"Kirchen sind Orte des gelebten Glaubens, und engagierte Menschen gestalten aus der Lebendigkeit des Glaubens heraus dieses Programm, dass das Leben in unseren Kirchengemeinden widerspiegelt", betont der katholische Bischofsvikar für Wien, Prälat Karl Rühringer. Bei der "Langen Nacht" sei "jeder willkommen", so Rühringer. Die Bandbreite der Veranstaltungen reiche von niederschwelligen bis zu anspruchsvollen Angeboten. Gerade in der Kirchennacht würden die Gotteshäuser zu "Orten der Gastfreundschaft"; gleichzeitig sollten die "spirituellen Schätze" der Kirchen und Gemeinschaften an diesem Abend spürbar werden, sagte Rühringer. Er hoffe, dass die "Lange Nacht" auch so manches Kirchenbild "verändern, korrigieren oder aufbrechen" werde.
Der griechisch-orthodoxe Metropolit Michael Staikos bezeichnete die "Lange Nacht der Kirchen" bei der Pressekonferenz in der orthodoxen St.-Georgs-Kirche als "weitere Frucht der ökumenischen Arbeit der Kirchen in Österreich". Auch wenn sie in diesem Jahr bereits zum fünften Mal veranstaltet werde, dürfe sie nicht als Selbstverständlichkeit betrachtet werden, appellierte der Metropolit: "Dahinter steckt eine lange Zusammenarbeit der Kirchen, eine gegenseitige Hochachtung, Respekt und Vertrauen".
Staikos wies darauf hin, dass etwa das Grusswort von Kardinal Schönborn im Programmheft zur "Langen Nacht" nicht an vorderster Stelle, sondern mitten unter den Vertretern der anderen christlichen Kirchen abgedruckt ist. "Glauben Sie, dass in einem anderen Land mit einer katholischen Mehrheitskirche oder in einem orthodoxen Land so etwas möglich wäre?", fragte Staikos: "Das kann nur in Österreich sein".

Der Wiener evangelische Superintendent Hansjörg Lein wandte sich gegen das Vorurteil, wonach Kirche für viele Menschen "etwas von gestern" sei. Lein: "Genau das Gegenteil ist der Fall und diese 'Lange Nacht der Kirchen', die in Österreich zur Tradition geworden ist, wird wieder das Zeichen setzen, dass Gott und mit seinem Gest begeistert, Lebendigkeit bringt und auch Verständigung möglich macht". Eingeladen seien alle Menschen, "besonders die, die nicht so leicht über die Schwelle einer Kirche hereinkommen".
Fackelzug, Nachtwanderung, Lichterlabyrinth, Führungen an verborgene Orte, Musik von Haydn bis Jazz, Lesungen mit Prominenten, Ausstellungen, Heiligengeschichten am Lagerfeuer und viele andere Angebote für Jugendliche, thematische Rundgänge u.a. für Kunstinteressierte, Vorstellung von Klöstern und Orden, Begegnung mit anderen christlichen Kirchen, besonders gestaltete Gottesdienste und vieles mehr - auch zum Mitmachen, wie sich in den Jugendkirchen des Landes zeigt:
In der Grazer Rupertikirche wird um 22:00 Uhr eine Jugendkirche unter dem Thema "Come and see" stattfinden. Ein gemeinsames Tanzen, Singen, Musik, Phantasiereise, Lagerfeuer sowie kulinarische Angebote (alkholfreie Cocktails etc.) soll die Jugend begeistern - und auch die Kath. Stadthauptpfarrkirche am Oberen Kirchenplatz 8 wird als Jugendkirche in Villach in dem ungewohnten Gewande einer Jugendkirche die Nacht der Kirchen begleiten.
Mehr als 250 Konzerte decken darüber hinaus jeden Musikgeschmack ab: beginnend beim gregorianischen Choral bis hin zu "Cardiac Move", den Gewinnern des Ö3-Nachwuchsband-Wettbewerbs "Soundcheck", die in der Jugendkirche St. Florian auftreten. Die österreichische Band und gleichzeitig Gewinner des Ö3 Soundchecks spielen über eine Stunde die grössten ihrer Hits. Als Vorband agiert die junge Wiener Band "first aid". Abgerundet wird das Programm von einem Nightprayer mit der Jugendkirchen Band.
Annemarie Dóczy, Koordinatorin der "Langen Nacht der Kirchen" in Wien ist davon begeistert, wenn ein Kirchenraum von dynamischen, jungen Menschen gefüllt wird, "deren Gedanken um nichts anderes kreisen, als darum, wie sie ihre Kirchen für Aussenstehende attraktiv machen können und wenn man sieht, wie sie in der Gemeinschaft kreative Ideen entwickeln, wie sich jeder individuell einbringt - dann ist das beeindruckend."
Aber in St. Florian beginnt das Programm natürlich nicht erst um 21:30. Die Eröffnung der 'Langen Nacht' wird um 18:00 Uhr mit einem Lichtertanz durch die Heranwachsenden des Kindergartens eingeleitet. Danach gegen 18:30 Uhr ist meditatives Gestalten angesagt: kreatives Gestalten mit verschiedenen Materialien zu meditativer Musik und zum Abschluss werden die Werke im Rahmen einer kleinen "Agape mit Orgelmusik" auf eine Leinwand projiziert und präsentiert.
Der Übergang zur JuKi vollzieht sich nahtlos mit einem "Talk with God" - Abendgebet (texte,lieder, gebete, miteinander vor gott treten), dem sich um 20:30 Uhr "Pop meets God" anschliesst - und danach, wie bereits erwähnt:
JUGENDKIRCHE WIEN
21.30 Uhr First Aid
Junge, dynamische, aufstrebende Band aus Wien.
22.45 Uhr Cardiac Move
Die Gewinner des Ö3 Soundchecks, Österreichs grösstem Bandwettbewerb.
00.00 Uhr Jugendkirchen Nightprayer
Gemeinsam beten, singen und meditieren. Dabei Gemeinschaft, Spass und Kirche erleben.
Das gesamte Programm der "Langen Nacht" liegt am 5. Juni in den teilnehmenden Gotteshäusern aus und ist im Internet unter www.langenachtderkirchen.at abrufbar.