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Freitag, 30. Juli 2010
Highlight einer Jugendkirche, die keine sein darf PDF Drucken
Geschrieben von pierre roh   
Dienstag, 10. Februar 2009
Jugendkirche im Aufwind"Feel the Spirit" lautete das Motto für "Jugend und Kirche" - einer Form des JuGodis - die am Sonntag, 8. Februar, 18:00 Uhr, wieder in der Würmersheimer Herz-Jesu-Kirche, die der Seelsorgeeinheit Durmersheim/Au am Rhein zuzuordnen ist, zu erleben sein durfte. Mit dabei waren Band und Chor der Gruppe "Neue Wege" sowie der JKG-Jugendliteraturkreis "straight@heaven" und dem JuKi-Coach Willi Schönauer vom "Netzwerk Jugendkirche Deutschland". Über 150 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene fanden den Weg in die Kirche mit der Frage "Where is the way".
 
Wo ich bin, bin ich ganz! Aber um die innere Hektik zu überwinden und "ganz da zu sein", bedarf es zuerst der Erkenntnis, dass man in der Regel nicht bei der Sache ist. Das vermittelte die Eingangssequenz des JuGodis mit nüchterner Eindringlichkeit:
Zu der stakkatohaften Musik der Band 'Neue Wege' bewegten sich einige Jugendliche schnell, unruhig, hektisch durch den Kirchenraum - dann STOPp - die Szene gefriert.  Stille!
Das bedeutet, dass nicht nur alles auf einer sichtbaren Ebene erstarrt. Eindringlicher kann man mit den gegebenen Mitteln nicht verdeutlichen, dass wir in unserer Zeit das, was wir als Spiritualität natürlich erfassen sollten, durch unsere ruhelose Lebensführung im Normalfall nicht einmal im Ansatz begreifen, geschweige denn greifen können. Wie sagte da Elena, eine der 'Hektiker', doch so treffend: "Wenn ich irgendwo bin, dann fällt mir ein, dass ja woanders auch etwas stattfindet, was vielleicht viel besser ist. Und so gehe ich Julia ...weiter, kaum dass ich irgendwo angekommen bin."

Am Ende landet man im Nirgendwo, äusserlich wie innerlich: "Termine, Termine, Termine. Morgens Schule, dann schnell was gegessen, Hausaufgaben, Tennis, Gitarrenstunde. Und abends weg: Jugendtreff, Bushaltestelle, Internet. An vielen Orten zuhause und doch nirgends richtig da."

Die JuKis hatten mit Unterstützung engagierter Erwachsener und durch die Bereitstellung technischen Equipments der ersten ernst zu nehmenden JuKi Karlsruhes die Kirche durch aufwändiger Deko wieder ungewohnt für manche, jedoch besonders gestaltet. Zahlreiche Windlichter führten von der Stasse bis zum Eingang, in der Kirche setzte sich der Weg fort in Form eines Barfuss-Parkours zum Fühlen bis schliesslich ganz vorne zum aus einfachen Baumstämmchen zusammengebundenen symbolischen Kreuz. Die farbige Ausleuchtung und ein Prospekt aus natürlich wirkenden Baumsillhouetten bildeten den Rahmen.

Julia: "Guter Gott, wir haben uns versammelt bei dir. Du lädst uns ein, Ruhe zu finden - ohne Zeitdruck, ohne Stress. So bitten wir dich: Hilf uns jetzt, ganz offen zu sein für dich, füreinander und für uns selbst. Sprich zu uns dein Wort, das uns Mut macht und bestärkt. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und unseren Herrn. Amen."

Lisa war mit ihrem kleinen Bruder beim JuGodi, und "mein Bruder ist eigentlich ein totaler 'Kirchenmuffel'! Wir fanden den Gottesdienst beide aber richtig klasse. Der Barfussweg war eine spitze Idee, auch dass er direkt zum Kreuz hingeführt hat. Wir fanden beide, dass der Gottedienst interessant und kreativ gestaltet war und auch für etwas jüngere Kinder gut verständlich rüberkam. Auch die Deko und die Bilder, die an die Decke projeziert wurden, machten den Gottesdienst richtig gemütlich.

Wir fänden es richtig toll, wenn es solch einen Gottesdienst nicht nur einmal im Monat, sondern das ganze Jahr über gäbe. Ich bin mir sicher, dass man so immer mehr Jugendlichen den Weg zu Gott weisen könnte und ihnen zeigen würde, dass Kirche nicht unbedingt langweilig sein muss, sondern auch durch kleine Veränderungen im Innenraum und leicht verständliche Texte eine grosse Wirkung erzielen kann. Mein Bruder will jetzt jeden Monat mit mir in die Kirche kommen und sogar in seiner Schule Plakate aufhängen, damit noch mehr Leute von dem Projekt 'Feel the Spirit' erfahren und somit vielleicht noch mehr Jugendliche den Weg in die Herz Jesu Kirche finden."

Ein stichpunktartiges Feedback von Pascal Knapp (13 Jahre) sieht so aus:
  • Musikalische Gestaltung mit Chor und etwas "rockiger" Musik ganz toll
  • prima und beeindruckende Idee der Liedtext-Darstellung per Beamer und den Bildern auf der Kirchendecke
  • für mich eine tolle Vorbereitung auf die Firmung, die vor allen Dingen auch anspricht. Ich freue mich auf jeden "feel the spirit" -Termin, auch deshalb, weil zuvor noch Billard im Jugendhäusle gespielt werden kann. Wir sind bestimmt nicht die eifrigsten "Kirchgänger", aber hier ist selbst mein Vater sofort und gerne dabei.
Fazit: "Mir und meinem allein erziehenden Vater Alois (43 Jahre) gefällt es ganz toll!" Papa Alois: "An dieser Stelle, zumal das manchmal zu kurz kommen mag, einen herzlichen Dank an alle, die so viel Zeit und Mühe zum Wohle der Kirchengemeinde investieren!"

Wo ich bin, bin ich ganz!Dass eine Jugendkirche auch generationsübergreifend begeistern kann, macht zudem die Aussage von Petra Müller, Pfarrgemeinderatsvorsitzende, deutlich: "Ich bin zwar kein Jugendlicher mehr, sondern eine Frau mit 46 Jahren, aber trotzdem finde ich diese Art von Gottesdienst gut! Es war alles stimmig, das hat schon bei den Lichtern auf dem Kirchplatz angefangen, der Kircheninnenraum hatte eine tolle Atmosphäre, die Musik war toll und von den inhaltlichen Texten habe ich viel mitgenommen.
 
Ich finde es toll, was unsere Jugendlichen da auf die Beine gestellt haben und werde auch weiterhin voll dahinterstehen. Der ganze Kampf, den wir hatten, bis es endlich so weit war, dass wir wenigsten in diesem Rahmen eine Jugendkirche durchführen durften, hat sich wirklich gelohnt! Ich werde auch weiterhin voll und ganz dahinterstehen und mich weiter für eine ganzjährige Jugendkirche einsetzen."

"Ich gehe zwar mit riesen Schritten auf die 60 zu, aber im Herzen bin ich jung geblieben", vermittelt uns auch Lydia Bertsch, die viele Jahre lang in der Jugendarbeit tätig war und "diese Lebendigkeit in der Kirche tut mir einfach gut". Sie ist sich sicher, dass Jesus beim Schlusslied 'mitgerockt' hätte, "genau wie ich. Unser christlicher Glaube basiert doch auch auf der Bibel - gute Nachricht - frohe Botschaft. Wie sagte schon Nietzsche: 'Ihr Christen müsstet eigentlich viel erlöster aussehen.' Aber was hat das 'Bodenpersonal' in 2000 Jahren daraus gemacht? Noch gebe ich die Hoffnung an diese, meine Kirche nicht auf, aber es wird immer schwieriger. Ich kann nur darauf vertrauen: SEIN GEIST WEHT WO ER WILL."

"Wir hoffen für alle die, die dabei waren, dass ihr gute Gedanken mitgenommen habt und wir euch Kraft für die Woche mitgeben konnten", wünscht sich → Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können  Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können inständig, denn "es hat sehr viel Freude gemacht mit euch diesen Gottesdienst zu feiern! Für alle, die nicht kommen konnten - ihr habt echt etwas verpasst! So tragt euch unseren nächsten "Feel the spirit" Gottesdienst schon mal ein: 8. März 2009, 18:00Uhr, wieder in der Herz Jesu Kirche, Würmersheim".

 siehe auch:
 
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