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Freitag, 3. September 2010
Jugendkirche pro Sonntagsschutz in Europa PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Sonntag, 14. Juni 2009
sonntag_wird_gefeiert.jpgEine Unterschriften-Initiative im Europaparlament für einen besseren Schutz des arbeitsfreien Sonntags hat nicht die nötige Zahl an Befürwortern gefunden. Die Erklärung wurde von 260 Abgeordneten unterschrieben, nötig wären allerdings 396 Unterschriften gewesen, wie die christdemokratische Abgeordnete Anna Zaborska in Strassburg berichtete. Wäre das Dokument angenommen worden, wären die EU und die einzelnen Mitgliedsstaaten aufgerufen worden, den Sonntag in ihren Rechtsvorschriften als Ruhetag zu schützen. In Deutschland ist der Sonntagsschutz im Grundgesetz geregelt. Dort heisst es in Artikel 140: "Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt."

Die Europa-Abgeordnete Zaborska äusserte sich zuversichtlich, dass das Thema "Sonntagsschutz" in der im Herbst anstehenden Debatte über die EU-Arbeitszeitrichtlinie eine wichtige Rolle spielen werde. Der Sonntagsschutz war in einer älteren Fassung der Richtlinie schon einmal verankert. Er war jedoch 1996 gestrichen worden. Inzwischen gibt es EU-Studien, die die Sonntagsarbeit mit einem höheren Krankheitsrisiko in Verbindung bringen, so dass in den Augen der Kritiker gute Gründe für eine erneute Überarbeitung bestehen.

Die Brüsseler Repräsentantin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Katrin Hatzinger, bedauerte den Ausgang der Initiative. "Es hätte dem Europäischen Parlament gut zu Gesicht gestanden, sein Bekenntnis zum sozialen Europa auch durch eine politische Unterstützung des Sonntagsschutzes zu dokumentieren", erklärte sie.

Sie plädierte für den "Schutz des Sonntags als Tag der Familie, der Vereine, der Kultur und des Gottesdienstes, also die gemeinsame Zeit ausserhalb von Produktion und Konsum". Die Kirchen wollten sich auch künftig für den Sonntagsschutz auf verschiedenen politischen Ebenen einsetzen, kündigte die EKD-Vertreterin an.

Eine Gesetzesvorlage, die im Juli ins französische Parlament kommt, sieht allerdings für die Agglomerationen Paris, Aix-Marseille und Lille sowie Tourismus- und Thermalzentren die Öffnung der Geschäfte an Sonntagen vor. Lebensmittelläden sollen bis 13 Uhr offen sein. Tendenziell kann man behaupten, dass derartige Vorlagen weiterhin für die Aufweichung des Sonntagsschutzes innerhalb Europas sorgen werden.

In einer Umfrage der betroffenen französischen Städte sprachen sich 63 % fürs Sonntags-Shoppen aus. Am höchsten war die Zustimmung in Marseille (68 %). Von den 18-24jährigen fanden 81 % die Idee gut, bei den 50-64jährigen waren es noch 55 %. 42 % erklärten sich bereit, regelmässig am Sonntag zu arbeiten (die Vorlage sieht den doppelten Lohn und Kompensation vor). Am stärksten wurde gegen die Ladenöffnung an Sonntagen ins Feld geführt, dass man sich erholen solle und dass die Familien und Hobbies Zeit brauchen.
 
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