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Freitag, 30. Juli 2010
Jugendkirche gratuliert zum WebFish PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Sonntag, 24. Mai 2009
Jugendkirche gratuliert zum WebFishAm Samstag, 23. Mai, wurde erstmalig auf dem Kirchentag der EKD-Internet-Award "WebFish" verliehen. Die Vorsitzende der Jury, Direktorin Marlehn Thieme, Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), überreichte die Preise und hielt die Laudatio. Den goldenen WebFish (1. Preis) bekam in diesem Jahr das katholische Benediktiner-Kloster Nütschau (Travenbrück in Schleswig-Holstein) für seine Seiten im Internet. Den silbernen Webfish (2. Preis) - so das Votum der Jury und der Online-Abstimmung - erhielt die Blogseite Pastor Buddy und der Webfish in Bronze (3. Preis) wurde der landeskirchlichen Gemeinschaft Eben-Ezer in Berlin für ihre Webseiten zur Gottesdienstvorbereitung zuerkannt.
 
Über 140 christliche Internetangebote von Gemeinden, Werken und Einzelteilnehmern hatten sich für den diesjährigen Internetpreis der evangelischen Kirche beworben, den die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in Zusammenarbeit mit dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) zum dreizehnten Mal ausgeschrieben hatte. Der Webfish-Wettbewerb - davon hat sich die Jury überzeugt - macht deutlich, wie vielfältig und qualitativ hochwertig christliche Online-Angebote sind.

Die ausgezeichneten und auch die nominierten Internetseiten geben dabei Orientierung und setzen Maßstäbe für christliche Präsenz im World-Wide-Web. Dass mehr Webseiten als im Vorjahr für den Webfish eingereicht wurden und sich mehr Menschen an der Online-Abstimmung beteiligten, zeigt für die Jury, dass Kirchengemeinden und Einzelpersonen verstärkt christliche Inhalte ins Internet einbringen wollen.

Beim Online-Auftritt www.kloster-nuetschau.de, dem diesjährigen Gewinner des mit 1.500 Euro dotierten goldenen Webfish, überzeugte die Jury der ästhetische Gesamteindruck der Website. Die Jury unter Vorsitz von EKD-Ratsmitglied Marlehn Thieme lobte vor allem den ästhetischen Gesamteindruck der Seite. Das Screendesign mit seiner Fotoauswahl lasse die spirituelle Gemeinschaft eines Lebens im Koster auch im Netz fühlbar werden und führe in das Kloster als Stätte der Besinnung, Bildung und Begegnung sehr gut ein.

Die Bildsprache der Internetseite von Kloster Nütschau bestimme die Wahrnehmung der Seite, so die Jury. "Statt vieler Worte bestimmen Fotos die Grundaussage des Online-Auftritts, so dass die Seiten primär von ihrer Anmutung her die Inhalte präsentieren." Um Raum für Panorama-Fotos zu erhalten, verzichtet die Seite auf eine vertikale Navigation. Zudem setzt sie auf zwei klar strukturierte horizontale Navigationsleisten.

Auch die Unterrubriken halten mit Teaser-Grafiken die Anmutung durch. Eine integrierte Veranstaltungsdatenbank ermöglicht zudem einen schnellen Überblick über vorhandene und freie Angebote und Termine für Interessierte. Über Fotos und Kurz-Biografien stellen sich die Mönche vor, ein Kloster-ABC führt in die wichtigsten Begriffe des Klosterlebens ein.
 
Mit www.pastorbuddy.de hat die Jury erstmalig ein Blog prämiert. Der mit 1.000 Euro dotierte silberne Webfish zeichnet ein Projekt aus, dessen Autorenteam aus Theologen und Laien aus verschiedenen christlichen Traditionen pointiert Themen setzt und zu Kommentaren einlädt. Zu den Themen Theologie, Kirche, Gemeinde, Gesellschaft, Kultur, Humor, Technik und Internet ist ein fast vierzig-köpfiges Autorenteam aktiv, das sich aus Theologen und Laien aus verschiedenen christlichen Traditionen zusammensetzt, so dass auf PastorBuddy pointiert Themen und Kommentaren aus verschiedenen Positionen angegangen werden.

Als Blog kann PastorBuddy so aus verschiedenen Perspektiven christliche Inhalte, Meinungen und Kommentare zur Diskussion stellen und in der so genannten der Blogosphäre publik macht, heisst es in der Begründung der Jury für die Auszeichnung. PastorBuddy ist somit ein christlicher Kristallisationspunkt für Blogger und erhält so mehr Reichweite, als wenn die Autoren einzeln bloggen würden.

Die einzelnen Beiträge sind über gängige Blog-Features (thematisch, viel gelesen, viel kommentiert) erreichbar und verlinkt, über eine so genannte Themen-Wolke (tag cloud) lässt sich schnell orientieren, zu welchen Themen besonders diskutiert wird. Technisch setzt die Website auf ein Standard Open Source Redaktionssystem, das alle notwendigen Voraussetzungen bietet. Die Jury drückt mit dem Webfish die Anerkennung aus, dass Christen als Einzelpersonen und als Team in der Blogosphäre aktiv sind und so christliche Inhalte präsentieren und erkennbar werden lassen.

Der Webfish in Bronze (500 Euro) würdigt das Angebot der Eben-Ezer Gemeinschaft in Berlin. Unter www.gottesdienstexperiment.de stellt die landeskirchliche Gemeinschaft im Internet Ideen für themenbezogene Gottesdienste zur Diskussion und lädt Interessierte zur Gottesdienstvorbereitung und -gestaltung mit ein. Die Jury sieht in dieser Website einen gelungen Brückenschlag, übers Internet zur der vor Ort versammelten Gemeinde einzuladen. Das könnte ganz im Sinne der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann sein, die sich lebendigere Gottesdienste wünscht.

Eine Auswertung unter Konfirmanden habe ergeben, dass fast alle den Gottesdienst als langweilig, steif und schleppend empfinden, sagte Käßmann am Freitag auf dem evangelischen Kirchentag in Bremen. Zudem empfänden sie Gottesdienste "durchweg ohne das Erlebnis von Gemeinschaft". "Insofern müssen wir in den Gemeinden vor Ort überlegen, wie der Gottesdienst lebendiger werden kann", sagte die Bischöfin.

Wer an einem Gottesdienst teilnimmt, solle spirituell gestärkt werden und Gemeinschaft erleben. Jedoch dürfe der Gottesdienst nicht auf das Bedienen der eigenen persönlichen spirituellen Bedürfnisse reduziert werden. "Gottesdienst heisst ja auch, dass ich Gott diene. Diesem Gedanken gegenüber hat sich oft eine Konsumhaltung entwickelt: Gottesdienst soll mir etwas bringen", kritisierte Käßmann. Gottesdienst sei jedoch zugleich Gottes Dienst an den Menschen und "unser Dienst vor Gott". Das gelte es neu zu verstehen.

Zusätzlich zu den Webfish-Preisen in Gold, Silber und Bronze wurden der von der Evangelischen Kreditgenossenschaft gestiftete Innovationspreis in Höhe von 500 Euro an Himmlische-Paten.de der evangelischen St. Anna Kirchengemeinde in Augsburg, die das Internet gezielt in ihr Fundraisingkonzept einbindet und so den Spendern ermöglicht, online nachzuvollziehen, an welcher Stelle ihr Geld bei den Sanierungsmassnahmen eingesetzt wird, vergeben.

Der ebenfalls mit 500 Euro Preisgeld verbundene Webfish-Förderpreis an das Online-Projekt Menschjesus.de wurde erwählt, da die Jury die Idee, mit grafisch gestalteten Jesus-Zitaten neue Schlaglichter auf die biblische Botschaft zu werfen, für interessant und ausbaufähig hält.

Über 3400 Menschen beteiligten sich an der Online-Abstimmung und ergänzten so die Entscheidungsfindung der Jury. Die Preisverleihung fand am Samstag gegen 13:30 Uhr am Stand der EKD-Media auf der Medienmeile des Kirchentages (Freigelände der Bürgerweide, Stand B 09) statt.

 
 
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