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JUGENDKIRCHE pierre sein FILMTIPp 11-08 |
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Geschrieben von pierre roh
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Sonntag, 16. November 2008 |

TintenherzUSA / BRD / UK 2008, Regie: Iain Softley  In einer stürmischen Nacht taucht ein unheimlicher Gast bei der zwölfjährigen Meggie und ihrem Vater Mortimer ("Mo") auf. Er warnt sie vor einem Mann namens Capricorn. Mo weiss, dass es sich bei Capricorn um eine der Figuren handelt, die dem Buch "Tintenherz" entstiegen waren, während er daraus vorgelesen hatte. Überall in ihrem Haus stapelten sich Bücher. Sie standen nicht nur in Regalen wie bei anderen Leuten, nein, bei ihnen stapelten sie sich unter den Tischen, auf Stühlen, in den Zimmerecken. Es gab sie in der Küche und auf dem Klo, auf dem Fernseher und im Kleiderschrank, kleine Stapel, hohe Stapel, dicke, dünne, alte, neue Bücher. Sie empfingen Meggie mit einladend aufgeschlagenen Seiten auf dem Frühstückstisch, trieben grauen Tagen die Langeweile aus - und manchmal stolperte man über sie. Mo ist ein "Bücherarzt", ein Buchrestaurator. Oft liest er bis spät in die Nacht, und die Leidenschaft für gute Bücher hat er offenbar seiner Tochter vererbt, die trotz des Verbots heimlich nachts bei Kerzenlicht liest. Wie lebendig Mo vorlesen kann, ahnt Meggie nicht, denn auch wenn sie gern etwas vorgelesen bekäme, weigert er sich, es zu tun. Am nächsten Morgen reist Mo überstürzt mit Meggie zu ihrer Tante Elinor ... Elinor verfügt über die kostbarste Bibliothek, die Meggie je gesehen hat. Hier versteckt Mo das Buch, um das sich alles dreht. Capricorn und die beiden anderen Charaktere aus "Tintenherz" wollen nämlich alle Exemplare des Buches vernichten, damit sie nicht mehr zurück müssen. Das letzte noch existierende Exemplar ist in Mos Besitz - ein Buch, das Mo vor vielen Jahren zum letzten Mal gelesen hat und das jetzt in den Mittelpunkt eines unglaublichen, magischen und atemberaubenden Abenteuers rückt. Allmählich merkt Meggie, dass ihr Vater einige Geheimnisse vor ihr hat. Sie fragt sich beispielsweise, was damals wirklich geschah, als ihre Mutter Resa verschwand. Erste Antworten auf ihre Fragen erhält sie ausgerechnet von Capricorn, der sie als Geisel nimmt, um Mo zu zwingen, das letzte Exemplar des Buches "Tintenherz" herauszugeben … ein waghalsiges Unterfangen beginnt, in dessen Verlauf Meggie nicht nur das Geheimnis um Zauberzunge und Capricorn löst, sondern auch selbst in grosse Gefahr gerät. Dass ein jugendlicher Leser sich in ein Buch versetzt und in die Romanhandlung eingreift, kennen wir bereits aus "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende. In der aus den Romanen "Der Fall Jane Eyre", "In einem anderen Buch" und "Im Brunnen der Manuskripte" bestehenden Trilogie von Jasper Fforde gelangen fiktive Figuren in die Wirklichkeit, während reale Personen in Romanhandlungen auftauchen. Diese Möglichkeit des Überschreitens der Grenzen zwischen Fiktion und Realität verwendet auch die Autorin Cornelia Funke als Grundidee ihrer Tintenherz-Trilogie. Funke erhielt das gerade rechtzeitig zum Filmstart das Bundesverdienstkreuz am Band. Laut einer Pressemitteilung hat die in Los Angeles lebende deutsche Bestseller-Autorin die Ehrung gestern im Goethe-Institut ihrer Wahlheimat entgegengenommen. Die 49-jährige gilt als der erfolgreichste deutsche Literatur-Export der letzten Jahre, deren Bücher in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurden - besonders bekannt dürften die Jugendromane "Drachenreiter", Herr der Diebe" und die "Tintenherz-Trilogie", aus der der Film hervorging sein. Mittlerweile gibt es im englischsprachigen Ausland genau so viele Kinder - und Erwachsene - die ihre Bücher lieben, wie in Deutschland. Dass der Funke-Roman "Wilden Hühner" in Deutschland gedreht wurde, war von Anfang an klar, da das Buch in Deutschland eine riesige Fangemeinschaft hat. Tintenherz ist allerdings im Gegensatz dazu ein internationaler Erfolg gewesen. So ist es vielleicht verständlich, dass das Filmangebot für Tintenherz zuerst aus Amerika und nicht aus Deutschland kam und sich nur zaghaft auch Geldgeber aus der BRD fanden. Es ist ein sehr grosses Filmprojekt und da Mo von Brendan Fraser gespielt wird (der für Cornelia von Anfang an auch wirklich Mo war - sie hat, als sie Mo entwarf, Stimme und Gesicht von Brendan Fraser vor Augen gehabt), sollte eben auch Meggie als seine Tochter Englisch sprechen. Dass Filmerfahrung verlangt wurde, ist absolut verständlich, denn die Rolle von Meggie ist eine tragende Rolle. Und die Schauspielerei ist nun mal eine Kunst, genau so wie das Schreiben oder die Malerei, die gelernt werden muss. Und dass die Darsteller dieses Metier beherrschen ist dem Film anzusehen. Rechtzeitig für das lukrative Weihnachtsgeschäft kommt er in die Kinos, Kino-Start (D): 11.12.2008, und er dürfte die wenigsten enttäuschen. Buffy, im Banne der DämonenTV-Serie: USA seit 10. März 1997, BRD seit 9. Oktober 1998, Idee: Joss Whedon  Fernsehserien mit okkulten Inhalten fördern eine bewusste Abkehr von der Kirche und eine Hinwendung zu heidnischen Religionen. Das hat eine Studie der britischen Sozialwissenschaftlerin Kristin Aune ergeben. Die an der Universität von Derby in Mittelengland lehrende Soziologin befasste sich repräsentativ am Beispiel der TV-Serie "Buffy", die auch von dem deutschen Privatsender Pro7 ausgestrahlt wird, mit der Auswirkung heidnischer Serien, von denen es mehrere im britischen und auch im deutschen Fernsehen gibt. Die Hauptdarstellerin Sarah Michelle Gellar kämpft in der Serie gegen Vampire und Dämonen. Obwohl die Hauptzielgruppe sicherlich die 16 bis 25 jährigen Fernsehzuschauer sein dürfte, konnte die Serie in den anglistischen Ländern und auch bei uns eine breite Anhängerschaft bei den älteren Zuschauern gewinnen. "Buffy - im Banne der Dämonen" ("Buffy - the Vampire Slayer") ist das geistige Kind von Joss Whedon. In der Fernsehserie, deren erste Episode am 10. März 1997 in den USA ausgestrahlt wurde und die sich derzeit in der sechsten Staffel befindet, wollte Joss mit dem Horror-Cliché des schönen, jungen Mädchens, das hilflos von einem Monster zerfleischt wird brechen. Seine Heldin ist zu Beginn der Serie 16 und ihre Berufung ist es, Vampire und Dämonen zu bekämpfen. Nebenher muss sie natürlich auch noch zur Schule gehen, Hausaufgaben machen, Freunde finden und erwachsen werden. Die Soziologin berichtet in ihrer Studie, dass sich allein in Grossbritannien rund 50.000 Frauen intensiv mit dem Heidentum befassen. Die heidnische Wicca-Religion wäre attraktiv für junge Frauen, da sie sich stark mit weiblicher Selbstbestimmung befassen würden. Dass Frauen und Mädchen innerhalb der christlichen Kirchen auf weiter Ebene keine Emanzipation erfahren ist hinlänglich bekannt und gerade in der katholischen Kirche stark ausgeprägt. Diese Fernseh-Serien seien deshalb für Frauen der Auslöser dem christlichen Glauben und der Kirche den Rücken zu kehren, so die Soziologin. Dem widersprachen einige namhafte Soziologen, die die Abwanderung in verstärktem Masse der jüngeren Generation beiderlei Geschlechts damit begründen, dass die christlichen Kirchen es nicht geschafft haben, sich und ihre Lehre glaubhaft darzustellen. Die einzige Heimat, die die Jugendlichen momentan innerhalb des Kirchenverbundes anerkennen, wenn auch bisweilen nur zögerlich, seien die aufstrebenden Jugendkirchen mit dem Konzept "Junge Kirche für junge Menschen". Würde Kristin "van Helsing" Aune mit ihrer Studie richtig liegen, würden die christlichen Kirchen überquellen, sieht man das kulturelle Angebot mit christlichen Inhalten sowohl im Fernsehen, Theater, der Malerei und Kino als Umkehrschluss zu ihrer These. Im Zuge der viel beschworenen Wiederkehr des Religiösen haben christliche Stoffe und Motive im Film seit einigen Jahren Hochkonjunktur. In der öffentlichen Wahrnehmung standen dabei oft umstrittene Produktionen wie Mel Gibsons DIE PASSION CHRISTI oder die Bestseller-Verfilmung SAKRILEG . THE DA VINCI CODE im Mittelpunkt, aber auch im Arthouse-Bereich gab es eindringliche Filme von religiöser Relevanz wie Volker Schlöndorffs DER NEUNTE TAG, Hans-Christian Schmids REQUIEM oder Philip Grönings DIE GROSSE STILLE. Hinzu kommen die Blockbuster im weiten Bogen von KRIEG DER STERNE über MATRIX bis zur HERR DER RINGE-Trilogie, die sich im Repertoire religiöser wie mythischer Themen bedienten. In vielen Filmen der letzten Jahre wird so das Religiöse wieder deutlicher sichtbar. Dennoch ist in der theologischen Auseinandersetzung mit dem Film eine grundlegende Einsicht, dass nicht nur die Hinwendung zu religiösen Stoffen und Symbolen das Religiöse ausmacht, sondern die Art und Weise der Umsetzung in bewegte Bilder, der spezifische Blick, die (religiös fundierte) Einstellung, die sich in der cineastischen Ausdrucksform zeigt. Sklaven und Herren (demnächst auf DVD) BRD 2008, Regie: Stefan Kornatz  "Was bekomme ich dafür?" fragt Yogi (Franz Dinda) jeden, der etwas von ihm will. Dem Oberstufenschüler geht es nicht um Geld, sondern um Macht. Als Gegenleistung für Nachhilfeunterricht muss z.B. seine Mitschülerin Melek (Pegah Ferydoni) im Haushalt helfen und kochen. Unter dem Arbeitstitel "Sklaven und Herren" drehte der Hessische Rundfunk (hr) in Frankfurt und Umgebung einen Fernsehfilm für die ARD. Der Film schildert, wie der 13-jährige Klaus (Leonard Carow) von dem älteren Mitschüler Yogi zum "Sklaven" gemacht wird. Dazu verlangt Yogi "Mutproben" von Klaus, die er mit seinem Foto-Handy filmt. Alles fing harmlos an, aber jetzt ist Yogi im Besitz von Handyfilmen, die Klaus kompromittieren und extrem peinlich für ihn sind. Damit hat Yogi ihn in der Hand und fordert beispielsweise von ihm, eine Kamera in der Mädchen-Umkleidekabine zu installieren. Erst als Klaus sich seiner 18-jährigen Schwester Tina (Paula Schramm) anvertraut, gibt es Hoffnung für ihn, sich von seinem "Herrn" zu befreien. Als Tina Yogi zur Rede stellt und ihn auffordert, ihren Bruder in Frieden zu lassen, geht Yogi erst auf ihre Forderung ein, als sie sich selbst als "Sklavin" anbietet. Sie ahnt nicht, auf welch gefährliches Spiel sie sich damit einlässt. Auch der Vertrauenslehrer der Schule, Herbert Schäfer, versucht hinter das merkwürdige Verhalten von Klaus, Tina und ihren Mitschülern zu kommen. Dann sieht er durch Zufall auf einem Schüler-Handy den Film, auf dem Klaus die Scheibe seines Autos einwirft und eine Foto-Tasche klaut. Schäfer versucht, Klaus zu überzeugen, gegen Yogi auszusagen. Yogis Mutter (Susanne Schäfer) weiß von alldem jedenfalls nichts. Auch nicht Carla Pohl (Anna Thalbach), die Mutter von zwei Schülern/Opfern, der 18-jährigen Tina und ihrem kleinen Bruder Klaus, die sich gegen das bedrückende Geflecht aus Macht, Faszination und Abhängigkeit der "Herren" zu wehren versuchen. Ein bisschen Wärme und Hoffnung wird vom Vertrauenslehrer Jan Schäfer (Fabian Busch) verbreitet, Carlas Freund, der zwischen allen Fronten steht. Die beiden Kinder seiner Geliebten lehnen ihn als Ersatzvater ab - und bringen Schäfer am Ende in höchste Gefahr. Regisseur Stefan Kornatz verarbeitete hier ein Thema, das immer wieder für Gesprächsstoff sorgt: der Psychoterror von Jugendlichen und Kindern an Schulen. Inszeniert nach einem Drehbuch von Klaus-Peter Wolf, der schon die Vorlagen für durchaus sehenswerte Filme wie "Weil ich gut bin!", "Das schwangere Mädchen" oder "Svens Geheimnis" (der auch die Gewalt an Schulen thematisierte) lieferte, "Guten Morgen, Herr Grothe" (über einen allzu verständnisvollen Pädagogen und seinen Problemschüler), "Wut" (über den Konflikt zwischen einer Bildungsbürgerfamilie und einem türkischstämmigen Jugendlichen), jetzt "Sklaven und Herren" - der Fernsehfilm im Ersten scheint sich auf das Scheitern der Kommunikation zwischen Erwachsenen und Jugendlichen und den sozialen Brennpunkt Schule zu spezialisieren - Blut auf Pflastersteinen, Schweiss in Trabantensiedlungen, Tränen in Klassenräume. Das Ganze erinnert an die Jugendbande aus Stanley Kubricks "Uhrwerk Orange", deren Leben sich um Gewalt an Wehrlosen, Vergewaltigungen und Raubüberfälle dreht. Wir sind hier aber nicht in einem Zukunftsroman, sondern mitten in einer deutschen Großstadt (Frankfurt), und wer schon mal die eine oder andere Gewalt-an-Schulen-Meldung im Lokalteil seiner Tageszeitung gelesen hat, ahnt, dass es so oder auch so ähnlich zugehen könnte wie in diesem Fernsehfilm. Irgendwoher müssen die Sex- und Gewalt-Handyvideos im Internet ja kommen - → Mobbing wird immer noch weitgehend unterschätzt, ignoriert und verdrängt. Der Schriftsteller Klaus-Peter Wolf (54) schrieb das Drehbuch nach Motiven seines 2007 erschienenen gleichnamigen Romans, der Teil einer Jugendroman-Reihe mit dem Titel "Treffpunkt Tatort" ist. Wolfs Bücher und Filme wurden mehrfach ausgezeichnet: Für sein Drehbuch zum Fernsehfilm "Svens Geheimnis" (ARD 1995) erhielt er den kanadischen Rocky Award für den besten TV-Film, den Erich-Kästner-Film der Film- und Fernsehhochschule Babelsberg und den Magnolia Award Shanghai. Den Anne-Frank-Preis erhielt er 1985 für sein Buch und den Film "Die Abschiebung" (ZDF 1984). "Sklaven und Herren" ist die erste Spielfilmregiearbeit des 1968 geborenen Stefan Kornatz. Mein Freund aus FaroBRD 2007; Drehbuch & Regie Nana Neul  Mels Leben ist öde. Nichts ist los im Niemandsland bei Münster. Der Fabrikjob langweilt sie. Noch nicht einmal verliebt war Mel - dabei ist sie schon 22. Als ihr Bruder und einziger Freund verkündet, dass seine hohle Freundin in die gemeinsame Wohnung zieht, hält es Mel nicht mehr aus. Sie steigt in den Wagen und fährt ziellos durch die Gegend, die so passend ihr Innenleben widerspiegelt. Als sich eine Tramperin vor Mels Auto wirft, kommt deren Leben blitzartig in Schwung. Sie verliebt sich. Zum ersten Mal. Hals über Kopf. In dieses blonde Früchtchen - in ein Mädchen, das Mel zu allem Übel auch noch für einen Kerl hält. Aus einer Laune heraus und weil es dunkel und sowieso egal ist, geht Mel auf das Spiel ein und erfindet sich vollkommen neu. Sie präsentiert sich als Miguel - 18 Jahre jung, Portugiese, sehr männlich, sehr cool, aber irgendwie auch ganz anders. Nana Neul: "Das Casting war sehr spannend: Wir brauchten ja eine Hauptdarstellerin, die sowohl als Mädchen als auch als Junge durchgeht. Und ich wollte auch noch eine möglichst unbekannte Schauspielerin, damit der Zuschauer nicht sofort denkt: Das ist doch die Soundso." Dass es den Jungen aus Faro als Vorbild und Ratgeber tatsächlich gibt - er ist Mels Arbeitskollege Nuno, der gegen Bares auch mal ihren Freund bei der Familie spielt - verkompliziert Mels Leben und Gefühlswelt überreichlich. Bei so vielen Verwicklungen, Verführungen und Verstrickungen wird es schwierig für sie, die Fäden im Auge zu behalten, die sich entsetzlich zu verknäulen beginnen. Die Sehnsucht nach einer neuen Identität führt zu einem wackligen Lügengebäude, das wie ein Kartenhaus zum Einsturz verdammt ist - eine gewitzte, doppelte Verwechslungskomödie, die Nana Neul als heiter-melancholischen Aufbruch ins Erwachsenenalter veranstaltet. Nana Neul: "In den letzten Jahren habe ich überwiegend als Autorin gearbeitet. Geschichten zu entwickeln und zu schreiben, finde ich unheimlich schön. Wunderbar ist es auch zu sehen, wie sich solch eine Idee verwirklichen lässt. Und wenn man dann am Set sieht, dass alles genau so aussieht, wie man sich das in der Fantasie ausgemalt hat, dann gibt es eigentlich nichts Schöneres." In Neuls ansprechendem Spielfilmdebüt ist nichts, wie es anfangs scheint: Der Junge ist ein Mädchen, die aufgedonnerte Blondine eine nette Vierzehnjährige (Lucie Hollmann, "Die wilden Hühner"), der portugiesische Geschäftemacher ein einfühlsamer Freund (Manuel Cortez, "Verliebt in Berlin"). Wundervolle Schauspieler zeigen in diesem komplexen Drama, wie schwierig die Zeit des Erwachsenwerdens ist - vor allem, wenn frau feststellt, dass sie aus der Norm fällt. Anjorka Strechel als Mel/Miguel ist in beiden Rollen überzeugend und als Figur so sympathisch, dass man ihr ein einfacheres Comingout wünscht. "Mein Freund aus Faro" ist ein ambitionierter, sehenswerter Jugendfilm. Lakeview TerraceUSA 2008, Regie: Neil LaBute, Kinostart: 18.12.2008  "Race is not an issue", behaupteten Barack Obama und John McCain zu Beginn des US-Wahlkampfes standhaft - um später einzusehen, dass die Rassenfrage in den USA auch Jahrzehnte nach der offiziellen Abschaffung der Rassentrennung in den Sechzigerjahren sehr wohl noch schmerzlich aktuell ist. Hollywood hat sich im Mainstream-Sektor bisher weitgehend um dieses unangenehme Thema gedrückt. Der Indie-Filmer Neil LaBute nimmt sich dem Problem in dem Thriller-Drama "Lakeview Terrace" nun auf provokative Art an und zeigt: → Mobbing ist nicht nur unter Jugendlichen ein Thema (siehe oben), sondern bei vermeintlich vernunftgeprägten Erwachsenen Gang und Gäbe. Es sollte ein neuer Anfang in einer neuen Stadt und einer neuen Umgebung werden. Doch willkommen sind der weisse Yuppie Chris Mattson (Patrick Wilson) und seine schwarze Frau Lisa (Kerry Washington) im schönen Lakeview Terrace im San Fernando Valley von Los Angeles nicht. Ihr Nachbarn Abel Turner (Samuel L. Jackson), der selbsternannt Aufpasser der Gemeinde, macht keinen Hehl daraus, dass er wenig für gemischtrassige Ehen übrig hat. Der schwarze L.A.P.D.-Officer, der seine Frau bei einem Autounfall verlor, zieht seine beiden Kinder Celia (Regine Nehy) und Marcus (Jaishon Fisher) allein mit strenger Hand gross. Seine Höflichkeitsfloskeln legt Abel schnell ab und macht Chris klar, dass in seinem gesitteten Bezirk Ordnung herrscht. Jackson spielt diese Rolle stark und mit reichlich Energie, ohne zum haltlosen Choleriker zu verkommen. Gut ist, dass er und Wilson sich nicht einfach nur steigern, sondern immer wieder ruhiger treffen und der Geschichte somit eine starke Dynamik verleihen. Seine nächtlichen Patrouillen und überaus wachsamen Augen stellen für die meisten Anwohner zwar eine willkommene Beruhigung dar, das frisch vermählte Paar jedoch fühlt sich von ihm zunehmend schikaniert. Mit kleinen Nadelstichen provoziert der Cop seine neuen Nachbarn, bis diese die Nase voll haben und auf gute Beziehungen keinen Wert mehr legen und beschliessen, sich gegen den aufdringlichen Nachbarn und sein ständiges Eingreifen in ihre Privatsphäre zu wehren. Doch Abel ist ein harter Bursche, der Mittel und Wege findet, den Mattsons das Leben zur urbanen Hölle zu machen. Unter der Regie von Neil LaBute ("Nurse Betty - Gefährliche Träume") und produziert von Will Smith und James Lassiter, entstand ein vielschichtiger und verstörender Thriller in Top-Besetzung - allerdings mit erheblichen Schwachstellen. An der Seite von Samuel L. Jackson ("Pulp Fiction", "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith") spielen Patrick Wilson ("Little Children", "Hard Candy") und Kerry Washington ("Mr. und Mrs.Smith"). Kritikerliebling Wilson spielt entspannt und Samuel Jackson ist sowieso meistens sehenswert, allerdings kommt es bei letzterem auch immer darauf an, was ihm das Drehbuch gerade liefert und der Regisseur für eine Figur zuordnet. Glücklicherweise lässt sich sagen, dass der Polizist Abel mit zu den besten seiner Rollen der letzten Jahre gehört und er damit schauspielerisch an seine Hochleistungen der Vergangenheit anschliessen kann - doch am Ende bietet Neil LaBute's Film einfach zu wenig herausragende Elemente oder Spannungsszenen, um insgesamt zu brillieren. Für ein Drama ist die Handlung von Lakeview Terrace schnell und simpel erzählt und findet zu selten Ruhemomente um sich richtig zu entfalten; für einen Thriller dagegen passiert einfach nicht genug, und das in zu kleinem Rahmen. Kein kompletter Ausrutscher wie sein letzter Film The Wicker Man - Ritual des Bösen, aber Neil LaBute hätte auch diesen hier besser machen können. Lakeview Terrace kann dennoch über weite Strecken hinweg unterhalten und sorgt für einen grossteils kurzweiligen Kinoabend. Nur am Ende schlägt der Film dann einen etwas konfusen Weg ein, da er versucht die Ausgangslage unbedingt zu einem Höhepunkt hochzuschaukeln. Dabei bleibt die Plausibilität leider etwas auf der Strecke, aber da der Film als Ganzes keine Berge versetzt, sondern stetig durchschnittlich bleibt, ist es auch keine Überraschung, dass auch das Ende nicht restlos überzeugen kann: Turner schiesst auf Chris und verletzt ihn. Er versucht, seine angekommenen Kollegen zu überreden, Chris zu erschiessen. Nachdem er einen weiteren Schuss auf Chris abfeuert, wird er von den anderen Polizisten erschossen. Chris wird ins Krankenhaus gebracht. How to cook your Life (Wie man sein Leben kocht) DVDBRD 2007, Buch und Regie: Doris Dörrie  Fastfood-Restaurants, Biobauern, hungernde Obdachlose und eine Frau, die sich nur von dem ernährt, was andere Menschen wegwerfen. Widersprüchlicher und facettenreicher können die Beobachtungen, die Doris Dörrie in San Francisco macht, nicht sein. 80 % aller Amerikaner essen inzwischen nicht mehr zu Hause und kochen auch nicht mehr. Wer nicht kochen kann und nicht reich ist, muss sich billig und schlecht ernähren. Keine Zeit mehr fürs Kochen und gemeinsames Essen zu haben, ist ein Verlust von Gemeinschaft und Kultur. "Wie eine Person mit den Zutaten für ein Essen umgeht," sagt Dörrie, "sagt viel über sie aus. 'How to cook your Life' lehrt uns, im Umgang mit den banalsten Dingen des täglichen Lebens aufmerksam zu sein und öffnet uns außerdem die Augen für eine der schönsten Beschäftigungen überhaupt: das Leben im Hier und Jetzt. Und Kochen ist ein wesentlicher Teil davon." Kochen zu lernen bedeutet, den Reichtum der eigenen Kultur zu erfahren und zu erhalten. Nicht nur das Sein, auch das Essen bestimmt das Leben, und das Leben bestimmt das Essen. Doris Dörrie und der kochende Zenpriester Edward Brown zeigen, dass Essen mehr ist als bloße Nahrungsaufnahme: Kochen ist ein Fest der Sinne, ein Akt der Liebe und Großzügigkeit. Ein Zen-Priester aus Fairfax, Kalifornien: Weise, verschmitzt und oft überraschend zornig: Edward Espe Brown. Verfasser der berühmten Tassajara Kochbücher, Philosoph, Zen-Lehrmeister. Und Meisterkoch. "Als ich mit dem Kochen anfing, fragte ich Suzuki Roshi um Rat. Er sagte: "Wenn du den Reis wäschst, dann wasch‘ den Reis. Wenn du Karotten schneidest, schneid‘ Karotten. Und wenn du die Suppe umrührst, rühr‘ die Suppe um." Edward Espe Brown wurde von Suzuki Roshi zum Zen Priester geweiht. Seit 1965 praktiziert er Zen, seit 1980 Yoga. Neben seinen Meditations- und Kochkursen, die ihn durch die USA, aber auch durch Deutschland, Österreich, Spanien und England führten, lehrt Brown an den drei San Francisco Zen Zentren: in Tassajara, Green Gulch und im City Center. Er ist ein weltweit geschätzter Lehrer, dessen reicher Erfahrungsschatz sich aus Zazen, Chi Gong und der Lehre "Berühren in Achtsamkeit" nährt. Doris Dörrie hat Ed Brown getroffen und er hat ihr aus seinem Leben berichtet. Die Filmemacherin war Gast bei seinen Lectures, sie beobachte den Meister als Küchenchef und Leiter von Kochkursen. Unter der Anleitung von Ed Brown geht es mehr als um bloße Nahrungsaufnahme. Kochen, oder vielmehr kochen zu können, ist für ihn eine Form der Fürsorge, sich selbst und anderen gegenüber. Im Sommer 2006 reiste Doris Dörrie mit einem kleinen Filmteam in das buddhistische Zentrum Scheibbs nach Österreich, dann weiter nach Kalifornien in das Tassajara Zen Mountain Center und in das Zen Center in San Francisco. An all diesen Orten begleitete sie Edward Brown, der dort Menschen aller Generationen unterrichtet. Ohne Ed Brown und seine Arbeit zu verklären, gelingt es Dörrie, den magischen Moment festzuhalten, in dem die mitunter direkten und praktischen Hinweise Browns ihre philosophische Tiefe und Weisheit entfalten. Seine Rezepte sind einfach, doch reich an Geschmack und Aromen. 'How to cook your Life' verzichtet auf jeden Kommentar. Die Kamera nimmt an den Kochkursen teil, steht mit am mehlbestäubten Holztisch, blickt auf Teigballen, auf Radieschen, Orangen und Karotten. Man lernt die Hefe und ihr lebendiges Wesen verstehen: Kuchen, Pizza, Brot werden gebacken. "Wenn Du kochst, dann kochst Du nicht einfach, du arbeitest zugleich an dir selbst und an anderen Menschen." Der Zuschauer ist dabei, wenn Edward Brown seine Lektionen hält, die sich auf die jahrhundertealte Tradition des Zen-Meisters Dogen beziehen, dem Gründer der Soto-Zen-Schule. Dieser schrieb bereits 1283 ein Kochbuch, in dem er seine Leser ermutigte, Buddha in den einfachen Küchentätigkeiten zu entdecken, etwa dem Waschen von Reis oder dem Kneten von Teig. Edward Brown versteht es, diese philosophischen Gedanken auf lebensnahe und leichte Weise ins Heute zu übertragen. Was also bedeutet Kochen und Essen für die Gemeinschaft und den Einzelnen? Ist Kochen ein politischer Akt? Inwieweit reflektiert Kochen unsere Lebenseinstellung, unsere Haltung zur Welt? Ein heiterer Dokumentarfilm, der von der Kunst des Kochens erzählt - von der Kunst, sein Leben zu kochen, ohne dass man es anbrennen lässt, versalzt oder verkocht. Die PäpstinBRD 2008, Regie: Sönke Wortmann  Mit Grimme-Preisträger Sönke Wortmann wird "Die Päpstin" fernsehtauglicher ausfallen, als sie mit dem von Constatin geschassten Volker Schlöndorff hätte sein können. Schlöndorff hatte vor einer Tendenz zu Kino-TV-Event-Misch-Projekten gewarnt, für die verstärkt öffentliche Fördergelder beansprucht würden. Daraufhin hatte die Firma ihm gekündigt, aber: "Wir sind mit Volker Schlöndorff nicht zerstritten", lässt sie nun erklären, "wir würden bei einem anderen passenden Projekt gerne mit ihm zusammenarbeiten." Schlöndorff, er hatte zuvor sieben Jahre lang an der Verfilmung des historischen Romans der Autorin Donna Woolfolk Cross gearbeitet, wollte die Geschichte nicht weiter kommentieren. Sönke Wortmann ist wohl den Constantin-Leuten - vor allem Martin Moszkowicz, der entschieden pro Mischfilm, contra Schlöndorff aufgetreten war - genehmer, er hat in den Neunzigern einige grosse Constantin-Stücke gedreht, "Das Superweib" und "Der Campus". Franka Potente ("Elementarteilchen", "Lola rennt"), die die legendäre Johanna von Ingelheim spielen sollte, wurde durch Johanna Wokalek ersetzt. Jetzt sind die Dreharbeiten zum Kinofilm "Die Päpstin" sind beendet. "Alles lief wie geplant und ohne Komplikationen", sagte die Sprecherin der Constantin Film AG, Judith Niemeyer, erleichtert. Die letzten Szenen des Mittelalterspektakels seien in Marokko gedreht worden. Zuvor filmte die Crew auf Burg Querfurt in Sachsen-Anahlt. Das Team um Regisseur Sönke Wortmann ("Das Wunder von Bern") sei "froh und glücklich". Wortmann ist froh, dass er einen Film drehen konnte, der ihn aus einer Schublade herausholte, in die er sich in letzter Zeit offensichtlich gedrängt fühlte. "Nach ,Das Wunder von Bern' und ,Deutschland. Ein Sommermärchen' kommt jetzt ein Film, in dem kein Fussball zu sehen sein wird", sagt er erleichtert. Dass er die Chance hatte, einen Streifen zu drehen, der in so ferner Vergangenheit spielt, empfindet er als Geschenk und fühlte sich "wie ein kleiner Junge, der ein tolles Spielzeug zur Verfügung hat." Ein Zeitgenosse der Johanna war der Gegenpapst Anastasius Bibliothecarius (gest. 886). Er erwähnt die Päpstin erstmals. Auch in der Chronik der Päpste von Scotus findet sich ein vielsagender Eintrag: "A.D. 854, Lotharii 14, Johanna, eine Frau, Nachfolgerin von Leo, zwei Jahre, fünf Monate und vier Tage im Amt." Die Saga um Päpstin Johanna tauchte dann im 13. Jahrhundert wieder auf, gilt aber nach neueren Erkenntnissen weitgehend als fiktiv. Doch bis Anfang des 17. Jahrhunderts wurde von der katholischen Kirche das Papsttum der Johanna anscheinend als historische Tatsache akzeptiert. Auch Überlieferungen berichten von schmähenden Volksliedern und Possen, mit denen nicht nur die Römer der Kirche ihren Fehltritt unter die Nase rieben, und in einem Auszug aus der Chronik des Martinus Polonus (gest. 1274) zu Johanna Papissa (Päpstin Johanna) wird vermerkt: "Nach diesem Leo herrschte Johannes Anglicus aus Mainz 2 Jahre, 7 Monate, 4 Tage ... Dieser Johannes war, wie versichert wird, eine Frau, die ... auf verschiedenen Wissensgebieten derartig glänzte, dass sich niemand mit ihr messen konnte." In Ingelheim am Rhein wächst Johanna (jetzt Johanna Wokalek, "Der Baader Meinhof Komplex", "Barfuss"), die Tochter des fanatischen Dorfpriesters auf. Gegen den Willen des Vaters lernt sie heimlich Lesen und Schreiben. Doch Johannas aussergewöhnliches Talent bleibt nicht unentdeckt. Als einziges Mädchen darf sie die Domschule in Dorstadt besuchen und wird in die Obhut des Ritters Gerold (David Wenham, u.a. Faramir in "Der Herr der Ringe", "Van Helsing", "300") gegeben, in den sie sich unsterblich verliebt. Nach einem blutigen Überfall der Normannen, trifft Johanna eine folgenreiche Entscheidung. Als Mann verkleidet, tritt sie ins Kloster Fulda ein. Dort erlernt sie die Kunst des Heilens und wird zum Priester geweiht. Später in Rom erwirbt sie den Ruf eines Wunderheilers und wird aufgrund ihrer Fähigkeiten zum Leibarzt von Papst Sergius (John Goodman, u.a. "The Big Lebowski", "Monsters, Inc.") ernannt. Und schliesslich ist sie es selbst, die die Geschicke der katholischen Kirche lenkt: als Papst Johannes Anglicus. Unangefochten, uneingeschränkt - doch plötzlich bricht für den römischen Klerus eine Welt zusammen: Während einer Prozession, mitten auf der Via Sacra, gleitet der Pontifex stöhnend zu Boden und hält sich den Leib. Von Krämpfen geschüttelt geschieht das absolut Unvorstellbare: der Papst gebärt ein Kind - Johannes ist eine Frau! Mutter und Kind sterben und werden an Ort und Stelle begraben. Jahrhundertelang zeugte eine Inschrift vom Skandal, bis die katholische Kirche erkennt: dieser Fauxpas kann ihre Autorität schmälern. Und beschliesst, die Päpstin Johanna aus den Archiven, den Galerien, aus dem Gedächtnis der Menschheit zu verbannen. "Es ist ein hochaktuelles Thema, eine Frau, die vor der Entscheidung zwischen Familie und Karriere steht", sagt Wortmann und verweist darauf, dass auf der ganzen Welt noch immer Millionen von Frauen um ihre Rechte kämpfen müssten - gerade in der katholischen Kirche. Für alle Beteiligten liegt darin eine immer noch brisante Aktualität des Films trotz des eigentlich historischen Hintergrunds. Auch Donna Cross meint, dass die Story der Johanna seltsam neu und durchaus zeitgemäss sei. Die Frage, ob sie auf ihren Roman schon irgendeine Reaktion aus Rom erfahren habe, verneint die Schriftstellerin lächelnd. "Bisher fliege ich unterhalb des Radars der katholischen Kirche, aber das könnte sich durch den Film jetzt natürlich ändern", sagt sie. Allerdings sei die Geschichte der Päpstin auch nicht anti-katholisch. "Aber es wäre natürlich eine tolle Reklame für das Buch, wenn der Vatikan einen Bann darüber verhängen würde", lacht sie. Für die Autorin, die selbst am Set zugegen war, verflog ihre anfängliche Skepsis ob der Realisierbarkeit ihres Romans rasch: "Ich hatte immer Angst, dass man - wenn das Buch überhaupt verfilmt wird - die Rolle einer so starken Frau wie Johanna mit irgendeiner Hollywood-Tussi besetzt", sagt sie. Nun habe mit Wokalek eine brillante Schauspielerin den Part übernommen, der nur von einer Frau mit hoher Intelligenz gespielt werden könne. Die Dreharbeiten zur Roman-Verfilmung "Die Päpstin" fanden an insgesamt 65 Drehtagen in Nordrhein-Westfalen, Marokko statt und im sachsen-anhaltischen Querfurt hatte man eine Burg gefunden, in der man ohne grosse Umstände die Zeit von vor fast 1.200 Jahren wieder lebendig werden lassen konnte - und einige der Randfiguren werden von Menschen aus der Umgebung von Querfurt gespielt. "Die Komparsen sind toll, schon fast euphorisch", meint Wortmann anerkennend. Es mache die Arbeit sehr viel einfacher. "In Gegenden, wo öfter gefilmt wird, sind die Leute inzwischen schon fast gelangweilt", sagt der Regisseur. Sie schauten am Set immer wieder auf die Uhr, wann denn der Drehtag endlich vorbei sei. Dies erfahre er in Querfurt ganz anders. Und so hat sich die Wahl Sachsen-Anhalts nicht nur wegen der unberührten Natur und der tollen Motive offenbar schon jetzt ausgezahlt. Niemeyer betonte, vor allem die Zusage von John Goodman sei einmalig, und "Wir freuen uns sehr, dass er Lust und Zeit hat. Denn bei den engen Terminkalendern der Hollwood-Stars ist das keine Selbstverständlichkeit." Der Film soll am 29. Oktober 2009 in die deutschen Kinos kommen.  Die Geschichte der Päpstin wurde übrigens bereits 1972 unter dem Filmtitel "Papst Johanna" cineastisch aufbereitet. Die am 26.10.2007 veröffentlichte DVD bietet neben einer Fotogalerie auch knapp eine Stunde an Interviews mit dem Regisseur, dem Produzenten und dem Autor sowie Liv Ullman und Maximilian Schell. Es ist bedauerlich, dass es nicht noch etwas erhellendes Material zur Legende des weiblichen Papstes gibt. Das aufwändig ausgestattete Historiendrama erzählt den vom Vatikan ins Reich der Legenden verwiesenen Plot unter der Regie von Michael Anderson mit Liv Ullmann als Päpstin. In weiteren Hauptrollen: Maximilian Schell, Franco Nero, Olivia de Havilland, Trevor Howard. |
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