 Noch nie hat es um ein Filmspektakel ein solches Rätselraten gegeben, wie in diesem Jahr. Die Zuschauer sollten das Unerwartete erwarten, liess Oscar-Präsident Sid Ganis verlauten, und "am Ende wird es natürlich eine Show sein". Mehr war auf Anfrage grossartig nicht zu erfahren. Aber klar war, dass es ein Kampf David gegen Goliath werden würde: Das 15 Millionen $ kostende Sozialdrama 'Slumdog Millionaire' stellte sich dem 150 Millionen $ teueren Hollywoodstreifen "Der seltsame Fall des Benjamin Button' in die Quere bei dem Ringen um die begehrte Trophäe. Auch aus dem deutschsprachigen Raum gab es berechtigte Hoffnungen auf den Oscar.
Die "Heimatpflege", wie → Berlinale-Chef Dieter Kosslick es bezeichnet, schien sich bewährt zu haben: In Hochstimmung konnte die deutsche Filmbranche der Oscar-Nacht 'gen Rosenmontag entgegenfiebern. Das RAF-Drama → " Der Baader-Meinhof Komplex" des Gespanns Eichinger/Edel wurde für den Auslandsoscar nominiert und gleich mehrere Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Kurzfilme mit ausgeprägt deutschen Wurzeln und/oder Beteiligung liessen ebenfalls auf die begehrte Auszeichnung hoffen. Konsequente Filmförderung, solide Ausbildung sowie die starke Präsenz deutscher Produktionen im In- und Ausland zeigten ihre Wirkung. "Waltz for Bashir" des Berliner Produzenten Gerhard Meixner und des Regisseurs Roman Paul ging in der Animations-Kategorie ins Rennen, während sich die Kurzfilme "Spielzeugland" des Berliners Jochen Alexander Freydank ebenso über eine Nominierung freuen konnte, wie Reto Caffi, ein Absolvent der Kunsthochschule für Medien in Köln, mit "Auf der Strecke", der bereits den  Studenten-Oscar 2008 zugesprochen bekommen hatte. Der Fimemacher Werner Herzog hatte nach Jahren endlich seine erste Oscar Nominierung erhalten - "Encounter At The End Of The World" (Begegnungen am Ende der Welt) ging ins Rennen - und als quasi-deutsche Hoffnung konnte das in insgesamt in fünf Kategorien nminierte US-Drama "Der Vorleser" gelten, schliesslich entstand er nach einer Vorlage des deutschen Autors Bernhard Schlink, wurde teilweise in der Bundesrepublik Deutschland gedreht und beföderte den deutschen Jungschauspieler David Kross in ungeahnte Höhen. Und bei der Verleihung? Nichts für den "Baader-Meinhof Komplex", nichts für Werner Herzogs Dokumentarstreifen und all die anderen, die aus deutschen Landen nominiert waren - ausser: "The Winner Is 'Spielzeugland' von Jochen Alexander Freydank!" Na, geht doch. Der Film spielt im Dritten Reich. Eine Mutter ersucht ihrem kleinen Sohn die Wahrheit über die Deportationen der jüdischen Bevölkerung zu verheimlichen und lässt ihn in dem Glauben, die Nachbarn würden eine Reise ins "Spielzeugland" unternehmen. "Klar kommt man hierher, um zu gewinnen - aber verlieren tut niemand", wiegelt Uli Edel seinen Frust ab, denn "es ist eine unglaubliche Ehre, so weit gekommen zu sein und das alles hier erleben zu dürfen." Die "After-Oscar-Show-Party" war auf jeden Fall riesig und die deutschen Alt-Meister Roland Emmerich und Wolfgang Peterson kamen zum Gratulieren vorbei. Auch Schauspielerin Martina Gedeck, beim deutschen Empfang einen Tag vor dem Oscar als die "German leading Lady" vorgestellt, wies jeden Gedanken an Enttäuschung zurück, denn "das war ein ganz wunderbares Erlebnis", und erprobte lachend gleich ihr frisch aufpoliertes Englisch: "If you win, you win. And if you don't win, you also win." So sehen wir das auch und wenden uns den Kino-Filmen des Monats März zu. Der VorleserUSA, BRD 2008, Kinostart Deutschland: 26.02.2009 Regie: Stephen Daldry, Drehbuch: Anthony Minghella, David Hare  "Bravo"-Rufe, Ovationen und Tränen. Bei der Berlinale-Premiere von "Der Vorleser" zeigte sich das Publikum begeistert - aber selbstverständlich gab es sofort heftige Proteste der Sittenwächter wegen der angeblich Jugendlichen nicht zumutbaren Sexszenen. Kate Winslet zerstreute mit ihren Statements gleich alle Vorstellungen von Romantik mit ihrem 18-jährigen Co-Star David Kross: "Gerade die Sex-Szenen mit ihrer Darstellung von Intimität und Nacktheit erfordern eine besonders harte Vorbereitung, da jeder genau wissen muss, was er tut", und Kross ergänzt: "Natürlich habe ich mir grosse Sorgen gemacht. Es war für mich der erste derartige Dreh, und dann noch mit Kate Winslet! Der Regisseur macht mit aber klar, es gäbe viel schwierigere Schauspielerszenen, über die man sich wirklich den Kopf zerbrechen darf. Die Sexszenen sind im Endeffekt ziemlich technisch - aber trotzdem komisch. ... Jede Geschichte hat ihre ganz eigene Herausforderung, das ist das Schöne an diesem Beruf." Sie ist rätselhaft und viel älter als er... und sie wird seine erste Leidenschaft. Eines Tages ist Hanna spurlos verschwunden ... Im Bestseller "Der Vorleser" geht es um Schuld und Lebenslügen, um Liebe und Vergebung - eigentlich die grossen Themen der christlichen Glaubenslehre. Das Buch von Bernhard Schlink wurde in 39 Sprachen übersetzt, war der erste deutsche Roman, der es auf Rang Eins der Bestsellerliste der New York Times schaffte - und nun wurde die Buchverfilmung auch noch mit dem Oscar bedacht. Die Schauspielerin Kate Winslet spielt Hanna Schmitz, die Exaufseherin eines Konzentrationslagers, und beschreibt ihren Part als emotional und körperlich auslaugend. "Es hat mich in vielerlei Hinsicht an meine Grenzen gebracht", erinnert sich die Engländerin an die Dreharbeiten. Bernhard Schlinks Drehbuchvorlage hat Winslet tief beeindruckt: "Den Charakter der Hanna Schmitz zum Leben zu erwecken war eine enorme Herausforderung und eine gross Verantwortung zugleich, da die Romanvorlage ein grosses Stück deutscher Literatur darstellt." Als der 15-jährige Schüler Michael (David Kross) einen Blackout hat, hilft ihm die wesentlich ältere Schaffnerin Hanna (Kate Winslet). Nach seiner Genesung entwickelt David eine erotische Leidenschaft für sie und liest ihr regelmässig vor - bis sie eines Tages ohne eine Erklärung verschwindet. Erst Jahre später trifft Michael ( nun: Ralph Fiennes) sie wieder - als Angeklagte im Gerichtssaal. Hier erfährt er von ihrer grausamen Vergangenheit als KZ-Aufseherin. Am Ende wird er sie durch seine nie verloren gegangene Zuneigung erlösen. Es ist die Verfilmung einer unmöglichen, sonderbaren und zugleich so intensiven Liebe, dass sie das Leben von zwei Menschen für alle Zeit miteinander verbindet. Mit 'Der Vorleser' hat der mehrfach preisgekrönte britische Regisseur Stephen Daldry (The Hours) einen Weltbestseller für das Kino aufbereitet. In den Hauptrollen brillieren Kate Winslet und Ralph Fiennes, in der Titelrolle David Kross (Knallhart). Ergänzt wird dieses Ensemble durch so herausragende Darsteller wie Bruno Ganz, Lena Olin, Burghardt Klaußner, Hannah Herzsprung, Karoline Herfurth, Matthias Habich, Alexandra Maria Lara und vielen anderen. David Kross: "Für mich ist es kein Film, der eine Message auftischt. Er ist auf der einen Seite eine wundervolle Liebesgeschichte, auf der anderen Seite liefert er eine Menge Stoff zum Nachdenken. Jeder wird auf seine Weise auf diesen Film schauen, die Charaktere unterschiedlich sehen. Es ist das Tolle an diesem Film, dass jeder seine eigene Sicht hat. Man kann ihn nicht in eine Schublade stecken oder in eine Ecke schieben." Zunächst sollte Nicole Kidman den Part übernehmen. Die Australierin wurde aber schwanger und musste ersetzt werden. Danach verhandelte man mit Naomi Watts und Marion Cottilard, die sogar für Probeaufnahmen in die Bundesrepublik Detuschland reiste. Wie Harvey Weinstein, Produzent des Films "Der Vorleser", der britischen "Daily Mail" verriet, war die Schauspielerin anfangs gar nicht im Gespräch für die Rolle der KZ-Aufseherin Hanna. Allerdings bestand Stephen Daldry darauf, mit seiner Landsmännin Winslet zu drehen. Und das mit Oscar-reifem Ergebnis. Dabei ist sich Winslet bewusst, dass ihre Figur nicht die klassische Heldin ist: "Viele Menschen haben ganz unterschiedliche Ansichten über Hanna Schmitz - entweder, sie lieben sie oder sie verabscheuen sie." WatchmenUSA 2009, Kinostart Deutschland: 05.03.2009 Regie: Zack Snyder, Drehbuch: Alex Tse  Auf diesen Film warten die Fans seit dem Erscheinen der Vorlage Mitte der 80er (1986/7): Die düstere Comic-Adaption "Watchmen - Die Wächter" von Zack Snyder ("300") ist ein visuelles Spektakel ohnegleichen. Ursprünglich als überzogene Persiflage zum Heldenstatus vieler Comicfiguren gedacht, wird hier nun das Genre der Superheldenfilme bis an die äussersten Grenzen ausgeweitet. Snyder beschreibt eine Welt, in der eine Zeit lang Superhelden versuchten, selbige mit allen zur Verfügung stehenden Fähigkeiten retten. Schliesslich wurde die zweite Generationen dieser Helden von der Regierung zum Rücktritt und Offenlegung ihrer Identitäten gezwungen. Den psychopathischen Rorschach zog es in den Untergrund, während Dr. Manhattan, der infolge eines Experimentes die Fähigkeit erlangte, Materie zu beeinflussen, in den Dienst der amerikanischen Regierung trat. Der Film, der Science-Fiction, Krimi und Mystery-Thriller zugleich ist, spielt im Jahre 1985 in einem fiktiven Amerika, das den Vietnamkrieg dank des Einsatzes des unbesiegbaren Dr. Manhattan gewonnen hat und kurz vor dem nuklearen Kräftemessen mit der Sowjetunion steht. In dieser Welt am Abgrund leben die Watchmen, eine Gruppe deaktivierter Superhelden, die wieder in Erscheinung tritt, nachdem einer aus dem Bund der Rächer ermordet wurde. Der heruntergekommene, aber wild entschlossene maskierte Rächer Rorschach beginnt zu ermitteln und kommt einem geheimen Plan auf die Spur, demzufolge alle Superhelden verraten und getötet werden sollen. Rorschach verbündet sich daraufhin noch einmal mit den ehemaligen Mitgliedern der „Liga", die gemeinsam schon in früheren Zeiten gegen das Verbrechen gekämpft haben - eine bunt gemischte Truppe ehemaliger Superhelden, von denen allerdings nur einer wahre Superkräfte besitzt. Rorschach beginnt nach und nach zu erahnen, dass eine Verschwörung hinter dem Mord steckt: Es geht um ein Geheimnis, das tief in die Vergangenheit zurückführt und das katastrophale Folgen für die Zukunft haben könnte. Es ist nun die Mission von Rorschachs Truppe, über die Menschheit zu wachen - doch wer wacht über die Wächter? Unterlegt von Musik der 70-er und 80-er Jahre - darunter Jimi Hendrix, Simon & Garfunkel, aber auch "99 Luftballons" von Nena - entfaltet sich eine schillernde Untergangsphantasie, die an Terry Gilliams rasante Zukunftssatire "Brazil" ebenso erinnert wie an den Film-Noir-Look von "Blade Runner". Handfeste Actionszenen gehen nahtlos in Passagen meditativer Besinnlichkeit über, die spiritistischen Ansätze der komplexen Graphic Novel von Autor Alan Moore und Zeichner Dave Gibbons. die lange als unverfilmbar galten, werden nahezu perfekt auf die Leinwand übertragen. Zack Snyders furioser Bildersturm lässt deutlich seine persönliche Hingabe an Moores Kult-Comic erkennen. Das gilt nicht nur für die Beachtung der entsprechenden Dialoge, auch das visuelle Design von Charakteren und Umwelt ist den Machern toll gelungen. Stellt euch eine Mixtur aus den typischen Zeitlupeneffekten aus "300" mit der überzeichneten Gewalt aus "Sin Cty" vor. Die Geschichte von "Watchmen" galt lange als unverfilmbar, stellt sie doch ein komplexes, vielschichtiges Gesamtwerk. Nachdem bereits mehrere Regisseure vom Projekt absprangen, hielten Produzent Lawrence Gordon und Lloyd Levin an ihrem Vorhaben fest. Sie fanden letztendlich mit David Hayter und Alex Tse zwei Drehbuchautoren, die ihren Erwartungen gerecht wurden und die den 630seitigen Comic fast Bild für Bild auf die Leinwand überführten. Es entstand diesmal kein typischer Superhelden-Film, in dem die Welt vor einem oder mehren Bösewichten von einem Trupp in Stumpfhosen gekleideter Halbgötter gerettet wird. Doch er nimmt zweifelsohne einige der bekannten Helden auf die Schippe, denn vergleicht man "Nite Owl" beispielsweise mit dem Batman, fallen rasch Parallelen auf - und es entstand tatsächlich die Gewagteste sowie atemberaubendste Comicverfilmung neben Christopher Nolans überwältigendem "The Dark Knight". Allerdings wird hier die Rechtmässigkeit des Handelns der Helden infrage gestellt. Snyder geht sogar noch einen Schritt weiter, als es die Comic-Vorlage verlangt: Im Film wurzelt der finale Massenmord gegen Ende des Films nicht allein im 'Grössenwahn einer Figur, sondern im ureignen Wesen der Heroen, in der alleinigen Existenz der vorhandenen Superkräfte, die als Metapher für real existierende Superwaffen zu sehen sind. Obwohl der Film eindeutig in der Kalten Kriegsparanoia und der schwelenden Angst vor einem Atomkrieg in den 80ern angesiedelt ist, gelingt am Ende doch noch ein Brückenschlag in die Jetztzeit: An einem riesigen Krater mitten in Manhattan wird der Wiederaufbau von den Firmen betrieben, die ganz im Sinne des Weltfriedens diese sinnlose Zerstörung erst auslösten - durch Manipulation sowie die Verstrickung in der Politik. Der Schlußsatz "Ich bin kein Comic-Bösewicht" löst wider Erwarten keine Lacher aus, sondern entlässt den Zuschauer eher mit einem beklemmenden Gefühl. In den Hauptrollen sind Jackie Earle Haley ("Little Children"), Carla Gugino ("Kurzer Prozess"), Matthew Goode ("Match Point"), Billy Crudup ("The Good Shepherd"), Jeffrey Dean Morgan ("Grey's Anatomy") und Malin Akerman ("Die Invasion") zu sehen. 'Paramount Pictures' bringt den Film am 05. März 2009 in die deutschen Kinos.(siehe auch → ComicSpezial) Shopaholic - Die SchnäppchenjägerinUSA 2009, Kinostart Deutschland: 12.03.2009 Regie: P.J. Hogan, Drehbuch: Tracey Jackson, Tim Firth, Kayla Alpert  Der Australier P.J. Hogan, Regisseur von Filmen wie "Peter Pan", "Die Hochzeit meines Besten Freundes" oder "Muriels Hochzeit", hat "Confessions of a Shopaholic" verfilmt. Das Konzept ähnelt auf dem ersten Blick einer Mixtur aus "Sex and the City" und "Ein Teufel namens Prada" mit umgekehrten Vorzeichen: Eine junge Frau in New York kauft für für ihr Leben gern teure Modeartikel und verliert dabei manchmal die Übersicht über ihre Finanzen. Weil das ausgegebene Geld auch irgendwie wieder rein muss, möchte sie unbedingt bei einem Modemagazin unterkommen. Die Finanzkrise hat gerade in Amerika die Kreditkartenmentalität seiner Bewohner hart gestraft. Weil es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eben sehr lange Zeit relativ problemlos möglich war, die eine Kreditkartenrechnung mit der anderen Kreditkarte zu zahlen, stehen dort jetzt viele Menschen am Rande der Mittellosigkeit. Die andere, sehr viel offensichtlichere Seite, ist die Thematisierung von Kaufsucht. Die Neigung, jegliche Negativgefühle mit hemmungslosem Shopping zu übertönen ist eine ernst zu nehmende Persönlichkeitsstörung, die in diesem Fall zwar sehr lustig überzeichnet wird, aber möglicherweise die Thematik auch wieder ins Bewusstsein rückt. Kate Winslet wäre für die Rolle der Rebecca wohl denkbar ungeeignet gewesen, da sie ausgedehnten Shopping-Touren so gut wie gar nichts abgewinnen kann. "Andauerndes Shopping in den Luxusboutiquen von Beverly Hills wäre meine pesönliche Version der Hölle", beteuert die Osca-Preisträgerin. Sie ärgere, dass Äusserlichkeiten heute wichtiger seien, als innere Werte. "Es macht mich traurig, dass jeder nur noch über Aussenwirkung definiert wird", und gibt aber zu, dass es auch für sie Zeiten des Glamours geben würde, "aber ich weiss immer, dass zu Hause ein Riesenberg schmutziger Wäsche wartet". Rebecca Bloomwood, ihres Zeichens Finanzexpertin aus London und unheilbarer Shopaholic, soll nach New York umziehen. Ein toller Job lockt sowie jede Menge Sehenswürdigkeiten, sei es Tiffany, Bloomingdales oder dutzende Designerläden. Sie geniesst ihr Dasein in der glamourösen Metropole Manhattans! Ihr grosser Traum ist es, eines Tages Karriere bei einem bekannten Modemagazin zu machen. Doch stattdessen landet Rebecca, für die Geld nur zum Ausgeben da ist, ausgerechnet bei einem Wirtschaftsmagazin desselben Verlages: Statt als Moderedakteurin arbeitet die Shoppingsüchtige nun bei einem Finanzmagazin! Ihre Finanz-Kolumne wird tatsächlich ein grosser Erfolg und mit einem Mal scheint das Leben auf der Überholspur in greifbarer Nähe - bis Rebecca von ihrem leicht überzogenen Bankkonto eingeholt wird, denn sie hat eine gefährliche Leidenschaft: Die erfolgreiche Finanzexpertin, die anderen Menschen in Geldfragen kompetent zur Seite steht, kann keinem Schnäppchen widerstehen. Nun steckt sie in einer schweren finanziellen Krise und droht in ihrem selbst geschaffenen Chaos unterzugehen, da sie sich nun gleichzeitig die Bank vom Leib halten, ihren höchst attraktiven Boss Luke Brandon (Hugh Dancy) beeindrucken und die Karriereleiter nach oben steigen muss - ein Grund mehr, sich zur Entspannung eine Kleinigkeit zu gönnen. Mit allerlei Tricks und verrückten Einfällen versucht Becky die Fehler der Vergangenheit auszubügeln. Ernüchtert kehrt Rebecca nach England zurück und nimmt einen neuen Anlauf. Es gilt, ihre Arbeit, ihr Liebesleben und ihr Konto wieder in den Griff zu bekommen - und erkennt dabei, dass an den wichtigsten Dingen im Leben kein Preisschild klebt! Es handelt sich hierbei um die Verfilmung des ersten Teils einer Romanreihe von Sophie Kinsella, in der es um eine Frau namens Rebecca Bloomwood geht. Dieses Buch ist auf deutsch unter dem Titel "Die Schnäppchenjägerin" bei Goldmann erschienen, das siebte Buch, "Prada, Pumps und Babypuder", wird ab Oktober erhältlich sein. Trotz aller aktuellen Bezüge die dieser Film bietet und bei aller hinein interpretierbaren Tiefgründigkeit, bleibt diese Buchverfilmung aber eine Liebeskomödie, die für eher leichte Unterhaltung sorgt. In den Hauptrollen spielen Isla Fisher als Rebecca und Hugh Dancy. Für die Kostüme war übrigens Patricia Field verantwortlich, die als Stylistin am Set von "Sex and the City" zu Ruhm und Ehren kam. Maria am WasserBRD 2006, Kinostart Deutschland: 26.02.2009 Regie: Thomas Wendrich, Drehbuch: Thomas Wendrich  Der deutschen Filmindustrie geht es dieser Tage richtig gut. Das lässt sich zum einen daran ablesen, dass sich deutsche Grossproduktionen regelmässig international behaupten können und es sogar bis zur Oscar-Zeremonie schaffen, und zum anderen, dass ungewöhnlich viele "kleine" einheimische Filme hierzulande einen Kinostart bekommen, wenn auch mit Verspätung.. Mit dem skurrilen Drama "Maria am Wasser" legt Thomas Wendrich, der bisher mit seinen preisgekrönten Drehbüchern (Freischwimmer, Nimm Dir Dein Leben) und dem Kurzfilm "Zur Zeit verstorben" Aufsehen erregte, nun einen ebensolchen kleinen Film vor. Dabei gelingt es dem Regiedebütanten, seine zentralen Motive geschickt in den ungewöhnlichen Plot des Films zu weben, was vor allem am gelungenen, selbst verfassten Drehbuch liegt. "Ich habe nach einem starken Zeichen gesucht, das den Untergang einer ganzen Epoche beschreibt. Da war mir der Panzer gerade gross genug. Zum einen ist er als Vehikel schon riesig, zum anderen steht er für etwas, das in der DDR typisch war: die Furchtlosigkeit allem Militärischen gegenüber", erklärt Wendrich seine Beweggründe, den Film so "gross" beginnen zu lassen. "Die Kinder sind ja voller Freude auf den Schwimmpanzer gestiegen und waren arglos in jeder Hinsicht. Das waren doch Waffenbrüder, Freunde, Helfer", fährt er fort. Der Panzer sinkt, die Kinder ertrinken und doch ist genau das der erste Schritt in die Freiheit, denn "dass ein Junge diese Möglichkeit nutzt, um zu verduften, ist für mich der Anachronismus und der Neubeginn zugleich. Und gerade da liegt die Möglichkeit über die blosse Wahrheit hinaus, der ich zugegebenermassen sehr misstraue, etwas Originelles zu erzählen, das die Geschichte aus dem historischen Realismus in eine Welt der Bilder, des Traumes und der Phantasie führt." "Schön, sagt der Mann im Hünengrab, dass ich ein Grab im Grünen hab." Dass der fremde Mann, der mitten in der Nacht in der Wohnstube von Pastor Konrad auftaucht, diesen Satz kennt, zeigt dem Geistlichen, dass es sich bei ihm um den tot geglaubten Marcus Lenk handeln muss. Marcus (Alexander Beyer) kehrt nach langen Jahren der Abwesenheit in sein Heimatdorf zurück, das den vielsagenden Namen "Neusorge" trägt und von der Elbe in zwei Hälften getrennt wird. Die Bewohner erkennen den Rückkehrer zunächst nicht wieder, nicht einmal seine Mutter Maria (Marie Gruber, Das Leben der Anderen), die immer noch mit strenger Hand das Waisenhaus führt. Sie ist überzeugt, dass "ihr Marcus" tot ist. Vor 22 Jahren ist Marcus bei einem Unglück ertrunken - scheinbar. Damals fuhr ein Schwimmpanzer mit vier Kindern des Waisenhauses Frohe Zukunft an Bord durch die Elbe und sank. Seither lastet das schlechte Gewissen auf den BewohnernInnen des kleinen Ortes Neusorge wie eine dunkle Wolke. Dennoch bleibt Marcus in Neusorge, um die Orgel der Elbkirche Maria am Wasser zu restaurieren. Der Orgel fehlen die Pfeifen und wo sie hingeraten sind, will keiner verraten. Alle scheinen gefangen in ihren persönlichen Albträumen. Nach und nach kommen Geheimnisse der Bewohner ans Tageslicht, wobei der Fokus auf Maria und zwei ihrer ehemaligen Verehrer liegt: dem versoffenen Schäfer Hannes (Herrmann Beyer), der womöglich Marcus‘ Vater ist, und Pfarrer Konrad (Falk Rockstroh). Die Geschichte von Marcus ergäbe auch einen ganz passablen Krimi, wenn Drehbuchautor und Regisseur Thomas Wendrich gradlinig und auf Spannungsmomente hin inszeniert hätte. Wendrich aber setzt in seinem Spielfilmdebüt "Maria am Wasser" stattdessen auf die Mittel des magischen Realismus und kommt nie richtig auf dem Boden der Wirklichkeit an. Bedauerlicherweise hat Wendrich seine im Schwebezustand angesiedelte Erzählung mit einer Liebesgeschichte aus dem Gleichgewicht gebracht, die kalkuliert einer berechenbaren Standarddramaturgie folgt, die am Ende den guten Gesamteindruck verblassen lässt., denn es dauert nicht lange und er lernt die junge Polin Alena kennen (Annika Blendl), die in dem kleinen Ort ebenso deplaziert wirkt wie er; eben erst in Neusorge angekommen sucht sie ebenfalls nach Abschluss ihrer Vergangenheit und einen Neuanfang. VorstadtkrokodileBRD 2009, Kinostart Deutschland: 26.03.2009 Regie: Christian Ditter, Drehbuch: Christian Ditter  Nach über 30 Jahren kommt Max von der Grüns Jugendbuchklassiker Vorstadtkrokodile endlich ins Kino: Constantin Film verfilmt Max von der Grüns "Die Vorstadtkrokodile" neu. Der Jugendbuchklassiker wurde seit seinem Erscheinen 1977 bis heute mehr als 800.000 mal verkauft und 1977 schon einmal erfolgreich als Fernsehdrama verfilmt, in dem unter anderem Martin Semmelrogge und Marie-Luise Marjan (Mutter Beimer) zu sehen sind, erschien als Hörbuch, dient bundesweit als Unterrichtslektüre und gewann unzählige Fans in allen Altersgruppen. Die Story dreht sich um den 10jährigen Hannes (Nick Romeo Reimann, "Nerv" in "Die Wilden Kerle"), der bei seiner alleinerziehenden Mutter (Nora Tschirner) aufwächs, der unbedingt von der coolsten Jugendbande im Ort, den Vorstadtkrokodilen, aufgenommen werden will. Dafür muss er eine Mutprobe bestehen, die beinahe gehörig schief geht - in letzter Minute wird er von Kai (Fabian Halbig, Drummer der Band "Killerpilze") gerettet, der auch zur Bande gehören möchte. Das Problem: Kai sitzt im Rollstuhl und ist für die Kinder nur der "Spasti", der noch nicht mal wegrennen kann, wenn's brenzlig wird. Als Kai einen nächtlichen Einbruch beobachtet, wird er plötzlich interessant für die Krokodile, denn er ist ihr einziger Zeuge. Er wiederum redet nur, wenn er mitkommen darf. Mit seiner Hilfe und mit kroko-typischem Ideenreichtum, Mut und Phantasie machen sich die Vorstadtkrokodile auf, den Fall zu lösen und es mit der scheinbar übermächtigen Einbrecherbande aufzunehmen. Zusammen mit der WDR-Verfilmung, die seit 1977 europaweit mehr als 180mal ausgestrahlt wurde, haben die Vorstadtkrokodile eine ganze Generation geprägt und fasziniert. Die Dreharbeiten für die neue Version fanden von Juni bis August 2008 in Nordrhein-Westfalen (Viersen, Dortmund, Mönchengladbach und Umgebung) statt. Regie führte Christian Ditter, der mit "Französisch für Anfänger" bereits sein besonderes Gespür für junge Zuschauer bewies, schrieb auch das Drehbuch zum Film, in dem er den einzigartigen Charme der Romanvorlage bewahrt - laut dem Verleih mit "viel Humor, Action und Abenteuer". Ditter präsentiert das sensible und engagierte Jugendporträt in einem modernen Gewand und ist doch dem Charme der Vorlage treu geblieben. Dafür hat er das 1977er Drehbuch von Martin Ritzenhoff noch weiterentwickelt und ein echtes Banden-Abenteuer kreiert. Zu der Modernisierung des Stoffes gehört auch, dass Hannes eine alleinerziehende Mutter hat und dass zur Bande auch ein griechischstämmiger Junge gehört. Der Film lässt sogar durchblicken, dass die Gewalttätigkeit von Dennis einem aggressiven familiären Milieu geschuldet ist - und auch in den Dialogen wird ein rauerer, realitätsnaherer Ton angeschlagen, als sonst in Jugendfilmen im Allgemeinen üblich. Auf diese Weise verliert der film nie die Bodenhaftigkeit zur Realität und empfiehlt sich als Alternative zu Fantasieverstiegenheiten wie den "Wilden Kerle"-filmen oder der doch recht langweiligen Vampirromanze "Twilight". Der Film erzählt von Freundschaft, Toleranz und Ehrlichkeit vor dem Hintergrund eines spannenden Bandenabenteuers im Detektivstil mit einer gehörigen Portion Spannung, Humor und Action. Der ausführende Produzent Christian Becker hat sich auf die aktuelle Stärke der deutschen Filmindustrie besonnen. Einmal mehr zeigt er hier seine Kompetenz im Jugendfilmgenre. Produziert werden die Vorstadtkrokodile von der Westside Filmproduktion und Rat Pack Filmproduktion in Co-Produktion mit Constantin Film Produktion. Das kreative Team zeichnet u.a. für Filmerfolge wie "Bang Boom Bang", "Hui Buh das Schlossgespenst", "Französisch für Anfänger" sowie "Die Welle" verantwortlich und zielt mit Vorstadtkrokodile erneut auf phantasiereiche, unterhaltsame und gleichzeitig anspruchsvolle Kinounterhaltung. Gefördert wird der Film von der Filmstiftung NRW, dem FilmFernsehFonds Bayern, der FFA Filmförderungsanstalt und dem DFFF. Die drei FragezeichenBRD, Südafrika 2009, Kinostart Deutschland: 19.03.2009 Regie: Florian Baxmeyer, Drehbuch: Aaron Mendelsohn, Philip LaZebnik  Dass die aktuelle Verfilmungen mit der Jugendbuch- und Hörspielreihe um die drei cleveren Jungen aus Rocky Beach nicht viel zu tun haben will, soll oder kann, ist nach "Das Geheimnis der Geisterinsel" schon klar geworden. Junge Darsteller, mehr Action und Coolness, dies und mehr sollte den vor allen jugendlichen Zuschauern Freude bereiten. Auch im zweiten Teil, der Verfilmung des "Gespensterschlosses" hat man weitgehend auf die gerade hier essentielle Grusel-Stimmung verzichtet und eher aufs physische Abenteuer gesetzt, die die immer noch überaus jungen Helden zu bestreiten haben. Jux und Dollerei ist also Programm, doch auch wenn man akzeptiert, dass der Film nicht als "Verfilmung" zu werten ist, sondern ein gänzlich eigenes, losgelöstes Konzept verfolgt, kommt man nicht umhin, die Mängel zu bestaunen, die einen mit "Das verfluchte Schloss" das Fürchten lehren. Ausgerechnet während Justus' Geburtstagsfeier in Rocky Beach fällt Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews ein mysteriöses Videoband in die Hände: Darauf sind Justus' lange verstorbene Eltern zu sehen. Mit ihrer Botschaft wollen sie ihrem Sohn den Schlüssel zu einem besonders vertrackten Rätsel übermitteln. "Die drei ???" zögern keine Sekunde. Unverzüglich machen sie sich auf den Weg zu dem verlassenen Anwesen des verrückten Erfinders Terrill, das in einem einsamen Wald in Nordkalifornien gelegen ist. Dort soll es spuken! Obwohl Justus, Peter und Bob mit allen Wassern gewaschen sind, müssen sie ihren ganzen Mut zusammen nehmen, bevor sie in das gespenstische Gemäuer eintreten. Schnell ist klar, dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht und ein Fluch auf dem Gemäuer zu liegen scheint. Doch damit nicht genug: Der verbissene Sheriff Hanson hat es auf die Jungs abgesehen. Und seine übersinnlich veranlagte Tochter Caroline wirft ausgerechnet auf Bob ein Auge und sieht in ihm einen Seelenverwandten aus grauer Vorzeit. Kein Zweifel, das ist der unheimlichste und verrückteste Fall, den "Die drei ???" jemals zu meistern hatten. Die Kinderdetektive Justus (Chancellor Miller), Peter (Nick Price) und Bob (Cameron Monaghan) alias "Die drei Fragezeichen" verschlägt es aufgrund einer mysteriösen Videobotschaft von Justus’ verstorbenen Eltern zum Geisterschloss des verstorbenen Erfinders Stephen Terrill, wo nicht nur allerhand Spukerei vor sich zu gehen scheint, sondern sich die drei auch mit einem grantigen Sheriff und seiner verschrobenen Tochter auseinandersetzen dürfen. Dabei ist der zweite Teil der Kino-"Drei ???" mitunter gelungener als der erste Teil, insgesamt runder, was vor allem an den launigeren Sprüchen liegt, mit denen hier Humor ins Spiel gebracht wird. Und den goldenen Rolls Royce als Zugeständnis an Kenner und Freunde der Original-Krimis hat es diesmal auch, inklusive Mortimer mit Original-Stimme. Prominente musikalische Unterstützung erhalten die "Drei ???" vom Hamburger Hip Hop-Urgestein Das BO - Frontmann der legendären Hip Hop Formation ‘Fünf Sterne Deluxe’ und spätestens seit 'Türlich, Türlich’ im Pop Olymp etabliert. Sein Song "Mein eigener Film" krönt mit gewohntem Wortwitz und coolen Grooves den Abspann des grossen Leinwandabenteuers. Am 20. März 2009 erscheint die Single "Mein eigener Film" bei dem Label 313 im Vertrieb von Universal Music. Nach der erfolgreichen Teilnahme am Bundesvision Song Contest und der Veröffentlichung des Albums "Dumm Aber Schlau" im letzten Jahr erfüllte sich Das BO damit einen Kindheitstraum: Er verarbeitet die legendäre und lange verschollene Originalmusik der ersten "Die Drei Fragezeichen" Hörspiele mit offizieller Genehmigung und Unterstützung des Komponisten Carsten Bohn. "Schon seit Jahren hatte ich die Idee, das Thema zu samplen, jetzt habe ich endlich die Gelegenheit", und fügt hinzu: "Ich habe mein Gangster Rapper Image abgelegt und kann zugeben, dass ich mit Justus, Peter und Bob auf Cassette gross geworden bin". Slumdog MillionaireUSA, Grossbritannien 2008, Kinostart Deutschland: 19.03.2009 Regie: Danny Boyle, Drehbuch: Simon Beaufoy  Acht Oscars räumte "Slumdog Millionaire" in Los Angeles bei den 81. Academy Awards ab: als bester Film, für die beste Regie, das beste adaptierte Drehbuch, die beste Kamera, die beste Filmmusik, den besten Ton, den besten Schnitt und den besten Song. Als er die begehrte Trophäe entgegennahm, löste Regisseur Danny Boyle ein Versprechen ein, das er einmal seinen Kindern gegeben hatte: Er sprang herum wie ein Flummi. Wenn er mal einen Oscar gewinnen sollte, so hatte Boyle seinem Nachwuchs versprochen, werde er auf- und abhüpfen wie Tigger, der quirlige Tiger aus "Winnie the Pooh". Das Publikum im Kodak Theatre in Los Angeles nahm's gelassen. In Indien blieb der grosse Publikumserfolg jedoch bisher aus. Zwar waren die Filmkritiker begeistert, doch viele wollten den Dreck und Schmutz der Slums vor ihrer Haustür nicht auch noch im Kino sehen. "Slumdog ist eine absolut fantastische Vergnügungsfahrt! Es gibt kein Gefühl, das man nicht zusammen mit den Charakteren durchlebt: Mitleid, Traurigkeit. Es geht um kleine Kinder, die aus dem Nichts kommen, und am Ende liegt dem Helden die Welt zu Füssen", sagt Shubhra Gupta, Filmkritikerin der angesehen Tageszeitung "Indian Express", begeistert, aber "wir wollen aus dieser Welt weggetragen werden. Bollywood lebt im La-la-Land. Und auf einmal kommt da die Realität ins Kino und die Leute sagen: Wir wollen das gar nicht sehen, wir wollen unterhalten werden." Nicht alle stimmen in die Hochrufe ein. Danny Boyle beute die Armut anderer aus, so einer der Vorwürfe an den britischen Regisseur. Auch der Begriff "Slum-Pornographie" machte die Runde. Dies wiederum griffen die eher nationalistisch geprägten Kritiker gerne auf und beklagten sich, der Film zeige zu viel Dreck und Schmutz. Letztlich aber, darauf weisen in Indien alle immer wieder hin, ist "Slumdog Millionaire" ein modernes Märchen.  In berauschenden Bildern erzählt der Film die märchenhafte Geschichte einen Tag im Leben des aus Mumbai stammenden Strassenjungen. Für Jamal Malik (Dev Patel) ist es der grösste Tag seines bisherigen Lebens. Nur noch eine Frage trennt ihn vom 20-Millionen-Rupien- Hauptgewinn in Indiens TV-Show "Wer wird Millionär?". Doch was in aller Welt hat ein mittelloser Youngster aus den Slums von Mumbai in dieser Sendung verloren? Und wie kommt es, dass er auf alle Fragen eine Antwort weiss? Deshalb wird er der Schummelei verdächtigt. Im Polizeiverhör stellt sich heraus, dass jede seiner korrekten Antworten einen ganz besonderen Bezug zum Leben seiner armen Familie und zu seiner grossen Liebe hatte - denn Jamal geht es nicht um das Geld, sondern einzig und allein um die Liebe. Für ihn ist die Sendung nur ein Mittel zum Zweck, eine letzte Chance, seine verlorene, grosse Liebe Latika in der flirrenden Millionenmetropole Mumbai wiederzufinden. Trotz der sozialkritischen Komponente seines Films sieht sich Danny Boyle nicht als "Themenfilmer", sondern als Geschichtenerzähler. Der Film war mit indischen Laiendarstellen unter schwierigen Bedingungen in Indien gedreht worden. "Als wir am Anfang standen, hatten wir keine Stars, keine Macht und keine Muskeln. Alles, was wir hatten, war ein inspirierendes Skript, Leidenschaft und unseren Glauben an die Produktion", schildert Produzent Christian Colson die Umstände. "In dem Film steckt so viel gemeinsame Arbeit, dass es mir ganz wichtig ist, diesen Triumph mit anderen teilen zu könne", äussert sich Boyle begeistert über die intensive Zusammenarbeit. Der vorwiegend indische Cast und die Crew des Boyle Filmes "Slumdog Millionaire" konnten sich bereits über fünf Critic's Choice Awards (für den Besten Film, das Beste Drehbuch, die Beste Regie, die Beste Musik und den Besten Jungschauspieler),vier Golden Globes (Beste Regie, Bester Film Kategorie Drama, Beste Musik und Bestes Drehbuch) freuen. Desweiteren kam am 25. Februar 2009 der Screen Actors Guilde Award für die herausragendste Leistung eines Film-Ensembles hinzu - und natürlich die ganzen Oscars. Regisseur Boyle will sich trotzdem von den grossen Hollywood-Studios vorerst fern halten und lieber kleine unabhängige Filme drehen. Er sehe allerdings, dass er Schwierigkeiten haben werde, sein nächstes Projekt jenseits der Öffentlichkeit anzugehen. Der indische Superstar Anil Kapoor in dem Film das indische Pendant zu Günther Jauch - den Moderator der Sendung spielt, der nicht glaubt, dass der Junge die Gewinnerfrage richtig beantworten kann und ihn für einen Betrüger hält - verhält sich dem Werk gerecht filmreif: Seine Gage spendet er an bedürftige Kinder in den Randbezirken der indischen Metropolen. Pankaj Dubey, Leiter einer Kinder-Hilfsorganisation, äusserst sich hoffnungsvoll, dass der grosse internationale Erfolg in die Realität hineinwirken könnte: "Die Debatte, die nach dem Film angefangen hat, könnte Slum-Bewohnern durchaus helfen. Die Menschen fangen an, die Elendsviertel als wichtige Plätze in der Stadt wahrzunehmen, um die man sich kümmern sollte." Maria, die Mutter JesuUSA 2009, Kinostart USA: 2. April 2010 Regie: Alejandro Agresti, Drehbuch: Benedict Fitzgerald, Barbara Nicolosi  Wer gedacht hatte, nach Mel Gibsons umstrittenen Film "Passion of Christ" wäre das kontroverse Bibel-Kino für lange Zeit ausgestorben, der hat sich gründlich geirrt. Ein Spielfilm über das Leben Marias, der Mutter Jesu, soll in die Kinos kommen. Die Dreharbeiten unter Leitung des argentinischen Regisseurs Alejandro Agresti ("Lake House" "Valentin") beginnen im Mai in Marokko. "Mary, Mother of Christ" (Maria, die Mutter Jesu) heisst das Werk, das im Frühjahr 2010 in die Kinos kommen soll. Laut dem Onlineportal der US-amerikanischen Zeitschrift "Hollywood Reporter" sagte die Produzentin Mary Aloe über das Projekt: "Das ist kein Weihnachtsfilm. Hier geht es um einen Teil von Marias Leben, der nie zuvor im Kino zu sehen war. Er nimmt uns mit in ihre Jugend, ihre erste Liebe, ihr Leben als Mutter und zeigt uns ihren Triumph über die Schreckensherrschaft des König Herodes. Es ist die Geschichte einer starken Frau." In Mary, Mother of Christ wird Camilla Belle ("Push", "10,000 BC") die Hauptrolle übernehmen. In weiteren Rollen sind Jonathan Rhys Meyers ("Match Point" "Mission Impossible III") in einer Doppelrolle als Erzengel "Gabriel" und "Lucifer", sowie Peter O'Toole ("Troy" "Venus") als Prophet "Simeon" zu sehen. Nach Gerüchten stehen Al Pacino ("The Godfather" "Heat" ) für die Rolle des "Herodes" und Oscargewinnerin Jessica Lange ("Tootsie" "Blue Sky") für die Rolle der Prophetin "Anna" in Verhandlung. 'Aloe Entertainment' steht als Produzent neben 'Dune Films' (Prince of Persia: The Sands of Time) bereits fest. Ausführender Produzent ist Mike Dolan. 'MGM' wird den sicherlich schon sehr bald im Vorfeld umstrittenen Film in den USA auf die Leinwand bringen, für den Rest der Welt wird 'Media 8 Entertainment' zuständig sein. Der Film soll bereits bei der → Berlinale 2010 seine Premiere feiern und am Karfreitag, dem 2. April 2010, in rund 2000 US-Kinos anlaufen. Zur Förderung der heimischen Filmindustrie soll übrigens nach dem Wunsch der Union das Programm für die Jubiläums-Berlinale 2010 erweitert werden. Im kommenden Jahr, zur 60. Auflage der Festspiele, sollte es einen "Deutschen Filmtag" geben, regten CDU-Kulturexperte Wolfgang Börnsen und CSU-Vorstandsmitglied Dorothee Bär sowie JU-Chef Philipp Mißfelder am Dienstag in Berlin an. An diesem Tag sollten im ganzen Land Filmfestspiele sein. Hierfür biete sich eine Kooperation mit den Filmförderungen der Länder an. Die Suche nach neuen Finanzierungsquellen sei auch geboten, weil die öffentlichen Fördermittel ausgereizt seien und das Festival langfristig an seine finanziellen Grenzen stossen werde. "Für mich gibt es keinen Film ohne Kino, als sozialer und kommunikativer Raum und auch als Stadtarchitektur", betont Berlinale-Chef Dieter Kosslick (→ FILMTIPp 02-09). Daher sei die Frage angesichts der digitalisierten Zukunft: "Hat Kino eine Zukunft oder wird die Weltpremiere eines grossen Films wie "The International" von Tom Tykwer in fünf oder zehn Jahren nur noch auf 22 Millionen Flachbildschirmen stattfinden? Dafür sind wir nicht zuständig, sondern für die pralle Leinwand!" Kosslick will 2010 unter anderem darstellen, "was es in über 100 Jahren Filmgeschichte an Kinohäusern in Deutschlands Hauptstadt gab und in Zukunft noch geben wird." Nach dem Abriss des Royal-Palastes im Europa-Center, dem einstmals grössten Kino Berlins und wichtigen Berlinale-Kino sowie der Schliessung anderer Filmpaläste am Kurfürstendamm macht sich Kosslick jetzt auch Sorgen um die Zukunft des Zoo-Palastes als Festivalkino. Für die zurzeit noch boomende Filmwirtschaft in Deutschland könnte die Finanz- und Bankenkrise langfristig noch Auswirkungen haben, meinte der Berlinale-Direktor. Es würden dann vor allem jene Filme Probleme bekommen, die über Bankkredite finanziert werden, "sowohl die Kredite zu bekommen als auch sie zu refinanzieren". Man müsse aber auch sehen, dass es in früheren Jahren eine "aufgeplusterte Filmfinanzierung zum Beispiel über Steuerabschreibungen" gegeben habe. Er setze daher auch auf eine "neue Kargheit in der Filmfinanzierung, auch als kreative Chance. Die 60. Berlinale findet vom 11. bis 21. Februar 2010 statt. |