
Pablo Picasso, der grösste Künstler des 20. Jahrhunderts, meinte auf seine alten Tage: "Ich bedaure in meinem Leben nur, dass ich nie einen Comic Strip gezeichnet habe", und Andy Warhol sagte gar voraus: "Der Grossteil der modernen Kunst wird in 100 Jahren vergessen sein - aber Mickey Mouse wird es immer noch geben." Jack Lang, bis vor kurzem als Minister für Frankreichs schöne Künste zuständig, sieht im Comicwesen nicht weniger als "die letzte Hochkultur". Die Sprache der Comics wird überall verstanden.  Comics haben sich längst in der Welt-Jugend-Kultur einen festen Platz erobert, nicht nur als beliebte Unterhaltungslektüre, sondern auch als ernst zu nehmende Kunstform und ebenso als Plattform zur Vermittlung von Glaubensinhalten. Nach den Worten von Udo Hahn, der im Kirchenamt der EKD das Referat "Medien und Publizistik" leitet, ist es notwendig, "bei der Vermittlung von Glaubensinhalten stets neue Wege zu gehen und sich aller medialen Möglichkeiten zu bedienen". Denn gegen Bilder ist kein Dünkel gewachsen. Comics sind weltweit verständlich, weltweit akzeptiert und meist auch erschwinglich. Beste Voraussetzungen also für eine Hochkultur des 21. Jahrhunderts. Mitte der 70er Jahre entdeckte die Geisteswissenschaft die Pop-Medien, darunter die Comics. Dominierten Anfangs v. a. soziologische Untersuchungen das Feld - etwa zur Gefährdung Jugendlicher durch Comic-Lektüre - , so rückte mit der Wiederentdeckung der allgemeinen Medientheorie Walter Benjamins (in dessen Fragmenten sich herrliche Anmerkungen zu Mickey Mouse finden) und der Übersetzung französischer Theoretiker auch die Ästhetik des Mediums in den Mittelpunkt. Zahlreiche Einzeluntersuchungen folgten, die allesamt von Leuten verfasst wurden, bei denen man vermuten darf, dass sie keinen direkten Zugang zu diesen Bildergeschichten bekommen haben. Die sich erwachsen Glaubenden tun sich eben schwer mit Comics, die Pseudo-Intellektuellen sowieso. In ihrer zurückhaltenden Art finden sie durchaus nichts dabei, einem jungen Menschen, der in einen Comic vertieft ist, den Rat zu erteilen: "Lies doch lieber mal was Ordentliches!" Aus deutscher Sicht sind Comics nicht ordentlich. Ein Schund sind sie. Dabei führen, begibt man sich auf die Suche nach den Wurzeln der Comics, alle Spuren nach Deutschland (siehe auch → "... die erste Sprechblase in Deutschland ..." ). Hier wurde 1845 der "Struwwelpeter" veröffentlicht, der als erstes echtes Comicbuch überhaupt gilt. Gezeichnet von Heinrich Hoffmann, einem Kinderarzt, ist es ein brutales und angsteinflössendes Buch. Wenn es nicht gleichsam zum Kulturgut gehören würde, wäre es heute ein Kandidat für den Index jugendgefährdender Schriften. Damals konnte man sich darüber anscheinend köstlich amüsieren. Einflussreicher auf die Entwicklung der Comics war jedoch Wilhelm Busch. Mit Ausnahme der Sprechblase wandte er schon sämtliche Stilmittel an, die noch heute einen Comic ausmachen. Besonders seine Klangworte wiesen die Richtung: "Rums, da geht die Pfeife lost", heisst es etwa, oder: "Ratsch!", "Kritze Kratze!", "Knacks!", "Puff!". Buschs Bilderstorys sind nicht humorig, sondern bösartig. In "Max und Moritz" werden zwei harmlose Hühnerdiebe hingerichtet, zu Schrot gemahlen. Busch reimt dazu: "Rickeracke,  rickeracke - Geht die Mühle mit Geknacke." Der Siegeszug der Comics begann in den USA und die Nazis erklärten sie für "undeutsch". 1940 packte "Superman" Stalin und Hitler am Schlafittchen, um den Krieg zu beenden - leider nur im Strip. In den Fünfzigern galten Comics als verderbliche amerikanische Umtriebe, obwohl Deutschland ab 1950 den köstlichen "Nick Knatterton", der Zeichner hiess Manfred Schmidt, hatte. Deutschtümelei koalierte alsbald mit neudeutscher Pädagogen-Romantik. Bildung, so verlangt es protestantisches Ethos, darf keinesfalls durch Bilder vermittelt werden; die Schrift allein macht selig. Erst jetzt erkennt man nach und nach, dass Bilder eben universell sind, ganz so, wie sich auch die Weltreligionen verstanden wissen wollen, und dass sich dadurch die spannungsgeladenen Geschichten für Bibelunkundigen trefflichst vermitteln lassen. So missionieren kubanische Bischöfe die Karibikinsel seit fünf Jahren mit Heiligen-Comics. Der "Held" der ersten Serie war 2004 der kubanische Priester und Freiheitsheld Felix Varela (1788-1853), den der Autor Jose Marti einen "kubanischen Heiligen", "absoluten Patrioten" und "einen der wichtigsten Männer Kubas" nennt - "Father Felix Varela, the Cuban Saint". Und auch in anderen Ecken dieser Welt sind die jüdischen und christlichen Helden der Bibel, missionarisch aufbereitet, aus der Welt der Comics nicht mehr weg zu denken. Comic-Helden werden von den Fans ihrer fantastischen Abenteuer wie Gottheiten verehrt. Doch an wen glauben eigentlich Superman & Co? Wer sich schon immer die Frage nach der Religionszugehörigkeit von Comic-Helden für eine zu klärende und religionswissenschaftlich bedeutsame Angelegenheit hielt, der wird in der Comic Book Religion Database fündig, die allerdings sehr zu hinterfragen ist - zumindest bei einem Roma, der dem jüdischen Glauben zugeordnet wird, tauchen doch erhebliche Zweifel auf. Die Datenbank enthält die Religionszugehörigkeiten von nahezu 6500 Comic-Helden. Hier wieder einige Comics, die sich mit Geschichten christlichen Inhalts befassen. Wenn ihr Vorschläge habt oder euch Comics einfallen, die in diese Serie passen würden, könnt ihr diese im → Bewegungsmelder eintragen. Eye Witness Reihe Text: Robert James Luedke - Illustrator: Robert James LuedkeEye Witness: A Fictional Tale of Absolute TruthHead Press Publishing (2004) 96 pages - ISBN-10: 0975892401
 Brian Palmer vom Infuse Magazin schreibt, dass er durch diese 96 Seiten mehr Information erhalten habe, als all die Jahre zuvor, als er sich durch unzählige Bibelkommentare quälte: "This does more to present the Gospel message in an interesting way, than anything in a long time". Das ist das erste Buch der Witness-Serie, ausgehend von der gewalttätigen und verstörenden Gegenwart im Mittleren Osten. Ein Text wurde gefunden, den niemand zu übersetzen vermag. Man entschliesst sich als letzten Versuch, den Archäologen Dr. Harper hinzuzuziehen, der in dem Papyrus aus dem ersten Jahrhundert schliesslich einen Augenzeugenbericht der letzten Tage Jesu erkennt. Harper besitzt den Schlüssel, dieses Mysterium zu lösen. Soll er den ungeschminkten Bericht an die Öffentlichkeit bringen? Eye Witness ist eine Schilderung der Passionstage Jesu, kombiniert mit einem Politikthriller aus heutiger Zeit - spannend und lehrreich. Acts of the Spirit (Eye Witness 2)Head Press Publishing (2006) 97 pages - ISBN-10: 0975892428
Während eines Anschlags von Terroristen in Jerusalem macht der Archäologe und Forensiker Dr.Terry Harper, während er um sein eigenes Leben bangt, eine übersinnliches Erfahrung: Er sieht die Geburt Jesu durch die Augen eines Augenzeugen, der an diesem Abend zugegen war. Der seit 15 Jahren im Comic-Genre tätige Autor/Illustrator Luedke möchte mit seinen Eye Witness Comics die Heilige Schrift jenen Menschen näher bringen, die bisher weder eine Bibel in der Hand gehalten, noch je eine Kirche besucht haben. Als lebenslanger Skeptiker fand er erst 1999 zum christlichen Glauben und sieht e nun als seine Aufgabe, die Geschichten der Bibel zu vermitteln. Seine Reihe gewann die Silber Medaille des IPPY-Awards und war Finalist des Foreword Magazins als Buch des Jahres, in der Kategorie Graphic Novel. Zudem erwähnte das Wizard Magazin Eye Witness bei den "42 Dingen, die du über unabhängige Verleger 2006 wissen musst". Rise of the Apostle (Eye Witness 3)Head Press Publishing (2008) 96 Seiten - ISBN-10: 0975892436
In dieser Geschichte (Winner in the catagory of graphic novels at the 2008 USA Book News, Best Book Awards) muss Paulus gegen die inneren und äusseren Dämonen standhaft bleiben. Aber auch Harper hat so seine liebe Not, als er einem geheimen CIA-Einsatz in die Quere kommt. Harpers Blackouts münden zunehmend in Visionen, die die Bekehrung Paulus zum Gegenstand haben. Was geschah in der Zeit zwischen seinem Erlebnis auf der Strasse nach Damaskus und seiner Rückkehr drei Jahre später? Samson: Judge Of Israel Text: Jerry A. Novick - Illustr.: Mario Ruiz, Kevin Conrad und Rich Bonk American Bible Society/Metron Press (2002) 72 Seiten - ISBN: 1585166472  Heutzutage wäre der historische Samson wohl ein Fall für die Psychiatrie, wie Wissenschaftler kürzlich erst herausgefunden haben wollen. Samson war angelich ein ausgemachter Soziopath. Er war impulsiv, aggressiv, kannte keine Gewissensbisse und war im höchsten Grade seiner Umwelt gegenüber gleichgültig. Selbst als Kind zeigte er sich bereits unfähig, sich in seine Umwelt zu integrieren, log, stahl, folterte Tiere, schlug andere, und legte sogar Feuer. Samson ist in der Bibelgeschichte ein Auserwählter Gottes und zugleich Richter und Führer des von den Philistern unterdrückten Volkes Israel. Sein langes, noch nie abgeschnittenes Haupthaar verleiht ihm übermenschliche Kräfte. Nur die Liebe lässt Samson schwach erscheinen. Er entbrennt in glühender Leidenschaft zu der wunderschönen Delilah. Doch er ahnt nicht, dass sie nur eine Spionin im Dienste des Königs der Philister ist. Als er ihr blind vor Liebe das Geheimnis seiner Kräfte verrät, schreitet sie zur Tat. Ausser David und Goliath eignet sich wohl keine biblische Erzählung mehr zur Heldendichtung und ist so nahe an dem Superheldenstatus der Comic-Welt. Jerry Novick war sich dessen durchaus bewusst und entschied sich, diese Geschichte möglichst unverfälscht umzusetzen. Die gravierendste Veränderung dürfte die Erzählweise sein, die Novick benutzte - er liess Samson seine Erlebnisse in der Ich-Form darstellen: "You Philistines, always so full of pride. Never realize that the things most worth seeing are not seen with the eyes." Good stuff, that. Son of Samson Reihe Text: Gary Martin , Illustrator: Sergio Cariello
Jeder, der die Bibel kennt, erinnert sich sicherlich an Samson, handelt es sich doch sicherlich um die unterhaltendste Erzählung dieses Buches. Hier holte sich der Texter Gary Martin seine Inspiration für die Reihe "Son of Samson". Mit dem Erbe der Superkräfte seines Vaters gesegnet beschliesst Branan Palästina zu bereisen. Auf seiner Reise muss er die unterschiedlichsten Abendteuer erleben, die er im Bewusstsein seiner Stärke meistert. Gary Martin stattete Branan genau mit der richtigen Mischung aus jugendlichem Übermut und Naivität aus, die diesem Charakter eine überzeugende Glaubwürdigkeit verleiht. Anders ausgedrückt: Es entstand eine Figur, die zum weiterlesen verführt.  Aber so überzeugend die Geschichte auch wirkt, wäre sie ohne die Zeichnungen von Sergio Cariello wohl nicht so erfolgreich geworden. Seine Ausbildung absolvierte er in der 'Joe Kubert School of Cartoons and Graphic Art', bevor er an populären Geschichten der Marvel und DC Comics mitarbeitete und dort Gary Martin kennenlernte. Martin war als freischaffender Texter für alle grossen Comicbuchvelage tätig. Darunter Marvel, DC, Dark Horse, Image sowie Disney und arbeitete an solch bekannten Titeln wie Spiderman, X-Man, Batman, Star Wars und Mickjey Mouse. Daneben verfasste er auch ein bekanntes Lehrbuch "The Art of Comic Book Inking" und veröffentlichte die Comicbuchserie "The Moth" in Zusammenarbeit mit Steve Rude. Die Samson-Reihe entstand in Zusammenarbeit mit dem Cartoonist und Herausgeber Bud Rogers, der diese verlegt. Die bisher auf sieben Teile angewachsene Reihe erzählt auf jeweils 160 Seiten die Schwierigkeiten, die Samsons Sohn Branan während seiner Jugend durchlebt. The Judge of God (Son of Samson #1)Zondervan (2007) 160 Seiten - ISBN: 0310712793  Im ersten Band ist sich Branan unklar darüber, warum ihm Gott diese Kräfte gegeben hat. Um mehr über sich und die Geschichte seines Vaters zu erfahren, macht er sich auf den Weg, um die Stätten zu besuchen, in denen sein Vater dereinst seine Abenteuer erlebte. Auch er muss unterwegs heroische Taten vollbringen und gegen die alten Feinde seines Vaters bestehen. The Daughter of Dagon (Son of Samson #2)Zondervan (2007) 160 Seiten - ISBN: 0310712807
Hier steht Branan der wunderschönen Saphira gegen Diebsgesindel bei, die ihn als Leibwächter einstellt. Natürlich verliebt er sich prompt in sie. Doch seine Zuneigung wird auf eine harte Probe gestellt, als er erfährt, dass ihre Mutter Delilah ist, die seinen Vater einst hinterging. The Maiden of Thunder (Son of Samson #3)Zondervan (2007) 160 Seiten - ISBN: 0310712815
In diesem Band entschliesst sich Branan gegen den ungeschlagenen Champion von Gezer anzutreten. Sich des Preisgeldes gewiss tritt er gegen diese Frau an: Zarah. Nach Stunden des Ringens konnte keineer bezwungen werden und ihm wird klar, dass es sich um eine blutsverwandte handeln muss. So begegnet er das erste Mal seiner Halbschwester Zarah, mit der er durch die Kombination beider Kräfte eine äusserst schwierige Aufgabe bewältigt. The Raiders of Joppa (Son of Samson #4)Zondervan (2008) 160 Seiten - ISBN: 0310712823
Während Branans Onkel ihm die Geschichte erzählt, in der Samson gegen 30 Philister antrat, wird seine Tür eingetreten und beide werden in Gewahrsam genommen. Sie werden zu dem Kommandanten Sidon gebraucht, der die Exekution Branans veranlasst und Mathias in den Kerker werfen lässt. Auf dem Weg zu seiner Hinrichtung kann Branan entfliehen und macht sich mit einer handvoll Getreuer auf den Weg, um seinen Onkel aus den Kerkern Sidons zu befreien. The Witch of Endor (Son of Samson #5)Zondervan (2008) 160 Seiten - ISBN: 0310712831
 Branan wird in ein Abenteuer verstrickt, bei dem es um einen Wanderstab Moses geht. Er muss erleben, wie der Stab eine Stadt zerstört. Was er fast zu spät ekennt ist, dass die junge Frau, die vorgibt ihm zu helfen, die Hexe von Endor ist. Branan muss sich durch dunkle Tunnel und Wälder kämpfen, bevor er alles zum Guten wenden kann. The Heroes of God (Son of Samson #6)Zondervan (2009) 160 Seiten - ISBN 031071284X)
Die Philister wollen Israels meist verehrtes Objekt in ihre Hände bringen. Mit der Hilfe Branans kann dieser Plan vereitelt werden. The Sword of Revenge (Son of Samson #7)Zondervan (2009) 160 Seiten - ISBN: 0310712858
Branan rettet einen vermeintlichen Dieb aus den Händen der Philister. Als der junge Mann Branan mitteilt, dass sein Grossvater in Gefahr schwebt, macht er sich sofort auf den Weg, um diese abzuwenden. |