Singen zum Lob Gottes. Dazu luden die Sängerinnen und Sänger des Jugendchores "Pull" aus Herscheid noch vor Ostern in die St.-Johannes-Kirche ein. "Wir ziehen Dich auf unsere Seite!" So begründete Christian Schröder die Wahl des englischen Wortes für "Ziehen" zum Bandnamen. Und sicher gelang es den elf jungen Sängern, verstärkt durch Schlagzeug, Gitarre und Keyboard, ihre Gäste in der Jugendkirche auf ihre Seite zu ziehen - und das gelang ihr während der gesamten Dauer, auch bei der abschliessenden Ostermesse. Pfarrer Schulte fasste den Sinn der JuKi in einem Satz zusammen: "Wir haben über Gott und die Welt nachgedacht oder auch einfach Spass gehabt."
Den Kontakt zwischen Jugendchor und Jugendkirche hatte Karina Fittkau hergestellt. Sie wirkt tatkräftig an der Organisiation der Jugendkirche mit und ist auch Mitglied des Chores, der besonders die Jugendlichen ansprechen will. Hervorgegangen ist der Chor aus dem EC Hüinghausen. Das klingt zwar beim ersten Hören nach einem Sportverein, doch EC steht für "Entschieden für Christus", wie Christian Schröder erklärt.
Es sei genau richtig gewesen, die Jugendkirche nicht am Karfreitag enden zu lassen, sondern mit der Freude der Ostermesse, betonte Pfarrer Andreas Schulte in der St.-Johannes-Kirche Langenholthausen, als er "mit ein wenig Wehmut" den Abschluss der Aktion verkündete, die so viel Begeisterung und so viele Diskussionen ausglöst hatte. "Wir haben in den vergangenen Wochen etwas erlebt, das viel mit Ostern zu tun hat. Die Art wie ihr miteinander umgegangen seid, war einladend", sagte der Pfarrer den Jugendlichen.
Gerade in der jetzigen Stimmung innerhalb der Kirche, die oft an den Karfreitag erinnere, sei das Ende der Jugendkirche am Ostersonntag ein Zeichen für einen Anfang, sagt Pfarrer Schulte. "Spass" sei kein Fremdwort für einen Kirchenraum, unterstrich er und lobte auch das harmonische Miteinander von jungen und alten Menschen. Junge Leute seien ganz selbstverständlich in die Kirche gegangen, in der sie sonst unter den wesentlich Älteren oft das Gefühl hätten, Exoten zu sein. Für die Älteren sei die Jugendkirche ein deutliches Zeichen: "Es geht mit dem Glauben weiter."
Pfarrer Schulte wies auch auf die Wirksamkeit der Jugendkirche in der Öffentlichkeit hin: "Wir waren als Kirche im Gespräch - auch wenn das so manchen Heckenschützen motiviert hat, etwas loszuwerden." Doch sei anfängliche Skepsis bei ganz vielen Menschen umgeschlagen in Begeisterung und in die Erkenntnis: Kirche muss nicht langweilig sein.
Auch wenn der Kirchenraum bald wieder so aussehe wie vor der Jugendkirche, so habe sich dennoch viel verändert, seien Erwartungen geweckt worden. So rief der Pfarrer Kritikern wie Freunden zu: "Alle die wegen der Jugendkirche weggeblieben sind, dürfen jetzt wiederkommen, und alle, die wegen der Jugendkirche gekommen sind, dürfen jetzt bleiben. Ich bin froh, dabei gewesen zu sein."
Vor der Ostermesse hatte Pfarrer Andreas Schulte die Osterkerze geweiht, die mit ihrem Motiv an die Jugendkirche erinnert. Und während des Gottesdienstes dankte er allen Helferinnen und Helfern, hob dabei aber Margot Wortmann und Gretel Schröer hervor, die sich hinter den Kulissen immer wieder für das Gelingen der Aktion eingesetzt hatten. Für den Pfarrer hielt Clemens Lösse ein Geschenk als Dank für die geleistete Arbeit bereit, und die Jugendlichen überreichten Andreas Schulte ein Bild mit dem Logo der Jugendkirche in Langenholthausen.
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