
Künftig soll mehr Geld und kreative Ressourcen in einen familienfreundlichen Markt fliessen, um ein gewinnbringendes Business rund um positiv vibrierende Produktionen aufzubauen. Offenbar plant z.B. das Filmstudio Sony eine Adaption der Schlümpfe, ebenso wie ein Remake von Ghostbusters und Chitty Chitty Bang Bang. Spielberg und Peter "The Hobbit" Jackson planen zeitgleich eine cineastische Umsetzung als 3D-Animation von 'Tim und Struppi'. Gleichzeitig wollen die Filmgesellschaften, gerade im Hinblick auf die Zweitauswertung durch die DVD, nicht auf die Produktion von 'actiongeladene' Blockbuster verzichten und nach wie vor niederschwellig orientierte Komödien oder Horrorstreifen produzieren.
Die Hollywood Filmstudios, die derzeit doch wohl eher für Actionstreifen wie James Bond, Horrorstreifen oder Itzig-Filme bekannt sind, erweitern ihre Strategie und setzen auf einen der wenigen Hoffnungsmärkte des internationalen Kinomarktes, wie es die Disney-Firmengruppe seit Jahrzehnten handhabt. Familientaugliche Filme entwickeln sich so gut wie kaum ein anderes Genre und zählten in der jüngeren Vergangenheit häufig zu den Top-Kinohits. Und in der Weihnachtszeit war ein derartiger Produktionshabitus sowieso Gang und Gäbe, Usus oder berechnendes Kalkül, wie man zumindest aus den Hollywoodproduktionen ersehen kann.
Mein Schatz, unsere Familie und ichUSA 2008, Regie: Seth Gordon  Kate und Brad, ein junges Paar - beide ein Kind geschiedener Eltern - das niemanden vor den Kopf stossen will und daher am ersten Weihnachtstag alle vier Elternteile abklappert. Klingt de facto tragisch, aber dieser Film ist eine Weihnachtkomödie des Regiedebütanten Seht Gordon, der in den Hauptrollen Vince Vaughn ("Die Gebrüder Weihnachtsmann" - 2007) und Reese Witherspoon (Golden Globe 2006 für "Walk the Line") präsentiert. Seth Gordon bedient sich in seiner Komödie der tragischen Urangst vieler Paare: Familie und Weihnachten im Doppelpack. Viele wissen aus eigener Erfahrung, dass während dieser Feiertage nicht gar zu selten Chaos und Streit vorprogrammiert sind. Passend zum Thema des Films begannen die Dreharbeiten Anfang Dezember 2007, es wurde auch vor und nach den Weihnachtsfeiertagen gedreht. Als die Schauspieler aus den Feiertagen an den Set zurückkehrten, konnten sie zahlreiche private Anekdoten in die Geschichte einbringen. Allerdings soll es bei den Dreharbeiten zwischen den beiden Hauptdarstellern Vince Vaughn und Reese Witherspoon heftig gekracht haben. Während Witherspoon als Perfektionistin gilt, nimmt es Vaughn offenbar etwas lockerer, weshalb es immer wieder zu Unstimmigkeiten kam. Somit konnte eine reale Spannung in eine fiktive kongenial umgemünzt werden.
Kate (Reese Witherspoon) und Brad (Vince Vaughn) leben als glücklich unverheiratetes Paar in San Francisco. Wie in jedem Jahr versuchen die beiden dem Weihnachtsfest im Kreis der "lieben" Familien zu entkommen. Am Weihnachtsmorgen erfahren sie jedoch, dass ihr Flug ins exotische Urlaubsparadies wegen Bodennebels gestrichen ist.
Nun gelten keine Ausflüchte mehr: Kate und Brad müssen sich wohl oder übel auf die bisher mit allen Mitteln verhinderten Festtage im Kreis der Familie einstellen. Aus Pflichtgefühl schleppen sie sich nicht nur zu einer oder zwei, sondern sogar vier Weihnachtsfeiern mit Scharen von "lieben" Verwandten. Dabei geraten sie mit zunehmender Panik in einen Strudel aus hoch kochenden Kindheitsängsten und nie verarbeiteten Teenager Träumen, bis sogar ihre eigene gemeinsame Zukunft auf dem Spiel steht.
Während Brad die Stunden zählt, bis er all den Eltern, Stiefeltern, Geschwistern, Nichten und Neffen entkommen kann, spürt Kate das Ticken einer ganz anderen Uhr - und schliesslich fragt sie sich, ob dieses verrückte Familienleben vielleicht doch gar nicht so verrückt ist. Stella und der Stern des OrientsBRD 2008, Regie: Erna Schmidt  Wenn man heutzutage einen deutschen Jugendfilm, der nicht auf einer eingeführten Marke wie "Wilde Kerle", "Bibi Blocksberg" oder "Felix" basiert, realisiert, dann gehört schon eine Menge Mut dazu. Wenn man es dann auch noch schafft, die richtige Balance zwischen niveauvoller Unterhaltung und aufregendem Abenteuer zu finden, dann darf man dies schon als kleinen Glücksfall bezeichnen. Genau dies ist "Stella und der Stern des Orients" gelungen, einer Koproduktion der Kinderfilm GmbH, die schon den hervorragenden "Blöde Mütze!" verantwortete, Studio Babelsberg Motion Pictures GmbH sowie dem ZDF und gefördert durch die Mitteldeutsche Medienförderung (MDM), die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH, die Beauftragte der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien (BKM), die Filmförderungsanstalt (FFA). Die Welturaufführung erlebte dieser Film am 20. April 2008 anlässlich des Fim-Festivals "Goldener Spatz" als Eröffnungsfilm - eine verdiente Ehre. Denn zum einen hat "Stella" alles, was ein ordentlicher Actionfilm braucht - von der Verfolgungsjagd auf einer Eisenbahn-Draisine über die Flucht über eine wackelige Hängebrücke bis hin zu einem halsbrecherischen Trip in einem vorsintflutlichen Fluggerät. Zum anderen wird hier auf spielerische Weise so ganz nebenbei Geschichtswissen vermittelt, begibt sich doch Titelfigur Stella auf eine Zeitreise, die sie von 2005 ins Jahr 1905 zurückversetzt. Ein charmantes Zeitreise-Abenteuer aus deutschen Landen, das die Gratwanderung zwischen leichtem Entertainment und niveauvoller Erzählung wunderbar meistert. Das Drehbuch des tschechischen Autors Martin Doljes, entstanden in Zusammenarbeit mit der Sommerakademie des Fördervereins Deutscher Kinderfilm/Stiftung Goldener Spatz, strotzt nur so vor Anspielungen und originellen Einfällen. Besonders schön werden die kulturellen Unterschiede der Epochen herausgearbeitet, ob Mode (Moonboots/Schnürstiefeletten), Frauenbild (antiquiert/emanzipiert) oder auch das Spiel mit der Sprache. So muss Stella etwa erkennen, dass ihrer Uroma mit dem Wort "cool" herzlich wenig anfangen kann. Dass die Protagonistin "Narnia"-mässig aus dem Kleiderschrank in die alte Zeit hüpft, die beiden Bösewichte ihren tollpatschigen "Kevin - Allein zu Haus"-Kollegen alle Ehre machen und die klugen und erfinderischen Kids wie eine Kreuzung aus den drei Musketieren und James Bond daherkommen, macht diese charmante Reise in die Vergangenheit nur noch kurzweiliger. Ein gut gewählter Cast aus alten Hasen (Axel Prahl als böser Dieb und Gabriela Maria Schmeide als liebe Mama) und tollen Kinderdarstellern um "Stella" Laura Berschuck rundet das rundum jugendfreie, mit 83 Minuten auch sehr kompakte Filmvergnügen ab. Gedreht wurde in, Crawinkel, Elgersburg, Tabarz, Gräfenroda, Chemnitz und Berlin-Nikolassee.
Als die 10-jährige Stella (Laura Berschuk) am Silvestertag den Dachboden des alten Hauses ihrer Uroma Clementine (Hanna Schwamborn) durchstöbert, findet sie eine magische Pforte in die Vergangenheit. Hundert Jahre zurückversetzt, steht das abenteuerlustige Mädchen plötzlich zwei Kindern gegenüber: ihrer damals noch jungen Uroma Clementine und ihrem Urgrossonkel Gustav (Julius Römer). Doch die beiden haben Sorgen: Ihr Vater braucht dringend Geld für die Fertigstellung eines Eisenbahnprojekts und deshalb droht nun sogar der Verlust der geliebten Familienvilla. Dass der vom Onkel versteckte Schatz, der "Stern des Orients", tatsächlich existieren und sie retten könnte, daran glauben Clementines und Gustavs Eltern nicht. Doch Stella überredet die Geschwister zu einer Schatzsuche.
Gut ausgerüstet, machen sich die drei mit Hilfe eines geheimnisvollen Amuletts auf den Weg. Dabei hat es das Trio nicht nur mit zwei Ganoven zu tun, die ebenfalls auf den Stern des Orients, einen wertvollen Edelstein, scharf sind, es beginnt auch ein Wettlauf mit der Zeit, da Stella ihre Mission bis Mitternacht erfüllt haben muss. Werden die Kinder die Diebe abschütteln, den "Stern des Orients" finden und die Villa - und Clementines wohlbehütetes Dasein - retten können? Der Tag, an dem die Erde still standUSA 2008. Regie: Scott Derrickson  "Ich denke schon, dass es da draussen Aliens gibt. Aber so weit unsere physikalischen Gesetze stimmen, werden wir sie nie kennenlernen", sagte Wörner der "Frankfurter Rundschau" (Samstagsausgabe). Sein Kollege von der Nasa, Michael Griffin, glaubt dagegen nicht, dass es Ausserirdische gibt. Beide Wissenschaftler wollen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiter an der Mission zum Mars arbeiten. "Wir arbeiten seit drei Jahren sehr hart daran, die Iss-Partner auch für dieses Programm zu begeistern, und daran werden wir auch festhalten", sagte Griffin. Wörner ergänzt: "Irgendwann werden Astronauten auch zum Mars und wieder zurückfliegen können, das wird klappen." "Wenn die Erde stirbt, dann stirbt die Menschheit. Wenn die Menschheit stirbt, wird die Erde überleben" - diese wenig erfreuliche Botschaft stammt von Klaatu, einem durch Keanu Reeves verkörperten Ausserirdischen im Sci/Fi-Remake Der Tag, an dem die Erde stillstand. Um den am 11. Dezember diesen Jahres erfolgenden deutschen Kinostart gebührend zu unterstützen, fährt 20th Century Fox aktuell schwere Geschütze auf. Neben der viralen Marketingkampagne, die auf einer Earth Vital List betitelten Webseite zur Veröffentlichung von bedrohten Gegenständen, Orten und Tieren aufruft, findet sich im Anhang dieser Meldung ein brandneuer Trailer zum von Scott Derrickson ("Exorzismus von Emily Rose") inszenierten Film, gepaart mit einer Featurette, die sich im Internet begutachten lässt. Er ist gekommen - Der Tag, an dem die Erde stillstand: Auf der ganzen Welt tauchen fremdartige Sphären auf, die global für Unruhen und Panik sorgen. Mit ihnen erscheint Klaatu (Keanu Reeves), Repräsentant einer mächtigen Allianz von fremden Planeten, die die Erde und die Menschheit schon seit geraumer Zeit beobachten. Eilig stellt die US-Regierung ein Team von Wissenschaftlern zusammen, um das Rätsel der Erscheinungen aufzuklären und sich einer möglichen Bedrohung stellen zu können. Unter ihnen ist auch die Biologin Helen (Jennifer Connelly), die nach und nach das gesamte Ausmass von Klaatu's Auftrag als "Freund der Erde" begreift.  Tatsächlich wird Klaatu vom Militär erschossen. Helen läuft zum Raumschiff und ruft Gort, einen allmächtigen Roboter, die Losung zu, der daraufhin den Leichnam Klaatus im Raumschiff wieder belebt. Alle drei entsteigen dem Raumschiff, vor dem sich mittlerweile Wissenschaftler aus der ganzen Welt versammelt haben. Klaatu erklärt, dass er der Abgesandte einer grossen Föderation von Planeten sei. Um Kriege für alle Zeit unmöglich zu machen, habe diese eine Rasse von mächtigen Robotern geschaffen, die sie ständig überwachen und den unwiderruflichen Befehl haben, jeden Aggressor zu vernichten. Man werde sich in die Angelegenheiten der Menschheit, soweit sie nur diese betreffen, nicht einmischen - doch jeder Versuch, andere Planeten anzugreifen, hätte die völlige Auslöschung der Erde zur Folge. Entweder werde die Erde friedlich mit den anderen Planeten zusammenleben, oder sie werde bei ihrer bisherigen Weise bleiben - dann allerdings mit der Gefahr des Untergangs. Der Tag, an dem die Erde stillstand (Originaltitel: The Day the Earth Stood Still) ist ein in schwarzweiss gedrehter Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1951, der unter der Regie von Robert Wise entstand. In dem mittlerweile zu den Klassikern des Genres zählende Film warnt der ausserirdische Besucher die Menschheit eindringlich davor, ihre irrsinnige Gewalt auszuweiten und in den Weltraum zu tragen. Eine Neuverfilmung des Films kommt also jetzt in die deutschen Kinos - sozusagen als Weihnachts- /Neujahrswunsch und als eindeutige Mahnung. Little ParisBRD 2008, Buch und Regie: Miriam Dehne  Heisses Tanzfeuerwerk im kalten Winter: An machen Orten sind Träume noch ein bisschen weiter weg als anderswo. Luna (Sylta Fee Wegmann) träumt vom Tanzen und wird dafür den grössten Schritt ihres Lebens machen müssen. "Little Paris" - so wird Lunas Heimat in der baden-württembergischen Provinz genannt. Nach der Kopie des Eiffelturms auf einem Fabrikdach im Industriegebiet, direkt an der A6. Luna weiss, sie müsste fort. Fort aus ihrer Heimat, von nichtssagenden Nebenjobs, abgelaufenen Freundschaften und einer Beziehung, in der so viel los ist, wie auf dem Marktplatz der Kleinstadt. Nichts. Doch sie hat Angst. Verdammte Angst vor sich selbst und davor, alles zurückzulassen.
Als der geheimnisvolle Tänzer G (Patrick Pinheiro) auftaucht, bringt er mit seinen erotischen Vibes und Moves Bewegung in das Leben der kleinen Stadt. Luna verliebt sich in ihn, er ist anders als ihre Jugendliebe Ron (Ralph Kretschmar). G erkennt als erster ihr Talent. Gemeinsam beginnen sie für ein Casting im "Pink Palace", einer Grossraumdisco, zu trainieren. Gewinn: Die Teilnahme bei einem Dance Contest in Berlin mit Aussicht auf ein Engagement in einem Musikvideo.
Mit dem Support von G, dem Luna immer mehr verfällt, gewinnt sie das Casting. Doch Luna zweifelt an G und - wie immer - an sich selbst. Ist die Jury von G bestochen worden? G kann Lunas Vertrauen zurückgewinnen. Und glaubt ihm, dass sie gemeinsam alles schaffen können. Beide trampen nach Berlin, zum Mega-Contest. Ein Abschied von ihren Freundinnen Barbie und Eve, deren Leben gerade zwischen spiessigem Neubau, Speed und zerbrochener Liebe gegen die Wand zu fahren droht.
Doch in Berlin wird Luna tief fallen. Fast kommt sie nicht mehr hoch. Wahrheiten tun weh. Sie wird den Tanz ihres Lebens hinlegen - doch anders, als sie gedacht hat. Ein Aufbruch. Mit der Heimat im Herzen. Die Welt ist ein Spielplatz voller verrückter Ereignisse. Seltsam sind die Wege, die das Schicksal geht und das Unwägsame kann ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Alles kann passieren. Und vielleicht gehen die Träume, zu denen uns bisher immer der Mut fehlte, am Ende ja doch in Erfüllung?
Frauen, Erotik, Tanz und Musik sind das Zentrum von Miriam Dehnes filmischem Schaffen. Ihre eigenwilligen Figuren mit High Heels, Engelsflügeln und Glitzerstaub im Haar begeben sich auf eine tragikomische Suche nach sich selbst. Engelsflug und Absturz liegen dabei nah beieinander.
Miriam Dehne war nach Abschluss des Designstudiums an der Hochschule der Künste in Berlin als Kostümbildnerin und Regieassistentin bei Theater und Filmproduktionen tätig. Nach einem Volontariat beim Burda Verlag, Offenburg, arbeitete sie als freie Journalistin im Bereich Feuilleton in Berlin und realisierte zu dieser Zeit parallel als Drehbuchautorin und Regisseurin u.a. zwei Filme für die ZDF Reihe Das kleine Fernsehspiel, wurde vor allem bekannt als Regisseurin der ersten MySpace Internet-Soap "They call us Candy Girls".
Auch war sie an dem René-Pollesch-Filmprojekt "Stadt als Beute" beteiligt. Dieser lief erfolgreich auf der Berlinale 2005. In "Little Paris" laufen alle der bisherigen Arbeiten zusammen. Die erste Fassung des Drehbuchs ist in der baden-württembergischen Kleinstadt Crailsheim entstanden. Ausgangspunkt war eine TVDoku über Alltagsdramen von Gogo-Girls. LITTLE PARIS kommt am 11. Dezember in die Kinos. Wild ChildFrankreich / Grossbritannien / USA 2008 , Regie: Nick Moore  Nicht schon wieder so ein Teeny-Film, ist man schnell bereit zu denken, wenn man die neuerliche Flut dieses Genres aus den USA betrachtet. Doch ähnlich sinnentleertes Erwachsenenkino ist ebenfalls im Übermass vorhanden. Was also ist ein Teeny-Film, wenn man schon nicht als Unterscheidung die überstrapazierte Begrifflichkeit "intelligentes Unterhaltungskino" heranziehen kann? Dr. Cine. E., der alte Ast, kann uns da vielleicht weiterhelfen: "Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Gattungen ist darin zu sehen, dass nur Teeny-Filme im engeren Sinne spezifisch jugendliche Erfahrungen transportieren. Im weiteren Sinne also Spiel-, Dokumentar- oder Kurzfilme, die sich vorrangig an Jugendliche - das heisst Menschen in der Lebensphase zwischen beginnender Pubertät und Erwachsensein - wenden." Allerdings sind Jugendliche als Zielgruppe schwer zu fassen, und den Teeny-Film an sich gibt es auch nur als vage Vorstellung eines Genres der vermeintlich Erwachsenen, sagen wir lieber Älteren. Für die Altersgruppe ab 14 Jahren zu produzieren sei "das allerkomplizierteste überhaupt", sagt Dr. Friederike Euler, beim Bayerischen Rundfunk für die junge Zielgruppe zuständig. Dennoch gibt es Filme, die sich mit dieser Phase des Lebens beschäftigen. Sie spiegeln Szenen, Zeitgeist, Befindlichkeiten und Lebensgefühl. Ist ein Teeny-Film aber einer, den Jugendliche sehen sollen, oder einer, den sie sehen wollen? "Den Jugendfilm an sich gibt es nicht", sagt Christian Exner, der beim Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF) den Wettbewerb "Deutscher Jugendvideopreis" betreut und alle zwei Jahre als Kooperationspartner des bedeutendsten deutschen Kinderfilm- und Fernsehfestivals "Goldener Spatz" an der Zusammenstellung der Jugendfilmreihe beteiligt ist. Und dennoch werden immer wieder gerade für die Teenys Filme mit nicht unerheblichem Aufwand auf den Markt gebracht - und Schulfilme gelten naturgemäss fast immer als Jugendfilme, da Schüler in der Regel Jugendliche sind. Poppy Moore (Emma Roberts) hat alles. Sie ist 16, fährt ein Luxuscabrio, trägt Designerkleider, lebt in einem Anwesen am Strand von Malibu, schwelgt im Überfluss und ist der High-Society-Star ihrer Schule. Nur Glück und Zufriedenheit kann sie nicht mit ihren Kreditkarten kaufen. So macht sie ihrem alleinerziehenden Vater (Aidan Quinn) das Leben zur Hölle und als sie es mit einem ihrer Streiche endgültig zu weit treibt, schickt er sie auf ein drakonisches Mädcheninternat in England. Poppy landet mitten im verregneten England, in einer fremden Welt mit seltsamen Gepflogenheiten und noch mehr Regeln. Handyverbot, Ausgangssperre, karierte Schuluniformen, obligatorisches Lacrosse-Training und Anfeindungen warten auf den vergnügungssüchtigen Trotzkopf aus LA und schnell merkt sie, dass sie hier mit ihrem Zickenverhalten nicht ankommt. So schnell allerdings lässt sie sich nicht unterkriegen. Zwar muss sie sich anpassen, aber deswegen muss sie noch lange nicht aufgeben. Unter den wachsamen Augen der Rektorin (Natasha Richardson) findet Poppy neue Freundinnen, neue Feinde, einen neuen Look und neue Wege, die Welt um sie herum kräftig durchzuschütteln. Und nicht zuletzt fi ndet sie ihre erste grosse Liebe und erobert ausgerechnet das Herz des Sohns (Alex Pettyfer) der Rektorin. Bedtime StoriesUSA 2008, Regie: Adam Shankman  Weihnachten 2008 schlägt der Komödiant Adam Sandler ein neues Kino-Kapitel auf: Das amüsante und phantastische Kino-Abenteuer "Bedtime Stories", also Gutenachtgeschichten, gespickt mit verrückten Gags und zahlereichen Spezial-Effekten, präsentiert sich als perfekter und prominent besetzter Familienspass, in dem sich neben Adam Sandler ("Leg dich nicht mit Zohan an") und Courtney Cox (Serienstar aus der beliebten Sitcom "Friends") auch Guy Pearce ("Memento"), Keri Russell ("Der Klang des Herzens") und der britische Comedy-Künstler Russell Brand ("Nie wieder Sex mit der Ex") auf der Leinwand austoben können. Der Film von Adam Shankman (1998: Cosmo’s Tale, 2001: Wedding Planner - verliebt, verlobt, verplant, 2002: Nur mit Dir - A Walk to Remember (A Walk to Remember), 2003: Haus über Kopf (Bringing Down the House), 2005: Der Babynator (The Pacifier), 2005: Im Dutzend billiger 2 - Zwei Väter drehen durch (Cheaper by the Dozen 2), 2007: Hairspray-Musical) startet im Verleih von Walt Disney Studios Motion Pictures Germany am 25. Dezember bundesweit in den Kinos. Immer dieses doofe Zähneputzen vor dem Zubettgehen! Welches Kind könnte nicht gut darauf verzichten? Im Gegensatz zur tollen Gutenachtgeschichte von Mutter oder Vater, der man - wohlig in die Bettdecke gekuschelt - gebannt lauscht! Vorgelesen oder frei erzählt, gruselig und spannend, waghalsig und verwegen, lustig und verrückt - nichts finden Kinder schöner als die tollen Abenteuer an der Bettkante, die sie mit bunten Bildern im Kopf so schön einschlummern lassen. Auch Patrick (Jonathan Morgan Heit) und Tricia (Annalise Basso) lieben Gutenachtgeschichten. Als ihre Mutter Wendy (Courtney Cox) für ein paar Tage geschäftlich verreisen, springt Onkel Skeeter (Adam Sandler) als Babysitter ein. Er liebt seine Nichte Tricia und seinen Neffen Patrick, und so ist es für ihn auch selbstverständlich, dass er nun den Job des Geschichtenerzählers im Haus übernimmt. Der tollpatschige, schüchterne Familienmensch hat sich ein beschauliches Leben als Hausmeister in einem Hotel eingerichtet, doch er leidet unter seinem Job als Hausmeister in einem Hotel, das der zwielichtige Kendall (Guy Pearce) führt. Der Manager schmiedet im Geheimen perfide Pläne, aus dem gemütlichen Hotel eine lukrative Riesenherberge zu machen. Nur abends, an der Bettkante der Kinder, findet Skeeter vor ihm Ruhe und wird zu dem Superhelden, der er so gern wäre. Skeeter erfindet die tollsten Geschichten, in denen er Bösewichten, die Kendall ziemlich ähnlich sind, raffiniert das Handwerk legt. Patrick und Tricia sind total begeistert und bringen schon bald ihre eigenen Ideen in die Geschichten mit ein. Eines Tages geschieht etwas Unglaubliches: Teile der fantasievollen Abenteuer werden auf unerklärliche Weise wahr! Erst traut Skeeter seinen Augen nicht als es auf der Autobahn Kaugummis regnet, dann hat er aber eine brillante Idee: Wenn er nun die Dinge, die er sich so sehnlichst wünscht, in die Geschichten einbaut, müssten seine Träume doch schon bald in Erfüllung gehen. Zu spät fällt ihm auf, dass nicht seine Teile der Geschichten wahr werden, sondern die von Nichte und Neffe. Und deren blühende Fantasien haben verheerende Auswirkungen auf seinen Alltag. jukis.org FILMTIPp Special (dt. Spezial):  "Wir sehen uns in Baden-Baden!" - dass dieser Satz einmal das geflügelte Wort für das Fernsehfilm-Festival werden sollte, das hofften die Initiatoren 1989 sicher, aber in die Zukunft konnte niemand blicken. Nur der Enthusiasmus der Gründer Lore und Hermann Naber, Gertraud Linz und Hans Abich liess Kundige ahnen, dass aus diesem Unternehmen der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste was Grosses werden würde. Zum zwanzigsten Mal trafen sich nun in diesem Jahr die Macher des Fernsehfilms und die Zuschauer im Kurhaus in Baden-Baden. Wie jedes Jahr diskutieren und stritten sie über das Angebot der Sender. Die öffentlichen Jury-Sitzungen fanden stets unter reger Beteiligung von Machern und Publikum statt - ein in der deutschen Festival-Landschaft einzigartiges Verfahren und besonderes Kennzeichen des Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden - wobei man Fernsehfilm als Begrifflichkeit nicht zu eng fassen darf. Inzwischen ist es Usus, dass sich Fernsehsender aktiv an der Finanzierung von Kinofilmen beteiligen - diese de facto eigentlich als Fernsehfilme zu gelten haben, obgleich sie ihren Nimbus des Kinofilms nicht verlieren. Ohne diese zunehmende Praxis hätte der deutsche Film als solches nicht die Möglichkeit, mit vergleichbaren amerikanischen Filmen auch nur im Ansatz um die Gunst der Cineasten zu konkurrieren. Betrachtet man sich die finanziellen Möglichkeiten, mit denen bereits eine nordamerikanische TV-Serie bestückt ist, bleibt der deutsche, ja der europäische Film als solches auf der Strecke. Es werden für US-amerikanische Filme mehr Euro in die Werbung gesteckt, wie ein europäischer Film für die gesamten Herstellungskosten benötigt (inkl. Promotion). Das Festival ist in diesen zwanzig Jahren kräftig gewachsen, Rahmenprogramme sind dazu gekommen, der Nachwuchs hat -dank der MFG Baden-Württemberg einen eigenen Preis bekommen. Doch das Grundgerüst ist geblieben. Macher und Publikum haben die Chance, zwölf Filme von der ersten bis zu letzten Minute anzusehen und zu beurteilen. Nominiert von Sendern in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie den Mitgliedern der "Deutschen Akademie der Darstellenden Künste", stellen sie sich den strengen Kriterien der Jury. Dr. Walter Konrad, Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste stellte sicher, dass alle Zuschauer wieder die Möglichkeit erhielten, "die Urteile der Jury zu hören" und darauf zu reagieren. Die besten Filme wurden ausgezeichnet. In der sechsköpfigen Jury waren u.a. die Schauspielerin Eva Mattes, die am Samstagabend bei der Gala ihre Interpretationsfähigkeit von ausgesuchten Chansons zum Besten gab, und Harry Rowohlt, der am Mittwoch (19. November) eine Lesung hielt. Als Premiere ist bei dem Festival der vom Bayerischen Rundfunk produzierte Streifen "Liesl Karlstadt und Karl Valentin" zu sehen. Erst am 11. Dezember läuft er in der ARD. Ich verzichte hier bewusst, diese im Einzelnen zu benennen, da generell Beurteilungen von cineastischen Bearbeitungen, nimmt man technische Handwerklichkeit einmal aus, sich einer äussersten Subjektivität beugt, die sogar davon abhängen kann, was man vor der Filmvorführung genossen hat. Hier einige der vorgestellten Filme, die ich ganz und gar subjektiv für die JuKis ausgewählt habe und die jetzt gerade im Kino angelaufen sind und demnächst wohl auf der Mattscheibe flimmern werden, wenn sie das nicht schon taten: |