Haupt Menu
Home
News & Infos
Archiv
Suchen
JuKi Links
Bewegungsmelder
Jukis
Über uns
Disclaimer
Fun Zone
Flash eCards
Games & Fun
Home
Freitag, 3. September 2010
Jugendkirche am grossen Tisch der Kulturen PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Freitag, 15. Mai 2009
jugendkirche, migration und homophobieDeutschland ist ein Einwanderungsland, Stuttgart eine Integrationslandeshauptstadt. Die eigene Identität, die schon lang vorhandene Multikulturalität der Gesellschaft und der Umgang der Politik mit dieser bilden den Rahmen des Projekts der JuKi Stuttgart 'Wo kommst du denn her?', das sich im Besonderen an Jugendliche und junge Erwachsene richtet. Die Konfrontation mit gängigen Vorurteilen gegenüber "Nicht-Deutschen" wird daher genauso ein Teil sein, wie das Erfahren der Kultur, der Sprach- und Musikwelt von in und um Stuttgart lebenden Migranten, aber auch die Möglichkeiten der Bildung innerhalb des Schulsystems.
 
Ein buntes Völkergemisch aus alteingesessenen Stadtteilbewohnern, jungen Familien, Studenten, Aussiedlern und Migranten sorgt für ein reichhaltiges kulturelles Angebot. Aber wie sieht es im Alltag aus? Multi-Kulti-Gekuschel oder Kampf der Kulturen? Leben wir gemeinsam oder aneinander vorbei? Was erleichtert, was behindert Integration? Wie gelingt ein "Miteinander"? Für den Integrationsbeauftragten der entscheidenden Gremien gibt es keine Alternative: "Wir müssen mehr tun für die Integration."

Die unterschiedlichsten Selbstorganisationen der Migranten wie Kulturvereine oder -zentren finden sich schrittweise mit Wissenschaft und Verbänden zusammen. Gemeinsam wollen sie zugewanderte Eltern darin unterstützen, die Bildung ihrer Kinder zu fördern. Zu lange sei Integration als "Ausländerproblem" angesehen und Kulturvereinen als islamistisch oder nationalistisch misstrauisch begegnet worden.

Selbstorganisiert sollen sich über die bestehenden Vereine Eltern fortbilden und gegenseitig helfen, um ihre Kinder besser begleiten zu können. Landesregierung, Wohlfahrtsverbände und weitere Organisationen unterstützen sie dabei. Ideen dafür, wie das gehen kann, sollen u.a. auch "am grossen Tisch der Kulturen" diskutiert werden. Ein Unterschied ist in den neuesten Jugendwertestudie aber bereits klar erkennbar: Jugendliche mit Migrationshintergrund - mehrheitlich Muslime - sind stärker religiös orientiert als der Durchschnitt gleichen Alters in der BRD.

Neue Wege gemeinsam wagen! Wie internationale Gemeinden zu einem Schlüssel für Evangelisation in Deutschland werden können. Kurzstatements von Stuttgarter Jugendlichen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen eröffnen die Tischgespräche und das Essen mit internationalen Köstlichkeiten. Mit dabei ist der Stadtdekan Hans-Peter Ehrlich und bisher sind folgende Kulturen vertreten: Iran, Türkei, USA, Eritrea, Deutschland ...'Wo kommst du denn her?' - Informatives und Kulinarisches am grossen Tisch der Kulturen, Dienstag, 19. Mai 2009 - 19:00 Uhr.
 
Homophobie ist kein Tabuthema
 
Diskriminierung, Ausgrenzung, Gewalt: Trotz Streichung des §175 im Jahre 1994, Einführung der "Homo-Ehe" und des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ist eine breite gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Homosexuellen in Deutschland keineswegs selbstverständlich. In anderen Ländern verhallt der Ruf nach Toleranz gänzlich ungehört, Homosexualität wird gar als Straftat verfolgt. Stuttgart hat zu dem Tabuthema Homosexualität gleich zwei Veranstaltungen in der Jugendkirche im Programm.
 
"Meine Erfahrung ist, dass es trotz der veränderten Rechtslage in unserem Land immer noch zu viele Vorbehalte gegen Lesben und Schwule gibt, dass viele Paare ihre gleichgeschlechtliche Partnerschaft nicht offen leben können, dass viele Menschen berufliche Nachteile haben aufgrund ihrer Lebensform." Diese Aussage kommt von Petra Dais, Leiterin der Jugendkirche.
 
Am kommenden Sonntag ist der Internationale Tag gegen Homophobie. Am 17. Mai 1990 beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheits- organisation (WHO) längst Überfälliges: Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Der 17. Mai wurde daraufhin zum Internationalen Tag gegen Homophobie ausgerufen. Das Europäische Parlament betonte im Januar 2006, dass Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung auf das Schärfste verurteilt wird - eine Kampfansage gegen Homophobie und Hassgewalt, der alle Mitgliedstaaten verpflichtet sind. Weltweit machen rund um den 17. Mai zahlreiche Organisationen mit Aktionen und Veranstaltungen auf Homophobie, Diskriminierung und Gewalt aufmerksam - Jugendkirche Stuttgart mobilisiert mit. Sei dabei!

Auf der Königstrasse wird es eine Standaktion des Arbeitskreises der Lesben und Schwulen in der SPD Stuttgart geben und am Samstag, 23. Mai, findet die "Geschlechterrutsch-Party" statt. Rechnet Petra Dais mit Drohungen? "Wir befürchten keine konkreten Drohungen. Jedoch wurde über unsere Veranstaltung in der rechtsradikalen Zeitung "Junge Freiheit" geschrieben, da bin ich natürlich besonders vorsichtig." Sie selbst sehe den Tag gegen Homophobie als eine wichtige Initiative "auf dem weiten Weg, auf dem wir noch sind, damit es keine Diskriminierung gegen Homosexuelle in unserer Welt mehr gibt". Und auch beim Jugendkirchenfestival fand bereits der Themenabend "Geschlechterrutsch" statt, ein Fest dazu wird noch kommen.
 
"Immer wieder passiert es mir, dass ich auf der Strasse beleidigt werde, wenn ich mit meinem Freund über die Königstrasse gehe!", sagt Steffen Schaffner, Landessprecher der Schwusos Baden-Württemberg. "Homosexualität wir immer mehr toleriert, aber noch längst nicht akzeptiert", so Schaffner weiter. Er wünscht sich, dass Stuttgart endlich offen für alle ist.

Deswegen werden am 17. Mai auf der Königstrasse die Lesben und Schwulen in der SPD Stuttgart durch verschiedene Darstellungen von Homosexuellen die Normalität zeigen. "Die homosexuellen Menschen sind ein Teil dieser Stadt, die das Leben hier aktiv mitgestalten. Gerne sind wir auch bereit, mit den Gästen vor Ort über Vorurteile zu sprechen. Beginn ist um 14 Uhr, Ende etwa gegen 16 Uhr", erläutert Steffen Schaffner. Er selbst rechne auch mit negativen Reaktionen, die beleidigend sein könnten.

Pfarrerin Petra Dais, die die Jugendkirche in der Martinskirche leitet, hat bewusst das Thema Geschlechterrutsch im Rahmen eines Themenabends der Jugendkirche thematisiert. "Als Jugendkirche wollen wir einen Freiraum anbieten, in dem junge Menschen sich über die eigene sexuelle Orientierung und die Form, wie sie mit anderen zusammenleben, offen austauschen können. Dazu braucht es einen Ort der Diskussion, Gelegenheiten zum offenen und angstfreien Gespräch. Solche Freiräume versuchen wir zu ermöglichen. Bei der Diskussion um Lebensformen soll es nicht darum gehen, ob es falsche oder richtige Lebensformen gibt - es gibt keine falschen Lebensformen, sondern es geht um die Frage, wie wir unser Zusammenleben gestalten."

Christoph Michl, Vorstand des CSD Stuttgart, weiss, dass Homosexualität in vielen Bereichen noch tabu ist. Deswegen hat er zum Christopher Street Day im Sommer einen besonderen Schirmherr engagiert. "Im Sport ist Homosexualität auch heute noch eines der grössten Tabus. Da lag es nahe, hier mehr Mut zur Akzeptanz einzufordern. VfB-Präsident Erwin Staudt hat sofort zugesagt, dieses wichtige Amt zu übernehmen." Michl hat auch Übergriffe auf Homosexuelle in Stuttgart erlebt: "Ich kenne konkrete Fälle von körperlicher und anhaltend seelischer Gewalt - auf offener Strasse oder im Berufsleben, Stichwort Mobbing. Nicht zu verkennen ist auch, dass "schwule Sau" auf Schulhöfen immer noch das Schimpfwort schlechthin ist. Hier muss Aufklärung stattfinden."
 
Wer Lust hat, diese Abende mit vorzubereiten, kann sich gerne bei Jugendpfarrerin Petra Dais melden!
Tel: 0711-18771 77
eMail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können  
 
< zurück   weiter >

www.jukis.org
Online
Aktuell 17 Gäste online
Besucher
Besucher: 1315333
 
 
 
 
© http://www.jukis.org, Joomla