin und das CRUX laden herzlich zum Abschluss des ersten Bauabschnitts und zur Wiedereröffnung der umgebauten Kirche St. Johann Baptist, die Teil des neuen Jugendpastoralen Zentrums "Crux" (Kreuz) ist, ein. Weihbischof Manfred Melzer zelebriert um 18 Uhr ein feierliches Pontifikalamt plus Altarweihe und eröffnet damit die Kirche wieder, als Teil des katholischen Jugendzentrums Crux. "Wir sind froh, dass die Jugend der Stadt die Kirche wieder mit Leben füllt", sagt Johannes Quirl, Pfarrer der Gemeinde St. Severin, zu der Johann Baptist gehört. Es gebe aber durchaus auch Trauer, "dass die Kirche der Gemeinde verloren geht".

"Sing mit uns" - Chor-Workshop mit Ruhama am Samstag, den 27. Juni 2009. Beginn ist um 13 Uhr mit einem Mittagessen, Ende um ca. 17 Uhr im CRUX-Saal, 50678 Köln ("Severinstr."). Du kannst live mit Ruhama dabeisein und im Projektchor unter der Leitung von Thomas Quast mitsingen!

"Aufbruch statt Abbruch" heisst ein 208 Seiten starkes Buch über die Kirche, das in der Katholischen Jugendfachstelle Köln unter Telefon 0221-92 13 35 15 für 18,90 Euro plus Versand bestellt werden kann.
 
zu diesem Thema siehe zudem

→  Wenn schon, denn schon! - Jugendkirche Crux

→  Startschuss für Jugendkirche in Köln


 
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