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Freitag, 3. September 2010
Jugendkirche beim Kirchentag Bremen PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Samstag, 16. Mai 2009
 
Vom  20. bis zum 24.05.2009 findet in Bremen der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag statt, auch mit Beteiligung von Jugendkirchen. Wie immer bei Kirchentagen wird es ein quirliges Grossereignis sein, bei dem über das Himmelfahrts-Brücken-Wochenende viele interessante Veranstaltungen angeboten sind. Und wie immer nach dem Kirchentag werden sich viele BesucherInnen wünschen, dass diese inspirierende, lebendige und emotional packende Atmosphäre auch in ihrer Heimatgemeinde wiederzufinden wäre, Jugendkirchen schaffen das meist ganz gut.
Der Kirchentag kommt erstmals nach Bremen - und damit überhaupt ein Ereignis in dieser Grössenordnung. Klar ist: Gelingen kann der Kirchentag nur, wenn alle mithelfen: Zu den Vorbereitungen gehören ganz praktische Dinge wie die Unterbringung und die Sorge für das leibliche Wohl. Der Grossteil der jungen Teilnehmenden wird in Gemeinschaftsquartieren in Schulen untergebracht sein, für deren Betreuung Freiwillige gesucht werden.

Dafür gilt es, Menschen zu gewinnen, die ihre private Wohnungstür öffnen und ein Bett zur Verfügung stellen. Möglichkeiten der Begegnung bieten auch Gute-Nacht-Cafés, das Feierabendmahl und Stände einiger Jugendkirchen sowie JuKi-Aktionen. Es sei aber nicht verschwiegen, dass im Gegensatz zu der gewachsenen Anzahl der JuKi-Projekte (derzeit 175 Adressen in BRD, 16 in Österreich, Luxemburg und Schweiz sowie 13 als konkrete Idee) ihre gestaltende Beteiligung beim Kirchentag in Bremen eher zurückgegangen ist.

Ein warmherziger Empfang, gute Gespräche und praktische Hilfe - davon hängt ganz entscheidend die Atmosphäre eines Kirchentages ab. Aber Gastfreundschaft bedeutet auch, Anlässe und Gelegenheit zur Begegnung zu schaffen. Schliesslich macht man sich als Gastgeber Gedanken darüber, was man seinen Gästen zeigen möchte.

Konkret bedeutet das: Nach den zentralen Eröffnungsgottesdiensten - unter anderem auf der Bürgerweide - soll am Abend der Begegnung in der Bremer Innenstadt ein buntes und fröhliches Fest gefeiert werden. Erfahrungsgemäss nehmen viele Menschen aus der Region die Chance wahr, an diesem Abend den Kirchentag zu erleben. Aufgabe der Gemeinden ist es, mit eigenen Verpflegungsständen für das leibliche Wohl zu sorgen.

Am Mittwoch, 20.5. beginnt in diesem Sinne die → Jugendkirche Delmenhorst den Reigen der JuKis mit einem Stand während des Abends der Begegnung auf der Oldenburger Meile und bietet Steak-Brötchen. Ansprechpartner ist Martin Kütemeyer. Darüber hinaus sollen die Gäste im besten Sinne unterhalten werden. Kreative Mitmachangebote ermöglichen eine Begegnung von Gästen und Gastgebern.

Die Evangelische Jugend und die → Jugendkirche luca aus Bielefeld beteiligt sich am Kirchentag in Bremen vom 20.-24.05.2009 mit einer Aktionsfläche für Jugendliche und einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm. Gemeinsam mit der Evangelischen Jugend Herford belegen sie eine Schule in Bremen und treffen sich jeden Abend in 'ihrem' Nachtcafé.

Erstmals gehört auch die Evangelisch-Reformierte-Kirche mit zu den einladenden Kirchen des Kirchentags und wird gemeinsam mit der → Jugendkirche Osnabrück am 20.5. einen Stand aufbauen und dort Osnabrücker Brezeln und Fallafeln anbieten: "Wir möchten unseren Stand gerne mit mehreren Arbeitsgruppen besetzen, damit jeder auch an dem vielfältigen Programm teilnehmen kann."

Ab Donnerstag, 21.5. (Feiertag) sind zwei Jugendkirchen mit einem Einzel-Stand auf dem Markt der Möglichkeiten in der Messehalle 5 vertreten: → Jugendkirche Soest,  Standnummer M5 E15, Ansprechpersonen sind Petra Englert und Friedrich Kasten. Und die → Jugendkulturkirche Kassel, Standnummer M5 G13 mit Get Connected: Mensch gib dir `n Ruck. Informationen, Spass und Austausch. Ansprechpartnerin ist Monika Ochs.

Die → Jugendkirche Wuppertal gestaltet am Samstag um 20 Uhr im ZENTRUM JUGEND BLG-Forum, Staplerhalle, Am Speicher XI, 10 (Q84) den Jugendgottesdienst PopGebet mit Beats und Gebeten, mit Kerzen und Videos. Dauer ca. 1,5 Std. Es gibt hierfür sogar extra T-shirts, die man erwerben kann. Ansprechperson ist Claudio Gnypek.

Beim Kirchentag in Bremen findet zudem das erste youngspiriX-Usertreffen unter dem Motto 'Informieren, kennenlernen, reden!' statt. Da kannst du die Leute offline kennenlernen, die du vielleicht schon mal bei youngspiriX online getroffen hast. Zenrales Element des Usertreffens wird die Vorstellung des neuen Konzepts für youngspiriX sein.


Hier noch einige JuKi-Veranstaltungen:

 
Donnerstag Carpe Diem
19.30-21.00 Treffpunkt Musiktheater und Theater  
  Waldau Theater, Theatersaal, Waller Heerstr. 165 (368 / P85)  
     
Freitag Carpe Diem
11.00-12.30 Musik, Theater, Kleinkunst  
  St. Remberti, Friedhofstr. 10 (121 / Q90)  
     
Freitag Gebet an den Planet
20.00-21.00 Zentrum Jugend  
  BLG-Forum, Staplerhalle, Am Speicher XI, 10 (Q84)  
     
Samstag Carpe Diem
15.00-16.30 Musik, Theater, Kleinkunst  
  St. Remberti, Friedhofstr. 10 (121 / Q90)  
     
Samstag PopGebet
20.00-21.30 Zentrum Jugend  
  BLG-Forum, Staplerhalle, Am Speicher XI, 10 (Q84)
 
Wer schon einmal einen Kirchentag erlebt hat, kennt die spirituell aufgeladene Atmosphäre, die die gastgebende Stadt bei diesem Grossereignis erfüllt - bei aller Ernsthaftigkeit der Debatten und Foren. Die Anziehungskraft des Kirchentags liegt vor allem für junge Gäste wohl in einer gigantischen Glaubensparty. Schon zum Auftakt während des "Abends der Begegnung" soll es richtig rund gehen, wenn - wie erwartet - 300.000 Gäste kommen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, hofft darauf, "dass das ein grosses Fest des Glaubens wird - mit einer besonderen Prägung durch die Weltoffenheit und die vielfältige Liberalität Bremens. Ich hoffe auch auf eine Zeitansage angesichts der herausfordernden Probleme der Gegenwart und der Notwendigkeit, Globalisierung neu zu verstehen und sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung und ihren gravierenden Auswirkungen auf die Menschen auseinanderzusetzen."

Kirchentagspräsidentin Karin von Welck: "Kirchentage setzen sich mit aktuellen Problemen auseinander, es gibt Diskussionsforen zu brennenden Fragen unserer Zeit wie etwa der Finanzkrise. Daneben geht es um gesellschaftliche Fragen wie Bildung, Überalterung der Gesellschaft und Ökologie, ein Thema, das traditionell auf Kirchentagen eine große Rolle spielt. Immerhin wird es auf diesem Kirchentag nicht nur einen Dialog der Religionen geben, sondern einen Trialog zwischen Christen, Juden und Muslimen.

Darauf bin ich gespannt, und davon erhoffe ich mir neue Impulse im sicherlich nicht immer einfachen Verhältnis der Religionen untereinander. Ganz wichtig ist die Botschaft, wie sie durch die Losung des Bremer Kirchentages vermittelt wird: Man kann nicht in seiner eigenen Welt leben und denken, dass es die da oben schon richten werden. Das funktioniert nicht. Jeder muss Verantwortung übernehmen, das sollte auf dem Kirchentag vermittelt werden. Und natürlich geht es um Werte wie Freiheit und Toleranz auch für andere Religionen."

Sechs Jahrzehnte nach dem ersten evangelischen Glaubensfest in Hannover geht es zudem in vielen Veranstaltungen um das 60. Jahr der Bundesrepublik und das 20. Jahr nach dem Mauerfall. Zu den Höhepunkten des Kulturprogramms zählen Open-Air-Konzerte, etwa mit der Kölner A-capella-Gruppe "Wise Guys". Neben Klassik wie dem "Bremer Requiem", das extra für den Kirchentag komponiert wurde, gibt es Kino, Theater und erstmals eine "Nacht der Poesie".

Unbeschwert und heiter: So werden Teilnehmende und Mitwirkende den 32. Deutschen Evangelischen Kirchentag mit dem Motto 'Mensch, wo bist Du' in Bremen erleben. Karin von Welck: "Das Motto 'Mensch, wo bist Du' wurde ja schon vor zwei Jahren ausgewählt, aber ich finde, dass es jetzt, in den schwieriger gewordenen Zeiten, hervorragend passt.  Die Krise hat uns gezeigt, dass wir unglaublich abhängig sind von der Globalisierung. Globalisierung haben viele von uns als ein Thema von anderen gesehen. Dass es jedoch jeden angeht, wird erst jetzt offensichtlich, und so stellt sich die Frage - und das spiegelt sich dann im Motto wider - wo die Verantwortung des Einzelnen liegt."

Die typischen Kirchentags-Teilnehmer sind vor allem junge Menschen, die auf der Suche nach Verankerung, nach Bestätigung von Werten sind. "Menschen aus dem In- und Ausland werden dazu in Bremen erwartet: rund um Roland und Messegelände, zwischen Schlachte und Europahafen. Für die Amtskirche ist das meines Erachtens eine große Chance, sie sollte eine solche Veranstaltung, wenn man so will, als Marketingmöglichkeit für sich nutzen", so Welck.

Schluss- und Höhepunkt des Mega-Strassenfestes rund um elf Bühnen soll ein Lichtermeer von 150.000 Kerzen sein, das von einer Performance begleitet wird: Der Kölner Künstler Rochus Aust lässt Boote Ballett fahren und Bäume singen. Eine Herausforderung für Polizei und Verkehrsplaner ist dabei der Einzug des Bundesligisten Werder Bremen in das UEFA-Cup-Finale in Istanbul. Es wird am Mittwochabend zeitgleich zum "Abend der Begegnung" übertragen - zehntausende Fans wollen das spannende Match auf einer Grossbildleinwand möglichst citynah verfolgen.

Was ist Kirchentag?

Jeder Kirchentag ist ein grosses Fest des Glaubens. Seit 1949 finden Deutsche Evangelische Kirchentage statt, seit 1957 alle zwei Jahre. Sie dauern immer fünf Tage. Von der Eröffnung am Mittwoch bis zum Schlussgottesdienst am Sonntag gibt es rund 2.000 Einzel-veranstaltungen. Nachdenklich und fröhlich, bunt und international. Der Kirchentag ist eine Einladung an alle, die sich auf spannende Debatten um die Zukunft unserer Welt einlassen wollen.

Eine Verbindung von Frömmigkeit und Weltverantwortung prägt stets Deutsche Evangelische Kirchentage. Schon immer sind alle eingeladen, zu Kirchentagen zu kommen: Christen verschiedener Konfessionen und Menschen aller Religionen. In den vergangenen Jahren sind dieser Einladung jeweils über 100.000 Menschen gefolgt. Zum grossen Teil waren sie jünger als 30 Jahre. Etwa die Hälfte kommt jeweils zum ersten Mal.

An der Planung, Vorbereitung und Gestaltung eines Kirchentages sind fast 50.000 Menschen ehrenamtlich beteiligt. Das heisst, dass fast jeder zweite Teilnehmende aktiv beim Kirchentag mitmacht und sich einbringt.

Von "evangelischer Zeitansage" über "Fest und Manifest des Protestantismus" bis hin zu "Experimentierfeld der Kirche" reichen die Schlagworte, die den Kirchentag beschreiben. Dabei hat er immer wieder, in Ost und West, Einfluss auf Entwicklungen in Kirche und Staat genommen. So gingen Friedens- und Ökologiediskussionen ebenso von Kirchentagen aus wie die Idee eines "Konzils für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung".
SIEHE AUCH 
 
 
 

LEITWORTE DER DEUTSCHEN EVANGELISCHEN KIRCHENTAGE


1949: Erster Deutscher Evangelischer Kirchentag in Hannover – „Kirche in Bewegung“

1950: Essen – „Rettet den Menschen“

1951: Berlin – „Wir sind doch Brüder“

1952: Stuttgart – „Wählt das Leben“

1953: Hamburg – „Werft euer Vertrauen nicht weg“

1954: Leipzig – „Seid fröhlich in Hoffnung“

1956: Frankfurt am Main – „Lasset euch versöhnen mit Gott“

1957: 17 Landeskirchentage und Herbsttreffen in Berlin – „Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott“

1959: München – „Ihr sollt mein Volk sein“

1961: Berlin – „Ich bin bei euch“

1962 - 1989: Nach dem Bau der Mauer finden in der DDR regionale evangelische Kirchentage statt

1963: Dortmund – „Mit Konflikten leben“

1965: Köln – „In der Freiheit bestehen“

1967: Hannover – „Der Frieden ist unter uns“

1969: Stuttgart – „Hungern nach Gerechtigkeit“

1971: Ökumenisches Pfingsttreffen Augsburg – „Nehmet einander an, wie Christus euch angenommen hat“

1973: Düsseldorf – „Nicht vom Brot allein“

1975: Frankfurt am Main – „In Ängsten - und siehe wir leben“

1977: Berlin – „Einer trage des anderen Last“

1979: Nürnberg – „Zur Hoffnung berufen“

1981: Hamburg – „Fürchte dich nicht“

1983: Hannover – „Umkehr zum Leben“

1985: Düsseldorf – „Die Erde ist des Herrn“

1987: Frankfurt am Main – „Seht, welch ein Mensch“

1989: Berlin (West) – „Unsere Zeit in Gottes Händen“

1991: Ruhrgebiet (erster Kirchentag nach der Wiedervereinigung) – „Gottes Geist befreit zum Leben“

1993: München – „Nehmet einander an“

1995: Hamburg – „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist“

1997: Leipzig – „Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben“

1999: Stuttgart – „Ihr seid das Salz der Erde“

2001: Frankfurt am Main – „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“

2003: Erster Ökumenischer Kirchentag in Berlin – „Ihr sollt ein Segen sein“

2005: 30. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Hannover – „Wenn dein Kind dich morgen fragt...“

2007: Köln – „Lebendig und kräftig und schärfer“

2009: Bremen - „Mensch, wo bist du?“

 

 

 


 
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