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Freitag, 30. Juli 2010
Jugendkirche surft den Papst PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Freitag, 22. Mai 2009
Katholische Jugendkirchen empfangen die Nachricht?!Der Vatikan setzt zu einer weitreichenden Online-Offensive an. Nach dem Vorbild von US-Präsident Obama will sich die Katholische Kirche mit Web-2.0.-Angeboten international etablieren und lanciert eine neue Webseite von Papst Benedikt XVI unter dem Titel "pope2you", die in erster Linie auf ein jugendliches Publikum abzielt. "Es soll eine Website für junge Menschen sein. Schon die Eingangsseite zeigt das: der Papst mitten unter Jugendlichen", so Erzbischof Claudio Maria Celli, Präsident des Päpstlichen Medienrates, bei der Präsentation der neuen Plattform.
 
Die Webseite ist laut Celli darauf ausgerichtet, in ein Gespräch mit jungen Leuten zu kommen, das möglichst offen und reichhaltig sein soll. Die Seite wird eine Reihe von Angeboten umfassen, die den Surfgewohnheiten der Jugend angepasst sind. So gehört etwa auch ein nach Wikipedia-Vorbild gestalteter Auftritt namens "Wikicath" dazu.

"Die Seite wird zum Start in fünf verschiedenen Sprachen angeboten, dazu zählt auch Deutsch", sagt Erich Leitenberger von der Katholischen Presseagentur Österreich. Auch ein Link zur Facebook-Seite des Papstes werde dabei sein. "Dort schreibt er zwar bisher noch nicht selbst, es sind aber zahlreiche Texte vom Papst auf der Facebook-Page abrufbar", erklärt Leitenberger.

Zusätzlich zu den Web-Angeboten auf "→ pope2you" soll es auch eine iPhone-Anwendung des internationalen Nachrichtenkanals "→ H20news" geben. Dieser Service werde jedoch zunächst nicht in deutscher Sprache verfügbar sein, so Leitenberger. Die intensiven Internetaktivitäten des Papstes starteten bereits im Januar mit einem eigenen Kanal auf der Videoseite "→ YouTube", allerdings mit mässigem Erfolg.

Auch im regionalen Bereich versucht die Katholische Kirche ihren Gläubigen möglichst gute Onlineangebote zu bieten. So betreibt mittlerweile jede Diözese in Österreich eine eigene Website. "Viele davon, zur Zeit vor allem in Kärnten und Salzburg, werden renoviert, um noch stärker bei den jungen Zielgruppen punkten zu können", erklärt Leitenberger.

Die Kirche könne in einer Zeit, in der das Internet bereits nahezu alle Medien bis auf das Fernsehen als Nachrichtenkanal ausgestochen hat, diese Kommunikationsentwicklungen nicht ignorieren, signalisiert der Vatikan. Zum Weltkommunikationstag der Kirche sagte der Papst am Mittwoch, 20. Mai, in Rom, die neue Technologie habe zu einem grundlegenden Wandel in der Nachrichtenverbreitung und der Kommunikation unter den Menschen geführt.

Die Nutzer der neuen Medien sollten auf eine Kultur des Respekts, des Dialogs und authentischer Freundschaft achten, die der Wahrheit und dem gegenseitigen Verstehens verpflichtet sei. Benedikt XVI. lud vor allem die Jugend dazu ein, die digitalen Medien auf positive Weise zu gebrauchen. Sie sollten die grossen Möglichkeiten, die in den neuen Technologien lägen, nutzen, um Beziehungen der Freundschaft und Solidarität aufzubauen.

Das Web bringe zwar auch sehr grosse Risiken mit sich, so Frederico Lombardi, langjähriger Chef von Radio Vatikan. Gleichzeitig berge es aber auch ein grossartiges Potenzial für Gutes. Die neue Cyber-Initiative startet im Zuge des diesjährigen kirchlichen Mediensonntags. Dieser steht 2009 unter dem Titel "Neue Techniken - neue Verbindungen".
 
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