Der auf Anfang dieses Jahres neu gewählte Dekanatsvorstand hat am 29. April 2009 beschlossen, das Projekt Jugendkirche nicht mehr weiter zu verfolgen. Die Schwesterkirchen in Basel-Stadt und Basel-Land seien dem Vorhaben gegenüber eher ablehnend eingestellt gewesen, und es fehle derzeit ein gemeinsamer Wille dafür, bestätigte Joachim Köhn von der Dekanatsleitung am Dienstag, 12. Mai, eine entsprechende Medienmitteilung.
Die Jugendkirche war ein Projekt der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt. Die Idee, die in deutschen Städten z.T. mit gutem Erfolg realisiert wurde, ist es, eine Kirche zur Kirche mit und für Jugendliche werden zu lassen. Projekte verschiedenster Art sollen darin realisiert werden.
Das Projekt Jugendkirche, 2006 als zweijähriges Vorprojekt gestartet, war bisher eine ausschliesslich katholische Angelegenheit. Nun hätten für die nächste Projektphase für die Jahre 2010 bis 2012 auch die Schwesterkirchen beider Basel einbezogen werden sollen.
Die entsprechende Vernehmlassung sei jedoch eher negativ ausgefallen, sagte Köhn. Die Vorstellungen bezüglich Standort, Zielpublikum und Finanzierung seien zu weit auseinander gegangen. Während das Projekt beispielsweise die Nutzung einer Kirche in Basel als festen Standort vorsah, hätte man sich von Seiten der Kirchen in Basel-Land eher eine "mobile Jugendarbeit" gewünscht.
Es zeigte sich aber bald im 2009, dass die Schwesterkirchen das Projekt Jugendkirche nicht so positiv wie der Dekanatsvorstand beurteilten. Vor allem die Stellungnahmen hinsichtlich Standort, Zielpublikum, Finanzen und Bekanntheitsgrad gingen zu weit auseinander und waren letztlich zu wenig eindeutig positiv im Sinne einer Projektweiterverfolgung.
Ein gemeinsamer Wille zur konkreten Umsetzung dieses Projektes ist zur Zeit nicht vorhanden. Während auch von katholischer Seite die Seelsorger in den Pfarreien sich von der Jugendkirche verstärkt Unterstützung für die "eigenen" Jugendlichen versprochen hätten, sei das Projekt in seiner jetzigen Gestaltung zu sehr auf spezielle Publika unter den jungen Leuten ausgerichtet gewesen, so Köhn.
Es wurde sehr viel professionelle Energie seitens der beteiligten Personen in dieses Projekt gesteckt und dafür möchten wir den entsprechenden Personen sehr danken. Das Wort aus dem Buch des Propheten Jeremia "pflügt euch Neuland" (Jer 4, 3), das auch von der Jugendkirche aufgegriffen wurde, macht uns aber Mut, Abschied und Trennung nicht nur als Verlust zu sehen. Es ermutigt und bestärkt uns auch, den notwendig gewordenen Abschied als Samenkorn für neue Aufbrüche zu entdecken.
Nun will die Dekanatsleitung in Absprache mit den Fachgremien, Pfarreien und vorgesetzten Behörden klare Perspektiven für die städtische Jugendpastoral entwickeln. Der notwendige gewordene Abschied vom Projekt Jugendkirche müsse als "Samenkorn für neue Aufbrüche" entdeckt werden, schreibt die Dekanatsleitung.
Im Dezember 2005 hatte der Kirchenrat der RKK BS, nachdem bereits im Herbst 05 der Dekanatsvorstand dem zweijährigen Vorprojekt Jugendkirche Basel zugestimmt hat, insgesamt CHF 95’000 für das erste Projektjahr (1. September 06 - 31. August 07) zur Verfügung gestellt. Ende 2007 hatte der Kirchenrat zudem für das 2. Jahr einen weiteren Beitrag von CHF 40’000.- (exkl. Personalkosten) gesprochen und damit seine Unterstützungsbereitschaft bekräftigt.
Zielsetzung für die beiden Vorprojektjahre war es, erste Experimente und Projekte durchzuführen, einen Teambildungsprozess mit verschiedenen Fachkräften in Gang zu setzen und mit den gewonnenen Erfahrungen an einem Profil für eine zukünftige feste Jugendkirche zu arbeiten. Dafür waren, wie die ersten zwei Projektjahre zeigten, folgende Ressourcen notwendig:
- ein Kirchenraum mit grosser Gestaltungsfreiheit
- eine mehrjährige Projektlaufzeit
- 200 feste Stellenprozente und zusätzlich rund 50% für temporäre externe Mitarbeitende
- CHF 90’000 Betriebsmittel pro Jahr
- regionale Trägerschaft/Strukturen und Vernetzung.
Der Dekanatsvorstand hatte sich 2008 für eine dreijährige zweite Projektphase der Jugendkirche 2009-2011 entschieden. In diesen Prozess sollten vollumfänglich auch die Partnerkirchen beider Basel miteinbezogen werden. Alles in allem hätten sich die beteiligten pastoralen und staatskirchlichen Gremien jedoch nicht "für eine verbindliche Mitarbeit in finanzieller und personeller Hinsicht" erwärmen können, heisst es in der Medienmitteilung.
Weitere Auskünfte erteilt die Dekanatsleitung der Röm.-kath. Kirche Basel-Stadt:
Joachim Köhn (tel. 061 690 28 00 -
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Monika Hungerbühler (tel. 061 683 33 61 -
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Ruedi Beck (tel. 061 685 94 53 -
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