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Mittwoch, 8. September 2010
Jugendkirche und die Europawahl PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Samstag, 6. Juni 2009

     Hast du am 7. Juni schon was vor?
Jugendkirche strebt Europa entgegen
Nein? Dann wähle doch auch du Europa: An diesem Sonntag, also morgen, sind alle Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren in den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) aufgerufen das Europäische Parlament neu zu wählen. So hat jeder Wähler und jede Wählerin eine gute Möglichkeit Einfluss auf die Entwicklungen in Europa auszuüben - übrigens schon zum siebten Mal seit der ersten Direktwahl im Jahr 1979. Und suchet Europas Beste, die eure Interessen vertreten, denn ihr seid die Zukunft.

Wie kann das Interesse Jugendlicher an den politischen Institutionen der EU und ihrer Funktionsweise verbessert werden? Welche Themen interessieren Jugendliche im Hinblick auf Europa? Wie lässt sich Jugendpartizipation in Europa fördern?

Mit diesen und weiterführenden Fragen zur Europäischen Bildungs- und Jugendpolitik und zur Förderung eines europäischen demokratischen Bürgerbewusstseins befasst sich seit 1993 die Forschungsgruppe Jugend und Europa (FGJE) am C·A·P. Ziel ist es, didaktische Modelle zu entwickeln, um Jugendlichen die Chancen und Möglichkeiten der aktuellen europäischen Politik vor dem Hintergrund ihrer eigenen Lebenswelt näher zu bringen.

Angesichts des Superwahljahrs 2009 hat die FGJE in der ersten Jahreshälfte ihren Arbeitsschwerpunkt in allen Bereichen auf die anstehenden EP Wahlen gelegt.

Das Serviceangebot erstreckt sich daher gezielt über

  • Veranstaltungen für Multiplikatoren und Jugendliche, um das Interesse und die  Beteiligung an den Wahlen zu fördern;
  • Schulungen zu interaktiven Methoden, peer group education, Workshops und innovativen Formaten sowie Simulationen in Bezug auf europapolitische Themen rund um das Europäische Parlament und die Europawahl;
  • Materialien für Praktiker der Jugend- und Bildungsarbeit zur Vermittlung von Europakompetenzen im Bereich der interkulturellen Jugend- und Bildungsarbeit;
  • Analysen wie wissenschaftliche Konzeptpapiere, Untersuchungen der Einstellungs- und Partizipationsforschung mit dem Schwerpunkt "Jugend und Europawahl 2009".

Finde heraus, welche Partei deine Standpunkte am besten vertritt. Der Wahl-O-Mat hilft dir dabei.

Seit 2002 ist der Wahl-O-Mat (WOM) der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb erfolgreich im Einsatz, um interessierte Bürger über bevorstehende Wahlen zu informieren und Wähler zu mobilisieren. Im Superwahljahr 2009 präsentiert die bpb nun eine grundlegende Weiterentwicklung des erfolgreichen Online-Tools: Erstmals hat die bpb alle zur Wahl zugelassenen Parteien und politischen Vereinigungen eingeladen, am WOM teilzunehmen.

Insgesamt 29 Parteien und politische Vereinigungen haben die Chance genutzt und die WOM-Thesen beantwortet. Damit können die WOM-Nutzer ihre politischen Positionen mit den meisten der insgesamt 32 zur Wahl stehenden Parteien vergleichen. Ausserdem präsentiert sich der WOM in einem neuen Design.

Die aktuelle Version ist inhaltlich speziell auf die Wahl des Europäischen Parlaments zugeschnitten und hat sich als feste Grösse für politische Information im Vorfeld von Wahlen etabliert. So wurde der WOM zur Bundestagswahl 2005 mehr als 5 Millionen Mal gespielt. Grosse TV-Sender, Zeitungen und Online-Portale, auch einiger Jugendkirchen (z.B. JuKi-Wuppertal), haben den WOM als Medienpartner gefördert und bundesweit bekannt gemacht.

 

Gerade Jugendliche sollten ihre politische Zukunft verstärkt in einem vereinten Europa erkennen, und " jetzt, inmitten der Wirtschafts- und Finanzkrise kommt es auf Europa an." Es gehe darum, die Welt auf einen neuen Ordnungsrahmen und klare ethische Spielregeln zu verpflichten, ist der Münchner Erzbischof und Vizepräsident der EU-Bischofskommission COMECE, Reinhard Marx, überzeugt und hat die Bürger aufgerufen, am Sonntag zur Europawahl zu gehen.  Darin liege eine grosse Chance für die EU, da einzelne Nationalstaaten mit dieser Aufgabe überfordert seien.

Auch Friedensnobelpreisträger Martti Ahtisaari hat auf dem Kirchentag in Bremen zur Teilnahme an der Europawahl aufgerufen. Seit langer Zeit würden immer weniger Menschen an der Wahl teilnehmen. Der Grund sei der Glaube, dass es keinen Unterschied mache, ob man wähle oder nicht, sagte der ehemalige finnische Staatspräsident. "Das ist ein schwerer Fehler", so Ahtisaari weiter. Das Parlament, das Anfang Juni gewählt wird, werde mehr Macht haben als alle anderen europäischen Parlamente zuvor. Nicht zu wählen, wäre eine Schwächung der Erfolge, die mit der Einigung Europas erzielt worden seien.

"Eine hohe Wahlbeteiligung ist wichtig für den Zusammenhalt der Bürgergesellschaft. Mit dem Gang ins Wahllokal zeigen wir unsere Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen", äusserten sich Präses Katrin Göring-Eckardt und die beiden Vizepräsides Günther Beckstein sowie Klaus Eberl und erinnerten an den Anfang Mai in Würzburg von der Synode der EKD verabschiedeten Wahlaufruf, in dem es heisst, dass wir heute in ganz Deutschland die Möglichkeit haben, "an demokratischen Wahlen teilzunehmen. Diese Errungenschaft sollten wir nicht verkümmern lassen. Eine niedrige Wahlbeteiligung begünstigt den Einzug extremer Parteien in die Parlamente.

Unsere Gesellschaft ist angewiesen auf ein breites bürgerschaftliches Engagement" und bekräftigten, dass "rechtsextreme Parteien wie insbesondere die NPD für Christinnen und Christen nicht wählbar" sind, da "Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar" seien, denn sie widersprächen "der biblischen Botschaft von Gott dem Schöpfer aller Menschen." Ausserdem stünden sie im Widerspruch zum Versöhnungshandeln Jesu Christi und missachteten die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens.


Europa wird die Integration muslimischer Einwanderer nicht gelingen, wenn den Europäern die eigenen religiösen Wurzeln unbekannt sind, schreibt die hannoversche Landesbischöfin Margot Kässmann in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. Sie fordert die Deutschen auf, Religion "zu schätzen und zu achten", um die "Fähigkeit zur Pluralität zu gewinnen".

Religion müsse "endlich ein Faktor der Konfliktentschärfung werden und darf nicht länger Konflikte verschärfen". Das europäische Christentum habe es nach langen Auseinandersetzungen erreicht, dass Staat und Kirche getrennt sein könnten und trotzdem kreativ miteinander arbeiteten. "Auch die muslimischen Gläubigen werden solch ein Verhältnis zum Staat entwickeln müssen", betont die Landesbischöfin.

Europa solle ein Beitrag für eine bessere Welt sein, erinnerte Marx an die Worte von Jean Monnet (1888 bis 1979), einem der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft. Im Sinne des französischen Staatsmannes appellierte der Erzbischof an die Bürger, Europa zu stärken, damit es seiner grossen Mission gerecht werde. 

INFOS zur Europawahl 2009:

 

 
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